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Übernahme von Springer-Medien durch FUNKE: Zukunft des Hörzu-/Gong-Radioprogramms

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von freiwild, 25. Juli 2013.

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  1. freiwild

    freiwild Benutzer

    Heute morgen wurde bekannt, dass Axel Springer zwei Tageszeitungen, zwei Frauenzeitschriften und fünf Programmzeitschriften an die FUNKE-Mediengruppe (Ex-WAZ-Mediengruppe) verkauft.

    Darüber kann man auf vielen Ebenen diskutieren, das ganze hat aber auch eine interessanten Radiobezug: Bisher gibt es doch drei Fernsehzeitschriften, die ein Radioprogramm abdrucken: Hörzu, Gong und TV Hören und Sehen. Gong gehört zum Springer-Verlag, wird aber nun an FUNKE verkauft, den Verleger der Gong. Wird sich FUNKE dauerhaft zwei ähnlich positionierte Programmzeitschriften leisten? Ich glaube eher, dass die beiden Zeitschriften fusionieren werden (und die Hörzu allenfalls noch als Titel-Zombie weiterlebt, wie die TV-Today, die inzwischen von der Redaktion der TV-Spielfilm erstellt wird, oder we es FUNKE schon an der Westfälischen Rundschau vorexerziert hat), und dass dabei mindestens eines der Radioprogramme über die Wupper geht.

    Und um mich vom Radiobezug etwas zu lösen: Warum richtet Axel Springer erst vor Monaten kompliziert eine Redaktionsgemeinschaft von Hamburger Abendblatt und DIE WELT ein, wenn er anschließend das Abendblatt verkaufen möchte?

    Spekulation Nr. 1: FUNKE wird die wenigsten der Axel-Springer-Redakteure übernehmen und die Füllung der übernommenen Zeitungen und Zeitschriften von den Redakteuren seiner schon bisher besessenen Medien übernehmen lassen.

    Spekulation Nr. 2: Die Redaktionsgemeinschaft war nur ein Vorwand, um Stellen beim Abendblatt streichen zu können, um dadurch vordergründig die Rendite beim Abendblatt zu steigern, um dadurch den Kaufpreis zu erhöhen (das passiert ja aktuell auch in einigen anderen Zeitungsverlagen dieser Republik)

    Spekulation Nr. 3: Axel Springer will den Standort Hamburg komplett aufgeben und sich ganz auf Berlin konzentrieren.

    Spekulation Nr. 4: Axel Springer wird in Kürze einen neuen Anlauf zur Übernahme von ProSiebenSat1 starten. Deren Aktien kommen ja demnächst auf den Markt.
     
  2. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    Das läßt mich doch an eine ganz alte Geschichte von damals™ denken: Den Verkauf der "Bild und Funk" (die zu der Zeit als sie wöchentlich in unserer Familie gekauft wurde auch ein sehr ausführliches Radioprogramm bot) von Burda an den Gong-Verlag. Ich habe beide Hefte schon seit Jahren nicht mehr in der Hand gehabt. Sind die inzwischen auch inhaltsgleich?

    Den Verlegern wird aber ganz grundsätzlich daran gelegen sein möglichst viele Titel im Kiosk-Regal stehen zu haben, damit den Käufern eine mögliche Auswahl vorgegaukelt wird und den Konkurrenten möglichst wenig Verkaufsfläche überlassen wird.
     
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  3. Fredo

    Fredo Gesperrter Benutzer

    Ist zwar irgendwie OT, aber lustig! Ich sollte für meine Frau die Freizeit-Woche besorgen und stehe vor dem Zeitungsregal in einem großen Münchener "Supermarkt"! *SCHOCK* 34 !!! Titel mit Freizeit ... ...Revue, ...Woche, ...Tag, ...Glück, usw. usf. ---> Am Schluß wusste ich nicht mehr, welche ich kaufen sollte ...

    ... soviel zum Thema, dem Kokurrenten möglichst wenig Verkaufsfläche zu bieten ... / Jetzt weiss ich auch, warum dies so ist! Radioforen.de bildet also doch hin und wieder!
     
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  4. Spezi

    Spezi Benutzer

    Springer hat ja in Hamburg schon fleißig seine Immobilien verhökert und dann ein bisschen was davon zurückgemietet. Das bringt die notwendige Flexibilität für den Gesamt-Umzug nach Berlin.

    Springer hatte immer schon einen "Berlin-Knall". Den werden Döpfner und Konsorten weiter zelebrieren. Den langjährigen Mitarbeiter, die sich mit ihren Familien in Hamburg und Umgebung eine Existenz aufgebaut haben, kann man ja (zum Wohl des Verlagshauses) in den Allerwertesten treten.

    Aus Radiosicht würde mich interessieren, ob sich was an den Springer-Beteiligungen, beispielsweise an Radio Hamburg oder R.SH, durch die Zeitungsverkäufe ändern wird.
     
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  5. freiwild

    freiwild Benutzer

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    Schau mal hier!
     
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  6. Fredo

    Fredo Gesperrter Benutzer

    Das stehen nur 30 drauf! Na, vielleicht hatte ich mich im Markt auch verzählt, kann sein! Jedenfalls, der HAMMER! :eek: Und braucht doch kein Mensch der Welt und schon gar kein männliches Wesen! *krise*
     
  7. TS2010

    TS2010 Benutzer

    Das ist eine sehr gute Frage. Eine andere sehr gute Frage ist, was der Axel-Springer-Verlag mit der WELT vorhat, die ja bekanntlich erst durch die Zusammenlegung mit der Redaktion der Berliner Morgenpost vor einigen Jahren profitabel geworden ist. Dass man ausgerechnet die – mit ziemlicher Sicherheit – profitablen und traditionsreichen Programmzeitschriften veräußert, ist mir ein weiteres Rätsel. Anscheinend müssen die Beteiligungen und Projekte im digitalen Bereich so dermaßen gut laufen, dass man sich vom Printbereich nun völlig verabschieden möchte. Kurios mutet es dann nur an, dass die Titel aus dem Computer-/Multimedia-Bereich wie Computer Bild oder Auto Video Foto Bild noch weiter im Verlag gehalten werden. Da wird es wohl bald noch zum kompletten Kahlschlag kommen, wer weiß.
     
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  8. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Wieviel Sender mit "Antenne", "Hitradio" oder "FM" im Namen gibt es?
     
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  9. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    Die Auflagen der Computerzeitschriften im Allgemeinen und besonders dieser informationslosen Springer-Titel sind doch seit Jahren im Sinkflug. Vor ein paar Tagen erst hat ein Mitbewerber im Grund die Redaktion seiner beiden Haupttitel geschlossen. Und gerade PC-Zeitschriften sind im Internet-Zeitalter sowas von überflüssig, daß man sich eigentlich wundern muß wie lange die durchgehalten haben. Es gibt doch nichts sinnloseres als Adressen zu lustigen youtube-Videos auf Papier zu drucken, die der geneigte Leser dann in seinen Browser eintippen muß, um im Zweifelsfalle festzustellen, daß das Video bereits Tage bevor das Heft erstmals am Kiosk lag gelöscht wurde.

    Und die Computerbild-Titel sind durch die letzten "Reformen" und "Optimierungen" der letzten Zeit doch sowieso nur noch reine Papierverschwendung. Grafiken und Schrift wurden noch größer und dadurch der Inhalt NOCH weniger als schon vorher. Wenn jemand in dem Bereich überleben will muß er inhaltlich auf ganz hohem Niveau spielen, wie die Heise-Titel. Die Schraube aus Auflagenrückgang, Personaleinsparung und Inhaltsausdünnung dreht sich für die Computerbild-Titel immer rasanter, man kann den Zeitschriften geradezu beim Untergang, der zum Teil auch aus Unfähigkeit selbst verschuldet ist, zusehen. Die Titel wird schlicht keiner kaufen wollen.

    Was mich sehr nachdenklich stimmt ist die Tatsache, daß ausgerechnet die beiden Titel (Hamburger Abendblatt und Hörzu), mit denen Axel seinerzeit nach dem Krieg angefangen hat, verkauft werden. In der AG scheint niemand mehr Wert auf Tradition zu legen.
     
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  10. Finas

    Finas Benutzer

    Völlig richtig!

    Und Axel Springers Witwe, Friede Springer, zeigte sich bisher auch immer bodenständig. Es wäre interessant zu erfahren, wie es Herr Döpfner geschafft hat, sie von der Wurzel des Verlags und dem Augapfel Axel Springers zu trennen.

    Für mich sieht der plötzliche Verkauf wie ein Notverkauf aus, d.h. man will die Objekte losschlagen bevor sie noch weiter im Wert sinken (Rückgang beim Abendblatt und Hörzu sind ja bekannt). Dafür spricht aus meiner Sicht auch, dass dem Käufer sehr großzügige Zahlungsbedingungen eingeräumt wurden.
     
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  11. Spezi

    Spezi Benutzer

    Ich bin mir sicher, die gedruckte "Welt" muss auch bald dran glauben.
     
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  12. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Wieso bald? Das Zeitungssterben hat doch bereits im vergangenen Jahr begonnen.
     
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  13. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    @Finas: Die plötzliche Eile könnte aber auch auf diese Meldung von vorgestern zurückzuführen sein:
    handelsblatt.com: tv-sender-kkr-und-permira-verabschieden-sich-von-prosieben-sat-1

    Nachdem man lange gerichtlich die Gründe für das Verbot des Kaufversuchs von 2006 hat klären lassen, könnte man es jetzt nochmal versuchen. Der fast nicht mehr messbare Marktanteil von Sat1 könnte da gerade sehr von Vorteil sein.
     
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  14. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Dem NDR-Fernsehen ist es heute ein "NDR aktuell extra: Ausverkauf bei Springer" um 22.00 Uhr wert:
     
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  15. Wenn es eine Monopolstellung wäre, dann gäbe es nix aufzukaufen und auszubauen. :)
     
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  16. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Kann ich nachvollziehen; "Bild" und Co. nutzen auch jede Gelegenheit um auf den ÖR zu prügeln...
     
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  17. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Genau! Typischer Fall von Sprachlotterei und deshalb in den dortigen Thread zu verschieben. Aber im Kontext zu den Springer-Blättern gehören Sprachlottereien sowieso zur gewohnten Dekoration.
     
  18. freiwild

    freiwild Benutzer

    Oh doch. Das "Monopol" bezieht sich ja immer auf einen bestimmten Sektor (es gibt keinen Monopolisten für alles und überall). Wenn ein Unternehmen sein Monopol in einem Bereich um ein Monopol in einem anderen Bereich vergrößert, baut es seine Monopolstellung aus. Funke ist Monopolist in weiten Teilen des Ruhrgebiets, in Thüringen und in Osnabrück; Springer mit dem Abendblatt in Hamburg, was nun an Funke übergeht. Ich finde die Formulierung korrekt.
     
  19. Das wäre so, gäbe es dort keine Springer-Zeitungen zu kaufen. Das würde mir gefallen, ist aber wahrscheinlich nicht so. :) Monopolstellung und Marktführerschaft sind keine Synonyme.
     
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  20. EOM.

    EOM. Benutzer

    Wird es in Zukunft noch die Goldene Kamera geben? Falls ja, im ZDF? Den international Glamour leistet sich der neue Eigner sicherlich nicht, oder?

    EOM.
     
  21. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Davon kann ja wohl in der deutschen Medienlandschaft selbst nach dem Springer-Funke-Deal nicht die Rede sein.
     
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  22. Maschi

    Maschi Benutzer

    Qualitativ haben alle Radioteile nachgelassen, offenbar haben sie alle denselben Zulieferer, man merkt es daran, dass zeitweise bestimmte Fehler in allen Zeitschriften vorkamen. Mittlerweile hat man sich wieder gefangen, am ausführlichsten ist der von der Hörzu, ich hoffe genau der bleibt auch.
     
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  23. freiwild

    freiwild Benutzer

    Monopol im Bereich der Regionalzeitungen. Ja, man bekommt in Essen, Braunschweig* und Hamburg auch die BILD, Süddeutsche Zeitung und International Herald Tribune, aber wenn ich eine ganz normale Regionalzeitung lesen möchte, die über die lokale Politik berichtet, dann habe ich in Essen nur die WAZ (plus inhaltsgleiche Schwesterblätter), in Braunschweig nur die Braunschweiger Zeitung und in Hamburg nur das Abendblatt zur Verfügung. Und so etwas ist ein Monopol.

    * Die Braunschweiger Zeitung gehört zur Funke-Mediengruppe, nicht die Neue Osnabrücker Zeitung. Hab die beiden verwechselt. Asche auf mein Haupt.
     
  24. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

  25. equalizer

    equalizer Gesperrter Benutzer

    Vielleicht hat es auch andere Gründe. Gar nicht so sehr im Onlinebereich zu suchen.
    1. Wir haben eine Überalterung der Gesellschaft. Kurz: Der Leser stirbt weg.
    2. Die Promizeitschriften liest doch kein Mensch mehr am Donnerstag, wenn er von Freitag bis Mittwoch in der Glotze bei x Boulevardsendungen über das Liebesleben von Kate und ihrem Prinzen informiert wurde.
    3. Menschen ändern sich. Wer nie raus kam, der isst auch immer beim Griechen sein Wiener Schnitzel :):D
    4. Zeitschriften wie die "Landlust" belegen, Print lohnt sich. Man muß eben nur das richtige Produkt auf den Markt bringen. Darum auch der Auflagenschwund von "Focus", "Stern" und "Spiegel"...............
     
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