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Selbstmord nach "Spaß"-Anruf

Dieses Thema im Forum "Radioszene Weltweit" wurde erstellt von BlueKO, 07. Dezember 2012.

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  1. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    In London hat sich die Krankenschwester, die vor ein paar Tagen das Opfer eines Telefonanrufs eines australischen Senders wurde, das Leben genommen.

    http://www.spiegel.de/panorama/nach...wester-von-kate-tot-aufgefunden-a-871656.html

    Hoffentlich wird dieser Vorgang den kleinen Nilsen dieser Welt mal eine Lehre sein.

    Vor dem Krankenhaus, aus dem Kate gestern entlassen wurde, lungerten dann heute bei der Abgabe eines Statements der Krankenhausleitung dann an vorderster Front auch noch genau die Richtigen rum.
     

    Anhänge:

    McCavity und br-radio gefällt das.
  2. br-radio

    br-radio Benutzer

    Das ist wohl wahr!
     
  3. beyerpower

    beyerpower Benutzer

    Ich glaube nicht, das die Moderatoren dieser Sendung die Tragweite dieses Spaßtelefons erahnen konnten.
    Die HP des Senders ist übrigens zur Zeit offline.
     
  4. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    ... und die beiden Moderatoren der Sendung nach neusten Meldungen bis auf weiteres beurlaubt.
     
  5. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    Ich verstehe nach Lektüre dieses Berichtes nicht, wieso die sich umbringt und was das mit diesem Anruf zu tun haben soll????? Zu viel Aufregung?
     
  6. Zwischen den Zeilen ist da einiges zu lesen, insbesondere wenn man in älteren Meldungen nachliest:

    Man kann sich gut vorstellen, was da im Krankenhaus los war. Die Beteuerungen des Krankenhauses, keinerlei Vorwürfe gegen die Mitarbeiterin erhoben zu haben, sich gar liebevoll um diese gekümmert zu haben, klingen da in meinen Ohren eher halbherzig bis unglaubwürdig.
     
    Finas gefällt das.
  7. JB

    JB RADIOSZENE Mitarbeiter

    stefan kramerowski gefällt das.
  8. chapri

    chapri Benutzer

    Fakt ist, dass in diesem "königlichen" Krankenhaus alle Promi-Patienten ihren eigenen Telefonanschluss hatten und haben. Ordnungsgemäß hätte die Verstorbene Anrufer mit diesem Hinweis abwimmeln müssen. Morgens um halb sechs Ortszeit ist weder die Rezeption besetzt, noch hat man allerdings den Kopf für Scherzanrufe frei. Das Krankenhaus versichert, die Schwester nicht gerügt zu haben, räumt aber die Möglichkeit eines Disziplinarverfahrens ein. Für die Tote dürfte das der berühmte Tropfen gewesen sein, der das Fass (ihre Gefühle) zum Überlaufen brachte. Wohlgemerkt, es handelt sich um die Schwester, die das Gespräch vermittelt hat - nicht um die, die die Auskünfte über Kates Gesundheitszustand gab!!!
    Aber: Von einem Suizid sollte man erst sprechen, wenn die Untersuchungen ein derartiges Ergebnis aufzeigen!
     
  9. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Der tragische Selbstmord der englischen Krankenschwester, die auf den Scherzanruf eines australischen Radiosenders hereingefallen war und Details der Schwangerschaft von Herzogin Kate preißgegeben hatte, sollte auch dem einen oder anderen Krawallsender bei uns zu denken geben:

    http://www.derwesten.de/panorama/ra...odesfall-nach-kate-scherzanruf-id7372746.html

    Nicht nur bei Scherzanrufen, sondern generell bei all ihren Aktionen, neigen Radiosender dazu, die Grenzen von Anstand, gutem Geschmack und bisweilen auch Recht und Gesetz schamlos zu überschreiten.
     
  10. hilde

    hilde Benutzer

    Von einem Selbstmord ist mir nichts bekannt. Soviel ich weiß, wurden die Unstände des Todes noch nicht bekannt gegeben.

    Es handelte sich auch nicht um die Schwester, die die "Details" preisgegeben hatte sondern um die Mitarbeiterin, die den Anruf in die Abteilung durchgestellt hatte. Die Krankenschwester dort hatte auch nicht viel mehr Details bekannt gegeben, als daß Kate Medikamente bekommen habe und jetzt gerade schlafe - zumindest in dem Ausschnitt, den ich gehört habe.

    Ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Scherzanruf und Tod der Krankenschwester ist bisher nicht bekannt. Wenn man beobachtet, wie schnell der "Fall" mal wieder geklärt und der Schuldige gefunden wurde, kann man schließen, daß man auf Scherzanrufe besser ganz verzichten sollte.
     
    TiBel und TS2010 gefällt das.
  11. Reh

    Reh Benutzer

    Ich finde nicht, dass sie bei allen Aktionen dazu neigen.
    Jeder kann doch senden, wie er mag. Du musst es nicht anhören.
     
  12. chapri

    chapri Benutzer

    @MannisFan:
    1. "Generell" sollte man nicht pauschalisieren, zumal spätestens seit Stefan Raabs Radiokapriolen Scherzanrufe fast schon alltäglich sind.
    2. Suizid ist (bislang) nicht festgestellt.
    3. Die Verstorbene hat keine Detials preisgegeben, sondern das Gespräch (falsch) vermittelt.


    Gepostet vor'm Verschieben, daher teilweise Wiederholung.
     
  13. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Das "generell" bezieht sich nicht darauf, dass es immer und bei allen Aktionen so sein muss, sondern darauf, dass ich nicht nur Scherzanrufe meine, wenn ich sage, Radiosender "neigen dazu ..." die Grenzen von Anstand, gutem Geschmack, Recht und Gesetz "bisweilen" schamlos zu überschreiten.
     
  14. Kurzwellenfreak

    Kurzwellenfreak Gesperrter Benutzer

    Genau man kann mit jedem jeden Scheiß machen ...Schuld sind immer die Anderen ...Haupsache der Pöbel hatte wieder was zu lachen.
     
  15. fairradio

    fairradio Gesperrter Benutzer

    In der Tat bedauerlich, dass sich in die Berichterstattung zu dem "Fall" oft weitere Unsauberkeiten einschleichen.
    Und dass so viele mit schnellen, klaren Schuldzuweisungen bei der Hand sind.

    Doch egal, wie die Zusammenhänge nun genau sind.
    Man könnte die Sache zum Anlass nehmen, darüber nachzudenken, wie wir Medienschaffende mit Menschen umgehen.

    Denn wahr ist ja auch: Viele Radiomacher betrachten Gesprächspartner als reine O-Ton-Geber. Die liefern Material, mit dem sie dann arbeiten. Dass das aber Menschen sind, bei denen ein öffentliches Interview Nachwirkungen haben kann, wird oft nicht bedacht.

    Wir Radiomacher (und auch andere Medienschaffende) sollten aber nie vergessen, dass wir eine Verantwortung haben im Umgang mit unserer Gesprächspartnern und denen, die wir durch unsere Arbeit in die Öffentlichkeit rücken/zerren/ bringen.

    Es geht einfach darum, sich menschlich korrekt zu verhalten.

    Übrigens: Der Trickanruf mit vorgetäuschter Identität und das Aufnehmen der Antwort ohne Wissen der Befragten wären in Deutschland
    a) ein Verstoß gegen den Pressekodex und
    b) schlicht verboten und strafbar.

    Das eine verletzt die Verpflichtung zur lauteren Recherche laut Pressekodex: http://www.presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex/richtlinien-zu-ziffer-4.html
    Das andere die gesetzlich geschützte Vertraulichkeit des Wortes: http://dejure.org/gesetze/StGB/201.html
     
    dm83 und chapri gefällt das.
  16. ricochet

    ricochet Benutzer

    Ein kausales Verhältnis zwischen dem Anruf und dem vermeintlichen Suizid ist nicht sehr wahrscheinlich; und wenn, dann war er höchstens der berühmte Tropfen, der das volle Fass zum Überlaufen brachte, weil er eine zusätzliche emotionale Stressituation verursachte. Aber früher oder später hätte die arme Frau sowieso Schluss gemacht.

    Ein normaler, mental stabiler und seelisch halbwegs gesunder Mensch denkt nicht mal daran sich wegen so was umzubringen, zumal die betreffende Person den Anruf nur durchgestellt, sich des weiteren aber keine Blöße gegeben hat. Aber Hauptsache man hat wieder eine geile Schlagzeile für die nachrichtenarme Zeit.

    Denkt nur daran wieviele Leute sich schon vor der Versteckten Kamera oder am Spasstelefon bis auf die Knochen blamiert haben...
     
  17. micha774

    micha774 Benutzer

    ricochet, du schreibst also
    aber gleichzeitig auch

    Und hierzu
    ist meine Meinung, das (zumindest bei der ARD) die Leute vor der Veröffentlichung
    gefragt werden ob sie damit einverstanden sind.

    Ich wundere mich auch bei einer Aktion wie "von 0 auf 100" bei 104.6 RTL Berlin das da noch nichts schlimmes passiert ist.

    Hat eigentlich mal ein Radiosender die Konkurrenz mit einem "Spaßtelefon" auf die Schippe genommen (und das gesendet?) ?
     
  18. ricochet

    ricochet Benutzer

    Ja, Kausalität wäre in diesem Fall gegeben, aber nur in Form eines Anlasses.
     
  19. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    @ricochet: Du fändest es also total witzig wenn, während du im Krankenhaus liegst, der kleine Nils dich oder die Krankenschwester auf deiner Station anrufen würde und deinen Gesundheitszustand auskundschaften wollte?
     
  20. ricochet

    ricochet Benutzer

    Ist das ein Grund für einen Selbstmord? Das Verlade-Gespräch führte ja eine ganz andere Schwester, ich seh da einfach keinen nachvollziehbaren Zusammenhang.
     
  21. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    Bei der Aufnahme in ein Krankenhaus übernehmen die Leute dort die volle Verantwortung für dich. Diese Verantwortung bekommst du erst bei der Entlassung zurück. Das Personal dort ist sich dieser Verantwortung für andere, offensichtlich im Gegensatz zu sogenannten Medienschaffenden, voll bewußt.
    Es ist durchaus nachvollziehbar, daß jemand, der das Vertrauensverhältnis zu seinen Patienten, die er berufsmäßig beschützen will und soll, gebrochen hat, auch wenn es nicht seine eigene Schuld war, das nicht so einfach verkraften kann.

    Leute, die allerdings grundsätzlich zum Lebenserwerb andere ausnutzen oder allenfalls als Mittel zum Zweck betrachten, können das wohl nicht begreifen.
     
    Kurzwellenfreak und dm83 gefällt das.
  22. ricochet

    ricochet Benutzer

    Da ist bestimmt viel Wahres dran. Ich hätte so einen Anruf auch nicht getätigt, aber ein Kapitalverbrechen ist er nicht und die (eventuellen) Folgen waren unabsehbar.
     
  23. Kurzwellenfreak

    Kurzwellenfreak Gesperrter Benutzer

    @bluko Ich vermute, dass mindestens 90% hier nicht verstehen was Du meinst. Die Letzte Befriedigung scheint im Missbrauch und dem Terrorisieren von Mitmenschen zu liegen.
     
  24. aladin112

    aladin112 Benutzer

    Ich sehe das so wie ricochet!
    Niemand hätte die Folgen erahnen können. Spaßanrufe gehören mitlerweile zum guten Ton im Formatradio, ich bezweifel das sich daß in Zukunft ändern wird.
    Ich gehe sogar noch weiter und sage: Ich glaube nicht das der Selbstmord (sollte es einer gewesen sein) unmittelbar mit dem Anruf zu tun hatte. Was im Moment passiert finde ich viel schlimmer als der Spaßanruf selber. Die Moderatoren werden öffentlich fertig gemacht obwohl die Umstände des Todes der Frau nicht eindeutig sind.
    Eigentlich haben die Moderatoren jetzt einen schwerwiegenderen Grund sich umzubringen, nach dem großen Shitstorm. Die Karriere der zwei ist sowieso im Eimer!
     
    TiBel gefällt das.
  25. micha774

    micha774 Benutzer

    Und das zurecht! Andere verarschen Müller, Meier, Kunze und die müssen es gleich im Umfeld der künftigen Königin machen!
    Man muß nicht jeden Gag auf Teufel-komm-raus bringen.
     

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