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Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von ThoRr, 25. Juni 2010.

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  1. ThoRr

    ThoRr Benutzer

    Es ist ja inzwischen schon bei allen größeren Mainstreamwellen Gang und Gäbe, von neuen Musiktiteln Versionen zu produzieren, in denen am Anfang "Neu" gesagt, anschließend kurz der Refrain angespielt und dann Interpret und Titel genannt werden.

    Im konkreten Fall geht es mir allerdings speziell um Radio NRW. Zum einen würde ich gerne wissen, wer solche Sachen (z.B. auch solche Promos, wie zum Frühlingsanfang, von denen ja regelmäßig neue kommen) produziert. Haben die Sender dafür spezielle Abteilungen oder werden die von externen Firmen angefertigt? (Wobei ich letzteres als zu aufwändig ansehen würde.)

    Zum anderen fällt mir auf, dass Titel, die nicht ganz ins Programm passen bzw. nach Ansicht der PDs Hörer vergraulen könnten, speziell gekennzeichnet werden. Was verspricht sich Radio NRW davon? Beispielsweise werden die sog. Kulthits speziell deklariert - dabei fällt diese Bezeichnung wahrscheinlich höchstens 20 Prozent der Hörer überhaupt auf. Und im Endeffekt ist es doch belanglos, ob ein Titel am Anfang "Kulthit" genannt wurde oder nicht - der Hörer wird sicherlich nicht denken: "Das Lied gefällt mir nicht, aber es ist ja nur Kulthit, daher lass ich ihn an."

    Das gleiche bei diesen Versionen von neuen Titeln - warum macht sich Radio NRW so eine Mühe mit der Produktion? Man bemerke, dass beispielsweise für Tik Tok ein eigener Teil, der zum Lied passt, produziert wurde, auf den dann die Claims gesagt werden konnten. Und dann achte man darauf, dass neue Lieder erst komplett in die normale Rotation aufgenommen sind, wenn sie nicht mehr als "Neu" deklariert sind.

    Was ist also der Sinn hinter diesen ganzen Produktionen? Es kostet massenweise Geld und dem normalen Hörer fällt es sowieso nicht auf.

    LG
     
  2. Radiofreak11

    Radiofreak11 Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Es ist im modernen Dudelfunk halt so üblich. Zudem soll dem Hörer durch das ständige rumgeclaime der Sender in Erinnerung bleiben, denn das ist wichtig für die MA. (zufällige Telefonbefragung: Welchen Sender haben sie gehört.. etc) Die Produktionen werden meist beim Sender in seinem eigenen Produktionsstudio erstellt. Es gibt aber auch Firmen, die so etwas im Auftrag erledigen.
     
  3. Cart

    Cart Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Hallo Thorr,
    also was den finanziellen Faktor anbelangt, kann ich dir sagen, dass das echt egal ist. Dafür hat man in seinem Haus Produzenten sitzen, die das können. Ja es gibt Sender, die das extern machen, aber die gehören dafür verprügelt, weil man die Kohle echt lieber den Mitarbeitern geben sollte oder sonst was.
    Vom Aufwand her ist das nciht wild. Sowas produzier ich dir in etwa ner halben Stunde (je nach Komplexität) zusammen. Die Sender haben oftmals auch Zugriff auf Karaoke Versionen. Da muss man nix extra komponieren. Das macht auch keiner.
    Warum macht man's überhaupt? ganz einfach: Ein durchschnittlicher Hörer schaltet schnell mal um, wenn er einen Song hört, den er nicht kennt, weil er bei den ersten Takten merkt "kenn ich nicht - is schlecht". Ich kenn das von mir, wenn ich neue Songs höre, die ich zuerst gar nicht mag und nach einem Monat bin ich absoluter Fan. Ging mir so bei Shakiras "Waka Waka". Ja ich schäme mich dafür. :)
    Also sagt der Sender davor: Das ist neu. Somit erhöht sich die Bereitschaft des Hörers sich das Ding jetzt doch mal anzuhören, weil ihm dann klar ist "ich kenne es nicht, weil es neu ist."

    Hab ich das jetzt verständlich erklärt? :confused:
    Wenn nicht, dann nochmal fragen. :)
     
  4. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Das hatte ich auch vermutet. Damit ist auch das ganze Dilemma der deutschen Radiolandschaft bestens erklärt.
     
  5. ThoRr

    ThoRr Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Ja, das ergibt Sinn. Das würde auch meine Beobachtung erklären, dass einige Songs schon nach zwei Wochen aus der "Neu"-Schiene herausgenommen werden, während andere dort drei Monate verbleiben und teilweise sogar mit dieser Deklarierung gespielt werden, bis sie nach ca. drei Monaten wieder aus dem Programm genommen werden, weil sie nicht erfolgreich sind. Und auch die Beobachtung, dass Songs, die so deklariert sind, aus quotenreichen Tageszeiten herausgehalten werden, ergibt nach dieser Erklärung Sinn.

    Das mit der Karaokeversion würde erklären, wie Radio NRW damals den Anfang, über den die Claims gelegt werden, von Broken (Livingston) hergestellt hat. Aber teilweise wird sich da schon im Detail mit einem Song beschäftigt - für Tik Tok wurde mit Sicherheit ein eigener Anfang produziert, aber ich nehme an, dass da einfach nur mit einem Digitalsynthesizer bzw. Programmen wie Fruity Looms eine Standardeinstellung in Geschwindigkeit und Akkorden angepasst wurde.

    Ich finde, da gibt es wirklich dämliche und nervige Claims (wie z.B. dieses nervtötende "Der Sound der 80er und die beste Musik von heute"), aber wenn es dezent gehalten wird, kann ich darüber hinweghören, da ich weiß, was die Radios damit bewirken wollen und bin unabhängig genug, mich davon nicht beeindrucken zu lassen. Mir gefielen die Songversionen mit angespieltem Refrain vor dem Relaunch von Radio NRW sogar relativ gut, da sie regelmäßig an die Jahreszeit angepasst worden und auch nicht zu aufdringlich gewesen sind ("Neu, ganz neu. Neu im Winter..."), im Gegenteil zu den aktuellen, die schon hart an der Grenze zum Dummfunk á la FFN sind ("... und frische Hits für mich.").

    Vielen Dank für eure Antworten!
     
  6. Dorothea

    Dorothea Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Mit Sicherheit net. Hör dir einfach mal die Instrumentalversion des Songs an, und du wirst wissen woher das angeblich selbstproduzierte Intro kommt...
    Das bastelt jeder, mit einem digitalen Schnittsystem halbwegs Vertraute, in kürzester Zeit zusammen.

    Grüßle von der alten Doro!
     
  7. ScheichManfred

    ScheichManfred Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    You FM spielt seit Ewigkeiten "You Don't Know" von Milow - mir scheint, man spielt das nur, weil Milow (oder dessen Stimmimitator) einen eigenen Refrain mit dem Text "It's Milow, and I know, you tune right into You FM..." eingesungen hat. Der Text wird dann statt dem ersten Refrain gesendet. Gaaaanz toll...
     
  8. ThoRr

    ThoRr Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Nein, ich kann dir sagen - das läuft bei Radio NRW noch häufiger. ;) Auch wenn ich nicht weiß, wie oft es bei You FM läuft, kann ich dir das mit Sicherheit garantieren.

    Dafür würde ich meine Hand ins Feuer legen - ich habe mir mal die Freiheit genommen, den Anfang online zu stellen: http://thorr.bplaced.net/audio/tik_tok_(br.frisch).mp3.

    Aber auch von anderen Produktionen, für die aus dem Lied Instrumentalstücke passend zsuammengeschnitten worden sind, bin ich teilweise fasziniert. Wurde z.B. dieser Anfang aus der Instrumentalversion des Titels fabriziert oder hat man sich da die Mühe gemacht, Teile ohne Gesang aus den verschiedensten Ecken des Liedes zusammenzuschneiden? Ich kann schon behaupten, dass ich nicht ganz ungeschickt in digitaler Audiobearbeitung (mit Audacity :eek: ) bin, aber so perfekt habe ich das nicht nachgebaut bekommen.
     
  9. radiFre

    radiFre Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Deine Links funktionieren nicht, ThoRr!
     
  10. Cart

    Cart Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Audacity ist dafür auch einfach das denkbar falscheste Programm überhaupt. Das ist so als würde man mit "Paint" versuchen Bilder zu retuschieren. :D
    Dafür brauchts dann schon "ProTools" oder "Samplitude".
     
  11. Dorothea

    Dorothea Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    volle zustimmung - fast jedenfalls. dafür brauchts kein protools. einfaches adobe audition genügt vollkommen, und kostet einen bruchteil von dem was protools aufruft.
     
  12. ambee

    ambee Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    es gibt auch kooperationen zwischen labels und radiosendern, bei denen die labels ihre künstler extra für radiostationen was aufsagen lassen wenn eine neue single promotet werden soll, oder sie liefern unterschiedliche mixe/versionen.

    antenne bayern lässt seine studiogäste ja zB auch gerne ein alternatives intro ihres hits singen, das dann in die standard-version übergeblendet wird.
     
  13. sabbelkasten

    sabbelkasten Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Hallo in die Runde.
    Ich habe jetzt mal eine Frage , die weniger mit dem Sinn und der Machart dieser Versionen von Musikstücken zu tun hat :
    Könnte es sich ggf. bei dieser Form von Bearbeitung von Musikstücken nicht auch um eine Form von Urheberrechtsverletzung handeln,
    da der Komponist/Künstler sich womöglich selbst bei dem Intro schon etwas gedacht hat , was zwingend zu dem künstlerischen Gesamtwerk gehört(zugegeben:diese Bezeichnung fällt mir jetzt auch etwas schwer , wenn ich mir so manche Titel, die mir aus meinem Gerät entgegenschallen, anhöre)?
    Wie wird das bei Ihnen in den Sndern gesehen ? Reagieren die Verlage /Künstler auf solche Bearbeitung Ihrer Titel?

    Ich erinnere mich , dass der NDR ( ich kann jetzt nicht sagen ob NDR 2 oder Njoy) auch mal in den letzten Jahren gewisse Musikstücke mit eigenen Botschaften (Senderkennung, Slogan usw.) besungen hat (und das wirklich nicht schlecht), dieses endete dann aber irgendwann sehr plötzlich.

    Mit einem herzlichen Gruß in die Runde
    Dieter
     
  14. wupper

    wupper Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Glaube das ist legal, denn die Radiosender haben auch Verträge mit Plattenfirmen, von denen haben sie wahrscheinlich auch die Erlaubnis die Songanfänge von neueren Titeln zu verändern und Claims einzufügen. Das macht den Hörer einmal aufmerksam auf den Interpreten und zum anderen natürlich auf den Sender. Die Plattenfirmen erhoffen sich so mehr Leute die, die Single des Interpreten letztendlich kaufen, Sinn einer hohen Rotation ist es, das die Hörer die Lieder nicht mehr aus dem Kopf bekommen und die Alben oder Singles der Interpreten die in der Hot-Rotation laufen kaufen.
     
  15. muted

    muted Benutzer

    AW: Sendereigene Songproduktionen bei Radio NRW

    Die Frage nach legal/illegal kann ich nicht beantworten, da ich kein Rechtsanwalt bin.

    Mein logischer Menschenverstand würde mir sagen: Wenn der Künstler Geld sehen will, muss er wohl oder übel dulden, dass die Sender an seinen Titeln rumschneiden und sie bearbeiten. Ich möchte den Künstler sehen, der einen (möglichst großen) Sender dafür abmahnt, dass ein wenig an seinem Stück rumgeschnitten wurde. Er wird stampfen und heulen können, aber nach einer Abmahnung werden seine Stücke sicher nicht mehr so zahlreich gespielt wie vorher. Ergo auch kein Geld.
     

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