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Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von Markus75, 09. Februar 2006.

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  1. Markus75

    Markus75 Benutzer

    Hallo zusammen,

    wir haben in den vergangenen 3 Wochen das Aufnahmegerät Nagra ARES-M ausführlich getestet. An dieser Stelle von mir ein kurzer Bericht und im Anschluß einige Bilder.
    Das Nagra ARES-M ist ein Flashrecorder mit eingebauter 1GB Speicherkarte. Die Überspielung auf den PC erfolgt über einen Mini-USB Stecker, was hervorragend funktioniert. Das Gerät wird nach Tastendruck "OK" am Gerät von Windows einwandfrei erkannt. Alles Audiofiles können einfach kopiert und auch gelöscht werden. Die Überspielung funktioniert subjektiv sehr schnell. Ist die Hold Funktion aktiviert, wird auf den Fehler hingewiesen. Wir benutzen als Aufnahmeformat mp2, Mono, 128kBit/s, 48KHz, was zu einer Aufnahmezeit von ca. 17 Stunden führt. Das ist mehr als ausreichend.
    Die Bedienung des Gerätes ist für den Redakteur mit 2 Tasten zu bewerkstelligen: "Ein-/Ausschalten" ist gleichzeitig "Stop" und "Play" (letzter aufgenommener Track). Dazu kommt dann die Aufnahmetaste an der Seite. Die Funktionen "Einschalten", "Stop" und "Ausschalten" sind verriegelt, die Taste muß dazu also 4 Sekunden gedrückt werden, was auf dem Display auch angezeigt wird. Die Hold Funktion benötigt man deshalb nicht unbedingt. Die Aufnahmetaste benötigt etwas Druck, ist mit Sicherheit nicht gewollt, aber auch nicht unbedingt schlecht.
    Die weitere Bedienung ist sinnvoll angeordnet, Tasten oben und unten wählen den abzuspielenden Track aus, rechts und links "spulen" im Track hin und her. In der Mitte ist die Menü Taste, in dem man die Eingaben mit Hilfe von "OK" und "C" durchführt. Löschen lassen sich Tracks mit der Papierkorb-Taste (dann Sicherheitsabfrage). Außerdem ist noch ein Schnitteditor integriert, den wir aber noch nicht getestet haben, weil ein Kopieren auf den PC viel einfacher ist und dann einfach besser geschnitten werden kann.
    Außerdem gibt es noch ein Menü für die erweiterten Einstellungen (durch spezielle Tastenkombination zu erreichen), wo das Technik Personal die Grundeinstellungen (Bitrate, Aufnahmequelle, Format, etc.) einstellen kann. Dort können Profile erstellt und benannt werden, die der Bediener auswählen kann. Kurz: Es sind wirklich alle nur denkbaren Aufnahmeformate machbar.
    Das Display gibt sehr viele Informationen zurück, vielleicht schon zu viele. Die Pegelanzeige ist schnell und gut geteilt. Bei Sonneneinstrahlung ist das Display etwas kontrastarm (blau auf schwarz), es gibt aber eine Taste, um das Display für weniger Sekunden heller zu schalten.
    Beim Abspielen von Tracks kann man sich diese entweder auf Kopfhörer (3,5mm Klinke, Lautstärke über Tasten einstellbar), Line Out (3,5mm Klinke) oder auf dem eingebauten Lautsprecher anhören. Dieser Lautsprecher ist für die geringe Größe wirklich sehr gut.
    Aufnahmen sind über diverse Quellen möglich: Eingebautes Mikrofon (etwa wie Diktiergerät), Nagra Stereo Aufsteckmikrofon, Externes Mikrofon, Line In. Das Eingebautes Mikrofon (Diktiergerät) wollten wir kurz testen, haben es aber nicht aktiviert bekommen - dies ist mit Sicherheit auch kein Verlust. Das Nagra Aufsteckmikrofon (siehe Bild unten) ist nicht schlecht, kommt aber an die Qualität von Sennheiser und Neumann nicht heran, also eher für den Notfall geeignet. Mit externem Mikrofon (dynamisch, evt. auch manche Kondensator), was über 3,5mm Klinke angeschlossen wird (macht ausnahmsweise trotzdem einen sehr stabilen Eindruck) kann man mit dem Gerät eine sehr gute Aufzeichnungsqualität erreichen. So haben wir auch weiter getestet. Wir nutzen übrigens als 3,5mm Gegenstück den Neutrik Winkel Stecker (siehe Bild unten). Line In kann auch an einer getrennten Buchse über 3,5mm Klinke angeschlossen werden.
    Die Aufnahme erfolgt über die seitlichen Schiebeschalter "Record". Die Aussteuerung erfolgt entweder automatisch (AGC) oder manuell über die Tasten "rechts" und "links". Die Aufnahme wird angezeigt durch blinkende rote LED, blinkendes Aufnahmesysmbol im Display und das Peakmeter im Display. Prerecording ist auch möglich. Die AGC sollte dringend überarbeitet werden, das habe ich dem Hersteller auch schon mitgeteilt. Dort ist Hilfe in Sicht. Bei manueller Aussteuerung ist die Funktion einwandfrei.
    Die Stromversorgung des Gerätes erfolgt über 2 Mignon Batterien oder Akkus, die allerdings extern geladen werden müssen. Bei Trockenbatterien haben wir eine Laufzeit von 20 Stunden ermittelt, mit 2500mAh NiMh Akkus waren es 15 Stunden.
    Als Fazit meinen wir, daß es sich um ein sehr gutes Gerät handelt, was auch einen sehr stabilen Eindruck macht. Das Gerät ist jetzt 1 Monat auf dem offiziellen Markt, weshalb wir einige Kinderkrankheiten (z.B. AGC) noch dulden. Außerdem ist aktuell noch ein Softwarefehler bekannt: Wenn man das Aufnahmegerät nach der Aufzeichnung direkt ausschaltet wird beim nächsten Aufzeichnen der letzten Track wieder überschrieben. Dieser Fehler wird auch zeitnah behoben. Die Sofwareversion des Gerätes ist selbstverständlich nachträglich zu verändern. Der Preis von 799 EUR zzgl. MwSt. ist heftig, aber gerechtfertigt wenn man die anderen Geräte am Markt beobachtet.

    Markus
     

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  2. divy

    divy Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Danke Markus! Leider sagt Du wenig zur Tonqualität, insbesondere der Mikropres, die gerade bei dynamischen Mikros eine Rolle spielen, und die ich bei den Konkurrenzprodukten von Marantz zu rauschig finde. Stereoaufnahmen sind auch möglich?

    Lässt sich die Karte nicht austauschen?

    Funktioniert die manuelle Aussteuerung ordentlich? Muss man sich nicht vorher durch komplizierte Menüs tasten, auf manuel Rec stellen, oder so was? Dann schreibst Du was von Miniklinkenanschlüssen, für mich sind diese Dinger der Horror. Aber auf Bild
    http://www.radioforen.de/attachment.php?attachmentid=3405&d=1139508499 sehe ich einen ganz anderen Anschluss. Herrlich! Aber was ist das? Lassen sich damit auch Stereomikros anschließen?

    Zuletzt schreibst Du,

    Das Aufnahmegerät überschreibt den zuletzt aufgenommenen Track? Wie kann so ein Fehler vor der Markteinführung unbemerkt bleiben, ausgerechnet bei Nagra? Gut, dass Du darauf hinweist! Da warten wir wohl lieber mal ein halbes Jahr ab, bis die Kinderkrankheiten auskuriert sind.
     
  3. Markus75

    Markus75 Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Hallo Divy,
    hier in Kürze die Antworten zu Deinen Fragen:
    1.) Die Tonqualität habe ich bisher noch nicht vermessen, die Wandler und den MikroVV müßte man nochmal auf dem Meßplatz kontrollieren. Subjektiv ist die Tonqualität besser als alle anderen Aufnahmegeräte, die bisher bei uns im Haus waren. Dabei betreiben wir auch ausschließlich dynamische Mikrofone (Sennheiser 421/441).
    2.) Stereo Aufnahmen sind möglich, ist auch Standard. Wir ziehen aber den Mono Modus vor (irgendwie klar bei Mono Mikrofon).
    3.) Die manuelle Aussteurung ist sehr praktisch ausgeführt. Die Umschaltung von automatisch auf manuell ist links über eine Schiebeschalter durchführbar. Zur Einstellung muß man nicht in ein Untermenü (einfach links, rechts Taste).
    4.) Der Stecker auf dem Bild ist eine Spezialausführung von 2 x Stereo Miniklinke und ist mechanisch sehr stabil. Er wird auf Mic In und Line In aufgesteckt. Der Adapter auf dem Bild (auf Mic XLR) wird mitgeliefert.
    5.) Der Fehler tritt nur auf, wenn man das Gerät in weniger als 5 Sekunden nach Ende der Aufnahme ausschaltet. Ich traue der Fa. Nagra durchaus zu den Fehler in weniger als 1/2 Jahr zu beseitigen.

    Markus
     
  4. Machiko

    Machiko Gesperrter Benutzer

    Wir wissen nicht was der freundliche Radioreporter empfiehlt, wir empfehlen Nagra ...

    @Markus75.

    Um welche andere Aufnahmegeräte handelt es sich, um die die Nagra ARES-M subjektiv besser sein soll?

    Nagra V, Marantz PMD-660, Edirol ...

    Wir können ja nicht wissen welche Geräte vorher bei Euch im Hause benutzt wurden ...

    ... für einen Vergleich wäre eine Nennung von Beispielgeräten sinnvoll.

    ;)
     
  5. divy

    divy Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Das ist ein sehr interessanter Test. Was ich nicht ganz verstehe, ist, dass die Speicherkarte offenbar nicht austauschbar ist. Das ist nicht so schön, wenn man von einer Reportagereise unkomprimierte Töne und Stereoatmos mitbringen möchte, und keinen PC dabei hat. In so einer kleinen Kiste wären wohl auch keine XLR-Anschlüsse möglich gewesen, schade.

    Auf der Plusseite dürften dann wohl die Tonqualität, der geringe Stromverbrauch und Größe und Gewicht stehen. Mal sehen, wie es um die Haptik bestimmt ist. Irgendwie habe ich mich sehr an den Regler in der Tasche gewöhnt.
     
  6. Markus75

    Markus75 Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Hallo Divy und Machiko,
    der Fehler mit den überschriebenen Tracks wurde gerade behoben, die Aufnahme erfolgt jetzt einwandfrei. Die neue Software gibt es auf der Homepage zum Download.
    Als "subjektiv besser" halte ich das Gerät im Vergleich zum Sony/Marantz Kassetten Gerät, Sony MiniDisk, M-Audio MicroTrack, Edirol und andere kleine Flash Recorder, die wir bisher hier zum Test hatten.
    Markus
     
  7. radioxtreme

    radioxtreme Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    ohne lästig sein zu woleln - wärs möglich eine kurze sprechprobe gleichzeitig mit ARES und einem 2. gerät aufzunehmen und dann hier rein zustellen? :)
     
  8. Marius Zekri

    Marius Zekri Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Hallo Markus,

    du schreibst:

    ich frage mich grade, wofür diese spezielle Steckerverbindung (Line In+Mic) gebraucht wird.

    Gruß

    Marius
     
  9. Markus75

    Markus75 Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Hallo Radioxtreme, hallo Marius,
    eine Sprechprobe möchte ich hier nicht in das Forum stellen. Dies würde sowieso keinen objektiven Vergleich ermöglichen, er wäre nur meßtechnisch durchführbar. Subjektive Vergleiche helfen uns hier nicht wirklich weiter. Außerdem würden unterschiedliche Randfaktoren (Überspielung, Komprimierung, Mikrofon, Sprechabstand, etc.) das Ergebnis verfälschen.
    Die spezielle Steckverbindung hat wohl nur eine mechanischen Sinn. Zum einen wird damit das mitgelieferte Aufsteckmikrofon befestigt, zum anderen werden damit die mechanisch fragwürdigen Miniklinken Buchsen gesichert.
    Markus
     
  10. dwissl

    dwissl Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Markus, kann man beim Vor- und Zurückspulen mithören? Wie schnell spult der Nagra? Die Marantz PMD-Rekorder können ja nur mit doppelter Abspielgeschwindigkeit spulen, wenn man mithören will.
     
  11. Markus75

    Markus75 Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Hallo dwissl,
    das Nagra Ares-M spult desdo schneller desdo länger man auf die Taste drückt. Dabei werden immer Sound-Fetzen wiedergegeben. Mit anderen Worten: In der ersten Sekunde während man drückt, wird ca. 3 fach schnell wiedergegeben. Läßt man die Taste länger gedrückt, wird irgendwann Material übersprungen und wieder ein Fetzen wiedergegeben.
    Ist schwer zu beschreiben. Wenn Du Wert drauf legst, solltest Du das Touch and Feel selbst testen.
    Markus
     
  12. dwissl

    dwissl Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Hallo Markus,

    habe inzwischen ein Testgerät. Es gefällt mir wirklich gut, aber der Durchmesser der Batteriefächer ist etwas zu klein. MIt Batterien gibt's keine Probleme, aber ich habe jetzt AA-Akkus eingelegt und bekomme sie nicht wieder 'raus. Hast Du den Nagra auch mal mit Akkus getestet?
     
  13. Markus75

    Markus75 Benutzer

    AW: Testbericht Aufnahmegerät Nagra ARES-M mit vielen Bildern

    Hallo Dwissl,
    bei uns läuft das Gerät auch mit AA Akkus. Die erstem 2 Male hatte ich auch etwas Probleme die Akkus wieder heraus zu bekommen. Das hat sich aber nach einigen Malen rein und raus schnell von selbst behoben.
    Offensichtlich gibt es da Fertigungstoleranzen. Notfalls kann man die Öffnungen auch ganz leicht ausschaben (z.B. mit einer Schere), dann müßten die Akkus gut passen.
    Markus
     

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