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Tschüß "CUT"!

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von divy, 30. Juni 2009.

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  1. divy

    divy Benutzer

    Die Technikzeitschrift CUT ist ja jetzt offenbar doch ganz eingestellt worden. Gründer Florian Schwinn scheint nicht mehr an Bord zu sein, dafür kündigt auf www.cut.biz jetzt schon seit ein paar Monaten ein Nachfolger eine reine online-cut an. Man hat den Eindruck, dass sich da jemand um einen endgültigen Abschied herum drückt.

    Bei uns wurde sie immer gerne gelesen, von Autoren wie auch von den Technikern. War das bei Euch anders? Ich wundere mich, dass keinen thread zum Abschied gibt.

    Die Tests waren in den Zeiten der rar werdenden ordentlichen Beratung im Fachhandel (wo gibt's den noch?) eine gute Orientierung - obwohl Ihr selten mal jemanden habt durchfallen lassen -, Specials zu Feature und Drehbuch haben zum Nachdenken über das eigene Arbeiten eingeladen und manchmal gab es auch Einblicke in Vorgänge in anderen Funkhäusern, obwohl die Medienpolitik sicher nicht der Schwerpunkt einer Zeitschrift war, die ja auch davon lebte, in den Funkhäusern abonniert zu werden.

    Schade, Florian Schwinn, Sie und ein paar Mitstreiter haben da ein paar Jahre lang eine gute Zeitung gemacht. Ob das Online-Projekt jetzt wirklich funktioniert? Ich bin skeptisch. Tschüß, CUT!
     
  2. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    AW: Tschüß "CUT"!

    Die großen und kleinen Zeitungen leiden immer mehr an Leserschwund, viele Leser weichen auf die jeweiligen Onlineausgaben aus. Ich nutze auch die Möglichkeit, Artikel im Internet zu lesen.

    Leider haben viele Verlage "verpennt", diese Seiten durch Werbebanner zu finanzieren, weil vor Jahren noch niemand an den Erfolg des Onlinelesens glaubte.
     
  3. Gelb

    Gelb Benutzer

    AW: Tschüß "CUT"!

    Genau da sehe ich ein großes Mißverständnis: eben weil man überall mit Werbung, Flashjavaanimatedgifs zugemüllt und genervt wird, lese ich keine Online-Artikel. Selbst mein Adblock kommt gegen diese Flut von Werbung nicht mehr an. Das betrifft nicht nur Online-Ausgaben von Zeitschriften.

    Der Grund, weshalb ich in den letzen Jahren das ein oder andere Abo gekündigt habe, ist in erster Linie der Preis. In wieweit das auf die CUT zutrifft, kann ich nicht beurteilen (habe sie nur ein paar mal gelesen, wenn sie irgendwo rumlag). Zeitungen und Zeitschriften sind in den letzten Jahren so unverschämt teuer geworden, daß ich als Endverbrauche dreimal überlege, ob das wirklich sein muß. Diese Diskussion läßt sich bestimmt auch auf andere Bereiche ausweiten (hallo, Milchbauern!), aber bleiben wir ruhig mal bei den Printmedien. Ich war lange Jahre überzeugter Leser einer rennomierten Wochenzeitung, habe sie letztes Jahr aber hauptsächlich aus Preisgründen abbestellt. Für die Zeitung tut's mir leid, aber muß selber sehen, wo ich bleibe. Nach Zwegat-Manier standen dann irgendwann auch mal alle Einnahmen und Ausgaben auf dem Prüfstand, und es zog die alte Regel: was überflüssig ist und dich nicht weiterbringt, das lasse weg. Das gilt, so leid es mir tut, auch für die CUT.
     
  4. codo

    codo Benutzer

    AW: Tschüß "CUT"!

    Ja, 12/08 die letzte Printausgabe.
    und keine aktuelle Online Ausgabe.

    Schade das einzige intellektuelle Techniker
    Magazin für Media Broadcast in germanisch.

    Bleibt nur noch Radioforen.de. ;)
     
  5. divy

    divy Benutzer

    AW: Tschüß "CUT"!

    Na ja, es war ja keine reine Techniker-Zeitschrift, auch wenn die Technik sicher der Schwerpunkt war. Die Frage, was solche Zeitschriften bringen und auch als nachträgliche Würdigung an die Herausgeber: Mancher Test hat mich schon vor zu hohen Ausgaben bewahrt. Ich habe selbst in Fachgeschäften, also nicht im Versandhandel, den Eindruck, dass es den Verkäufern nur noch ums Verkaufen geht, meine Zweifel und natürlich das Spannungsfeld zwischen begrenztem Budget und dem Anspruch an Qualität werden nur noch als lästig empfunden. Da war so ein Ratgeber nicht schlecht. Manche Titelgeschichte hat auch zum Nachdenken über das eigene Arbeiten, Bestätigen oder auch Ändern mancher Abläufe geführt, die Workshops waren stets ein guter Input.

    Zum Online-Lesen: Das ist mir zu ungemütlich. Ich habe bei ein paar Zeitungen den Online-Zugriff auf die komplette Online-Ausgabe und kaufe mir dann doch lieber die Ausgabe auf Papier. Es sind mir schon zu oft Meldungen durch die Lappen gegangen, weil ich sie online einfach übersehen hatte. Ansonten werden Online-Ausgaben nie auf dem gleichen Niveau wie Print-Produkte funktionieren so lange sie gratis sind. Aber weil sie gratis sind, meinen viele, dass ihnen die abgespeckte Billig-Version reicht. Aber von Cut gibt es ja nicht mal mehr das.

    Ich denke, es hat auch ein wenig mit der Zeit zu tun, ganz im doppelten Sinne des Wortes, wie die große renommierte Wochenzeitschrift, von der Gelb spricht. Das sind alles Print-Produkte von denen man nur etwas hat, wenn ihnen etwas Zeit und Konzentration widmet. Diese Art der Aufbearbeitung von Themen finden in unserem Medium zudem kaum noch statt, Vorgänge wie Nachdenken stehen im Ruf, etwas für langhaarige Dokumentarfilmer zu sein, während wir ja knallharten Journalismus machen. Dass auch so mancher aktuellen Sendung die gemeinsamen Reflektionen in der Redaktion über Themen und Perspektiven gut zu Gesicht standen, will kaum noch jemand wahr haben. Wie denn auch, wir sind ja alle Freie und wollen nicht den ganzen Tag im Sender unbezahlte Zeit mit Gelaber verlieren.

    Die Cut haben sie dann immer mit nach Hause genommen. Man fand sie leichter bei einem Kollegen zu Hause auf dem Küchentisch oder auf dem Klo als in der Redaktion. Was eigentlich auch ein schönes Kompliment ist.
     
  6. dea

    dea Benutzer

    AW: Tschüß "CUT"!

    Der einzige Unterschied der Werbeflut in Fachzeitschriften ist, dass die massenhafte Werbung darin für Sachen, die schon aus Kostengründen für eine Einzelperson nicht in Frage kommen, - es sei denn, sie hat eine eigene Gelddruckerei - nicht herumflimmert. Ich finde es wenig lukrativ, Geld in eine Zeitschrift zu investieren, in der jede zweite Seite voll mit Werbung ist und ich immer erst suchen muss, wo denn mein Artikel endlich mal weiter geht.

    Solange ich meine Software bedienen kann, lebe ich da eindeutig lieber mit Online-Ausgaben, wobei die meisten Fachmagazine auch da längst auf Kaufbeiträge setzen, wenn die wirklich jemanden interessieren könnten. Das ist auch ihr Recht - die Macher schreiben schließlich auch nicht 4Fun.
     
  7. Gelb

    Gelb Benutzer

    AW: Tschüß "CUT"!

    Zwar meinte ich eine andere Wochenzeitung, aber das gibt sich nichts. Die von divy angesprochene hätte es ebenso sein können, hin und wieder kaufe ich sie mal einzeln. Abonniert hatte ich eine andere, aber das ist nebensächlich.

    Ich beobachte, daß derzeit Dienstleister vom Markt verschwinden oder deutlich abspecken, weil sie sich nicht mehr rechnen. Das betrifft im Moment vielleicht noch Anbieter, deren Waren für uns Endverbraucher nicht sooo wichtig und deshalb verzichtbar sind (ich muß nicht unbedingt eine Zeitung/Zeitschrift lesen, ich muß nicht unbedingt ins Kaufhaus gehen, ich muß nicht unbedingt ein Auto fahren), aber drehen wir die Wirtschaftskrise mal ein, zwei Jahre weiter. Wie schnell sind wir an dem Punkt, an dem nicht nur Luxusgüter (oder jene, die dann zu welchen geworden sind) vollkommen unerschwinglich oder gänzlich vom Markt verschwunden sind, sondern dies auch für Grundversorger zutrifft. Ich denke da an Preise für Mieten, Strom, Wasser, Lebensmittel.

    Die Entwicklung, die wir gerade mitmachen, erfüllt mich mit großer Sorge. Da ist das Verschwinden einer angesehenen Fachzeitschrift vielleicht erstmal nur ein Signal. Allerdings ein sehr schlechtes.
     
  8. dea

    dea Benutzer

    AW: Tschüß "CUT"!

    Medien im Wandel der Verbeitungswege und der Konsumgewohnheiten - Papier und Äther nehmen sich da nichts. Patati-Patata. Nicht überzubewerten. Das sieht nur dramatisch aus, ist es aber nicht.
     

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