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Tatort

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Kobold, 27. April 2014.

  1. Kobold

    Kobold Benutzer

    Der Tatort bekommt ja langsam Züge, wie "Wetten, dass?" zur überholten Sendung zu gehören. Münster-Tatorte sind mehr Komik als Krimi. Krimi bedeutet immer noch, dass das Verbrechen im Mittelpunkt steht, das sehe ich da schon lange nicht mehr. Til Schweiger nuschelt sich durch amerikanisch anmutende Action und sogar ein so hervorragender Schauspieler wie Wotan Wilke Möhring, der mit zwei wirklich guten Tatorten gestartet ist, muss sich heute durch eine Handlung quälen bei der ich mir denke: wat'n Tinnef. Da wünscht man sich doch glatt Schimmi und Tanner zurück. Da wurden ordentlich Türen eingetreten und das hatte noch was mit Lokalkolorit zu tun. Und da fuhr auch nicht dauernd die Drohne mit HD-tauglichen Bildern aus der Vogelperspektive herum.

    Armes Fernsehdeutschland.
     
  2. br-radio

    br-radio Benutzer

    Ehm, ich würde mir auch Gustl Bayrhammer zurück wünschen....
     
  3. Kobold

    Kobold Benutzer

    Götz George hat zwar nicht in einem Tatort aber in dem Film "Loverboy" vor einigen Monaten dem Fernsehdeutschland wieder einmal gezeigt was es bedeutet, einen guten Krimi zu machen. Und die Bilder waren angenehm. Das Auge hatte mal Zeit, eine Szene zu betrachten. Ich weiß nicht, was in den Leuten vorgeht, die mir Vogelperspektiven, verwackelte Handkameraeinstellungen, Graufilter und permanent im Sekundentakt wechselnde Bilder auf die Birne zimmern. Mein Blutdruck hat im normalen Leben schon genug am Start. Und so, wie heute Filme gemacht werden, schaut kaum einer aus dem Fenster und ins Leben.

    Von mir aus auch Gustl Bayrhammer. Gerne.

    Da stand mal noch die Story im Vordergrund.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. April 2014
  4. dramaking

    dramaking Benutzer

    Pfh, Bayrhammer.

    Wenn schon, dann auch richtig: Fritz Eckhardt!
    DAS waren noch Fernsehzeiten.
     
  5. count down

    count down Benutzer

    Kamera-Drohnen müssen nun mal eingesetzt werden, weil ihr Einsatz unbedingt "Standard" ist (deshalb auch zu sehen sein muss), ebenso wie verwackelte Handkameraeinstellungen. Diese sind ein Zeichen von Lebendigkeit und Authenzität im Film. Schnelle Schnitte widerspiegeln das Tempo unserer Zeit. Aus welcher bist Du denn?
     
  6. ricochet

    ricochet Benutzer

    Früher nahm das Charisma der handelnden Personen einen hohen Stellenwert bei Krimis ein. In Ermangelung gestandener Schauspielerpersönlichkeiten flüchtet man sich heute gern in blinden Aktionismus und überkonstruierte Handlungsverläufe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. April 2014
  7. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Ist der Tatort inzwischen nicht total überschätzt, bzw. wird durch die Medien besser geredet oder geschrieben als er überhaupt noch ist?
    Das Problem besteht meines Erachtens darin, dass die Reihe inzwischen "verramscht" wird. Gab es in den Anfangsjahrzehnten den Tatort nur einmal im Monat, muss es heute wöchentlich sein - weniger ist manchmal doch mehr. Das einstmal vorhandene Lokalkolorit hat die Serie inzwischen auch weitgehendst eingebüßt oder ist von den Verantwortlichen nicht mehr erwünscht. - Es handelt sich inzwischen um eine billig (bitte nicht mit "preiswert", denn das ist ein Tatort wohl nicht, verwechseln) produzierte Reihe, die ein Großteil des Dilemmas des heutigen Fernsehens, nämlich Beliebigkeit, widerspiegelt.
     
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  8. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Der wöchentliche Hype um den Tatort ist mir schon lange suspekt. Vor allem wundert mich, wie stark die Printmedien das mitmachen - sie puschen ein Angebot des Wettbewerbers "Fernsehen", als sei es ihr eigenes.
     
  9. ricochet

    ricochet Benutzer

    Vor allem das ZDF sucht seit geraumer Zeit sein Heil in der Krimi-Vollversorgung und pflastert mehrere Wochentage komplett mit Sokos, Bayerncops und abendfüllenden Mordermittlungen zu. Für einen öffentlich-rechtlichen Sender ist das ein Armutszeugnis, schließlich sind diese Umtriebe der endgültige Beweis, dass für den derzeit amtierenden Intendanten Bellut und sein Umfeld nur noch die nackte Quote zählt. Und im Vergleich zur kommerziellen Doku-Soap-Schwemme, die mit minimalstem Einsatz den größtmöglichen Ertrag anstrebt, erscheint die öffentlich-rechtliche Krimiflut vielen Zuschauern sogar noch als das kleinere Übel.

    Jawohl, es gibt bei den Privaten auch noch jede Menge amerikanische Serienimporte zu bestaunen, ebenfalls meist Krimis mit schöneren Menschen und teuren Special Effects (das US-Fernsehen zielt stärker auf die Optik und hat dank weltweiter Lizenzvergabe ein gut gefülltes Portemonnaie). Von der Formelhaftigkeit und Einseitigkeit deutscher Fernsehsender ist das US-Fernsehen nicht zuletzt dank HBO und Starz aber noch meilenweit entfernt. Es wäre ja schon eine Wohltat wenn es die öffentlich-rechtlichen Sender schaffen würden gefällige Dramastoffe mit wohldosierten Krimi-Elementen umzusetzen oder interessante Serien mit der gesamten Spannweite menschlicher Emotionen in Angriff zu nehmen. Früher gab es doch auch im deutschen Fernsehen familienkompatible Unterhaltung aller Couleur.

    Heute beugt sich - egal ob an Nachmittagen, Wochenenden oder zur Weihnachtszeit - Kommissar Spürnase über die Leiche und kommandiert die Spusi durch die Gegend, während der Pathologe bereits die Messer wetzt. Dann beginnt das übliche Fragespiel ("Wo waren sie gestern zwischen Mitternacht und zwei Uhr früh?"), Good und Bad Cop spielen einander die Bälle zu und der Unverdächtigste war's dann in der Regel. Mittlerweile arbeiten ganze Autorenbataillone nach dem altbekannten Strickmuster und arrangieren die immer gleichen Versatzstücke zu neuen Fallkonstellationen. Gääähn - die Leute sind doch längst übersättigt, sie wissen bloß nicht wohin sie flüchten sollen. Da kann sogar die sonntägliche Schnulze im Zweiten (gegen den Tatort ist jeder andere Krimi chancenlos) zum Befreiungsschlag werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. April 2014
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  10. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer


    Es gab vor nicht all zu langer Zeit einen (neuen) Tatort mit Schimanski, aber der war weder von der Handlung noch von den Quoten der Reißer. Hier, wie auch sonst in den anderen Threads, lautet die Devise: früher war alles besser! Aha...

    Wenn möglich, schaue ich Sonntags immer die die Tatort oder halt Polizeiruf Folgen und die Konkurrenzsender haben immer noch enormen Respekt vor deren Quoten. Oder wie erklärt sich sonst das seelenlose Programm der anderen? Ich habe gestern nach dem Tatort für 3 Minuten zu VOX "Grill den Henssler" reingeschaltet, da wurde ich durch die Hektik der Protagonisten nervös und mit echtem Kochen hat das alles auch nichts mehr zu tun. Wie gut, dass auch die Schweden wissen, wie man spannende Krimis produziert: Ich habe dann den Wallander geschaut.

    Klar gibt es Menschen, die sich jeden Sonntag mit aller Gewalt (und vermutlich aus Prinzip) gegen den Tatort entscheiden, aber dann müssen sie halt die Grütze der anderen Programme schauen.

    Und wer hier behauptet, der Tatort sei out oder auf dem absteigenden Ast, dem sei nochmal die Zahlen vor Augen geführt: zwischen 9 und knapp 13 Millionen schalten Sonntags dort hin, auch wenn das natürlich kein Qualitätsbeweis ist. Die RTL-nahe Seite "Quotenmeter" feiert es schon als Erfolg, wenn DSDS 3,5 Millionen Zuschauer erreicht oder ein vorhersehbarer Klitschko-Fight 8,2 Millionen. VOX war mit Henssler angeblich schon mit 2,1 Millionen Zuschauern "unglaublich erfolgreich".

    Somit ist der Tatort nicht nur Sonntags das Maß aller Dinge und mittlerweile dürfte für jeden Geschmack auch das entsprechende Ermittler-Duo zu sehen sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. April 2014
  11. UKWler

    UKWler Benutzer

    Krimi ist ja alles schön und gut aber mir reicht der Tatort am Sonntag und wochentags als Wiederholung auf den 3.Programmen und meinetwegen noch Freitags Abend einen aufn ZDF(Ein Fall für Zwei gibt es ja leider nicht mehr :()

    Ach ja und für die Liebhaber Inspector Barnaby auf ZDFneo :)
     
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  12. br-radio

    br-radio Benutzer

    @ricochet: am Samstag habe ich mich mal wieder gefreut, als auf SAT.1 Gold "Der Schwarze Abt" mit Eddie Arendt als Kommissar gelaufen ist. Das waren noch Zeiten. Oder Polizeiinspektion 1, Funkstreife Isar 12 (Münchner Serien). Selbst das neue Großstadtrevier knüpft inhaltlich kaum noch an die alten Folgen an... Es ist manches ausgezehrt, und bedürfte eigentlich nicht einer Neuerung oder Verbreiterung, sondern schlichtweg einer Ruhepause.
     
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  13. Lord Helmchen

    Lord Helmchen Benutzer

    Til Schweiger als Tatort-kommissar passt irgendwie nicht finde ich.
     
  14. br-radio

    br-radio Benutzer

    Ich mag v.a. den Bienzle, der in Stuttgart wirkte - leider geht es seinem Darsteller nicht sehr gut.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. April 2014
    Lord Helmchen gefällt das.
  15. Lord Helmchen

    Lord Helmchen Benutzer

    Ja, die Tatorte aus Stuttgart haben mir auch immer gefallen. Außerdem gefielen mir auch die Hamburger Ermittler Brockmöller und Stöver.
     
  16. br-radio

    br-radio Benutzer

    Wie schaut es eigentlich mit der Schwesterserie Polizeiruf 110 aus?! Die gerät bei dieser Inflation an Tatorten ins Hintertreffen... Die Hallenser Polizeirufe habe ich sehr gern gesehen, ebenso die ganz alten aus der Fernsehfunkzeit.
     
  17. ricochet

    ricochet Benutzer

    Die Bücher waren ja auch von Felix Huby, und der kann mehr als nur Krimi nach Lehrbuch.
     
  18. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Und das ZDF hat sogar Erfolg damit! An diesem Freitag und Samstag holten sie jeweils den Quoten-Tagessieg mit ihren Krimis (Der Alte, Friesland). Dagegen hatte weder Raab noch das DSDS-Finale (beide mit ca. 3,5Mio.) eine Chance. Vor ein paar Jahren kaum vorstellbar, als DSDS noch der Quotenrenner war. Bohlen will DSDS auch mit aller Gewalt weiterführen. Bei dem zählt halt seine Gage, nicht die Quote...

    Friesland erreichte gestern ca. 6,5Mio Zuschauer. Man kann sich jetzt darum streiten, ob die ÖR auf die Quote zielen/schielen dürfen, oder halt nicht. Aber die Quotenmessung ist zur Zeit noch die einzig verwertbare Währung.

    Der heutige Tatort aus München wird auch wieder über 8 Millionen Zuschauer haben, da kann man fast drauf wetten. :D
     
  19. doglife

    doglife Benutzer

    Ich habe am Samstag nur die Sportschau geguckt. Da ist noch gutes Fernsehhandwerk zu haben.

    Der Tatort hat doch seit Schimanski keine markante Figur mehr.
    Die Drehbücher sind jedesmal nur Masse statt Klasse und die langatmigen Szenen, in denen sich keiner bewegt und keine Miene regt sind altmodisches Bestandteil eines Sonntagabend Rentnerkrimis.
     
  20. olliver_55

    olliver_55 Benutzer

    Ja und diese Nacht habe ich beim hr Beppo Brem und Maxel Graf gesehen. Keine Pistolen keine Toten aber gerade deshalb war es unterhaltsam, es waren eben Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger. ;)
     
  21. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Ein Programm, welches erpicht darauf ist Quotensieger zu sein, könnte man auch ausschließlich mit Werbung finanzieren. Dazu benötigt man keine Zwangsgebühren in Höhe von rund 8 Milliarden Euro jährlich.
     
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  22. ricochet

    ricochet Benutzer

    Es gibt doch kaum noch fiktionale Formate, die von der Qualität oder vom Unterhaltungswert her ein größeres Publikum binden könnten. An Sonn- und Feiertagen, am Vorabend und an vielen Wochentagen setzen die Öffis ganz massiv auf Krimiware, die von den vielen Über-35-Jährigen fast schon routinemäßig angesteuert wird. Die großen Konkurrenzsender haben nichts Verlockendes im Angebot und nur wenige Zuschauer mittleren Alters suchen in den Tiefen des Digitalprogramms nach guten Filmen oder Serien. So meckert man wie gewohnt über die lahme oder abgefahrene Geschichte und übers monotone Fernsehprogramm, nur um sich beim nächsten Mal wieder ins einzig verbliebene fiktionale Massenformat einzuschalten. Das Angebot bestimmt eben noch immer in hohem Maße die Nachfrage.

    Machen wir uns nichts vor: die eher passiven "Couch-Potatoes", also die meisten 40-60-Jährigen, gucken schon mal eine Show, bevorzugen ansonsten aber Dramen mit anständigem Spannungsbogen - und bis auf Krimis von der Stange, die quasi am Fließband anrollen, ist da schon lange nichts mehr in Sicht. Bei den Unter-30-Jährigen, bei denen die GfK schon eine riesige Lücke festgestellt hat, regieren VLC (Selbstgeladenes), USB-Multi-Media-Box (ebenso Selbstgeladenes) oder Online-Videotheken und Viele aus dieser Altersgruppe durchstöbern aktiv digitale Nischenangebote oder entscheiden sich für den Pay-TV-Anbieter Sky. Schon in wenigen Jahren wird die Individualnutzung zum Massenphänomen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 05. Mai 2014
  23. NOWORUKA61

    NOWORUKA61 Benutzer

    Laut einem Bericht der "Neuen Ruhr Zeitung" vom 22.01.15 will die Stadt Freiburg fester Standort der ARD-Krimiserie werden. Glaubt man dem SWR, soll der "Tatort" vom Bodensee im nächsten Jahr beendet werden und man sucht bereits nach einem neuen Spielort.
    Ich hoffe jedenfalls auf möglichst wenig Morde und viel Kulisse und bin einmal gespannt, was man den Kommissaren nach Dienstschluss -analog zur Currywurst- an Kulinarischem in die Hände drücken wird.;)
     
  24. dramaking

    dramaking Benutzer

    "Mord mit Aussicht" also.
     
  25. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Mal im Ernst: Was ist so toll am "Tatort", dass man das jede Woche durch alle Medien hoch und runter diskutieren, vorbesprechen, nachbesprechen, analysieren und diskutieren muss?
     

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