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Sicherung der Archivbestände bei Deutsche Grammophon-Gesellschaft?

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von anton88, 03. Dezember 2014.

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  1. anton88

    anton88 Benutzer

    Weiß hier evtl. jemand, wie die Deutsche Grammophon Gesellschaft ihre riesigen Bandbestände für die Zukunft sichert (Backup oder ähnliches)?
     
  2. DelToro

    DelToro Benutzer

    Die Deutsche Grammophon gehört zur Universal Music Group. Die sichert die Bestände und Archive aller ihrer Labels bei Arvato Bertelsmann, physische wie digitale. Die digitale Speicherlösung hatte vor ein paar Jahren eine Kapazität von ca. 1,5 Petabyte (also 1,5 Millionen Gigabyte), wird aber vermutlich inzwischen erhöht worden sein. Universal selbst hatte übrigens um 2004 herum zunächst selbst begonnen, ihr Archiv in Eigenregie zu digitalisieren, da ging es um sagenhafte 20 TB. ;) Arvato kann kurzfristig mehrere 100 Petabyte Speicherplatz zur Verfügung stellen.

    Für die Digitalisierung der Tonbänder gibt es inzwischen hervorragende Automatiklösungen inklusive Qualitätskontrolle, z.B. das CUBE-System, mit dem mehrere Öffis (BR, SR, SWR) seit Jahren arbeiten. Die Systeme schaffen ca. 10.000 Bandaufnahmen/Monat; soviel hat man in der Zeit davor ungefähr pro Jahr geschafft. Jede Datei wird dabei 3fach gesichert: 2x Nearline, 1x Offline, an unterschiedlichen Standorten.
     
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  3. fotoralf

    fotoralf Gesperrter Benutzer

    Vorgestern lief in den Nachrichten der RTBF ein Bericht über die Digitalisierung der dortigen Archive, einschl. Verschlagwortung usw. Dort macht das eine Firma in Lüttich, die als Behindertenwerkstatt arbeitet. Ist ja mal eine Idee...
     
  4. anton88

    anton88 Benutzer

    Wie geht denn das Deutsche Musikarchiv in Leipzig momentan vor? Es gab dort ja massive Probleme mit nicht mehr lesbaren CD's.
     
  5. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Hallo!

    Immer wenn das Wort "Archiv", egal in welcher Form, hier im Forum genannt wird, werde ich wach.


    Ich frage lieber nochmal nach:

    @DelToro: Die DGG vertraut ihr gesamtes Kapital (das Archiv!) einer "privaten Fremdfirma" an? Nie und nimmer! Das kann ich einfach nicht glauben, denn das ist Selbstmord.
     
  6. count down

    count down Benutzer

    Zwerg, Du kannst Dich gaaaaanz entspannt beruhigen, da die Aufnahmen des Archives der DGG kein Selbstmord begehen, sondern schon längst verstorben sind. Und weil sie nie wieder nachgefragt werden werden.
     
  7. StefanZinke

    StefanZinke Benutzer

    So ein Angebot gibt es auch für Privatpersonen: Eine Behinderteneinrichtung der Arbeiterwohlfahrt in unserem Landkreis digitalisiert Negative, Positive, Schallplatten ...

    Interessant ist auch das A.D.A.M.-System der WDR-Mediagroup, das Privatpersonen aber nicht zugänglich sein dürfte - jedenfalls, wenn es nur um 30 Musikkasseten geht:

    http://www.wdr-mediagroup.com/geschaeftsfelder/a-h/a-d-a-m/
     
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  8. count down

    count down Benutzer

    Aber beeindruckend.

     
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  9. DelToro

    DelToro Benutzer

    Dabei fällt mir auf, dass sich in meinem 1. Beitrag ein Fehler eingeschlichen hat. Der Satz "Jede Datei wird dabei 3fach gesichert: 2x Nearline, 1x Offline, an unterschiedlichen Standorten." gehört ans Ende des 1. Absatzes (Arvato) und hat nichts mit CUBE zu tun.

    Anfangs hat die Universal ja versucht, selbst eine dauerhafte Sicherung auf die Beine zu stellen. An das genaue Verfahren kann ich mich leider nicht mehr erinnern, aber es gab dazu einen sehr ausführlichen Artikel (entweder im "Production Partner" oder in der "Audio Professional", habe meine Ausgaben inzwischen längst entsorgt), inklusive umfangreicher Interviews und Ablaufdiagramme. Müsste zeitlich so im Bereich um 2004 gewesen sein.

    Wenn jede Datei an 3 unterschiedlichen Standorten gesichert ist, finde ich das schon ganz zukunftssicher. Gehe auch davon aus, dass regelmäßig umkopiert wird. Da gibt es ganz andere Firmen bzw. Label (deren Namen ich hier nicht nenne), die ganze Stapel Mastertonbänder ganz entspannt im Keller verschimmeln lassen.
     
  10. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Mal abgesehen davon, daß dieser Thread mittlerweile auf der ersten Seite erscheint, wenn man bei Google "cube swr br" eingibt, gibt es irgendwo nähere Infos zu diesem "CUBE"?

    BTW: Wenn man sich nicht laufend damit beschäftigt... Ich wußte nicht, daß die WPEG 2009 zur WDR-Mediagroup fusioniert wurde.
     
  11. DelToro

    DelToro Benutzer

    Schau mal hier. Dort ist der AudioCube beschrieben, also die Hardware, auf der das ziemlich umfangreiche Quadriga-System läuft.
    Wenn du dann links auf "Funktionen" klickst, siehst du alle Module, die dir daheim zur Archivsicherung noch fehlen. ;)
     
  12. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Aha, cube-tec. Danke! Quadriga-System - davon habe ich vor vielen Jahren (könnte gut 10 Jahre her sein) auch mal was gelesen.

    Wegen der Module die mir daheim noch fehlen: Ö3 macht gerade "Christmas-Shopping". Ich schick die Rechnung einfach hin... ;)
     
  13. count down

    count down Benutzer

    Ich kann mich noch an Zeiten aufkommender Digitalisierung erinnern, wo gesagt wurde: Ach was, Tonbänder muss man nicht digitalisieren, allenfalls bei einzelnem Bedarf. Man habe außerdem weder Personal, Apparturen, noch Festplattenkapazitäten, um in größerem Stil zu digitalisieren. Erfreulich zu hören, dass Speicherplatz kein Thema mehr ist und sogar Roboter eingesetzt werden, die mit dem Volumen des Archivbestandes klarkommen. Das gilt im Vergleich zu Audio in weit größerem Maße für Bewegtbild.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Dezember 2014
  14. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Das ganze Thema ist hochbrisant, wurde hier im Forum schon oft angesprochen, und wird uns auch noch weiter beschäftigen. Wie schon 1999 in einer c't ("Der digitale Sender") geschrieben seht, hatte der BR schon damals massive Lesefehler bei digitalen Videokassetten festgestellt. Besser wird die Lage keinesfalls.



    BTW: Mitte 2015 feiert meine erste "selbstgebrannte" CD-R ihren 20. Brenntag. Die Titel hatte ich ab 1991 volldigital von CD auf DAT aufgenommen und dann in den Rechner gespielt (natürlich ohne SCMS - Danke creamw@re) und das ganze "Projekt" dann 1:1 über SPDIF auf einen MARANTZ CDR-1 ausgespielt. Schneller ging es damals fast nicht. Ein einziger CD-R Rohling kostete damals 25 DM (oder waren es 50?). Vor ein paar Jahren lief diese CD-R noch völlig problemlos durch...


    Wie lange halten selbstgebrannte DVD's? Ein paar Monate/Jahre? Vergesst es... CD-R mag ja noch gehen, denn die CD-Rs von 2000 - damals natürlich schon mit höherer Geschwindigkeit gebrannt - laufen auch noch. Ich habe seit Jahren nix mehr gebrannt. Ich habe hier noch angebrochene "Spindeln" mit Rohlingen stehen. Ich weiß gar nicht, ob die noch "gut" sind. ;)


    Vintage:
    http://www.hifiengine.com/manual_library/marantz/cdr-1.shtml
     

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