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Talk - Format

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von RunningGag, 13. Juni 2003.

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  1. RunningGag

    RunningGag Benutzer

    Folgt man der Modernisierungs- oder Amerikanisierungsthese, ist das Format Radio in Deutschland entweder logische Folge der Entwicklung des privaten Hörfunks bzw. die Übernahme des amerikanischen Formats.

    In Amerika ist die Entwicklung mittlerweile dahingehend, daß sich die Wortradios in der Hörergunst durchgesetzt haben, nachdem die Hörer über Jahre bei den Standard AC-Formate weggebrochen sind.

    In Deutschland ist mit sinkender Radiohörerschaft von 87% auf 81% ein ähnlicher Trend erkennbar.
    Ergo sehen Marketing-Strategen bereits den langen Schatten des in den USA sehr erfolgreichen Wortradios bei uns auftauchen.

    Wann glaubt Ihr ist es soweit?
     
  2. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Naja, also in Berlin hat es nicht so riesig geklappt. Newstalk 93.6 jedenfalls hat nach zwei Jahren mangels Hörerinteresses das Format und den Namen gewechselt. Das war allerdings vor gut 4 Jahren, also kann man nicht ausschließen, daß der Markt mittlerweile reif für ein solches Format ist. Zweifel scheinen jedoch angebracht...
     
  3. die laune

    die laune Benutzer

    Hi!

    Als Provinz-Hesse krieg ich keins, höre aber übers Netz gern mal RadioEINS. Und da sind doch talk-Radio-Ansätze drin. Jedenfalls wird doch da ein Thema so lange beredet, bis es erschöpfend behandelt ist. Auch mal mit Hintergrund, intelligent und sprachlich auf Niveau. Insofern kommt's ja in Ansätzen vielleicht DOCH über den Teich hierher; wenigstens für ne Zielgruppe die a) nicht so doof ist, dass sie nicht mehr zuhören kann, andererseits b) nicht so verkopft, dass sie coole Musik nicht verträgt.

    Mein ich nur so bei mir. Vielleicht hab ich auch unrecht...

    launig Grüße,
    ab ins Wochenende..
     
  4. tt

    tt Benutzer

    ich denke im talk-format steckt noch ne menge potential.
    besonders da viele stationen viel musik spielen, der hörer ab und an auch mal wort haben will.

    momentan sehe ich aber zwei hindernisse:
    1. viele haben kein geld und die übrigen wollen nicht investieren
    2. es müssen noch ein paar mediengesetze gelockert werden, da unsere märkte zu klein sind um ein kostenintesives talkformat zu produzieren.

    aber ich bin mir sicher: die zeit wird kommen, und wisst ihr was? - dann werden endlich wieder MODERATOREN gebraucht, die diese bezeichnung auch verdienen!
     
  5. JB

    JB RADIOSZENE Mitarbeiter

    Auch ich glaube an ein Talkformat in Deutschland. Es bedarf allerdings einiger guter Talkmaster, die in der Tat teuer sind. In meinen Augen sind sie aber eine unabdingbare Investition als Grundlage für einen Erfolg. Bei Newstalk 93,6 hat man auf weniger bekannte und erfahrene Moderatoren gesetzt (ja, ich habe noch Airchecks!). Mit einem Talkformat hätte man marketingmäßig große Vorteile gegenüber allen anderen Sendern. Ich rufe da nur nochmal einige der 22 unumstößlichen Gebote von Ries/Trout in Erinnerung:
    1. Seien Sie Erster (wäre kein Problem)
    2. Machen Sie was Neues! (Endlich!)
    5. Setzen Sie auf ein Schlagwort (Talk)
    6. Klauen Sie kein Schlagwort (ist auch nicht nötig)
    8. Seien Sie anders! (sehr einfach)
    11. Denken Sie langfristig.
    22. Halten Sie den cash bereit.

    Die letzten beiden Punkte sind für Gesellschafter die unangenehmsten. Wer will schon lange warten, bis sich ein Talkformat etabliert. Die Hörer müßten sich erstmal daran gewöhnen, daß es sowas auch im Radio gibt (im TV ist es ja bereits etabliert). Das braucht mitunter Jahre. Deswegen siehe Punkt 22.

    Einen erheblichen Nachteil sehe in Deutschland in der restriktiven Meinungsäußerung in den Medien. In den USA darf jeder ALLES sagen, hier gibt es (aus der Geschichte heraus auch verständlicherweise) viele Tabuthemen. Allein durch die Radioforen habe ich da schon genug Erfahrung gesammelt.
    Trotzdem denke ich, dass Talkradio in Deutschland oder zumindest in Berlin langfristig funktionieren kann. Es muß und darf auch nicht gleich wie Howard Stern oder Rush Limbaugh klingen...

    Gruss in die Szene,

    J.B.
     
  6. tt

    tt Benutzer

    @ jb stimme dir total zu, nur das thema tabu themen ist mir nicht ganz verständlich.

    ich denke, das wir in deutschland ähnlich frei sind wie in usa, bzw. dass es tabus hier und drüber gibt nur auf unterschiedlichen gebieten.
     
  7. RunningGag

    RunningGag Benutzer

    JB hat schon in Ansätzen recht, denn in den USA wird in den Wortformaten viel mit Provokation und TABU-Brüchen gearbeitet. z.B. wird stundenlang das System kritisiert, Hörer werden beschimpft (natürlich auch Politiker und Promis). Es ist auch viel Sarkasmus "on Air" und die Leute hören gerne zu weil sie das Gefühl haben verstanden zu werden und etwas "natürliches" zu hören.

    Viele haben sich abgewandt von den sterilen Musikformaten und hören setzen lieber auf Überraschung im Talk-Format: Der Schritt hat sich zumindest in den USA für die Gesellschafter mittlerweile gelohnt, denn die Umsätze sind stark angestiegen.

    Gerade die politische Untertanenkultur in Deutschland - in der sich jeder freut, wenn er dem Staat eins auswischen kann - könnte ein solches Format wiederspiegeln.
     
  8. mediascanner

    mediascanner Benutzer

    Ich glaube, dass private Wortradios hierzulande nur dauerhaft funktionieren können und wirtschaftlich lebensfähig sind, wenn eine lückenlose, nationale terrestrische Ausstrahlung möglich wäre. Leider ist Rundfunk in D Ländersache und da hat halt jedes Pippifax-Bundesland seine eigenen Vorstellungen. Da sich daran in absehbarer Zukunft nix ändern wird, schlage ich vor die Idee eines Talkformats zu vergessen (leider)!
     
  9. OPTIMOD

    OPTIMOD Benutzer

    also erstens stimme ich mal JB voll und ganz zu. vor allem: in berlin könnte es funktionieren - könnte.
    ein deutscher talksender müsste den nerv von deutschen treffen, wie in usa funzt das nicht und da sehe ich schon wieder grosse D-probleme:

    aktuelles thema über das ALLE reden, ja, sich sogar das maul zerreissen ist ohne frage michel friedmann. jetzt mach das mal zum radio-talk-thema, ohne mit dem gesetz zu kollidieren. denn es werden sich so viele antisemiten melden, das glaubst du gar nicht. oder scharfe kritiker von friedmann, die sofort in diese ecke gestellt werden.
    das ist das deutsche problem!

    deutschland ist reif für talk, aber der talk der zieht ist hier nicht erlaubt. (viele sender in den usa sind sehr rechtslastig!)

    @ tt

    TABU sehe oben
     
  10. studix

    studix Benutzer

    Wär ein nationales Talk-Format nichts für die ehemaligen Megaradio-Frequenzen? Für eine solche Geschichte könnte man die MW eigentlich gut nutzen - eine nationale UKW-Kette bekäme man in D sowieso nicht hin. In GB funktioniert das Konzept - siehe Talk Sport...
     

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