1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Sendetauglichkeit ohne pre-emphasis?

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von ontheair, 14. Juni 2002.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. ontheair

    ontheair Benutzer

    hallo kollegen,

    folgendes problem: viele soundbearbeitungsgeräte die potenziell im sendeweg eingesetzt werden könnten (automatic gain control, exciter, multibandkompressoren, etc.) aber nicht speziell dafür konzipiert sind, verfügen nicht über eine pre-emphasis. in europa liegt dieser wert ja bei 50us (was , soweit ich weiss, 6dB pro oktave ausmacht) und dieser wert muss bei jedem sendesignal eingehalten werden, da jeder tuner eine entsprechende de-emphasis macht. wird die pre-emphasis senderseitig nicht praktiziert, hört sich das signal in jedem tuner dumpf an. soweit alles klar.

    eigentliches thema: kann ich geräte ohne pre-emphasis trotzdem sendetauglich
    machen? weil eigentlich würde es ja reichen, einfach einen hochpass vor die
    telekom-leitung zu hängen (tau=r*c, wobei tau=50us). das kann aber schon deswegen nicht so wirklich funktionieren, weil hier ja der eigentlich der pegel der höhen angehoben wird, bzw. alle anderen frequenzen abgesenkt werden. dementsprechend
    wird doch hier auch noch ein limiter für die höhen benötigt, oder? oder ist
    vielleicht sogar folgendes möglich, bei dieser konstellation:

    sendemischpult -> leveler/agc -> exciter -> multibandkompressor ->
    telekomleitung

    könnte man da nicht einen hochpass zwischen exciter und kompressor einbauen?
    habe ich mal gehört, kann ich mir aber nicht vorstellen, weil ja der kompressor
    auch die höhen wieder herunter komprimiert.

    also, wie ist es möglich, geräte ohne pre-emphasis in den sendeweg einzuschleifen? vielleicht hat ja einer von euch eine gute idee!

    grüße!
     
  2. Markus75

    Markus75 Benutzer

    Hy OnTheAir,

    leider muß ich Dir sagen, daß da grundsätzlich
    ein Denkfehler vorliegt.

    Die eigentliche Preemphasis von 50 µs erzeugt
    erst der Sender, am anderen Ende der Telekom-
    Leitung.

    Das Signal auf der Leitung ist also NICHT mit
    Preemphasis behaftet.

    Der Sendelimiter (Jünger, Optimode, Omnia,
    DBMAX, Behringer 4-Band, sonstiger...), der
    als letztes vor der Telekomleitung hängt,
    muß jedoch berücksichtigen, daß am anderen
    Ende der Leitung eine Preemphasis hinzuge-
    fügt wird. Deshalb teilst Du Deinem Sende-
    limiter das über einen Schaltzer mit. Und
    dieser berechnet und bearbeitet dann das
    Signal so, daß wenn der Sender diese Pre-
    emphasis hinzufügt er immer noch nicht
    übersteuert wird (in den Höhen).

    Vor dem Sendelimiter kannt Du in den Signal-
    weg einschleifen, was Du willst. Du kannst
    auch die Höhen um, 30 dB anheben... der Sende-
    limiter wird Dir das Signal schon wieder
    runterdrücken, so daß der Sender nicht über-
    steuert.

    Viele Grüße, Markus
     
  3. ontheair

    ontheair Benutzer

    @markus:

    danke für die antwort! da hast du mir jetzt wirklich was neues erzählt! weil ich habe von einigen leuten gehört, dass die 50us wirklich noch vor der telekomleitung gemacht werden müssen. aber man lernt ja nie aus!

    jedenfalls sagst du, dass man dem letzten gerät vor der leitung per schalter sagen muss, dass danach noch eine pre-emphasis stattfindet. wie mache ich das einem gerät begreiflich, was so einen schalter nicht hat?

    mit welchem pegel muss ich dann in die leitung rein gehen? wohlgemerkt: es handelt sich hier nicht um eine digitale leitung mit diesem telekom-barco-codec, sondern noch um eine alte analoge leitung. bin ich da richtig informiert, dass der pegel da mit 14,4dBu rein muss? weil bei uns im hause liegen keinerlei unterlagen darüber herum. und die telekom möchte ich deswegen auch noch nicht anrufen, weil es sich bis jetzt nur mal um überlegungen handelt, hier ein neues soundprocessing rein zu stellen.

    wenn du mir also noch ein paar infos geben kannst, mit welchem pegel ich dann in die leitung rein muss, oder wie das signal auszusehen hat, wäre ich dir dankbar!
     
  4. Markus75

    Markus75 Benutzer

    Hallo nochmal ontheair,

    > wie mache ich das einem gerät begreiflich,
    > was so einen schalter nicht hat?

    Dann geht das ganze nicht und es kommt unweigerlich zu einem Klirren in den
    Höhen des Senders.
    Das ganze konnte ich mal höhen bei einem kleinen Lokalsender in Norddeutschland,
    wo der Techniker offenbar sehr wenig Ah-
    nung hatte. Er hatte am Sendelimiter die falsche Preemphasis eingestellt.

    Der Eingangspegel der Telekomleitung wird
    ganz unterschiedlich gehandhabt. Früher
    war der Übergabepegel meist +9dBu oder
    +15dBu. Heute werden meist Übergabepunkte
    mit +6dBu (Studionormpegel) installiert.
    Meist steht an dem Kasten, in dem der Über-
    gabepunkt ist, irgendwo ein kleiner Hin-
    weis auf den Pegel. Ansonsten kannst Du ja
    einfach mal nachmessen.

    Viel Spaß beim Basteln, Markus
     
  5. dampfradio

    dampfradio Benutzer

    Was Du brauchst ist ein aktives DE-emphasis-Filter mit 50ys, das Du an das Ende Deiner Klangaufbereitung hängst (also als letztes Glied in der Kette)
    Der genormte Aufbau ist u.a. nachzulesen in verschiedenen Schriften des IRT.
    Das 50ys-De-Emphasis beginnt mit einer spezifischen absenkenden Flanke ab ca. 3,1 kHz. Ich habe hier ein perfekt arbeitendes De-emphasis, das nach einer (extrahierten) Original-Schaltung aus einem Rohde & Schwarz Sendereingangsgestell gebaut wurde.
    Arbeitet klasse. Leider kannste dafür woanders kaum Schaltungen finden. Habe auch ewig gesucht bis ich fündig wurde.
     
  6. ontheair

    ontheair Benutzer

    @ all:

    danke für die info! hat sich aber mittlerweile erledigt, weil ich mir ein gerätchen gekauft habe, was diese funktion hat.

    danke!
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen