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Valerie Weber: noch fünfzehn Jahre lineares Radio

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von freiwild, 21. September 2016.

  1. freiwild

    freiwild Benutzer

    Auf den gerade laufenden Österreichischen Medientagen soll WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber gesagt haben, sie gebe dem linearen Hörfunk noch fünfzehn Jahre. Danach sei dann alles On Demand. Das berichtet die ORF/Ö1-Journalistin Nadja Hahn auf Twitter.

    Kein linearer Hörfunk mehr ab 2030? Stattdessen alles individuell zusammengestellt. Das aus dem Munde einer der profiliertesten Vertreterin des Massengeschmach-Linearhörfunks. Und der ARD. Wie steht Ihr dazu? Also ich bin skeptisch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2016
  2. Berlinerradio

    Berlinerradio Benutzer

    in fünfzehn Jahren hört also Valerie auf.
     
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  3. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    @Berlinerradio:
    Das kommt ungefähr hin, denn 2033 darf sie abschlagsfrei in Rente.
     
  4. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Aufschlußreich. Für den Job der Rundfunk-Beseitigung beim WDR ist sie also eingekauft worden. Ausschließlich "nicht linear" bedeutet: "kein Rundfunk". Alles andere wäre Illusion.
     
  5. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Im Grunde ein Armutszeugnis: Da verkündet jemand, der den Job/Auftrag hat, die Zukunft des linearen Radios durch Programmkonzepte zu sichern, dass es diese Zukunft nicht geben wird. Eigentlich ein Entlassungsgrund.
     
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  6. Tweety

    Tweety Benutzer

    Wenn Valerie so weiter macht, dauert es keine 15 Jahre mehr. Zumindest in NRW. Sie hat mit ihren Programmreformen ja jetzt schon dafür gesorgt, dass Programme wie WDR 2 und 4 jetzt schon überflüssig sind. ;)
     
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  7. exhörer

    exhörer Benutzer

    Wenn es das jetzige lineare Radio mit seinen Minimalstansprüchen, mit Micro-Rotationen und supereng geschnürten Zielgruppen-Scheuklappen noch 15 Jahre packt, dann wäre das schon eine enorme Leistung.

    Es wollen sich halt immer weniger Hörer vorschreiben lassen, daß die 250 Songs vom Grabbeltisch, täglich rotiert, "ihre Lieblingsmusik" sein sollten, wenn gleichzeitig hunderttausende Titel online darauf warten, entdeckt zu werden.
     
  8. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    ... und dann auch noch als "die größte Vielfalt - der beste Mix" angepriesen werden.
     
  9. Gegenstromanlage

    Gegenstromanlage Benutzer

    Nicht nur das Radio wird in 15 Jahren komplett über das Smartphone laufen, sondern das ganze Leben. Wer da nicht mitmacht, wird verhungern, verdursten und erfrieren. Ohne das Smartphone als Steuerzentrale wird Leben nicht mehr funktionieren.
     
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  10. CosmicKaizer

    CosmicKaizer Benutzer

    deswegen genieße ich die nächsten 15 Jahre noch ohne... ;)
     
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  11. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Es könnte auch völlig anders kommen. Mobilfunknetze sind nicht katastrophen- / stromausfalls-/ kriegszeiten-fest. Sich darauf zu verlassen, bedeutet dann: man ist verlassen. Bereits jetzt erkennt man das ja schon daran, daß die Bundesregierung nicht zum Kauf eines Zweit- oder Dritt-Smartphones und Einlagern selbigens aufruft, sondern zum Einlagern von Trinkwasser und Nahrungsmitteln, Kerzen, Feuerzeug, Gaskocher, ...

    Die echten Probleme sind versteckter und viel existenzieller als das Handynetz derzeit ist. Z.B., daß die Atomkraftwerke ohne Energieversorgung (!) nach kurzer zeit "hochgehen". Z.B., daß unsere Trinkwasserversorgung selbst dort, wo sie früher schwerkraftbedingt funktionierte, heute von Elektrizität abhängig ist. Daß durch die Umstellung auf zentrale und effiziente (zum Glück!) Heizungssysteme letztlich fast alle Gebäude ohne Elektrizität nicht beheizt werden können, im Falle eines längeren Ausfalls im Winter auch Rohre einfrieren und platzen können. Unser Abwasser wird mittels Elektrizität ins Klärwerk gepumpt. Und hunderttausende Menschen sterben alleine in der ersten Woche eines katastrophen- oder kriegsbedingten Stromausfalls, weil die Systeme auf Intensivstationen genausowenig funktionieren wie die Dialysezentren. Weitere Millionen Menschen folgen, sobald ihr Medikamentenvorrat verbraucht ist. Millionen Menschen in diesem Land verdanken ihr Leben der modernen Medizin, die aber unsere Infrastruktur braucht. Alle diese Menschen wären, hätten wir jetzt 100 Jahre früher, bereits längst krankheitsbedingt eines "natürlichen Todes" gestorben.

    Man braucht kein Smartphone, um verletztlich zu werden. Man ist es heute generell. Ein Leben ohne Elektrizität ist für uns nicht mehr möglich. Auch für jene nicht, die kein Handy besitzen. Umso unerklärlicher ist mir, warum ein zunehmender Teil der deutschen Bevölkerung offenbar dieses Land demontieren und zerstören will, damit es ja von niemandem anderen mitgenutzt werden kann.
     
  12. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    @Gegenstromanlage : Du als Visionär kannst mir doch sicher sagen, ob das Dingens dann auch putzt, wäscht, bügelt...vielleicht schläft es am Ende auch noch für mich und ich kann dann 24 Stunden lang volle Kanne nichts tun und dem Gerät beim Arbeiten zuschauen...
     
    stefan kramerowski gefällt das.
  13. Handydoctor

    Handydoctor Benutzer

    Gibt es in 15 Jahren noch Smartphones?
     
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  14. black2white

    black2white Benutzer

    Warum habe ich immer das Gefühl in Deutschland freuen sich die Leute mit 30 schon auf die Rente ?
     
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  15. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Deine Katastrophen in Ehren, aber Du weißt hoffentlich, dass in all den von Dir genannten Einrichtungen hochwirksame Notversorgungssysteme existieren, die auch mal einen mehrtägigen Ausfall der etablierten Stromversorgung aushalten?
     
  16. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Hach, wir sind wieder off-topic... :D
    Vermutung meinerseits: weil sie durch die Realität in deutschen Unternehmen und Behörden, in Schulen und Krankenhäusern bereits frühzeitig in die innere Kündigung getrieben werden. Eine Freundin von mir ist Ärztin, keine 40 Jahre alt und hat die Schnauze gestrichen voll. Ihren Schilderungen nach ist der Kliniks-Alltag geprägt von Hinterhältigkeit, von Vetternwirtschaft, von Verantwortungslosigkeit und zunehmend von aggressiven Patienten. Sie denkt bereits vorsichtig ans Auswandern - in eine Gegend, in der echte Krisen und schwere Armut herrschen, nicht in Europa.

    Mein letzter Chef in der Industrie hat sich auch alle Mühe gegeben, mich in die innere Kündigung zu treiben. Er hat lange gebraucht, weil ich den Job mochte. Nachdem er es aufs äußerste eskalieren lassen hat, hatte er mich dann aber auch soweit. Bevor ich mich nach was neuem umgeschaut hatte, war das Unternehmen aber sowieso Geschichte und er konnte mich endlich entlassen.

    Häufig lerne ich Menschen kennen, die ihren Job nur noch nebenbei - ohne Leidenschaft - tun, weils Geld dafür gibt. Fehlende Wertschätzung seitens des Vorgesetzen / Managements, fehlender Sinn bei den zu erledigenden Aufgaben - das wirkt. Achtung, Rundfunkbezug: wenn sich ein ARD-Urgestein freudig über den baldigen Vorruhestand äußert, spricht das Bände über die Situation in seiner Anstalt. Und diese Anstalt könnte wohl inzwischen "überall" sein. Die Beschreibung deckt sich übrigens mit dem, was vor Jahren schon eine einstige Kollegin von ihm schilderte (sie hat dem Rundfunk inzwischen den Rücken gekehrt).

    Deinen Wunschtraum in Ehren, aber wir hatten 2013 Hochwasser. Das lief so ab:

    4:30 Uhr: Stromausfall in der Siedlung
    etwa zeitgleich: Ausfall Festnetz Telefon
    5:00 Uhr: Pegel in Kanalisation steigt, wird nicht mehr abgepumpt, kann wegen Hochwassers im Fluss nicht schwerkraftbedingt abfließen
    6:00 Uhr: Fluss tritt über die Ufer. Pegel in Kanalisation bis auf Straßenniveau gestiegen, Gärten, Hofeinfahrten und später auch Keller werden überflutet

    In der Stadt gab es schon einmal Hochwasser, 1954. Damals betroffen auch das Rundfunkstudio. Die Chronisten vermerkten:

    hochwasser.jpg

    1954 brach also die Telefonversorgung erst 7 Stunden nach Uferübertritt ab - 2013 schon vorsorglich vorher. Stromausfall gab es 1954 erst 15 Stunden nach Uferübertritt ab - 2013 ebenfalls vorher (ok, sind alles Erdkabel).

    Wichtig: die Kanalisation wurde wegen des Stromausfalls nicht mehr abgepumpt. Der Notüberlauf (ungeklärt in den Fluss) konnte nicht funktionieren, da der Fluss knapp unter Oberkante Ufer / Deich stand. Notstrom? Wo denn? Lasst sie doch absaufen...

    Kann grad nicht sagen, wie lange Festnetz weg war. Strom war tagelang weg, dann aus Sicherheitsgründen, mußten ja erst alle abgesoffenen Keller inspiziert und das betroffene Haus stromlos gemacht werden.

    Wenn es schon bei solchen Dingen wie Stromausfall + hoher Pegelstand im Fluss + Regen scheitert, mache ich mir wirklich keine Hoffnungen auf "hochwirksame Notversorgungssysteme".
     
  17. Spectra Color

    Spectra Color Benutzer

    15 Jahre ist zu kurz gegriffen. Ich tippe auf 30 oder 40 Jahre, wobei die Zahl der Zuhörer allerdings tatsächlich im Laufe der nächsten 10 bis 15 Jahre dramatisch einbrechen wird.

    Was einmal da ist, verschwindet nicht so schnell. Es gibt ja selbst noch Leercassetten für das "Video 2000"-System neu zu kaufen. Radio hat eine lange Tradition. Es ist daher nicht sehr wahrscheinlich, daß die Sender schon in 15 Jahren abgeschaltet werden.
     
  18. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    @Radiowaves

    Die "hochwirksamen Notversorgungssysteme" bezogen sich auf Einrichtungen wie Kliniken, Trinkwasserversorgung, Behörden, Einsatz- und Rettungsdienste. Dass der gemeine Mann aus der Zivilisation fällt und ohne Elektrizität bald hoffnungslos verloren wäre, das ist etwas anderes.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2016
  19. Nach der Dotcom-Blase die Smartphone-Blase? "Voraussagen soll man unbedingt vermeiden, besonders solche über die Zukunft" · Mark Twain

    Ja, und es macht schon jetzt automatische Postings unter dem Namen Gegenstromanlage... :thumpsup:
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2016
  20. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    stefan kramerowski gefällt das.
  21. Cart

    Cart Benutzer

    Ich lache mich gerade tot. Diese Aussage und die Masse an "Likes", die du dafür bekommen hast, zeigt wundervoll auf, was das Hauptproblem der Dauermotzer in diesem Forum ist. In welchem Jahrhundert lebt Ihr denn? Euch ist schon klar, dass lineares Programm im TV bereits jetzt rapide abnippelt? Die zunehmende Diversifikation der Lebenswelten der Menschen, lässt lineares Programm immer unattraktiver werden. Wichtig bleiben aber die produzierten Inhalte. Eine Folge "Die Anstalt" ist nicht weniger gut, wenn ich sie mir am nächsten Tag um 17 Uhr ansehe, wenn ich Zeit habe und nicht schlafen muss.

    Im Umkehrschluss bedeutet das also, dass Frau Weber deutlich progressiver und vor allem inhaltsinteressierter ist, als Ihr hier immer glauben wollt. Ein on demand Angebot lebt AUSSCHLIESSLICH von Inhalten. Was denn sonst? Anstatt, dass Ihr eine Chance darin erkennt, motzt ihr und heult eurer Jugend nach. Ich habe noch mindestens 30 Jahre vor mir und freue mich auf die neuen Herausforderungen. Keiner von uns weiß bereits jetzt, wie das dann aussehen wird, denn Aktuelles wird natürlich weiterhin in irgendeiner Form live oder "fast-live" (also Sekunden nach Aufzeichnung) verfügbar sein müssen und am Besten auf dem Device "aufploppen" müssen, wie jetzt die Eilmedlungen der diversen Apps. Ebenso wenig möchte ich auf eine aktuelle Morningshow verzichten, von der ich weiß, dass sie JETZT passiert. Aber wurscht egal. Hauptsache, die Weber muss weg.

    Und was mich am meisten ärgert: Ich hasse das, was sie aus Antenne Bayern gemacht hat, komme aber nicht umhin sie hier zu verteidigen, weil das "Niveau" eurer Mäckerei dem der AfD-Wutwähler in nichts mehr nachsteht, was Polemik und "gefühlte" Wahrheit angeht.
     
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  22. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Smartphone, nach einem Roman von Stephen King. Eine Glückliche Familie irgendwo in einer Kleinstadt, mit 2 Kindern und einem halben dutzend Smartphones. Auf den ersten Blick war es die pure Idylle. Alles schien gemacht um ein glückliches erfülltes Leben zu führen. Doch dann geschah das unfassbare, das unvorstellbare. Ein Smartphone nach dem anderen gab aus ungeklärten Umständen den Geist auf, und das Schicksal nahm seinen Lauf. Für die bis dato glückliche Familie begann ein Horrortrip ungeahnten Ausmaßes. Smartphone. Ein Film der ihr Leben verändern wird. Demnächst in keinem Kino…
     
    Heinzgen gefällt das.
  23. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Falls nicht mitbekommen: dieses Forum heißt "Radioforen" und nicht "Podcast-Forum". Da passiert es nunmal so, daß auch Leute zugegen sind, denen Radio am Herzen liegt.

    Abruf-Angebote sind, mit Ausnahme derer, die zuvor im linearen Radio gelaufen sind, kein "Radio". Zumindest nicht in meinem Verständnis. Mehr noch: ich halte es für eine Unverschämtheit, das lineare Radio auszudünnen und mich dann auf irgendwelche Online-Angebote zu verweisen, in denenangeblich das laufen soll, was ich früher im Radio angeboten bekommen habe.

    Das alte Argument von "nur einem kleinen Nutzerkreis zugänglich statt öffentlich gestreut, wie es nicht öffentlicher sein kann" zieht für Online-Angebote zwar tatsächlich nicht mehr, auch wenn es nach wie vor Massen an Menschen gibt, die nicht 24/7 online sind und dabei auch nicht beliebig mit Traffic um sich werfen können. Was aber zutrifft: Abruf-Angebote sind zigtausendfach vorhanden und zählt man jedes Hass- oder Verschwörungsvideo dazu, das heute von Privat für no budget gedreht und "publiziert" wird, sind es Millionen an Angeboten. Damit sind die bisherigen Anbieter von klassischem linearen Hörfunk nicht besser dran als jeder andere, der etwas anbietet. Das Alleinstellungsmerkmal "klassischer Rundfunk" ist dann völlig wurscht und hilft auch nicht, um bekannt und bekannter zu werden.

    Ein Rundfunk, der es nicht schafft, auf den linearen Verbreitungswegen Menschen an sich zu binden, wird es auch in der Online-Welt nicht schaffen, regional relevanter zu werden als "irgendwer". Das ist einerseits eine Chance für mehr Vielfalt (und eine Herausforderung für die althergebrachten "Anbieter"), andererseits leider auch eine Gefahr. Ich befürchte aber selbst, daß starke "klassische" lineare Medien, die hoffentlich noch einen gewissen Respekt vor Menschenleben haben, da auch nicht mehr weiterhelfen können. Der Zug rollt. Was in finstersten Zeiten der Goebbels-Funk "linear" brachte, schafft sich heute ein Teil des Volkes selbst in den sozialen Medien. Und ist hoch attraktiv, weil die vermeintliche Rechtfertigung für Hass erteilt wird.

    Die Folge wird aber kaum noch zu produzieren sein, wenn aufgrund der Diversifikation und des Fehlens eines Alleinstellungsmerkmals künftig kaum jemand noch draufklickt. Dann wird die Finanzierung und das ganze System dahinter ruckzuck in Frage gestellt - die Schminktipps von 15-jährigen "Youtube-Stars" sind ja schließlich auch kostenlos und haben weit mehr Klicks...

    "Progressiv" muß nicht zwangsläufig "nachhaltig" sein. Wenn nicht versucht wird, die linearen Angebote attraktiv zu halten, helfen ausschließlich on-demand-Angebote auch nicht mehr, ein öffentlich-rechtliches System zu erhalten.

    Wenn ich mir die ruinierte öffentlich-rechtliche Glaubwürdigkeit des WDR anschaue, wenn ich diese vergurkten "Nachrichten", die eine Kasperbudenshow der Extraklasse sind, anhöre (oder besser nicht), wenn ich die teils schon bis zur Unkenntlichkeit zerstörten Programme anhöre (was will man da noch on demand anbieten, wenn nichts mehr drin ist?), dann ists selbst dafür inzwischen zu spät.

    Ich habe Leute in NRW, die hören keinen WDR mehr, weil er ihr Vertrauen als seriöse Anstalt nicht mehr genießt. Das muß man erstmal hinbekommen, die Grundwerte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks binnen so kurzer Zeit an die Wand zu fahren.
     
  24. Cart

    Cart Benutzer

    Radiowaves,
    Du hast mich erleuchtet. Ich dachte immer, hier geht es um Radio und um das, was aus ihm wird. Ich wusste nicht, dass dieses Forum nur der Konservierung eines "es-war-einmal"-Zustandes dienen soll. Und vielleicht noch der öffentlichen Zurschaustellung der eigenen "Wünsch-dir-was"-Traumwelt.

    Ganz ehrlich: Ich liebe Radio, wenn es live ist, was zu sagen hat und mich unterhält. Dass das in Deutschland momentan nur schwer zu finden ist, weiß ich auch. Aber in England höre ich noch viel davon. Und weißt du wie viel davon live? Nichts. Alles aus dem Mediaplayer. Weil es egal ist. Wichtig ist nur der Umstand der Erstellung des Inhalts.

    Aber gut, das akzeptierst du nicht. Belassen wir's dabei.

    Was war noch? Achja: die "ruinierte Glaubwürdigkeit des WDR". Boah hast et nich ne Nummer kleener?

    Hast du fundierte Daten auf denen du dein (immer wieder auftauchendes) "früher war alles besser" Gejaule stützen kannst? Oder sind es wie so oft Bekannte, Freunde oder Kollegen, "die das auch sagen"?

    Wenn schon, dann hat der WDR damit schon lange vorher angefangen, als er sich außer Stande sah, mit einem Jahresetat von rd 1. Mrd Euro zu haushalten und jetzt zwangsweise geschrumpft werden muss. Mit Gehältern und Altersrückstellungen von so horrendem Ausmaß, dass ihn verrentete Mitarbeiter mehr kosten, als das aktive Personal.

    Und von Aufgabenprofilen einzelner ZB Lokalstudioleiter will ich gar nicht anfangen.

    Also bitte verschone mich mit irgendeinem "ruinierten Image".
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2016
    phlanze, Spectra Color und StabsstelleIV gefällt das.
  25. Spectra Color

    Spectra Color Benutzer

    Es wird noch viele Jahre dauern, bis Radio endgültig in Deutschland ausgeknipst wird. Aber wir sind doch jetzt schon in einer Phase, in der wirklich alles egal ist. Der Kram wird kleingespart zugunsten von TV und Online. Ganz einfach, weil sich gefühlsmäßig niemand mehr für Radio interessiert. Die dort tätigen Mitarbeiter nicht, und die Entscheidungsträger auch nicht. Es ist sowas wie die Tageszeitung auf Papier. Jeder weiß, daß es alt und ekelhaft ist, aber man hat es halt am Bein und wird es noch nicht los.
     

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