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Überlassen die TV-Privatsender den ÖR die Politik?

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von HeavyRotation25, 16. März 2015.

  1. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    So weit ich es feststelle, gibt es im Privatfernsehen eigentlich keine Sendungen mehr mit politischem Inhalt, bzw. mit Diskussionen in denen Politiker zu Wort kommen.

    Manche Zuschauer finden das sogar vorteilhaft, denn schaut man in die Talkrunden der ÖR, sitzen dort oft die gleichen Gesichter des Politikbetriebs. Aber trotzdem gibt es viele weltpolitischen Themen, die diskutiert werden sollten. Vor allem deshalb, damit sich die Bürger eine eigene Meinung bilden können. Das Interesse scheint auch vorhanden zu sein, bei Jauch am Sonntagabend sind gut 4 Millionen Zuschauer dabei. Ob diese Diskussionen immer zur Aufklärung dienen, oder ob den Bürgern dort immer die gleichen Phrasen runtergebetet werden, vermag ich nicht zu beurteilen. Gestern zb. war der griechische Finanzminister Varoufakis live aus Athen zugeschaltet und es ist wichtig auch ihn anzuhören, statt sich von den seit monaten anhaltenden täglichen Anfeindungen der "Bild" gegen Griechenland beeinflussen zu lassen. Auch wenn die Parteien immer ihre gleichen "Zugpferde" in die Diskussionen schicken, wichtig ist es trotzdem für den Wähler.

    Natürlich wird der Zuschauer vor den Wahlen mit Polittalks überhäuft, denn die Parteien gehen dort auf Wählerfang. Scheinheilig finde ich allerdings, dass dann die Privatsender wieder mit auf den Zug springen. Und durch die Ablehnung der Privaten, Politik nicht in ihr Programm zu stellen, sinkt auch die Glaubwürdigkeit beim Zuschauer. Dadurch erklären sich auch die Zuschauerquoten-Verteilung bei den Diskussionsrunden der Spitzenpolitiker, wenn vor Bundestagswahlen die Livtalks von ARD, ZDF, RTL und Sat1 gleichzeitig ausgestrahlt werden. Die ÖR liegen dort immer vorne. Die Zuschauer nehmen sich wichtige Informationen generell lieber bei der Tagesschau, statt bei den Nachrichten der Privaten.

    Bloß ist es richtig, dass die Privaten keinen großen Platz mehr für Politik in ihren Programmen mehr bieten, oder überlassen sie die Politik freiwillig den ÖR?
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. März 2015
  2. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Im Unterschied zuz den Öffentlich-rechtlichen, die aus jedem Pups gleich ein "Spezial" machen und bei denen sich die Talkshowpolitiker die Klinke in die Hand geben, findet Politik bei den Privaten nur dann statt, wenn sie wirklich relevant ist. Das ist kein unsympathisches Ausleseverfahren.
     
  3. dramaking

    dramaking Benutzer

    Also nie. (Oder gibt es irgendein konkretes Beispiel seit der letzten Wahl?)

    Diese Sendungen sind doch viel zu personalintensiv und unsexy. Die sind im absoluten Verdummungsprogramm der Privatsender doch völlig fehl am Platz.
     
    grün, HeavyRotation25 und NOWORUKA61 gefällt das.
  4. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Wie definierst du denn "wirklich relevante Politik"?
     
  5. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Der Unterschied zwischen "relevant" und "nicht relevant" ist im Politikalltag sicher stets eine Einzelfallentscheidung und kaum einer allgemeinen Definition zuzuordnen. Sicher sind Krisen relevant, ebenso Gesetzesvorhaben, die ins Leben der Menschen unmittelbar eingreifen, ebenso Wahlen auf Bundesebene. Es geht eben auch um die Frage, ob eine reine Information über diese Themen reicht, oder ob darum herum Dutzende von Talkshows einen Mehrwert bieten.
    Man muss ja nur mal sehen, wie mickrig das allgemeine Interesse an fernsehübertragenen Bundestagsdebatten ausfällt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. März 2015
  6. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Was aber eher an den Debatten selbst liegt und nicht am Desinteresse. Roger Willemsen hat in "Das hohe Haus" ja ganz gut beschrieben, wie das (inzwischen) abgekartete Spiel Bundestagsdebatte auf Aussenstehende wirkt.
    Das Problem ist im Grunde das Fernsehen selbst. Friedrich Küppersbusch hat das letztens in einer "Talkshow" mit einem Webchannel sehr gut erklärt. Sendungen wie einst "Der heiße Stuhl" oder eben "Zak", die Politik durchaus kontrovers und damit eben auch interessant darstellten und gestalteten, sind heute schlicht nicht mehr möglich, weil sich kein Politiker mehr in den "Fettnapf" setzen mag eine "Type" zu sein. Selbst Runden wie einst "Talk im Turm" sucht man heute vergebens. Heute müssen Politiker vor allem eins sein - rundgelutscht und nett, glauben zumindest die Politiker. Und wirklich kontroverse Diskussionen in TV-Talks lassen die meisten Sender heute nicht mehr zu, weil die Gäste danach nicht mehr wiederkommen. Eine Dilemma das im Grunde beide Seiten herbeigeführt haben und aus dem es offenbar kein zurück gibt - zum Leidwesen der Zuschauer.

    Aktuelles Beispiel ist übrigens das Interview von Jauch am letzten Sonntag Abend mit Varoufakis. Hätte Jauch sich die Mühe gemacht, den Monolg mit dem Stinkefinger sich mal anzuhören und zu übersetzen, hätte er nicht solche Fragen stellen müssen. So hat es heute der Spiegel gemacht und Jauch sich ein klassisches Eigentor geschossen. Dumm gelaufen.
     
    grün, HeavyRotation25 und Mannis Fan gefällt das.
  7. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Jauch ist schließlich auch bloß ein Dünnbrettbohrer, wenngleich ein eloquenter.
     
  8. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Radiokult erklärt eigentlich treffend, warum die Politiker heutzutage einen großen Bogen um das Privatfernsehen machen. Zudem haben die ÖR in Berlin ihre "Hauptstadtstudios", wo der Politbetrieb um die Ecke ist. Das bedeutet auch kurze Wege für die Talkgäste der Bundesregierung.
     
  9. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Nicht ganz, denn das es nur im Privatfernsehen Brüllshows gab, ist ja schlicht nicht richtig. Wenn man sich vor Augen führt, was in den "Flegeljahren" der NDR-Talkshow alles möglich war oder eben was Küppersbusch mit seinen Gästen so alles bei "Zak" gemacht hat - heute undenkbar und auch nicht mehr möglich. "Vorsicht! Friedman" (auch ÖR) dürfte die letzte echte Talksendung gewesen sein, wo im Vier-Augen-Gespräch etwas aus den Gästen herausgekitzelt wurde. Auf solche Gespräche über die eigene Person lassen sich die meisten Politiker heute doch von vornherein gar nicht mehr ein. Auf verschiedenste andere Promis trifft mitllerweile übrigens das Gleiche zu.
    Sehr gut sind auch die Interviews vom leider schon verstorbenen Wolfgang Korruhn, die erst bei Zak und später dann auch im Frühstücksfernsehen der ARD liefen. Ein Großteil davon ist laut Küppersbüsch inzwischen gesperrt und darf nicht mehr verwendet werden. Sagt eigentlich alles.







     
  10. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Und damit beantwortet sich eigentlich auch die Frage: Warum machen die Privaten so wenig Politiksendungen? Weil sie langweilig und berechenbar sind.
     
  11. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Und um nochmal auf Jauch zu kommen. Da hat sich selbiger ja ein richtig dickes Ei gelegt mit dem Stinkefinger und alle haben es unüberprüft nachgequatscht.. Ausgerechnet Jan Böhmermann, ebenfalls ÖR, hats "verbrochen". Anschauen lohnt sich!

     
  12. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Als dieses Video 2013 entstand, war die Tsipras-Partei noch in der Opposition und ob Varoufakis je Finanzminister werden würde, stand völlig in den Sternen. Ihm daraus jetzt unter Bezug auf aktuelle Entwicklungen einen "Stinkefinger für deutschland" unterstellen zu wollen ist sowas von unseriös und aufgeblasen, dass es nun wirklich nicht als Ausweis investigativer Nachfragerei herhalten kann.
     
  13. Radiokult

    Radiokult Benutzer

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  14. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Die angebliche Fälschung von Böhmermann hat sich inzwischen als Fake entpuppt:



    Trotzdem gilt natürlich weiter, was die "Welt" treffend formuliert hat, Zitat:

    "Das Interessante an der Sache ist, dass es egal ist, wie die Sache sich am Ende wirklich verhält. Das Geniale an Böhmermanns Aktion ist das Spiel mit Wahrheit und Lüge, egal, wie die Faktenlage denn nun ist. Er demonstriert, wie leicht Manipulation im digitalen Zeitalter ist, und er wusste, dass es gar nicht schwer ist, Verwirrung selbst unter Medienprofis zu stiften."
     
  15. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Es war von Anfang an klar, dass es ein Fake ist. Man muss Böhmermann nur sehr genau zuhören, was er vor allem gen Ende sagt in dem Video. Bei Spiegel, Welt und Zeit war man dazu offenbar nicht in der Lage gestern Abend.
     
  16. grün

    grün Benutzer

    Dann sollen halt die Privaten den ÖR die Politik überlassen.

    Aber so ne Talkshow wie Günther Jauch guck ich mittlerweile auch nicht mehr, weils einfach stinklangweilig ist. In so einer Politiksendung sollte doch eigentlich ein richtiger Schlagabtausch zwischen den Beteiligten stattfinden. Den gibt es aber nicht, weil Jauch eigentlich nie richtig "nachbohrt" und in seinen "Frageformulierungen" viel zu harmlos ist. Ich weiß, daß er es anders kann, warum macht er es nicht? Oder darf er es nicht?
     
  17. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Weil er seine Milliönchen auch ohne Nachbohren bekommt.
     
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  18. Grenzwelle

    Grenzwelle Benutzer

    Das allein ist schon schlimm genug. Aber Jauchs alter Kumpel vom BR bekommt die Milliönchen sogar vom WDR, ohne überhaupt auf Sendung zu gehen.

    Dass diesem durch und durch korrupten System nicht längst der Stecker gezogen wurde, verstehe ich nicht.
     
  19. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Zuletzt bearbeitet: 26. Mai 2015
  20. ricochet

    ricochet Benutzer

    Lang musst du sie dir eh nicht mehr anschauen. Jauch schmeißt bei der ARD hin und lässt seine Talkshow mit Jahresende auslaufen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 05. Juni 2015
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  21. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Warum hacken eigentlich alle auf diesem Gottschalk-Deal herum? Ein ganz normales Vertragswerk, branchenüblich, nichts was irgendwie ungewöhnlich wäre. Das die vereinbarte Summe trotzdem gezahlt wird, auch wenn der Sender meint die Sendung absetzen zu müssen, ist was völlig normales. Das einzige worüber man diskutieren könnte wäre, ob tatsächlich die vereinbarte Gesamtsumme gerechtfertigt war. Knapp drei Mille für die nicht produzierten Sendungen ist ein wenig fett, wenn man auf Grundlage der Zahl kurz mal durchrechnet, was er für die produzierten Sendungen demnach bekommen haben muss. Für 5 mal wöchentlich 20 min im Studio sitzen und mehr oder weniger sinnfrei über die Boulevardthemen des Tages zu schwätzen, ist das bisschen viel.
    Den Frust der Dok-Filmer kann ich in Anbetracht der Zahlen übrigens durchaus nachvollziehen. Aber so leid mir das auch tut, ich habe trotzdem vor allem bei den ÖR-Anstalten noch niemanden getroffen, der am Hungertuch nagt. Insofern ist das ein ziemliches Gejammer auf hohem Niveau, weiter nichts. (Ausdrücklich ausgenommen sind davon freie Mitarbeiter und sonstige Nicht-Festangestellte der ÖR!)
    Und jetzt dürft ihr über mich herfallen....
     
  22. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Genau darüber wird diskutiert.

    Und damit dürfte Dir auch klar sein, weshalb beim ÖR niemand am Hungertuch nagt: Das Geld kommt sowieso. Ob sich bewegt wird oder nicht ist, zugespitzt ausgedrückt, egal.

    Vielmehr hacken die Menschen, die ich z.B. bei Twitter lese auf dem System ÖR rum, weil sie sagen, dass solche Verträge (mit derartigen Summen) nur aufgrund des Zwangsbeitrages erst möglich sind. Kein wirtschaftlich arbeitender Betrieb könne sich sowas leisten.
     
  23. dramaking

    dramaking Benutzer

    Damit hast du schon völlig recht. Auch wenn die Summen ziemlich hoch erscheinen, ist das ein relativ normaler Vorgang.

    Es geht in dem Zusammenhang aber AUCH um den Teil des Vertrages, in dem (mindestens) zwei Abend-Shows mit Gottschalk vereinbart wurden. Für diese Shows wurden letztlich nicht einmal ernsthafte Konzepte erarbeitet. Und an dieser Stelle müssen sich die Verantwortlichen, die Gottschalk zwecks vermeintlicher Verjüngung des Programms einkauften (was in sich ja schon ein so völlig abstruses Trugschluss ist), sehr hart ausgedrückt den Vorwurf der Veruntreuung von Gebührengelder gefallen lassen, denn diese Leistung wurde ohne jegliches Interesse seitens des kaufenden Senders bezahlt. Die Untätigkeit und Gleichgültigkeit des WDR an dieser Stelle ist wirklich skandalös.
     
  24. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Ob sich Jauch damit einen Gefallen tut, nur noch den Kasper von RTL zu spielen? WWM mag ja noch ok sein, aber "5 gegen Jauch" ist langweiliger Klamauk.

    Jauch wirkte bei seinem Talk auch oft hölzern, unsicher und es gab nach jeder Sendung Häme. Und das, obwohl er eine journalistische Ausbildung hatte. Vielleicht ist das der/ein Grund, warum er aufhört? An der Quote kann es nicht liegen, die war durchweg positiv und über Schnitt, auch weil er sich im "Tatort"-Fahrwasser befand.

    Jetzt munkelt man wieder Anne Will auf den Platz von Jauchs Talk. Aber man kann sie nicht für Jauch vom besseren Sendeplatz verdrängen und danach wieder angekrochen kommen. Das ist primitiv!

    Sollen sie doch den Talk am Sonntagabend ganz weg lassen und nach dem "Tatort" einen der Schweden-Krimis zeigen, die auch nicht schlecht sind. In der restlichen Woche gibt es bei den ÖR schließlich noch genügend Polit-Talk.
     
  25. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Küppersbusch reaktivieren oder notfalls Friedman in die ARD zurückholen. Alles andere wäre rausgeworfenes Geld. Der brave Sonntagabend-Talk der Langweiler war schon zu Sabine Christiansens Zeiten zumeist übrflüssig.
     

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