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Vorräte für den Katastrophenfall anlegen

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Ammerlaender, 21. August 2016.

  1. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Nachdem die Bundesregierung demnächst wohl, wie unter anderem diversen Videotexten und einem Artikel in SPON zu entnehmen ist, vom Volke das Anlegen von Vorräten, einschließlich Wasser, für zehn(!) Tage erwarten wird, mal eine Frage in die Runde, wie ihr es haltet oder halten werdet.

    Für mich, als gelernten DDR-Bürger, ist es immer noch im Blute, nichts zu entsorgen. Das geht sogar so weit, dass der Tiefkühlschrank mit Essen für ca. 3 Wochen gefüllt ist (was, ich gebe es zu, bei einem Stromausfall auch nur maximal vier, fünf Tage reichen würde) und noch eingekochte Gläser mit Suppen-, Gemüse- und Fleisch mit Soße-Resten in der Speisekammer stehen, dazu noch diverse Konserven von Obst und Gemüse, Fleisch, Wurst und Fisch. - Nur für das (Trink-)Wasser müsste ich mir noch etwas einfallen lassen.

    Noch eine Frage zum Schluss: Warum kommt das Innenministerium gerade jetzt auf solch eine Idee, wo doch
    Noch ein Zitat aus dem SPON-Artikel:
     
  2. Guess who I am

    Guess who I am Moderator Mitarbeiter

    Seit dem Schneechaos 2005 haben wir erstens Vorräte und zweitens ein Notstromaggregat.
    Du, Mineralwasser ist so billig, dass es wenig Sinn hat, sich über das Anlegen von Leitungswasservorräten Gedanken zu machen. Einfach ne große Menge Mineralwasser vom Aldi oder Lidl bevorraten und trotz normalen Verbrauchs in „Nichtkatastrophenzeiten“ immer wieder regelmäßig auffüllen, nach Verfallsdatum packen.
     
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  3. legasthenix

    legasthenix Benutzer

    Ich bin mir nicht schlüssig, ob ich solch eine infernalische Katastrophe überhaupt überleben will.
     
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  4. Maschi

    Maschi Benutzer

  5. Berlinerradio

    Berlinerradio Benutzer

    Also Liebe Damen, kauft euch Schuhe. Bevor es zu spät ist. :p
     
  6. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Dass es Katastrophenpläne auch für die Vorratshaltung und sicherlich der Verteilung der Vorräte schon immer gab, steht außer Zweifel. Seit 2012 arbeitet das Innenministerium wohl an einer Überarbeitung. Warum aber genau jetzt die Medienwirksamkeit und die Verlagerung der Vorratshaltung auf den Bürger?

    Übrigens hörte ich vor einigen Wochen im MDR Thüringen Journal, dass die im Freistaat nach 1990 in vielen Orten abgebauten Sirenen wieder aufgebaut werden sollen.

    Will da jemand noch mehr mit dem Feuer spielen, nur so am Rande gefragt?
     
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  7. Grasdackel

    Grasdackel Benutzer

     
  8. 2Stain

    2Stain Benutzer

    Ich bin erschrocken, als ich am Wochenende vom Anlegen von Vorräten im Ard-Text gelesen habe. Mein erster Gedanke war:
    welcher Idiot dreht im Hintergrund da am Rad?

    Als Jugendlicher habe ich den Kalten Krieg in den 60ern hautnah erleben müssen und natürlich die Hintergründe nicht verstanden.
    Meine Eltern sprachen davon, dass ein Atomkrieg möglich wäre, wenn Chrustschow die Raketen von Kuba nicht abziehen würde.
    Da mein Vater Offizier war und wir in einer großen Garnisonsstadt lebten, war ich, so erkannte ich, natürlich auch ein Ziel der Sowjets.

    Mein Vater brachte Sandsäcke aus der Kaserne mit, um die Kellerfenster abzudichten.
    Meine Mutter hatte Nudeln, Reis, Konserven, usw. im Keller im Regal eingebaut, damit wir im Notfall etwas zu essen hätten. Ein Campingkocher mit Propangas war auch vorhanden.

    Nach dem Ende der Kubakrise gab es dann häufig Nudeln, Reis und Konservenkost. :D

    Ich sehe heutzutage keine militärische Bedrohung für Westeuropa.
    Meine Gedanken fokussieren sich bei dem Begriff "Ernstfall" auf die AKWs. Die machen mir Angst und die Lobby, die dahinter steckt und steht.

    2Stain
     
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  9. Tweety

    Tweety Benutzer

    Die militärische Bedrohung sehe ich schon. Russland tritt immer agressiver auf und verschiebt seine KOntigente immer mehr in Richtung Westen und auch der IS hat mit seinen Anschlägen die Verwundbarkeit modernen Gesellschaften mehr als einmal aufgezeigt. Hinzu kommen nun wirklich die baufälligen Kernkraftwerke in Frankreich und Belgien. Also die Hinweise zur Bevorrratung können sicherlich nicht schaden, ob sie im Ernstfall, wie auch immer der aussieht, viel nützen steht dann auf einem anderen Blatt.
     
  10. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

  11. Radiokult

    Radiokult Benutzer

     
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  12. doglife

    doglife Benutzer

    Dito.

    Das Anlegen von Vorräten halte ich für vergebene Liebesmüh. Noch so eine Mode aus den USA.
    Wenn ab morgen jeder Laden und jede Tankstelle geschlossen ist, regiert sowieso das Recht des Stärkeren, und der nimmt sich die Vorräte vom Schwächeren. Im Falle eines Reaktorunglücks würde ich mich vor den Strahlen vermutlich weniger ängstigen, als vor dem entfesselten Selbsterhaltungstrieb der Mitbürger. Und schlüge urplötzlich ein Meteorit ein, dann hülfe auch Panzerbrot nicht weiter...
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. August 2016
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  13. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Seht es doch positiv; den Hör- und Fernsehfunkprogrammen kann doch nun "Inhalt" eingehaucht werden. Alle Yvonne Willincks der Republik können doch dem "dummen" Volk lang und breit erklären, was, warum und wie gelagert werden muss, wie Konserven selbst hergestellt werden und was sonst noch zu beachten ist. Die Kristina Hortenbachs oder andere für Promis zuständige Menschen in den Funkhäusern der Republik bringen uns die eventuelle Endzeit bei Königs, Sängers und Schauspielers nahe.
     
  14. 2Stain

    2Stain Benutzer

    Ja @Ammerlaender
    ...und der Wahlkampf ist voll im Gange, an Frau Merkels Stuhl wird ohne Ende und hemmungslos gesägt, die Kasper aus der eigenen Partei, von der Schwesterpartei, vom Koalitionspartner und von der Opposition, alle, wirklich alle kochen jetzt im fast vergangenen Sommerloch ihre Süppchen.
    Ich hätte diesen unseren Politikern niemals so viel Hirnrissigkeit zugetraut - und werde regelmäßig eines Besseren belehrt.

    Es wird für mich höchste Zeit, dass ich den lange Jahre verschobenen Abschied aus Deutschland fest ins Auge fasse und minutiös zu planen beginne.
    Bisher dachte ich:
    Schlimmer geht's nimmer. Aber es geht doch, leider.

    2Stain
     
  15. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Dazu bedarf es noch anderer Leute? Ich glaube, das schafft sie recht gut selbst. :)
     
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  16. Grasdackel

    Grasdackel Benutzer

    Der Vorrat an Hitdudelei wird uns jedenfalls nie mehr ausgehen.
    Da ist der Katastrophenfall schon längst eingetreten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. August 2016
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  17. Skywise

    Skywise Benutzer

    Dann hab' ich den Zweck von Hamsterkäufen anscheinend falsch verstanden. Ich dachte, der Gag bestünde darin, daß man die ollen Konserven so lange liegen läßt, bis sie wirklich gebraucht werden ...?

    Gruß
    Skywise
     
  18. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Was ich davon halte: sinnvoll, daran zu erinnern, daß wir schwächer sind als z.B. Naturkräfte. Die Naturereignis enehmen seit Jahren an heftigkeit und Häufigkeit zu, dem sollte man schon Rechnung tragen.

    Außerdem: wir sind nicht mehr 1900, wo die Leute aufm Dorf alles bunkerten (weil es bei ihnen in der kleinteiligen Landwirtschaft nunmal saisonal anfiel) und die Leute aus der Stadt es oft nicht allzu weit zu einer kleinteiligen, nicht anonymen (!) Landwirtschaft aufdem Lande hatten.

    Deshalb auch sinnvoll, sich mit dem Nötigsten für einige Zeit einzudecken, wobei darüber diskutiert werden kann, um welche Zeitspannen es da gehen sollte.

    Reichlich unglücklich (um es dezent auszudrücken) finde ich den Termin gewählt, an dem das bekanntgegeben wird. Ok, man begann 2012 mit der Ausarbeitung des ganzen, aber 2016 haben wir eine derartige Hysterie, Panik und Paranoia im Volk (aus meiner Sicht absolut grundlos wegen Dingen, die keine Gründe sind, während wirklich besorgniserregende Dinge völlig egal zu sein scheinen), daß es nur zur weiteren Destabilisierung des Landes führen wird. Man kann doch nicht in einer Zeit, in der die deutsche Bevölkerung damit beschäftigt ist, ihr Land prophylaktisch zu zerstören, damits niemand fremdes irgendwann mal zerstören kann, auf klaren Verstand hoffen.

    Mein Vater, immer gegen alle und alles, hatte sich in tiefsten DDR-Zeiten bei den Arbeitskollegen "Freunde" gemacht, als er deren Bunker-Wahn mit teils mehreren Tiefkühltruhen voller Lebensmittel mit "ich wünsche euch mal eine Woche Stromausfall" kommentierte...

    Das Einkochen hat sich meine nun 78-jährige Mutter abgewöhnt, aber gerade im Alter ists wirklich praktisch, schon aus gesundheitlichen Gründen für paar Tage was im Hause zu haben. Man kann u.U. ja mal aus gesundheitlichen Gründen nich raus, oder weil Glatteis ist und die Knochen zerbrechlich geworden sind.

    Aber natürlich! Hatte ich erst gar nicht dran gedacht, aber durch die Vernetzung auch von Industrieanlagen ist das ein hohes Risiko. Selbst in Atomkraftwerken sind ja schon Schadcodes aufgetaucht und Siemens-Anlagensteuerungen sind ja auch betroffen.

    Natürlich ist das der sinnvolle Weg. Die 1,5-Liter-Pulle zu 19 Cent, für einen Monat also 30 Flaschen je Person, 6 EUR zzgl. Einweg-Pfand.

    Blöd daran: es ist nicht auszuschließen, daß hormon-ähnlich wirkende Substanzen aus dem PET-Material ins Wasser übergehen - je länger es lagert, umso mehr. trinken würde ich das nicht dauerhaft wollen, da bevorzuge ich Leitungswasser. Damit wäre irres Wegkippen bei mir vielleicht sogar an der Tagesordnung.

    Klar, man kann schwere Glasflaschen bunkern. Aber deren Deckeldichtungen...

    Diesem Eindruck kann ich mich auch nicht ganz entziehen. Es wirkt derzeit vieles so, als arbeite man auf allen Ebenen (inkl. Regierung) daraufhin, daß der Selbstzerstörungsknopf bald gedrückt wird.

    Um 2011 war ich mal eine Stunde zu zeitig im Yoga-Studio. Irgendwo war eine Stunde rausgesprungen und ich war nicht unglücklich deswegen, denn der Umkleideraum war sehr nett und man konnte dort auf nem Sofa lümmeln und lesen. Ich fand ein spirituelles / esoterisches (je nachdem, wie mans sieht) Journal und durchsuchte es nach für mich als Naturwissenschaftler verwertbaren Artikeln. Einer war spannend: ein Jahr vor dem von offenbar etlichen Menschen hineininterpretierten Weltuntergang gemäß Maya-Kalender wurde jemand (hab vergessen, wer) befragt, ob 2012 nun tatsächlich die Welt unterginge.

    Antwort: nein. Aber durch die derzeit stattfindende (und von der Menschheit erstmals in ihrer Geschichte erlebte) "Erhöhung der kosmischen Schwingungsfrequenz" (keine Ahnung, was das physikalisch sein soll) im Zuge des Übergangs von der Epoche des Dunkels zur Epoche des Lichtes (wieder keine Ahnung, was streng physikalisch gemeint ist) würden massive Unruhe- und Panikzustände auf diejenigen lauern, die "nicht spirituell" sind. Letztlich würden viele Menschen einfach nur "verrückt" werden.

    Ich fand später in anderen Quellen und in mündlichen Überlieferungen genau das gleiche wieder - und würde ich an die Wirksamkeit von so etwas glauben, könnte ich seit etwa eineinhalb Jahren zunehmend behaupten, seht her, das passiert tatsächlich gerade. Wenn ich irgendwo noch halbwegs Klarheit und Ruhe (bei heftigst empfundenem Schmerz!) erlebe, dann bei den tatsächlich spirituellen Menschen in z.B. Ökodörfern. Die sind bei allem Schmerz sehr klar und ruhig.

    Ja. Geht mir auch so. Ode rpräziser: wissen die was, was ich/wir nicht ansatzweise ahnen?

    "Beruhigen" könnte ich mich dann nur mit den Bildern von weggerissenen süddeutschen Häuserzeilen und Ozeanen mitten in Bayern. Ja, dafür sollte man sich schon etwas anlegen.

    Sehr kritisch sind heute aber auch die vielen als selbstverständlichkeit angesehenen medikamente, die das Leben von Millionen menschen aufrechterhalten, die vor 70 Jahren noch einfach gestorben wären, weils nix "dagegen" gab. Und die kann man nicht horten, denn sie werden nicht auf Vorrat größer 1 Packung verschrieben. Sollte es wirklich krachen (auf welchem Wege auch immer), sind die Dialysepatienten, die Diabetiker, die Herz-kreislauf-Kranken binnen weniger tage/Wochen elendig krepiert.

    Aber vielleicht fliegen vorher auch die AKW in die Luft, weil die Kühlung ausgefallen ist...

    Ja. Und die Bevölkerungsteile, die AKWs als "vertretbar" betrachten, zumidnest als vertretbarer als regenerative Energie. Ich kenne keinen (!) Physiker meines Jahrganges mehr, der heute noch auf dem hohen Ross sitzen würde, auf dem etliche von uns (ich inklusive) saße, als wir mit dem Studium begannen und glaubten, wir wären die Herrscher über die Naturgesetze.

    Ja, herumsprechen darf sich natürlich nicht, daß man momentan weniger verhungert als die Nachbarn...

    Ein Psychotherapeut und Buchautor aus Bayern ist vor Jahren schon in eine dünn besiedelte Gegend von Skandinavien gezogen. Soweit ich mich erinnere durchaus auch aus solchen Erwägungen.

    Ich habe den gleichen Druck, das gleiche Bedürfnis. Aber eine ratlose Frage: wohin? Eine Freundin einer Freundin, welt- und outdoorerfahren, meinte, alles sinnlos außer vielleicht am Polarkreis oder auf Island (sie mag Schneestürme bei -15 Grad). Aber wohin sollte man gehen, wenn man die freie Wahl hätte? Ich ahne inzwischen: als Gesunder am ehesten in ein armes Land, in ein Schwellenland. Wo die Nomaden so dünn siedeln, daß es militärisch uninteressant ist, dort durchzupflügen. Nukleare Wolken machen freilich vor solchen Gegenden auch nicht Halt.

    Btw., gestern Telefonat mit einer Freundin dazu. Sie hat mal als Ärztin in einem Schweizer Spital gearbeitet und meinte, sie wäre völlig platt gewesen, als man sie mal mit runter in den Keller nahm: da war auf mehreren Etagen unterirdisch das Spital faktisch nochmal gespiegelt, also "B-Studio" sozusagen. Für wenn oben nix mehr geht wegen Kriegshandlungen. Schweiz! Blockfrei! Die sind da viel gründlicher als wir Deutschen, die wir glaubten, mit dem Wegbruch des Ostblocks gibt's keine Konflikte mehr.

    In der Tat:
    [​IMG]
    (via https://twitter.com/ralphruthe)

    Und zur Hysterie:

    [​IMG]
    (via https://twitter.com/TantePolly)

    Und so sieht das bei den eidgenössischen Nachbarn aus: http://www.bwl.admin.ch/dienstleistungen/01199/index.html?lang=de

    Mal das dort verlinkte PDF anschauen. Geht alles ohne Panik. Und ist so zumindest großteils bei meinen Eltern (Ostdeutschland, nicht Schweiz) auch immer umgesetzt gewesen: im Keller i.d.R. 1 Sack Kartoffeln, einge Dosen/Gläser mit Erbsen, Bohnen, Mais, Gurken. Dazu etliche Wurstkonserven (Leberwurst im Glas, Bockwurst, ...), dazu Tomatenpürree, einige Säfte, viel H-Milch (ich finds eklig), Fischkonserven. Und auf dem Dachboden normalerweise Nudeln, Reis, Mehl, Zucker, ... Sollte für eine Woche locker reichen. War immer da, ohne Bedrohungsgefühl. Einfach für irgendeinen Fall der Fälle (der i.d.R. hieß "geh mal in den Keller und hole bitte ein Glas Erbsen fürs Mittagessen".
     
  19. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    Bösartige Zungen - wie meine :p - könnten behaupten, dass die Bundesregierung einen Wahlsieg von Donald Trump als nicht unwahrscheinlich erachtet und nun in Aktionismus verfällt.

    Okay, okay, okay.

    Ich sehe das etwas zwiegespalten. Einerseits passiert hier nichts anderes, als - um im Bild zu bleiben - alte Konserven wieder aufzuwärmen. Die Nummer kennen wir nämlich schon und, nein, ich meine nicht den kalten Krieg.
    Andererseits frage ich mich, was dieser Aufruf (nein, keine Anregung, sondern ein Aufruf) für eine versteckte Botschaft sein soll.

    Als ehemaliger Erste-Hilfe-Ausbilder kann ich nur müde lächeln. Ich habe so derart viele Änderungen des Lehrmaterials erlebt und natürlich auch gelehrt, dass einem schwindlig werden kann. Dabei meine ich gar nicht mal die Änderungen aufgrund neuer(er) medizinischer Erkenntnisse, auch davon gab es reichlich, sondern vor allem die auf politisch-strategische Überlegungen zurückzuführenden.
    So hatten wir eine Phase, in der wir - kurz - Notfallvorsorge und Verhalten bei großflächigen Gefahrenlagen ansprachen. Dazu gehörte die Info über sinnvolle Lebensmittelvorräte, aber auch Energie und Kommunikation (batteriebetriebenes Radio!). Das verschwand irgendwann wieder aus dem Lehrmaterial; gleiches galt für den Abschnitt "Grundlagen über das Löschen von Entstehungsbränden".

    Insofern sage ich: Alte Hüte, alles schon dagewesen, gar nicht mal so lange her. Wer also zu der Zeit (von mir :cool:) ausgebildet wurde und das seither konsequent durchgezogen hat, muss gar nichts machen. So gesehen also: Heiße Luft.

    Andererseits, und da werde ich nun doch stutzig: Die EH-Kurse gibt es ja nicht mehr in kurz oder lang (Führerschein vs. betriebliche Ersthelfer etc.) - aber das ist keine medizinische, sondern eine strategische Entscheidung. Die offizielle Begründung dafür lautet: Man wolle mehr Menschen zur Teilnahme an den Kursen motivieren, aber da glaube ich nicht so recht dran. Selbst nach (durchaus nicht immer einfachen) zwei Tagen wurde ich stellenweise mit Fragen überhäuft, die einen weiteren halben Tag rechtfertigt hätten.
    Ergo: Die Motivation ist durchaus vorhanden, ihr vermeintliches Fehlen kann daher nicht als zwingendes Argument für die Verkürzung des Kurses herhalten.

    Aber: Wenn man einerseits die Kurse kürzt und damit die ausbildenden Hilfsorganisationen zwingt, optionale Inhalte aus Zeitgründen zu entfernen und andererseits der Bevölkerung vermittelt, man möge doch bitte Notfallvorsorge betreiben, dann sollte das nicht nur für mich ein offensichtlicher Widerspruch sein.

    Was aber bedeutet das für mein eigenes Verhalten?
    Der Knackpunkt ist: Flüssigkeit. Hunger ist doof, aber länger ertragbar als Dehydration. Auch die Sache mit dem abkochen hat den Haken, dass Energie nicht immer wie gewünscht verfügbar ist (man denke z.B. an temporäre Stromsperren und - freigaben). Insofern wäre es sinnvoll, einen Grundvorrat an Flüssigkeit im Haus zu haben, diesen aber im Rahmen des üblichen Verbrauchs einem enger gesteckten Lagerumschlag zu unterziehen, sprich: Das zuerst gekaufte Getränk zu sich nehmen und dann in entsprechender Menge nachkaufen, und die zuletzt gekauften Einheiten hintan stellen. Niemand schreibt vor, dass der Vorrat erst nach einem halben Jahr genutzt werden soll.
    Das würde ich jedenfalls so machen.

    Noch ein paar Praxistipps, jenseits der Ernährung per se:
    Es sollte Zucker vorhanden sein (durchaus Würfelzucker, nicht zwingend Traubenzucker), aber auch Mineralien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln (bekannt sind Magnesium und Calcium, es können aber auch Mischungen sein bis hin zur Astronautennahrung). Das Stichwort lautet: Durchfall und/oder Erbrechen - was braucht der Körper dann? Na? Eben. ;)

    Es sind die banalen Dinge, die unsere Konzepte bei einer großflächigen Gefahrenlage schnell aus dem Gleichgewicht bringen können.

    Ach ja, noch was, aus eigener Erfahrung (ohne Not): Babynahrung kann durchaus etwas für Erwachsene sein, wenn es drauf ankommt. Allerdings kenne ich mich hier mit Mindesthaltbarkeitsdaten und dem regelmäßigem Lagerumschlag nicht aus.

    So, nu isses aber erstmal gut.
     
  20. Tweety

    Tweety Benutzer

    Ich frage mich ernsthaft, was der Humbug soll. Was passiert eigentlich nach den 2 Wochen, wenn die Vorräte aufgebraucht sind? Vielleicht sollte man sich im Falle einer ernsthaften Bedrohungslage sowieso wünschen, dass es schnell vorbei ist und nicht noch lebensverlängernde Maßnahmen vorbereiten. Gut, ein bisschen Vorrat im Haus und Radio mit Batteiren griffbereit zu halten kann nie schaden, aber grossflächig Lebensmittel zu bunkern halte ich dann doch für wenig sinnvoll.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. August 2016
  21. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    @Tweety:
    Die Vorräte werden jetzt schon gebunkert. - Ich könnte mir vorstellen, das ist für die Bundesrepublik und deren christlichen und sozialdemokratischen in der jetztigen Form zu teuer, und ein kluger Kopf, der nicht wusste, wie er seine Zeit im Ministerium absitzen soll, hat ausgerechnet, dass ganz viele Euronen Lager- und Logistikkosten eingespart werden können, die dann im Rahmen der Sicherung von Arbeitsplätzen bei den Herstellern für die Subventionierung der Waffen, die in die Krisengebiete zu beiden Seiten geliefert weren, dringend benötigt werden.
     
  22. Heinzgen

    Heinzgen Benutzer

    Der "wahrscheinlichste Katastrophenfall" für Deutschland ist nach Aussagen des Innenministers ein längerfristiger Stromausfall.

    Da ist es natürlich überaus sinnvoll, wegen eines 13.000 Kilometer entfernt stattgefunden habenden Tsunamis die problemlos funktionierenden und überaus zuverlässigen Kernkraftwerke abzuschalten, die pöhsen CO2-emittierenden Kohlekraftwerke am besten gleich mit, und die Energieversorgung der viertgrößten Industrienation dieses Planeten unter Abschaffung der Physik komplett auf Wind und Sonne umzustellen.

    Oder will uns die Misere damit sagen, daß die sogenannte "Energiewende" den von ihm genannten "wahrscheinlichsten Katastrophenfall" überhaupt erst so wahrscheinlich gemacht hat...?
     
  23. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Stimmt. Seit Bestehen dieser Werke haben wir problemlos noch immer kein funktionierendes und erst recht kein zuverläßiges Endlager für den Atommüll gefunden. Wir vertagen das seit Jahrzehnten auf die Generationen nach uns.
    Ein wie auch immer geartetes Szenario in das ein AKW verwickelt ist, möchte ich mir übrigens lieber nicht vorstellen. Und damit meine ich gar nicht unbedingt einen Unfall in Form einer Betriebsstörung. Wie sowas unter anderem aussehen könnte, hat man ja zum Beispiel bei 9/11 gesehen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. August 2016
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  24. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Unter Abschaffung der Physik nicht, denn dann würde das nicht funktionieren. Gewagt ist es dennoch, ums vorsichtig auszudrücken. Gewagt, aber nicht hoffnungslos. Und es ist tatsächlich alternativlos. Das hat uns dieser Planet als Hausaufgabe mitgegeben. Zu erledigen bis vorgestern oder so.

    Es wird aber - auch Du weißt das - nicht komplett auf Wind und Sonne umgestellt, wir haben (und das schon lange) auch Wasserkraft. Leider geographisch bedingt nicht so viel, daß man eine stabile Grundlast damit fahren könnte, die das Nötigste abdeckt.

    Der Witz mit den Atomkraftwerken ist, daß sie nur solange toll sind, wie sie uns mit Störfällen größerer Art in Ruhe lassen. Ein solcher Störfall kann jederzeit (!) eintreten, genau wie bei allen anderen technischen Anlagen auch. Die Physik und die Statistik machen keine Ausnahme, egal ob PKW, Waschmaschine, CD-Player, Rolltreppe, Kohle- oder Atomkraftwerk. Nur, daß vor allem bei Atomkraftwerken die möglichen Auswirkungen nicht aufs Fabrikgelände begrenzt sind. So ein netter Super-GAU heißt dann u.U. auch: Ende Gelände mit Deutschland oder mit der Hälfte von Deutschland. Und nettes Siechtum für Millionen Menschen.

    Ehrlich gesagt, zumindest mir (und den meisten Physikern aus meinem ehemaligen Kollegenkreis) ist das eindeutig zu fett. Und wir sind vom Fach und mußten uns auch mit Statistik herumplagen im Studium. Da ist in den vergangenen 2 Jahrzehnten doch schon eine große Nachdenklichkeit eingetreten und durchaus Demut gegenüber den Naturgewalten. Kurz: wir haltens ethisch nicht für vertretbar, mit Atomkraft weiterzumachen. Zumal es weitere "Abfallprodukte" gibt, u.a. den radioaktiven Sondermüll, den sie irgendwie nicht anständig endgelagert bekommen. Und das, was als waffenfähiges Zeugs bei der angeblich "friedlichen Nutzung der Atomkraft" anfällt, dürfen wir auch nicht vergessen.

    Atomkraftwerke "verlöschen" außerdem nicht, wenn man sie nicht mehr kontrolliert (also unter Energieeinsatz eingreift). Sie gehen dann erst richtig ab. Und keine Versicherung wollte jemals ein Atomkraftwerk versichern. Der Strom wäre aufgrund der Preise dann auch unverkäuflich. Er ist jetzt schon teurer als regenerativer Strom.

    Es sind also nicht unbedingt physikalisch ungebildete Hausfrauen, die sich von den Grünen eine Panik vor Atomkraftwerken einreden lassen haben. Es sind Physiker, die genau wissen, was für Kräfte und Mechanismen dahinterstecken. Und daß 100%ige Sicherheit von technischen Einrichtungen (und auch von "Naturkonstrukten"!), die jenseits des Zustandes minimalster Energie existieren und funktionieren, nicht zu erreichen ist. 100% Sicherheit wäre aber das einzige, was im Falle eines Atomkraftwerkes angemessen wäre.

    Und Kohlekraft... ja, wenn man immer noch nicht akzeptieren mag, wie CO2 das Klima zunehmend radikal verändert, dann sieht man natürlich auch keinen Grund, aus der Kohlekraft auszusteigen. Nichtmal den, daß man den deutschen Mutterboden nur einmal komplett umgraben kann. Danach ist alle. Ziemlich blöde Zukunfts-Option.

    Und weil das so ist, habe ich dort, wo Menschen zusammenkommen, die eine Verbindung mit ihrem Heimatplaneten haben, noch nie jemanden erlebt, der Fan von fossilen oder atomaren Energieträgern ist. Ich bin inzwischen so drauf, daß ich behaupte, wer immer noch für Kohle und Atomkraft eintritt, hat eine Verarmung, ein Defizit auf spirituellem Gebiet. Er hat keine Verbindung mehr zur Basis des Lebens auf diesem Planeten. Und sowas ist einfach nur traurig für denjenigen, für den Planeten ists eine Gefahr.
     
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  25. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Dem Satz nach zu urteilen sollte ich Dich jünger halten als Du vermutlich bist. Aber ich gehe zu Deinen Gunsten einfach mal von einem Fauxpas aus, denn sowohl bei @Radiowaves, als auch bei @Radiokult bin ich mir ziemlich sicher, dass die beiden bereits einen Super-GAU miterlebt haben. Ich im übrigen ebenfalls! Dass die Gegend weiträumig gesperrt ist und noch angenommene mindestens 10.000 Jahre unbewohnbar sein wird, untermauert Deine Argumentation auch nicht gerade.

    Um Dir kurz in Erinnerung zu rufen: Der Störfall damals wurde bekannt, nachdem in Schweden erhöhte radioaktive Werte gemessen wurden. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten wir hier vermutlich auch in den Folgetagen gar nichts davon gewusst. Dabei zog die radioaktive Wolke aber nicht mal in diese Richtung, sondern in Richtung Österreich und Deutschland.

    Auch heute leben - wir hier - noch mit den Folgen:
     
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