1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

TV-Tip(p): Berlin-Weißensee 1988

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Radiokult, 30. Juni 2013.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Der mdr rührt fleißig die Werbetrommel für eine Doku am kommenden Freitag Abend, 05.07., um 20.15 Uhr über den Rocksommer 1988 in Berlin-Weißensee. Die Doku selbst dürfte nach 25 Jahren interessante Einblicke in das damaligen Geschehen geben. Interessanter wird aber das Programm danach. Ab 22 Uhr läuft das vermutlich komplette Bruce-Springsteen-Konzert von damals, gefolgt vom Joe-Cocker-Konzert in Weißensee und um halb 2 ein Carlos-Santana-Konzert aus dem Palast der Republik von 1987. Da lohnt es sich ausnahmsweise mal den mdr einzuschalten!
     
  2. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Wenn ich an das Konzert vom Boss in Berlin-Weißensee denke, wird mir heute noch "schlechtl". Das war rein "sicherheitstechnisch" ein Ritt auf der Rasierklinge. Und das hat jetzt mal ausnahmsweise nichts mit der Stasi oder der DDR zu tun. Stichwort: Loveparade 2010.

    Ich war damals dabei und habe die vielen Fans gesehen, die schon zwei Tage vor dem Konzert ohne Eintrittskarte vor den Toren der Radrennbahn campiert haben. Hätte man "die" nicht einfach "mit" reingelassen, wäre es wohl zu Tumulten gekommen. Wer kann in einer solchen Situation für "Sicherheit" sorgen? Niemand. Da waren weit mehr als die offiziellen 160.000 auf den Beinen. 250.000 kommt wohl eher hin.

    Tja, und was wäre passiert, wenn sich eine "aufgebrachte Menge" (sagen wir 50.000) in Richtung "Mauer" bewegt hätte? Hätte auch nur ein "DDR-Grenzer" geschossen? Ich glaube nicht, angesichts der "Übermacht"...
     
  3. Hinhörer

    Hinhörer Benutzer

    Das mit ohne Karte erstaunt mich aber ziemlich. Ich war am frühen Nachmittag des Konzerttages vor der Radrennbahn angekommen (noch bevor die mobilen Absperrgitter vorm Einlaßbereich überhaupt aufgestellt worden sind) und konnte problemlos eine Eintrittskarte kaufen. (Waren es 20,10 Mark, mit dem obligatorischen Kulturgroschen?) Vielleicht wollten die bereits zwei Tage vorher Campierenden kein Geld ausgeben?
    Das ist wohl wahr. Wir sind dann auch weit vor der Zeit zu einem Tor gegangen, um auf den Einlaß zu warten. Durch von hinten Schiebende hatte sich dann aber ein so großer Druck aufgebaut, daß am Ende die Tore vorn aufgemacht wurden und alle, ob mit oder ohne Karte, auf das Gelände gerannt sind. Recht überraschend war dann aber vor der Bühne bereits ein Pulk von geschätzt 50 Reihen Menschen. Wann und wie die dorthin gekommen sind, weiß ich bis heute nicht. Ich erinnere mich, daß in besagtem Pulk während des Konzerts seeehr viele US-Fahnen geschwenkt wurden, so daß wir uns schon fragten, wie man das im DDR-Fernsehen zeigen will...
    Ich denke, dieses Szenario konnte man ausschließen. Dafür war Weißensee (garantiert mit dieser Absicht ausgewählt) einfach zu weit weg von der Mauer. Am Brandenburger Tor hätte das anders ausgesehen, aber vor unkontrollierbaren Menschenansammlungen dort hatten die Machthaber ja nicht zuletzt wegen der Konzerte vor dem Reichstag extrem viel Schiß, insofern war die Gefahr bekannt und durch den Konzertort auch gleich wieder gebannt.
     
  4. olliver_55

    olliver_55 Benutzer

    Mal eine ganz dumme Idee dazu, könnte es sein, dass es Ammis aus Kreuzberg und Co waren. Denn sie konnten sich ja wie auch die Engländer und Franzosen in ganz Berlin frei bewegen. Oder eine noch dümmerer Gedanke, Erich Milke hatte ein paar Kompanien seines Wachregiments aus Adlershof geschickt und zur Tarnung mit US - Fahnen ausgestattet.
     
  5. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    ...incl. DDR2-Logo :D

     
  6. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Hallo!

    Leider ist mir die aktuelle Ausgabe (Juli) der Zeitschrift "Rolling Stone" erst heute in die Hände gefallen.

    In dieser Ausgabe findet sich ein Artikel über das Springsteen-Konzert in Ost-Berlin. Autor ist Erik Kischbaum, der sogar ein Buch darüber geschrieben hat.

    http://www.rollingstone.de/news/mel...uli-2013-titelstory-das-beste-kommt-noch.html
    http://blogs.reuters.com/erik-kirschbaum/
    http://www.amazon.com/Rocking-The-W...2741/ref=keywords=rocking+the+wall+kirschbaum

    Im letzten Link fndet ihr unten auch einen Link zum "Book Trailer"-Video. Das Buch soll wohl auch in Deutsch erscheinen.


    Ich muß mir den Artikel jetzt erstmal in Ruhe durchlesen. Manche Schätzungen gehen von bis zu 500.000 Menschen aus.
     
  7. 0815xxl

    0815xxl Benutzer

  8. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Na ja, ich will nicht voeilig urteilen, aber eigentlich stelle ich mir unter einer Dokumentation etwas "Reales" vor, also echte Aufnahmen der Stasi, Funksprüche der Polizei etc... und nicht solch einen nachgespielten (Stichwort: "Scripted-Reality") "Sonnenallee"-Abklatsch von "Locke" & Co.
     
  9. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Bevor ich auf den "Rolling Stone"- Artikel etwas eingehe, möchte ich etwas anderes in die Runde werfen:

    Ich bin echt gespannt, ob der MDR das Konzert von Bruce Springsteen in Stereo sendet. Theoretisch waren die "MAZen" im DDR-Fernsehen seit 1980 stereotauglich und
    Die Frage ist halt nur, ob der Stereoton bei der späteren Digitalisierung dieser alten Videobänder nicht "flöten" gegangen ist. Wenn doch, dann existiert sicherlich ein (digitaler?) Mitschnitt von DT64, den man mit etwas Elan unter das Video legen kann. Ich hoffe, der MDR gibt sich morgen keine Blöße...

    Mehr zum Thema "Stereo im DDR-Fernsehen", woraus auch das Zitat oben stammt, gibt es in diesem alten Thread:
    http://www.radioforen.de/index.php?threads/exkurs-stereoton-beim-ddr-fernsehen.26687/
     
  10. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Es geistert ja nun schon länger ein Bootleg dieses legendären Konzertes durchs Internet, sowohl als Audiofile als auch als DVD, die den Mitschnitt des DDR-Fernsehens beinhaltet. Ob das im Original allerdings stereo ist oder erst nachträglich zu stereo gemacht wurde, läßt sich schwer beurteilen, denn die Quali ist nicht gerade berauschend. Bei dem Alter auch kein großes Wunder.
    Interessant wäre evtl. auch noch das hier, was das Konzert selbst angeht: http://www.connect-ed.de/~karltoms/ostberlin88.html Im Bootleg ist meines Erachtens der berühmt-berüchtigte Satz von Springsteen nicht drin.

    Aus westdeutscher Sicht las sich das Konzert damals übrigens so, verfaßt von Cherno Jobatey: http://www.zeit.de/1988/31/born-in-the-ddr
     
  11. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Und siehe da, das fast komplette Bootleg, sprich die zeitversetzte Ausstrahlung des DDR-Fernsehens, findet sich ebenfalls bei Youtube, incl. Springsteens Interview mit dem Ex-DDR-TV (bei 13:54 min)...

     
  12. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Kulti, du lenkst mich ab! ;)

    Ich habe leichte Zweifel, ob "das fast komplette Bootleg" auf Youtube eine Digitalisierung einer damals privat angefertigten analogen Aufzeichnung der "Ausstrahlung des DDR-Fernsehens" von 1988 ist. Zumindest war die Quelle der Aufnahme bei der Digitalisierung des Videos sehr "stabil", wie man unten im Bild im Bereich der sogenannten "Kopfumschaltung" sieht. Dort "zuckt" ja überhaupt nix. Die "geraden Kanten" (Zeilensynchronisation) sind normal - darauf "wartet" jeder AD-Wandler bzw. die Software für Video. Aber am Ende der Zeilen sehe ich auch keine "Fransen". Der "Geber" ist also sehr zeitstabil.

    Eine VHS -Aufnahme von 1988 ist das mit Sicherheit nicht. Saß da etwa jemand direkt an der Quelle? Die digitalisierte "Tagesschau vor 25 Jahren" sieht videotechnisch auch so aus.

    Diese "Bildsprünge" im Video (siehe unten) sind interessant. Wir können erstmal festhalten, daß alle Kameras synchron liefen, sonst wäre eine Überblendung von einer Kamera zur anderen live nicht möglich.

    Sowas passiert eigentlich nur bei einem "schlecht" geschnittenen analogen Videoband. Das geht natürlich - auch bei Schrägspur. Dabei kommt es auf 1/100 mm Schnittgenauigkeit an, sonst zerhaut es die Bild-Synchronisation. Das Konzert vurde zeitversetzt gesendet, also als Aufzeichnung. Aber das man so schlecht geschnitten hat, daß ein aufnehmender Videorecorder, der ja auf die "vertikale Austastlücke" angewiesen ist, aus dem Tritt kommt, kann ich mir bald nicht vorstellen.
     

    Anhänge:

  13. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Ich verstehe von Deinen zahlreichen technischen Ausführungen hier im Forum zwar durch die Bank fast nichts, aber ich bin jedesmal schwer beeindruckt davon...! :thumpsdown:
     
  14. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    @Zwerg
    Damit hast du erstmal Recht. Speziell zu diesem Springsteen-Konzert findet man ja doch einiges im Netz. Gerüchten zufolge sollen die Amis damals das Konzert selbst mitgeschnitten haben und das DDR-TV nur ein fertiges Signal bekommen haben. Inwieweit das stimmt, läßt sich schwer sagen. Die Variante könnte aber deine These stützen. Vielelicht gibts dazu ja heute Abend was erhellendes in der Doku.
    Andererseits läßt sich das Material, einmal auf den Rechner gezogen, aber auch entsprechend bearbeiten, um zum Beispiel dieses "wegziehen" des unteren Bildrandes zu vertuschen.
     
  15. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    @Makeitso: Mach dir bitte keine großen Sorgen! Die "analogen Freaks" hier im Forum wissen schon sehr genau, was ich meine und worauf sie beim Betrachten eines Videos aus dem Internet achten sollten. Man sieht so einiges, wenn man genauer hinschaut.

    Beispiel: Was "siehst" du bem "Bootleg" - der Link von Kulti oben - bei 34:50 min?
     
  16. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    Kann dieser Mittelmäßige Rundfunk eigentlich irgendwas anderes senden als diese verlogene und schwültstige Ostalgie?
     
    Inselkobi gefällt das.
  17. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Ja, was sehe ich da eigentlich...?
     
  18. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Lief das jetzt eigentlich heute Abend? In meiner TV-Zeitschrift ist es nämlich für morgen (Sonnabend) angekündigt...
     
  19. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Ja, lief heute. Ich schau mir gerade den Mitschnitt von Springsteen an und stelle etwas irritiert fest, dass das im Großen und Ganzen ein Zusammenschnitt der Sendung des DDR-Fernsehens zu sein scheint. Das schwülstige Gesabber am Anfang über Springsteens Werdegang hätte man zum Beispiel getrost weglassen können. Auch weitere Kommentare, die so im Bootleg nicht vorkommen, irritieren mich ein wenig.
    Davon ab scheint das tatsächlich ein Secam-Umschnitt zu sein, denn am Anfang von "The river" sieht man für einen kurzen Moment in eben jenem Schriftzug das berühmt-berüchtigte Farbflimmern jenes Fernsehsystems.


    Nachtrag:
    Wie der Abspann verriet, war es tatsächlich 1:1 die Sendung des damaligen DDR-Fernsehens, die im Nachgang des Konzertes noch einmal gesendet wurde. Nur wenige Titel ausgespielt, etliche zur damaligen Linie passenden Kommentare und selbst das dämliche Interview des DDR-Fernsehens mit Springsteen hat man nicht rausgeschnitten. Schade mdr, Chance vertan...
     
  20. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Oho - jetzt seid ihr aber mächig "schlecht" drauf.

    Im "Rolling Stone" steht aber auch der 6. Juli als Sendetermin der Doku. Falsch!

    Hättet ihr doch einfach nur "Kulti" vertraut, der weiß schon von was er redet und passt in die Welt! Und der MDR hat eigentlich auch nur vom 5. Juli (Freitag) geredet. Ein kurzer Blick in den EPG hätte genügt.

    Merkt ihr was?

    Wenn ich Makeiso jetzt noch das "FBAS-Signal" beibringen wollte, haut er mir mit seinem "Laser-Schwert" glatt die Rübe runter.. Ich verzichte erstmal.

    Leute! Bitte schaft erstmal eine Nacht drüber, bevor ihr euch (virtuell) die Köpfe einhaut!!

    Ich bin standby.
     
  21. K 6

    K 6 Benutzer

    Bei 2-Zoll-MAZ, siehe beigefügtes Viehdeo. Ich weiß allerdings nicht, inwieweit die Methode auch in Deutschland gebräuchlich war.

    Und ich wüßte nichts davon, daß man das jemals bei 1 Zoll oder gar den Kassettensystemen als Methode zur regulären Bearbeitung probiert hätte. Hat mit dem Thema hier also nichts zu tun.

     
  22. K 6

    K 6 Benutzer

    Der Zusammenschnitt dürfte schon das gewesen sein, was Adlershof überhaupt in die Finger bekam. Das soll so abgelaufen sein, daß sie in Weißensee vom produzierenden Ü-Wagen (wobei zu klären wäre, wer den eigentlich betrieb) nicht das komplette Signal übergeben bekamen, sondern nur Fragmente, bei deren Auswahl kein Schema erkennbar gewesen sei.

    Es wäre einmal interessant, was da damals ganz konkret abgelaufen war, was für Deals das waren, wessen Nasen da alles mit drin klebten.


    Möchte jemand einschätzen, ob es sich um gewandeltes NTSC handelte?
     
  23. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Bevor ich ins Bett gehe, eine Frage:

    Wo ist das "ungeschnittene" MAZ-Band (sozusagen der "Master') vom Springsteen-Konzert?

    Erzählt mir jetzt bitte keine Märchen! Natürlich hat man das komplette Konzert "abgesteckt" - auf Videoband aufgezeichnet.

    Die Antwort auf diese Frage interessiert mich schon....


    Und bitte beachten: "Live Aid" durfte damals auch nicht offiziell aufgezeichnet werden. Daran gehalten hat sich aber niemand bei den TV/Radio-Anstalten. Zum Glück! Ich habe seit Jahren eine 4-DVD Box im Regal stehen....
     
  24. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Ist jetzt nicht Dein Ernst, oder? Du gehörst doch bitte nicht auch zu den Nixblickern, die "Star Trek" und "Star Wars" nicht auseinanderhalten können...? :confused:
     
  25. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Also ich glaube schon dass Makeitso in der Lage ist, die verschiedenen Signale auseinanderhalten zu können. Das man die spezifischen Eigenheiten des jeweiligen Bildsignals nicht kennen muss wenn man in der Materie nich drin steckt, halte ich davon ab für ziemlich normal.

    Da es wie gesagt die nachträglich zusammengebastelte, komplette Sendung des DDR-Jugendfernsehens war, kann im Grunde nur ein SECAM-Signal die Quelle sein. Dieses kurze Farbflimmern taucht ja auch nicht im gesamten Bild, sondern nur im eingeblendeten Titel "The river" auf. Ich gehe ohnehin davon aus, dass die Titeleinblendungen erst vom DDR-TV gemacht wurden, denn das ist aus meiner Erinnerung heraus das damals typische Layout des DDR-Jugendfernsehens.
    Dass das ursprüngliche Konzertmaterial NTSC gewesen sein könnte, liegt allerdings durchaus im Bereich des Möglichen. Die besagte Sendung, die da im DRA schlummerte, wird man aber kaum in NTSC zusammengeschnitten haben.
    Interessant ist auch, dass man eben nicht das Springsteen-Konzert 1:1 von damals gesendet hat, sondern nur diesen muffigen DDR-Fernsehzusammenschnitt. Joe Cocker danach war dagegen 1:1 und auch Carlos Santana. Das würde die These stützen, dass die Rechte am Konzertmaterial von Weissensee eben nicht beim einstigen DDR-Fernsehen liegen, sondern tatsächlich die Amis das ganze selbst aufgezeichnet haben und Adlershof nur ein fertiges Signal bekam.

    Was die eigentliche Doku angeht... nun ja. Das es für manchen Westdeutschen offensichtlich nur schwer vorstellbar ist, dass es auch ein Leben jenseits von Mauer und Stacheldraht in diesem einstigen Land gab, kann ich durchaus nachvollziehen. Allerdings muss ich BlueKO auch Recht geben. Ein paar Dinge in dieser Pseudo-Doku muteten schon ein wenig, na sagen wir mal subtil an.
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen