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Vinyl nass abspielen

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von jade01, 30. April 2013.

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  1. jade01

    jade01 Benutzer

    Wer von euch spielt seine LPs eigentlich noch nass - sofern ihr sowas noch hört - ab.
    Ich mache das schön seit meiner Jugend komme nicht davon weg. Zwar hab ich schon versucht, die Platten rückstandsfrei zu reinigen ( Knosti) , aber ich werde immer wieder rückfällig. Gehört für mich irgendwie dazu.
    Höre vinyl nicht mehr so häufig und wenn, dann mit dem vollen Programm
     
  2. Guess who I am

    Guess who I am Moderator Mitarbeiter

    Ich versuche, mein Vinyl durch Nassreinigung in den Zustand zu bekommen, dass Nassabspielen nicht notwendig ist. Gerade bei Platten, die früher nass gespielt wurden, ist das natürlich schwierig und erfordert oft zwei bis drei Waschgänge mit verschiedenen Mixturen, außerdem ein „Freispielen“ auf einem Drittplattenspieler, da das erste Abspielen nach der Reinigung oft noch von leichtem Nachknistern begleitet wird. Eine Wissenschaft für sich, an der sich ohnehin die Geister scheiden.

    PS: Man kann auch Singles nass abspielen. ;)
     
  3. jade01

    jade01 Benutzer

    Wie reinigst du denn deine Platten? Mit einer Knosti ist mir das zu lästig und für eine elektrische Plawa hab ich einfach zu wenig Platten. Ich kann heute allerdings froh sein, dass ich damals im Digitalwahn mein Vinyl neben all meiner Audiokassetten und Tonbänder nicht auch entsorgt habe.
     
  4. Guess who I am

    Guess who I am Moderator Mitarbeiter

    Ich nehme sowohl Lösungen aus destilliertem Wasser und Dr. Wacks Scheibenreiniger als auch die klassische Mischung aus destilliertem Wasser, Isopropanol und Spülmittel.
     
  5. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Gibt's eigentlich dieses tolle Zeugs noch, "Disco Film" hieß das glaube ich, den man naß auf die Platte auftrug, trocknen ließ, und dann als Film mit sämtlichen Verunreinigungen vom Vinyl abzog? Das sollte angeblich auch naß abgespielte Platten wieder "normal" abspielbar machen.
     
  6. jade01

    jade01 Benutzer

    Soweit ich weiss, nicht mehr. Habe es früher einmal benutzt - taugte nix. In diversen Foren wird stattdessen auch gerne mit Ponal (Holzkleber) experimentiert. Naja - jeder so, wie ihm beliebt. Ich bleibe bei der Nassabtastung.
     
  7. Guess who I am

    Guess who I am Moderator Mitarbeiter

    Mit Ponal habe ich es auch mal an einer müllreifen Platte probiert. Das Problem ist, dass die Platte sich beim Abziehen des Leimfilmes außergewöhnlich stark elektrostatisch auflädt; und gerade das ist ja nun auch nicht gerade Ziel einer „Grundreinigung“.
     
  8. Gutz

    Gutz Benutzer

    Zu den eigentlichen Nassläufern hab ich nie gezählt, dafür bin ich noch zu jung. Zum Glück haben das meine Eltern auch nie getan, sonst hätte ich diese Marotte u.U. noch übernommen.
    Wenn eine Platte nach mehreren Reinigungsgängen immernoch recht stark knistert, spiel ich sie mit der Selben angemischten Reinigungslösung aber ebenfalls nass ab.
    Das zieht zudem auch noch einiges aus der Rille, manchmal hat man nach einer Plattenseite sogar eine Art Papyrus aus Staubfasern, allerhand Schmodder und Flüssigkeit am Diamanten kleben, der sich jedoch rel. einfach wieder entfernen lässt.
    Ich nehme immer 2 Teile Aqua dest. auf 1 Teil Spiritus & 2 bis 3 Tropfen Spülmittel oder Maschinenklarspüler zum benetzen auf 500ml Gesamtmenge.
    Also wahrscheinlich ähnlich wie GwIa.
     
  9. Guess who I am

    Guess who I am Moderator Mitarbeiter

    Ich nehme Isopropanol, weil Spiritus vergällter Ethanol ist, dessen Eigenschaften insgesamt etwas ungünstiger ausfallen.
     
  10. jade01

    jade01 Benutzer

    Meine Nassabspielflüssigkeit besteht auch aus 2 Teilen Isoprop einem Teil dest. Wasser ( allerdings aus dem Baumarkt - ist dann nicht so hochwertig: die Chemiker unter uns können dann auch sagen, warum) und ein klitzkleines Tröpfen Spüli alles in allem auf 200 ml Flüssigkeit.
    Mach ich schon seit Jahrzehnten so.
     
  11. dea

    dea Benutzer

    Was in deinem Fall aber unerheblich ist, da du dich ja entschieden hast, die Platten nicht zu reinigen, sondern jedweden Dreck bestehend aus unvermeidlichem Staub und ständig hinzukommendem Abrieb bei jedem Abspielvorgang aufs neue in die Rillen zu pressen. Da tun ein paar Moleküle gelöster Carbonate und was sich sonst aus Wasser noch schwer entfernen lässt nichts mehr zu.
     
    Makeitso gefällt das.
  12. jade01

    jade01 Benutzer

    @dea
    Danke für deine Infos. Allerdings reinige ich meine "Lieblingsplatten" schon von Zeit zu Zeit - allerdings mit einer Knosti und da ist Handbetrieb angesagt. Um nass abgespielte Platten mit der Knosti wirklich störungsfrei zu bekommen, bedarf es mehrerer langer Waschgänge und das ist mir einfach zu aufwendig.
    Die einzige wirkliche Einschränkung des Nassabspielens ist meiner Meinung nach, dass Tonarm und Nassabspieler manchmal nicht synchron laufen. Das ist aber sehr selten.
     
  13. dea

    dea Benutzer

    Ich glaube nicht,
    sei.

    Wie schon angemerkt, kann es nicht Sinn der Sache sein, beim Abspielen einer Platte "Schlamm" zu produzieren und den in die Rillen zu pressen. Das führt ja eben dazu, dass man sich die Scheiben trocken nie wieder vernünftig anhören kann, es sei denn, man "feuert die Schweinerei mit einem Kärcher wieder raus" - um mal gezielt und heftig zu übertreiben.

    Außerdem fehlt mir die Vorstellung, dass bzw. wie sich Wasser als "Stoßdämpfer" in den Rillen positiv auf die Wiedergabe auswirken sollte. Weder für die Gesamtdynamik, noch für die Linearität und auch nicht für die Übersprechdämpfung könnte ich mir unter physikalischen Gesichtspunkten Vorteile ausmalen. Ob ich Plattenschlamm und Moisture an einem teuren Abtaster hängen haben müsste, wäre ein nächster Punkt, der mir verböte, Platten abzuspielen, bevor sie, wenn sie denn gewaschen wurden, wieder trocken sind.
     
  14. jade01

    jade01 Benutzer

    Hallo dea,
    abschließend - ich möchte hier keine Grundsatzdebatte führen - können deine Argumente durchaus zutreffend sein. Ich kenne aber auch etliche gegenteilige Meinungen aus verschiedenen anderen Foren. Kommt mir manchmal so vor wie die Debatte um die vergoldeten Monsterstrippen für die Lautsprecher. Für die einen ein Muss, für die anderen Hifi- Irrglaube.
    Hier muss letztendlich jeder für sich entscheiden und ich habe mich schon vor 40 Jahren entschieden. Umd mal die eine Platte trocken und die andere nass klappt bei mir nicht. Irgendwann denke ich nicht dran und dann ist der Nassläufer schon mit drüber
     
  15. antenna

    antenna Benutzer

    Also, ich nehme einfaches Öl aus der Ölkanne zum Nassabspielen.

    So geht's, ab 9min 35s:





    Gruß, antenna
     
    Gutz gefällt das.
  16. Gutz

    Gutz Benutzer

    Aber Öl ist doch nicht nass, ... oder?
     
  17. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Nass oder nicht, soweit ich das aus der Ferne einschätzen kann, hast du möglicherweise ein völlig anderes Problem.

    Um es gleich zu sagen: Ich bin bekennender "Nasshörer" mit diesem "Lencoclean"-Nachbau und bei mir dauert die Reinigung praktisch länger als die eigentliche Spielzeit der Platte.. ;) Bei mir befindet sich aber nach dem Abspielen einer LP-Seite praktisch "nichts" an der Nadel. Du machst also möglicherweise etwas falsch oder es ist etwas kaputt. Das nächste Mal, wenn du nach dem Abspielen wieder "Papyrus aus Staubfasern [und] allerhand Schmodder " von der Nadel kratzt, deponiere dieses Zeug doch bitte auf einem Stück Papier und lass es richtig trocknen. Dann brenn das Papier an und halte deine Nase drüber. Nimm einen tiefen Zug... Sollte es nach "Salzsäure" riechen, dann verbrennt gerade etwas PVC. Klartext: Deine Nadel ist kaputt und fräst bei der Abtastung feinste PVC-Späne aus der Rille. Bitte überprüfen! Das ist sehr wichtig!


    @dea: Du siehst keine Vorteile bei der Nassabtastung? Mal abgesehen von hornalten Threads hier im Forum an denen wir beide beteiligt waren, schau beispielsweise mal hier unter "Antiskating" - letzter Absatz.

    http://dual.pytalhost.eu/731/dual731-08.jpg

    Alles klar? Warum ist das so und was bedeutet das u.a. für die Lebensdauer einer Nadel?


    BTW: Ich habe zwei Knosti und einige dieser Halbschalen nachbestellt, damit das Waschen von "neuen" Flohmarktplatten flott von der Hand geht. In die eine Knosti kommt die Waschlösung, in die andere nur demineralisiertes Wasser. Nach spätestens fünf LPs ist das Wasser in der zweiten Knosti "dreckig" (es "perlt" nicht mehr von der Oberfläche der Platte ab) und wird daher weggeschüttet. Nach dem Trocknen kommen die Platten in eine neue Innenhülle - fertig.

    BTW2: Kalk ist der größte Feind bei der Abtastung, da die Nadel die ungelösten "Kalkbrocken" im Ernstfall in die Rillenwand drückt. Kalk ist schwer in Wasser löslich, wie wir alle wissen - einfach mal ins Bad schauen. Nur mit Wasser & Alk (bei der Nassabtastung) löst sich also fast nix. Also muß evt. vorhandener Kalk vor der Abtastung (und auch vor der Reinigung mit der Knosti) weg. Nur nicht zimperlich sein. "Flohmarktplatten" vor der eigentlichen Reinigung einfach mit Badreiniger (Säure) behandeln. Einwirken lassen, abspülen - dann erst in die Knosti.
     
  18. Nobier

    Nobier Gesperrter Benutzer

    Gibt es in Sachsen keine Kalkfilter??? ^^
     
  19. Gutz

    Gutz Benutzer

    Dieses "Papyrus" finde ich zumeist nur bei verschmutzten Platten, sind sie gut gereinigt und noch ein zwei mal nass gelaufen, tritt dies nicht mehr auf.
    Aber auch bei Neuerscheinungen hat ein einmaligen Nasslaufen schon desöfteren noch Zeugs aus der Rille gezogen.
    War just heute wieder im 2nd Hand Plattenladen und lasse mal, nach kurzer Nassreinigung mit einem Microfasertusch (auf laufendem Teller), die Caravanserai von Santana nass durchlaufen.
    Ich denke dort wird sich wieder "Papyrus" ansammeln. Vom Abbrenntest berichte ich dann.

    PS: Ich werde dieses Zeugs allerdings nicht vom Papier sondern "vom Blech" rauchen, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.
     
  20. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Hallo Gutz!

    Ich hatte gehofft, daß ich dich falsch verstehe, aber du bestätigst gerade meine schlimmsten Befürchtungen:

    Du "ziehst" die Nadel also ganz bewußt gut 600 Meter weit durch diesen "Schmodder" einer LP-Seite. Was soll das denn? Ich verstehe dich nicht, auch wenn du laut eigener Aussage etwas jünger bist und die Hochzeit der analogen Schallplatte nur als Kind miterlebt hast.

    Hallo?! Das ist eine Schallplatte aus PVC ("Fleisch & Blut" hätte ich zur Steigerung der Tragik meiner Aussage auch verwenden können) mit einer überaus empfindlichen Oberfläche, keine "virtuelle" MP3-Datei! Schau doch einfach mal auf die Rillen einer Schallplatte mit einer Klassikaufnahme: An den ganz leisen Stellen sind die Rillen so fein und eng, da bricht sich sogar schon das Licht! Fast wie bei einer CD. Und dort reitet die Nadel ohne Gnade "drüber". Kleinste Kalkkristalle sind dann in der Relation gesehen halt so groß wie "Felsbrocken"...

    Warum brichst du die Abtastung nicht sofort ab und reinigst die Platte "richtig", wenn du schon siehst, daß die Nadel jede Menge Dreck aus der Rille kratzt? Du machst doch damit die Rille kaputt, drückst "Felsbrocken" in die Rillenwand. Selbst wenn du die Platte danach richtig säuberst, bleiben diese "Dellen" für immer und ewig in der Rillenwand. Die Platte knistert wie ein Lagerfeuer und ist eigentlich "im Arsch". Da hilft dann auch keine Nassabtastung mehr.

    Um es ganz klar zu sagen: Es gibt kein "Freispielen" verkeimter Schallplatten!

    Wenn eine Schallplatte "knistert", dann hat das Gründe.

    Ein Grund ist (und das betrifft ganz besonders neue Scheiben) eine fehlerhafte Pressung. Das ist leider so. Die Pressqualität hat meiner bescheidenen Meinung nach mächtig nachgelassen. Wenn ich beispielsweise an das Reissue von "DSOTM" aus dem Jahr 2003 denke, wird mir schlecht. Das Ding knistert wie Sau. Da knistert selbst die alte AMIGA-Ausgabe weniger, wenn man sie nass abspielt. Und nein, ich gebe 2013 nicht nochmal Geld für diese Scheibe aus! Ich bin "geheilt", auch wenn ich die Musik von Pink Floyd mag. ;)

    Der nächste Grund für "knistern" sind elektrostatische Aufladungen. Hierzu muß ich keinen Roman schreiben, denn diese Ursache kann man ganz einfach bekämpfen:

    1.) Man sorge für eine Luftfeuchtigkeit von über 40% rel. im Raum. Ab dieser Feuchtigkeit ist die Luft so leitfähig, daß es nicht mehr zu Aufladungen kommt. Jede Menge "echte" Pflanzen - so wie bei Mutti in der Stube - sorgen für das entsprechende "Mikroklima". Leider muß man für den gewünschten Effekt schon reichlich Pflanzen (Blumenbank) aufstellen und obendrein auch regelmäßig gießen. Das ist also nix für "harte Kerle". ;)

    2.) Eher etwas für "technikbegeisterte Kerle" ist dann schon das Spielen mit Hochspannung: Ionisation der Luft. Ozon und so. Kann man machen. Ganz nebenbei kann man damit auch die Luft "reinigen" - so wie man die Gase der Verbrennung in einem Kraftwerk reinigt. Alles nur eine Frage der Spannung. Ob der Wellensittich diese Nummer bei einem "Freiflug" in der Stube übersteht, kann ich wirklich nicht einschätzen. (Man erinnere sich jetzt bitte an das "Wattebällchen" zwischen den Platten eines Kondensators im Physikunterricht... *Ping-Pong*) Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, daß diese Methode im Normalfall nicht von der "besseren Hälfte" genehmigt wird. Schade eigentlich.;)

    3.) Die einfachste Methode: Man spiele die Platten gleich nass ab. Keine Aufladung. Mit Sicherheit nicht.



    Mit Methode 3 haben wir gleichzeitig die Chance, feinste Partikel in der Rille vor der Abtastung in der Flüssigkeit zu lösen! Ich rede wirklich von "Auflösen" im physikalisch/chemischen Sinne, denn gelöste Stoffe (Kalk, Salze) stören die Abtastung nicht! Dazu ist es aber notwendig, vor dem Nassabtasten so viel wie möglich "Dreck" aus der Rille zu putzen! Die paar Milliliter sind schnell "gesättigt". Spätestens wenn die Flüssigkeit etwas verdampftist, fallen die bisher gelösten Stoffe wieder aus der Lösung aus und setzen sich als "harter Belag" am Rillengrund und den Rillenflanken ab. Bei einer trockenen Abtastung knistert es dann "wie Hölle". Damit mache ich die Platte kaputt. Siehe oben.

    Ich will euch etwas zeigen, damit ihr mich besser versteht. Glas ist bekanntlich sehr hart. Wirklich? Bitte lesen und dabei immer an unsere weichen Vinylscheiben denken. Die vor der eigentlichen Reinigung nicht entfernten "Kalkbrocken" wirken wie Schleifpaste, wenn die weichen Ziegenhaare der Knosti durch die Rillen fegen. Also muß das Zeug vorher - möglichst ohne mechanische Arbeit - weg: Der Badreiniger + Wasser.

    http://www.intercon-spacetec.com/ratgeber/reinigung-optik.html





    He, he, he - nicht schlecht! Gewöhn' dich aber nicht dran, alter Schnüffler! :D



    Grüßle Zwerg#8
     
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