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Tagesschau-App

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Mannis Fan, 27. September 2012.

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  1. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Das Landgericht Köln hat die Tagesschau-App verboten.
    Im Gefolge dieses Urteils taucht sofort die Frage auf: Warum wollen die Öffentlich-Rechtlichen auch noch ein digitales Angebot finanzieren. Hier der Spiegel-Online-Artikel dazu:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netz...ich-rechlicher-rundfunk-im-netz-a-858182.html

    Auszüge:

    [SIZE=3][FONT=Times New Roman] "[/FONT][/SIZE][FONT=Verdana][COLOR=black]Deshalb kommt man nicht umhin, über Inhalte zu reden, wenn man definieren will, was die öffentlich-rechtlichen Anstalten heute mit den 7,5 Milliarden Euro GEZ-Geldern finanzieren sollen. Und damit sind jetzt nicht nur Florian Silbereisen, Christine Neubauer und "In aller Freundschaft" gemeint, auch wenn man über die selbstverständlich dringend mal reden müsste. Dass den öffentlich-rechtlichen Sendern die jungen Zuschauer weglaufen, hat ja nicht nur mit dem Internet zu tun - sondern auch mit dem Programm."[/COLOR][/FONT]

    [FONT=Verdana][COLOR=black]"[FONT=Verdana][COLOR=black]Die öffentlich-rechtlichen Anstalten erhalten Milliarden Euro an Gebühren, um die "ganze Breite umfassender Information" zu bieten, wie es in einem der Rundfunkurteile des Verfassungsgerichts heißt. Da die Vielfalt an Meinungen und Informationen im Netz immens ist, muss man inhaltlich definieren, was der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Netz leisten soll, nicht über formale Kriterien wie Textmengen oder Verweildauern."[/COLOR][/FONT][/COLOR][/FONT]
     
  2. Keek

    Keek Benutzer

    Dieser ganze Streit um die Tagesschau-App ist wahnsinnig lächerlich, und die das vorgeschobene Argument, die gebührenfinanzierten Angebote würden den privatwirtschaftlichen die Geschäftsgrundlage entziehen, ist irreführend und idiotisch hoch 10. Man kann ARD und ZDF morgen abschalten, zumindest im Netz. Und dann wird man sehr schnell sehen, dass die Konkurrenzfähigkeit von kostenpflichtigen Apps (wenn überhaupt) nur über Qualität zu gewährleisten ist. Und selbst wenn ein Player verschwindet, die Konkurrenz durch kostenfreie (weil durch Werbung finanzierte) Angebote wird immer gewaltig sein.
     
  3. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Ohne Tagesschau-App geht die Welt sicher nicht unter und auch das digitale Informationsangebot in Vielfalt und Tiefe erleidet nicht wirklich einen substanziellen Verlust, weil es zahlreiche andere, mindestens gleichwertige Angebote gibt.
    Ich hätte gerne mal eine stichhaltige Begründung aus der Nutzer-Sicht (nicht aus der Anbieter-Sicht), warum es unbedingt Tagesschau-App geben muss (die ja letzlich der Gebührenzahler zusätzlich finanzieren muss).
     
  4. Keek

    Keek Benutzer

    Ach Mannis Fan,

    die Argumente sind doch klar und drehen sich im Kreis. Der Gebührenzahler kann erwarten, dass die Inhalte, welche er bezahlt, auf allen gängigen Verbreitungswegen, konsumierbar sind. Und die aufgeworfene Frage ist, ob dieser Anspruch höher zu bewerten ist als der von kommerziellen Anbietern, dass ihre Geschäftsmodelle durch medienpolitischen Entscheidungen geschützt werden.

    Dreht sich eh jeder, wie er es mag. Ist ja eine ideologische Frage.

    Ich halte unser ÖR-System für schützens- und erhaltenswert (bei aller berechtigter struktureller und inhaltlicher Kritik) und es gibt eben haufenweise Leute, die leidenschaftlich dagegen eifern. Aus meiner Sicht auch mit viel blindem Eifer.

    Und das Kostenargument ist nun wirklich das Lächerlichste überhaupt. Die Kosten der App sind nund sowas von überschaubar. Und als Gebührenzahler möchte ich vielmehr wissen, warum mir viel möglicher Content, zum Beispiel durch die wirklich sinnlose und skandalöse Depublizierung, ebenso wie eine mögliche Tagesschau-App, einfach vorenthalten wird, weil gewisse Lobbyisten hier eine "Lex Verlage" durchdrücken wollen.

    Das Geilste daran ist, dass das alles so idiotische Nebenkriegsschauplätze sind. Als wenn sich die ZUkunft der Verlage an der Tagesschau oder überhaupt am ÖR entscheidet.
     
    legasthenix gefällt das.
  5. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Ganz richtig! Begeben wir uns lieber mal auf den Hauptkriegsschauplatz und definieren mal "Grundversorgung" in Zeiten der multimedialen Omniversorgung.
     
    Makeitso gefällt das.
  6. Keek

    Keek Benutzer

    ach ja, bitte, aber ehrlich gesagt dreht sich das doch immer wieder im Kreis

    Grundversorgung wird ja von den Anti-ÖR-Apologeten gerne beschrien mit "die sollen halt das senden, was keiner einschaltet und alles, was populär ist, ist den Privaten überlassen". Sehe ich anders. Grundversorgung ist ein schwachsinniger und schammiger Begriff. Meiner Meinung nach gehört die Hochkultur ebenso dazu wie die Popkultur. Nur weil etwas massenattraktiv ist (und damit wirtschaftlich interessant) gehört es damit nicht automatisch den kommerziellen Anbietern. Ich möchte auch Unterhaltung nicht nur von den Privaten besetzt wissen. Ich frage allein mal, in welchem privaten Radiosender denn gute Unterhaltung geboten wird, die auch nur ansatzweise mit den ÖR mithalten kann. Dieser ganze unerträgliche kleinernilspanzermarieausparisekelkack. Es stimmt, im TV haben die Privaten besseres zu bieten.

    Aber ich weiß eh, wo es jetzt hier hinläuft. Jetzt werden wieder nur die Musikantenstadl genannt...nee, eigentlich hab ich dafür auch gar keine Zeit.

    Tschüß
     
  7. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    "Grundversorgung" ist die staatsvertragliche Begründung für die Existenz und Notwendigkeit eines gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das ist zu einer Zeit in Stein gemeiselt worden, als es in ganz Deutschland außer den Sendern der Besatzungsmächte keine lizenzierten Rundfunkanstalten gab und ein Vakuum der Informations- und Unterhaltungsleere gefüllt werden musste.
    Von einem solchen Vakuum kann heute ja nicht mehr die Rede sein, schon dies erforderte also dringendst eine Neujustierung.
    Was dann aber daraus geworden ist, das wissen wir: Mehr als ein Dutzend Länderanstalten mit jeweils mindestens drei, oft bis zu sechs Vollprogrammen im Radio sowie zwei Vollprogrammen im Fernsehen, dazu die zwei bundesweiten Sendeanstalten und ihre diversen Ableger, nunmehr auch die volle digitale Breitseite. Und das Ganze bei einem noch um ein Vielfaches aufgeblasenen Privatangebot (über dessen Qualität man in der Tat streiten kann). Aber ist dieser heutige Ist-Zustand wirklich die richtige und von den Gründern des öffentlich-rechtlichen Systems einst gewünschte Entwicklung?
    Wäre weniger nicht mehr? Müssen die Öffentlich-Rechtlichen wirklich auf jeder Hochzeit tanzen? Ich selbst halte sie für unverzichtbar, aber ich sehe, dass sie sich beliebig machen. Würden Sie sich auf einen genau definierten Kern der Grundversorgung reduzieren, - ja, auch mit Shows, mit Fußball, mit Unterhaltung und mit Soaps und Gewinnspielen (aber nicht in dutzendfacher Ausfertigung), dann hätte die Gesellschaft meines Erachtens mehr davon, die Kosten könnten rapide gesenkt werden und ich wüsste wieder, dass ich nur auf einen bestimmten Knopf der Fernbedingung drücken muss, um bei Radio und Fernsehen zuverlässig Niveau und Qualität zu erhalten.

    Wenn Du nicht darüber diskutieren willst, weil Du eh weißt "worauf das wieder hinausläuft", kannst Du Dir auch die Kommentare sparen. Ich glaube aber, dass die Diskussion sich lohnen würde.
     
    TiBel gefällt das.
  8. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Davon kann sehr wohl eine Rede sein! Welches private TV-Programm nimmt sich doch gleich der Generation 19+ an und bedient sich dabei eines gewissen Niveaus und nicht nur bravo-ähnlichem Schnickschnack a la "Der Zuschauer ist sowieso doof"? Richtig, das ist ausgerechnet der ÖR in Form von ZDF Neo und in Teilen ZDF Kultur. Welches private Programm bietet doch gleich ein velfältiges und inhaltsreiches TV-Programm für Kinder an, jenseits des Bekloppten-Trashs von RTL2 und SuperRTL? Schon wieder richtig, die ÖR in Form des Kika. Und wo finden doch gleich Klassik und anspruchsvolle Kinofilme den Weg ins Programm? Wieder isses der ÖR, in Form von arte und 3sat. Von Kabarett, der berühmt-berüchtigten Senioren-Bespaßung und noch vielem anderen mehr ganz zu schweigen. Die ÖR sind richtig und wichtig. Ob in ihrer bisherigen Form, insbesondere in puncto Radioprogramme, ist auf jedenfalls überlegenswert. Aber das es kein Vakuum gäbe, würde man die ÖR von jetzt auf gleich abschalten, ließe sich in wenigen Minuten problemlos widerlegen.
     
  9. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    @Radiokult
    Interessant, wie Du die Sparten- und Nebenkanäle der Öffentlich-Rechtlichen zum Hauptrechtfertigungsgrund für Ihre Existenz anführst.
     
  10. Keek

    Keek Benutzer

    Nein Mannis Fan,

    an der Stelle sprechen wir die gleiche Sprache. Mit den von dir kritisierten Punkten hast du in meinen Augen vollkommen Recht. Die ARD ist strukturell überhaupt nicht mehr zeitgemäß und eigentlich müsste man sie, genau wie jedes alte Haus, einmal komplett kernsanieren. Aufgeblähte Strukuren, viel zu viele Programme, die zu viel ähnliches Programm produzieren und den Gebührenzahler in unangemessener Weise belasten.

    Ich glaube, dass man den ÖR dringend reformieren muss, und zwar radikal. Und dass man das in einer Weise bewerkstelligen könnte, die eine Halbierung der Gebühren ermöglichen würde. Bei gleichzeitig besserer Qualität.
     
  11. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Jetzt kommen wir zusammen.:)
     
  12. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    @Manni
    Ich wollte dir nur aufzeigen, dass die ÖR natürlich Bereiche bedienen, die im Privatfernsehen nicht mal den Hauch einer Chance haben und damit durchaus ein gewisses visuelles Vakuum entstehen würde, würde man die ÖR schlicht abschalten. Das der ÖR-Funk davon unabhängig dringend einer Umstrukturierung bedarf, steht völlig ausser Frage. Allein im Bereich Rundfunk, aber auch in der hoffnungslos übergroßen Verwaltung ließen sich jede Menge sogenannter Synergieeffekte nutzen, wenn man es denn wollen würde. Aber das Problem ist hier schon x Mal durchgekaut worden.
     
  13. chapri

    chapri Benutzer

    Ein generelles Verbot haben die Richter übrigens ausdrücklich abgelehnt - also ist der erste Satz in diesem Thread schon FALSCH! Es ging im aktuellen Verfahren lediglich um die 2011er-Version!
     
  14. TiBel

    TiBel Benutzer

    Wer für sein Handy GEZ zahlt, sollte auch die Möglichkeit haben, mit diesem Gerät die Tagesschau zu sehen und Nachrichten abseits von n.tv oder Bild zu konsumieren.
    Die Diskussion um die App ist in der Tat hirnrissig, weil die App nichts anderes tut, als Online-Inhalte zu bündeln und für das Smartphone optimiert darzustellen. Wenn, dann müssten die Zeitungsverleger direkt gegen die Online-Publikation und gegen Mediatheken klagen. Na dann aber Gute Nacht!
    Ansonsten sehe ich es so, wie Mannis Fan in #7. Weniger ist mehr. Gerade ZDFneo ist absolut ein Schritt in die falsche Richtung. Dadurch wird das ZDF (-Hauptprogramm) nicht jünger, sondern älter, weil die unter 60-jährigen zum digitalen Spartenkanal abwandern. :wall:
     
  15. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Ist es nicht konsequent, wenn der Fernsehrundfunk ganua das veranstaltet, was beim Hörrundfunk schon seit Jahren Usus ist? - Beim Radio akzeptiert und/oder fordert ihr statt generationsübergreifende Programme solche für alle möglichen Altersklassen bis zum Alter von 60 Jahren (die älteren Mitbürger und/oder solche mit anderen Interessen sollen gefälligst akzeptieren, dass sie in der heutigen medialen Gesellschaft unerwünscht sind). Warum sollte sich das Fernsehen nicht diesen Gepflogenheiten anpassen, wenn's auch in meinen Augen, genau wie beim Radio, verwerflich ist?
     
  16. freiwild

    freiwild Benutzer

    Das ZDF veranstaltet das Spartenprogramm "ZDFinfo" für Hintergründe, das Spartenprogramm "ZDFkultur" für Kultur und das Spartenprogramm "ZDFneo" für die Jugend, warum soll es nicht auch ein Spartenprogramm names "ZDF" für die ältere Generation geben? Im Ernst, ich wünsche mir schon seit langem von der ARD, dass sie sich offiziell dazu bekennt, dass "Das Erste" ein Spartenprogramm für seichte Unterhaltung ist - und dann aber bitteschön die Dritten Programme komplementär dazu positioniert.
     
  17. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Aha, verstehe. Daher sind auch Dokumentationen über Auswanderer (aus der ewigen Konserve) sowohl auf ZDFneo, als auch auf ZDFinfo zu sehen. Ebenso laufen auf ZDFneo nun die ganzen Kochshows, die auf ZDF bereits liefen, wie "Lanz kocht", "Lafer!Lichter!Lecker!" und auf ZDFkultur die Hitparade seit Zeiten von Dieter Thomas Heck - um genau zu sein, der ersten Folge. Ebenso stellt sich mir die Frage, seit wann "Bianca - Wege ins Glück (2004)", das auf ZDFneo wiederholt wird, gezielt Jugendliche anspricht.

    Und nein, das ist nicht das Nachtprogramm, das auf den Sendern zu sehen ist.

    Hast Du doch. Per RSS-Feed. Damit kannst Du Dir Nachrichten, sowohl in Bild- und Ton abonnieren. Auch diverse Sendungen sind durchaus möglich anzusehen. Ebenso steht Dir die Möglichkeit frei, die Nachrichten als Feed zu lesen.
     
  18. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    Die alten Hitparaden sind doch ein Relikt des Theaterkanals (Gott hab ihn selig). Die liefen dort schon in Dauerschleife und davor seit den 80ern natürlich im Musikkanal. Einerseits ist es gut, daß jemand die alten Bändern noch einmal in die Hand nimmt, die sich offensichtlich schon in ihre Bestandteile zerlegen, und durch Umkopieren die alten Sendungen vor dem Verlust bewahrt. Andererseits ist es sehr besorgniserregend wie sehr die Zuschauer an diesem alten Kram hängen und sofort Proteststürme losbrechenn wenn mal eine Woche bzw. ein Monat ohne eine solche Wiederholung vorkommt.

    Wie kommen wir jetzt auch hier auf die alten Zöpfe des Fernsehens, die sollen doch eigentlich im Landarzt-Jammer-Thread besprochen werden. Hier ging es doch eigentlich um die zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten von Fernsehinhalten.
     
  19. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Das ist ganz richtig, dennoch denke ich, darf man den "IST"-Zustand ebenso wenig aus den Augen verlieren.

    Fakt ist nunmal, dass die Redaktionen der ÖR Anstalten sich gegen spätestens 23 Uhr, meist früher, auch aus ihren Facebook- und Twitter-Accounts. Aus den Radio- und Fernsehredaktionen ist die Verabschiedung in der Regel schon um einiges früher hat man den Eindruck.
    Erstaunlich ist, dass meist bei den privaten Sendern noch aktuelle Informationen zu haben sind, während aus den ÖR Redaktionen entweder nichts, oder lediglich automatisiertes Geplappere der vergangenen Tage, was durch die ARD bereits bestätigt wurde, zu lesen ist.
     

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