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Servus TV wird eingestellt

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von radiobino, 03. Mai 2016.

  1. radiobino

    radiobino Benutzer

  2. freiwild

    freiwild Benutzer

    Ich finde es auch schade. Vieles, was auf Servus TV lief bzw. noch läuft, ist öffentlich-rechtlicher als vieles, was im eigentlichen öffentlich-rechtlichen Fernsehen läuft. Noch mehr, wenn man das ORF-Fernsehen als Referenzrahmen danebenstellt.

    Aus meiner Sicht hat der Sender am stärksten darn gekrankt, dass er sich nicht entscheiden könnte, ob er nun ein Regionalsender für West-Österreich oder ein Kulturprogramm für den gesamten deutschsprachigen Raum sein wollte. Nun ist er künftig weder mehr das eine noch das andere.

    Die Umstände der Schließung sind übrigens nicht so eindeutig. So hat man noch vor kurzem dicke in Sportrechte für die nächsten Jahre investiert. Angeblich hat eine Initative zur Gründung eines Betriebsrates (von der gar nicht sicher war, dass sie überhaupt die Unterstützung der Belegschaft gewinnt), den Mäzen so stark verärgert, dass er nun alles über den Haufen schmeißt. Denn die wirtschaftliche Lage dürfte ja konstant gewesen sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 03. Mai 2016
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  3. Super_collider

    Super_collider Benutzer

    Das erinnert an das vergleichsweise winzige Medienimperium, das sich Techisat bis Oktober 2008 gegönnt hat, mit einem zeitweilig stattlichen Radiobouquet und TechniTipp-TV, wo immerhin auch mal Jean Pütz wieder auf Sendung war. Gerüchteweise ist Peter Lepper auch wegen irgendeiner Lappalie ausgeflippt.
     
  4. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Na, jetzt bin ich aber mal gespannt, was den Sender so "öffentlich-rechtlicher" gemacht haben soll, als den ÖR.

    Naja, weiterführende Infos dazu findest Du z.B. hier.

    Man sollte eines bei der Betriebsratsdiskussion nicht vergessen: Der Sender war eine Einrichtung des knallhart auf Gewinn ausgelegten Unternehmens "Red Bull", das dafür bekannt ist alles, das keinen Gewinn einfährt oder wo sich Widerstände zu regen beginnen, schnellstmöglich zu beenden.
     
  5. ricochet

    ricochet Benutzer

    Falsch. Mateschitz hat das Projekt sieben Jahre ohne Gewinnabsicht als reines Steckenpferd durchgezogen. Sonst hätte er zur Primetime wohl kaum Volkskultur- und Naturdokus über den Sender gehen lassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 03. Mai 2016
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  6. freiwild

    freiwild Benutzer

    Eben nicht. Sonst hätte er wohl kaum Servus TV sieben Jahre lang durchgefüttert, mit einem jährlichen Zuschuss in der Größenordnung von 100 Mio. €. Auch bei den Fußballvereinen hat er wesentlich mehr reingesteckt, als er rausbekommen hat.

    OK, vergleichen wird halt mal:

    ORF 1 heute:
    das komplette Tagesprogramm mit US-Sitcoms aufgefüllt, mit kurzen Info-Sprenzeln dazwischen, am Abend UEFA Champions League.

    ORF 2 heute:
    im Tagesprogramm außerhalb der Nachrichten: österreichische Sitcoms, deutsche Telenovelas, Kochshows, Talkshows. Am Abend tatsächlich: Naturdokus, Politik, Religion, wobei der Dienstag der öffentlich-rechtlichste Wochentag im ORF-2-Programm ist. Sonst laufen da auch die von ARD&ZDF bekannten Krimis und Heimatfilme.

    Servus TV heute:
    im Tagesprogramm: Dokumentatione über Rom, Philippinen, Schottland, preußische Parks in Berlin & Potsdam, "Kulturlandschaften Europas", "Naturparadies Afrika", zwei ältere Serien; am Abend zwei europäische Filmdramen.
     
    92_4 Mhz, Heinzgen und Tweety gefällt das.
  7. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Würde ich präzisieren auf: Qualität und werbefinanziert passt wohl nicht zusammen.
     
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  8. freiwild

    freiwild Benutzer

    In der Währung "Facebook-Likes" schlug sich Servus TV übrigens nicht schlecht: 180.000 Fans, damit mehr als etwas Das Erste der ZDF-Neo, und mehr als dreimal so viele wie der ORF. Spitzenreiter ist ProSieben mit zehnmal so vielen Fans, vor arte auf Platz 2.
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
  9. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Heute dasselbe, abgesehen vom Fußball. Dafür Vormittags bereits ein Spielfilm und Abends ein anderer.

    Auch heute in dem Stil, dafür konnte ich lediglich zwei "deutsche Telenovelas" entdecken. Um genau zu sein: "Sturm der Liebe" und "Julia - Wege in's Glück", nebst regelmäßiger Nachrichten- Politik und sonstiger Informationssendungen über den Tag verteilt.

    Und ein Sender mit einer MoSho und "Nachrichten" von 8 Minuten Dauer um 18 Uhr, machen einen Sender öffentlich-rechtlicher als den ÖR? Von den Soaps wie u.a. "McLeods Töchter", "Der Doktor und das liebe Vieh" mal ganz abgesehen. Oh, nur zu Deiner Info: Viele der Dokus stammen aus den eigenen Produktionen. Auch hier wurde schon des öfteren bemängelt, dass sehr oft die Doku selbst als Werbeplattform genutzt würde. Und ja, das schien auch zu nutzen.
    Auch die SZ schrieb vor einigen Jahren schon mal was dazu.

    Darauf einen Link zu einem anderen Beitrag.
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
  10. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Was lief/läuft auf ORF III? Erstaunlich das man den bei der Betrachtung der österreichischen ÖR immer vergißt. ...


    Und ansonsten mal ketzerisch formuliert: Der Aufstieg von RB Leipzig in die Bundesliga kostet halt Geld. Dafür muß eben was anderes geopfert werden...
     
  11. freiwild

    freiwild Benutzer

    ORF 3 wird im wesentlichen auf dem ORF-Archivkeller bestritten. Und der Sender ist erst zwei Jahre nach dem Sendestart von Servus TV gegründet worden - ich spekuliere mal, dass die Existenz von Servus TV bzw. der direkte Vergleich mit den ORF-Hauptprogrammen dabei nicht völlig unerheblich war.

    Den Zusammenhang mit RB Leipzig sehe ich nicht. Beide Investments laufen schon seit Jahren.

    Dass auf ORF 2 mehr Nachrichten laufen als auf Servus TV - geschenkt. Es laufen ja auf den übrigen ORF-Programmen sonst praktisch keine, von den kurzen Infohäppchen auf ORF eins abgesehen.

    Wo oder wie die von mir zitierten Dokus als Werbeplattform für Red Bull genutzt worden sein sollen, bleibt mir allerdings schleierhaft.
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
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  12. Tweety

    Tweety Benutzer

    Ich finde es auch sehr schade um den Sender. STV hat gezeigt, dass man auch ein inhaltlich ansprechendes Programm jenseits des sonst üblichen privaten Trash-TV oder von dümmlichen US-Sitcoms veranstalten kann. Ausserdem war das HD-Bild bei STV Referenz und das auch noch unverschlüsselt. Bei mir war bzw. ist der Sender ziemlich weit vorne in der der Programmliste abgespeichert. Gleich hinter 3sat und Arte. Es gab eigentlich immer was interessantes zu sehen. Ich sehe das schon als einen herben Verlust für die mitteleuropäische Medienlandschaft. Na ja, zumindest passt ja jetzt der Name zum baldigen Sendeschluss. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
  13. matsche

    matsche Gesperrter Benutzer

    Ich vermute, dass es schon lange Zeit brodelte.
    Leider haben viele Arbeitnehmer nicht kapiert, dass ein Firmen-Chef nicht einer Orange gleicht, die man nach belieben auspressen kann. Irgendwann reicht es eben diesem Chef auch. Das Ausrufen eines Betriebsrates signalisiert nur, dass man sich nicht mehr als Familie versteht, sondern gegen den Chef arbeitet. Dieser hat nun die Bremse gezogen.
    Schade um den ersten Privatsender im deutschsprachigen Raum, den man wirklich ertragen konnte.
    Als ich die Meldung meinen Arbeitskollegen überbrachte, waren viele unwirsch, einer sagte sogar,
    ich würde "Lügen" verbreiten.
    SERVUS ist ein TV-Sender mit gutem Image, was heute gar nicht mal so einfach ist.

    Seltsam, dass das geplante Abschalten eines Fernsehsenders mehr Wellen schlägt als das Verfälschen von
    Einschaltquoten. Wo ist wohl mehr Schaden entstanden ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
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  14. Andreas W

    Andreas W Benutzer

    Diese armen armen Chefs immer. Und diese ungezogenen Arbeitnehmer, wollen die doch glatt einen Betriebsrat gründen... Wie kann man nur so herzlos seinem Chef gegenüber sein...
    Sicher alles linke Bazillen...

    Edit: Ich vergaß, da war sicherlich wieder eine zweite Meta-Ebene in deinem Beitrag, anders kann ich mir das nicht erklären. Also wieder einmal Satire, wie zuletzt schon. Alles klar, passt!
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
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  15. matsche

    matsche Gesperrter Benutzer

    Gegenfrage : Wer zahlt denn den Lohn am Monatsende ?
    a ) der Chef
    b ) Elisabeth Müller in der Hartlgasse 16
    c ) die Besucher des letzten Frühlingsfestes
    ????
    Mal nachdenken, wer die Kohle gibt, damit man selbst am Monatsende Öl, Gas, Interdoof oder Strom zahlen kann.

    Sicherlich : -es gibt Chefs, die auf Sparflamme geschaltet haben. Allerdings sahen die Moderatoren des besagten TV-Senders nicht unterernährt aus. Einfach mal die Fronten wechseln, selbst Chef sein.
    Dann nochmal melden mit " ach , die armen Chefs ". Ich kenne solche und solche.

    Warum DU nicht Chef ???
    Für mich ist das Thema beendet, sowieso nur eine Satire. Was als Solche auch deklariert wird.
    :)
     
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  16. Andreas W

    Andreas W Benutzer

    Gegenfrage: Wer erledigt die ganze Drecksarbeit für den Chef?
    a) die MItarbeiter
    b) Jesus
    c) H2O
    ???
    Mal nachdenken, wer die Arbeit macht, damit der Chef am Monatsende überhaupt Geld zu verteilen hat.

    Es braucht beides, einen guten Chef, und gute Mitarbeiter. Im Optimalfall ist das ganze dann auch ein familiärer Betrieb, der ohne Betriebsrat auskommt, weil es für beide Seiten so läuft, dass sie zufrieden sind und man alles klären kann.

    Und ja, es gibt solche und solche, und es gilt immer die Unschuldsvermutung. Gegenüber dem Chef, aber auch gegenüber den Mitarbeitern. Mateschitz ist so ganz nebenbei Chef eines Weltkonzerns, der ordentlich Kohle abwirft. Da ist mir die Vorstellung eines familiären Flauschibetriebs bei Servus TV fast ein wenig fremd, aber ich lasse mich gern eines besseren belehren...
     
  17. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    d) die Aluhüte
    e) die Chemtrails
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
  18. matsche

    matsche Gesperrter Benutzer

    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
  19. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

  20. ricochet

    ricochet Benutzer

    Angeblich haben Gewerkschaft und Arbeiterkammer (eine österreichische Arbeiter- und Angestellten-Lobby-Organisation sowie Servicestelle mit halbstaatlicher Funktion, im Proporzystem sozusagen das sozialdemokratische Gegenstück zur konservativ-rechtsliberalen Wirtschaftskammer) ein paar unwichtige Randfiguren im Unternehmen dazu angestachelt mit großem Getöse einen Betriebsrat zu initiieren, um den bösen Oberkapitalisten Mateschitz zu ärgern. Das Ansinnen hätte sowieso nie eine Mehrheit gefunden, jedenfalls ging der Schuss kräftig nach hinten los. Der milliardenschwere Brausehersteller soll im Übrigen ein Idealist sein und ein großes Herz für treue Mitarbeiter haben...
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
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  21. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Hier die genauere Meldung (von DWDL).
     
  22. freiwild

    freiwild Benutzer

  23. Andreas W

    Andreas W Benutzer

    Sehr seltsam, das ganze. Wäre ja echt interessant, was da nun hinter den Kulissen wirklich los war.
    Idealist muss er fast sein, wenn er ein Programm wie Servus TV betreibt, das offenbar nichts abwirft. Da kann man ihm sicher keinen Vorwurf machen. Da hätte die erste Begründung, dass das Programm nicht rentabel ist, eh locker ausgereicht. Aber so?

    Der Standard schreibt z.B. zur Kehrtwende:
    http://derstandard.at/2000036324395/Servus-TV-bleibt-bestehen-Kuendigungen-zurueckgenommen
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
  24. NeoWS

    NeoWS Benutzer

    Ein toller Idealist ist dieser Red-Bull-Heini, wenn er schon bei dem Gedanken seiner Mitarbeiter daran, bestehende Arbeitnehmerschutzgesetze zu nutzen, den ganzen Laden sofort dichtmachen und alle rausschmeißen will. Für mich verhält sich so ein pathologischer Narzisst.

    Was passiert, wenn sich solche Typen zu lange ungestraft austoben dürfen, sieht man gerade bei den Vorwahlen der Republikaner in den USA: Scheinbar sind es viele Arbeiter inzwischen einfach gewohnt, dass in ihrem Leben Gestörte das Sagen haben. Warum dann nicht auch einen solchen zum Präsidenten wählen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 04. Mai 2016
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  25. ricochet

    ricochet Benutzer

    Man sollte nicht vergessen dass Mate schon hunderte Millionen in seinem Medienimperium versenkt hat ohne je auch nur einen Euro wiedergesehen zu haben. Als ihm dann auch noch die Gewerkschaft auf die Pelle rückte hat er vielleicht wirklich rot gesehen. Vielleicht hat er den großen Medienaufschrei ja auch einkalkuliert, finanziellen Nutzen bringt ihm die Fortführung des Senders bestimmt keinen.

    So gesehen ist die ganze Veranstaltung nichts anderes als modernes Mäzenatentum für Film- und Fernsehschaffende.
     
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