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Stellt Euch mal vor, MA und Werbekombis gäbe es nicht...

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von JunkFM, 23. Januar 2003.

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  1. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    ... und jeder müsste hausgemachte Werbe Acquisition machen. Die Produktion könnte ja vielleicht irgendwie dennoch zentral laufen, das ist jetzt hier nicht wichtig.

    Um was es mir geht: Dass Radio in vieler Augen verkommen ist, ist nur durch Zusammenschlüsse und die ganzen Statistiken entstanden.

    Am Anfang eindeutig ein großer wirtschaftlicher Vorteil, aber auf Dauer?

    Die Sender richten ihr gesamtes Programm nur darauf hinaus, dass die MA gut ausläuft, weil dann - nach Auffassung - mehr Werbung verbucht wird, und damit mehr Geld gemacht wird.
    Jedoch ist die MA nicht realistisch, und die Auffassung, dass die MA alleine über Einnahmen entscheidet ist auch schon längst nicht mehr berechtigt.

    Der Werbekunde will wissen, dass der Sender die Hörer hat, die auch seine Kunden sind und sein können. Da langen keine Zahlen mit Altersgruppen etc. aus.

    Und ausserdem wissen die Werbekunden längst, dass die MA-Zahlen nichts mehr bedeuten...
     
  2. LuLu

    LuLu Benutzer

    Es war die Werbewirtschaft, die die MA gefordert hat. Die MA war/ist keine Idee der Radiomacher.
     
  3. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    Klar, aber darum geht's doch gar nicht. Es geht nicht um die Frage "wer ist Schuld?".
    Es geht darum, dass das vielleicht mal gut war, aber heutzutage ad absurdum geführt wurde. Verarscht wird Hörer und Werbekunde, und beide merken es so langsam. Achja, und die Moderatoren etc. wurden ja auch größtenteils verarscht.
    Tolle Gesellschaft...
     
  4. Pirni

    Pirni Benutzer

    >>. Die MA war/ist keine Idee der Radiomacher.<<

    Drum stimmt sie ja auch nicht !
     
  5. freakfreak

    freakfreak Benutzer

    Ich glaube auch nicht an die MA und habe das auch noch nie getan! Mich haben insbesondere schon immer die gesteigerten Aktivitäten aller Sender rund um die MA genervt... Wärend der MA gibts tolle Spiele, motvierte Moderatoren, Urlaubsxsperren usw.
    Nur wie soll man sonst feststellen wieviele Hörer man hat? Für die Werbekunden ist dies der einzig wirklich interessante Punkt...

    MfG
     
  6. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    Warum fragt der Werbekunde nicht einfach seine Kunden, ob sie den Spot im Radio gehört haben (und auch nicht nur, welchen Sender sie hören...)?

    Weil sie es wahrscheinlich nicht wissen werden...

    Aber auch die automatische (technische) Erfassung, wann wo welches Radio wie lange eingeschaltet war, sagt ja nichts darüber aus, ob auch zugehört wurde.

    Das ist wirklich mal eine interessante Frage! Wie findet man eigentlich tatsächlich heraus, wieviele zuhören? Gibt es Psychologen hier?

    Allerdings, selbst wenn es eine Möglichkeit dazu gäbe, gäbe es sicherlich auch eine Möglichkeit der Manipulation. Ein Teufelskreis...

    Die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren, aber mit der Wahrheit werden ja auch keine Geschäfte gemacht. Nur mit Lügen...

    Wie funktioniert das eigentlich nochmal beim Fernsehen? Wird da technisch gemessen oder befragt? Oder vielleicht beides?
    Vielleicht sollte man beim Radio ein ähnliches System einführen.
     
  7. Sachsenradio2

    Sachsenradio2 Benutzer

    Also, auch wenn ich das hier alle 3 Monate zum Besten gebe:
    Im TV werden repräsentativ ca. 1000 Leute ausgewählt in unterschdl. regionen, unterschdl. soziale Schichten usw. Denen wird von der GfG ein Gerät installiert, an dem sie registrieren müssen, wieviele Leute vor dem TV sitzen, wann sie vorm TV sitzen usw. Und das Gerät registriert, welcher Sender grad eingeschaltet ist. Das ist aber beim Radio nicth möglich, weil es soo viele Radios in einem Haushalt gibt: Im Schlafzimmer, Küche, Bad, Wohnzimmer, Auto, auf Arbeit usw.
    Deswegen die MA.
    In der Schweiz laufen Tests mit ner Art Mikro. 2 Wochen lang bekommen Probanden eine Art Mikro, das die geräusche aufzeichnet. Somit auch, welches Programm gehört wird und an welchen Stellen das Radio ausgeschaltet/ umgeschaltet wird. Diese Methode kann das Zuhörverhalten am besten bestimmen, ist aber in Deutschland siche rnicht umsetzbar, weil Datenschutz usw.
    Wie die Methode heißt, weiß ich grad nicht.
     
  8. Pirni

    Pirni Benutzer

    Hallo Sachsenradio!

    Die Methode in der Schweiz heißt "Radiowatch".
    Zumindest mißt sie, welcher Sender wirklich hörbar eingeschaltet ist seit Einführung dieser Methode haben sich die MA-Kurven geeändert.
     
  9. Pirni

    Pirni Benutzer

    oder der "Rückmelde-Test":

    Eine Firma hat das mal für sich gemacht. Sie hat Werbespots in verschiedenen Radios geschaltet und bei jedem der Spots ein anderes Losungswort in den Spot eingebaut. Mit dem "Losungswort" erhielten die Kunden einen Preis im Geschäft.
    Die Verkäufer im Geschäft mußten Strichlisten machen, welches "Radio - Identifikations - Losungswort" am häufigsten genannt wurde.
    Es war dann der Lokalsender, der in der MA aber am schlechtesten dastand.
     
  10. exhörer

    exhörer Benutzer

    Der Rückmelde-Test wird doch bei Zeitschriften oft angewendet. Man muß sich nur mal die ganzen Cupons, Gutscheine usw. ansehen. Fast überall steht klein vermerkt ein Code, der auf die Zeitschrift und die Ausgabe schließen läßt.

    Offenbar verläßt man sich auch hier nicht auf die IVW-Zahlen, die genau wie die MA-Zahlen nichts über die tatsächliche Nutzung des konsumierten (=gekauften bzw. eingeschalteten) Produkts aussagen.

    Schade, daß die RadioWatch bei uns nicht eingesetzt wird. Ein Vergleich der Zahlen der RW mit denen der MA wäre sicher ziemlich aufschlußreich. Was genau spricht denn dagegen? Das Stichwort "Datenschutz" wurde schon genannt, kann jemand Details darüber bringen?
     
  11. Theo

    Theo Benutzer

    Hallo Exhörer.

    Zum Thema Radiowatch.
    Das Hauptproblem ist natürlich die Akzeptanz dieser Dinger: "Was, ich soll mir eine Uhr umbinden, die mit einem Mikro den Radiosender aufzeichnet? Seid Ihr wahnsinnig?? Was zeichnet das Ding denn sonst noch so auf??"

    Logischweise zeichnet diese Uhr nicht die Geräusche im eigentlichen Sinn auf, sondern die Frequenz. Sonst müßte ja nachher jemand die Aufzeichnungen anhören und anhand der Jingles den Sender bestimmen.... <img border="0" title="" alt="[Ha!]" src="tongue.gif" />

    Trotzdem ist es natürlich schwierig, so eine "Mikro-Uhr" populär zu machen. Es gibt ein Land in Europa (Holland/Dänemark...bin mir nicht sicher) da wird mit Hilfe einer elektronischen Fußfessel kontrolliert, ob Straftäter, denen man Hausarrest erteilt hat, auch wirklich zu Hause bleiben. Ein Sender gibt ständig Auskunft über den Aufenthaltsort der "Bösewichte". Und so etwas ist der Akzeptanz dieser Uhren auch nicht zuträglich. "Wer sagt denn, dass diese Uhren WIRKLICH nur die Frequenz messen? Erfährt dann das Finanzamt, wenn ich nach Luxemburg fahre, oder was?" Der gläserne Mensch, Überwachungsstaat - all das spielt bei Diskussionen um die Radiowatch immer wieder eine Rolle.

    Zusätzlich kommt noch der modische/praktische Aspekt. Wer läßt sich schon gerne vorschreiben, was er am Handgelenk trägt?

    Und dann gibt es noch ein weiteres Problem. Was ist, wenn ich die Uhr mal ablegen will? Zum duschen oder Geschirr spülen. Funktioniert sie dann immer noch? Ich kann ja wunderbar beim spülen oder kochen Radio hören, teilweise wesentlich konzentrierter als sonst. Trotzdem will ich dieses Ding nicht am Körper tragen. Also nehm ich es ab. Das geht aber nicht, denn dann taucht ein neues Problem auf: Wenn die Uhr auch ohne getragen zu werden funktioniert (also ohne Körperwärme), dann kann sie ja auch auf dem Küchentisch neben dem Radio liegen (und "Radio hören") während ich gar nicht zu Hause bin.... <img border="0" title="" alt="[Durcheinander]" src="confused.gif" />

    Soviel zur Radiowatch. Guter Ansatz, aber auch nicht das perfekte Messgerät.

    Es ist ohnehin nicht möglich, "Radio hören" im Sinne von "ZUHÖREN" wirklich zu messen. Man fährt zu viert im Auto, kommt aus dem Urlaub oder von einem Konzert. Das Radio läuft. Der Moderator erzählt irgendwas, aber im Auto wird laut gesprochen, gelacht und, und, und. Selbst eine Radiowatch würde hier "lügen", denn sie würde behaupten, hier hätte jemand "Radio gehört". Stimmt ja nicht.

    Beim Fernsehen ist es zwar einfacher möglich, das Sehverhalten zu messen, aber ich denke, auch hier sind die Ergebnisse nicht wirklich "korrekt". Beispiel 1: Australian Open, Halbfinale Schüttler gegen Roddick, Freitag Morgen ab 9.30 Uhr. Der Fernseher läuft, ich habe mich auch schön bei meinem "Zählgerät" angemeldet, sitze aber am Computer und "höre" nebenbei mit. (Denn, wer kann schon an einem Freitag Vormittag ein evtl. 4 Stunden langes Match schauen?)
    Der Reporter sagt: "2 Breakbälle Schüttler" - schwups, ich renne zum Fernseher. Sollten zwischendurch Werbespots laufen (diesmal natürlich nicht, weil ARD), kriege ich die nicht mit. Laut GfK-Zählgerät, saß ich aber die ganze Zeit brav vor der Kiste und habe geguckt.

    Beispiel 2: Es läuft "DSDS". Das Telefon klingelt. Ich mache den Fernseher leiser und telefoniere 2 Stunden mit meiner Tante aus Amerika. Ausser mir ist niemand im Raum, der mich von meinem Zählgerät abmelden könnte. Ich habs vergessen und sitze mittlerweile in der Küche und telefoniere. Und ICH zähle in dem Fall für ne ganze Menge Zuschauer!

    DIE Methode der Hör-/Seherfassung gibt es einfach nicht, denn selbst wenn mein Gerät direkt an die Programmverantwortlichen, die Werbeindustrie und an Dieter Bohlen melden würde, dass Programm XY eingeschaltet ist, so würde es doch nichts über den Grad meiner Aufmerksamkeit melden können. Und das hat nocht nicht mal was mit der Qualität des Programms zu tun. Sicherlich ist es beim Hörfunk einfacher, im Hintergrund Musik dudeln zu lassen, ohne hinzuhören. Aber es gibt auch Menschen, die Wortprogramme im Hintergrund laufen lassen und nebenbei lesen - nur, damit jemand spricht und sie nicht so allein sind.

    Die aktuelle MA ist daher natürlich nur bedingt aussagekräftig, da sie nicht misst (messen kann!), was die Menschen hören, sondern WAS SIE GLAUBEN gehört zu haben. Und beim GLAUBEN und sich ERINNERN "helfen" ihnen die Sender durch Großflächen, Citylights, Stories in der Zeitung und tolle Gewinnspiele....Und SELBST wenn jemand sagt: "Bei mir läuft den ganzen Tag im Büro XY", und das stimmt auch noch, so heißt das nicht, dass er auch den ganzen Tag WIRKLICH Sender XY zuhört - dann würde er wohl ziemlich bald nicht mehr in diesem Büro sitzen!

    Schwierig, schwierig! <img border="0" title="" alt="[Winken]" src="wink.gif" />

    Schönen Tag Euch allen - und wenn mal jemand fragen sollte, welches Posting Ihr gestern gelesen habt, immer schön antworten: Das von Theo! <img border="0" title="" alt="[Breites Grinsen]" src="biggrin.gif" />
     
  12. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    aber egal ob Telefonabfrage, Straßenbefragung oder Uhr (die ich auch für bedenklich halte):
    im Grunde können wir doch alle mal zusammen laut sagen: Puuuuh, wie schön, daß nur zweimal im Jahr ne MA gibt!!!
    So, und jetzt alle: 1, 2, 3!
     
  13. Theo

    Theo Benutzer

    1, 2, 3 Puuuuh!

    @steinberg

    Aus verschiedenen Gründen ist das gut. Im Moment werden Claims, Jingles, Logos, Sendungen und Moderatoreneinsätze wenigstens nur zweimal im Jahr komplett über den Haufen geworfen. <img border="0" title="" alt="[Winken]" src="wink.gif" /> Aber wenn man Mittwoch Früh die Zahlen von Dienstag hätte....

    Gruß in die Runde
    Theo
     
  14. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    eben, eben,
    und stellt euch vor ihr seid bei einem erfolgreichen Sender...
    Jeden Tag diese fieeese Sekttrinkerei...
    Puuuh, bitte nicht.......
     

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