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Warner Music+Ö3 , ab Reply 20 Positioning/Branding/KHR

Dieses Thema im Forum "Radioszene Österreich" wurde erstellt von radio_watch, 18. Dezember 2002.

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  1. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    Auf Radio Energy 104.2 in Wien läuft seit Wochen keine Madonna und auch kein Phil Collins. Ursache: Nach wiederholten Interventionen von Warner zugunsten von Hitradio Ö3 hat Energy 104.2 alle Warner Platten aus der Playlist genommen.

    Warner Music hat schon in der Vergangenheit Ö3 extrem bevorzugt. Warner Artists wie zum Beispiel Madonna laufen meist zuerst als "exklusive" Radiopremieren auf Hitradio Ö3. Privatradios, die sich nicht an diese Praxis halten, werden im Gegenzug mit Klagsandrohungen überhäuft.

    Da müsste Ö3 doch eigentlich Warner bevorzugen - das Gegenteil ist der Fall:

    Ö3 zeigt Warner die kalte Schulter: Mit gerade noch 11% ist der Warner Anteil an der Ö3 Rotation der zweitgeringste aller Major-Labels, man liegt gerade noch vor BMG, hat aber weniger als die Hälfte von Universal. Und die Madonna Single, deretwegen Warner interveniert und Ö3 ein früheres Releasedate als den Privaten gegeben hat, gefällt Ö3 offenbar auch nicht: 6 Einsätze, Platz 38 (!) in der Rotation.

    Universal Boss Bogdan Roscic hat indes gut lachen, fliegt doch sein Label bei seinem Ex-Schützling Ö3 mit über 38% Playlistanteil in astronomische Höhen.

    Energy scheint so der Boykott von Warner recht leicht zu fallen, zumal auch bei anderen Sendern der Warner Anteil recht bescheiden ist: Beim Life Radio in Oberösterreich liegt man mit 9% am Ende der Majors.

    Der Anteil bei privaten Sendern ist für die Plattenlabels übrigens besonders interessant - klingelt hier doch die Kasse: Denn die Privaten müssen - gemessen an den Werbeerlösen - mehr für die Musikrechte bezahlen als der ORF.

    Der Energy Boykott trifft Warner also nicht nur imagemäßig, sondern auch finanziell.

    Moral:
    Zur Liebe gehören halt immer 2. Und wenn die Braut noch immer dem Verflossenen nachweint, nützen auch tausend rote Warner-Rosen nichts, auch wenn man seine Treue noch so oft beteuert.

    <small>[ 17-01-2003, 14:37: Beitrag editiert von radio_watch ]</small>
     
  2. pulsar

    pulsar Benutzer

    Tja, was lehrt uns dies? Nicht alle großkonzerne können miteinander....

    ...meint
    P U L S A R
     
  3. aguecheek

    aguecheek Benutzer

    &gt;&gt;Auf Radio Energy 104.2 in Wien läuft seit Wochen keine Madonna und auch kein Phil Collins.

    ähm, phil collins is sowieso überhaupt noch nie auf energy gelaufen, auch vor dem boykott nicht. is ja auch wirklich nicht CHR-kompatibel...
     
  4. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    Völlig ausschließen würde ich das nicht:

    Energy hat auch Celine Dion "My heart will go on" gespielt anno ´98.

    Ist Celine Dion für dich CHR?

    Auf Entwicklungsmärkten wie Österreich tendiert CHR zu mehr Breite im Verhältnis zu entwickelten Märkten wie Frankreich. Energy beherzigt das und erstellt marktspezifisch individuelle Rotationen.
     
  5. Putzi

    Putzi Benutzer

    Schon mal überlegt, daß vielleicht Universal die meisten Künstler unter Vertrag hat? Kein Wunder, daß fast überall die meiste Zeit Universal-Produkte laufen - sie ist einfach die größte Plattenfirma in Österreich.

    Außerdem: Ein Radiosender wäre doch blöd, wenn er die Premiere nicht auf ö3 machen würde - die meisten Hörer, österreichweit usw. Was bringt es, wenn ein Label die Premiere auf einem kleinen Lokalradio macht? Da hört doch keiner zu! In der früh erreicht man bei Ö3 mehrere Millionen Hörer - bei Energy? - naja...
     
  6. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    Wie wärs, wenn sich Plattenfirmen äquidistant verhalten würden? (oder wie man auch sagen könnte - fair??)

    Das Beispiel Warner zeigt´s doch genau: Wer auf Dauer Ö3 stärkt, ist am Ende von Ö3 abhängig.
     
  7. Glimmertwin

    Glimmertwin Benutzer

    zum energy/warner boykott:

    in österreich nehmen sich (durch die kleinheit des landes bedingt)sehr viele sogenannte fachleute zu wichtig.

    was können leute wie r.e.m.
    neil young und viele andere wirkliche künstler für solch die lächerliche aktion eines lokalsenders oder deren probleme mit einem nationalen promotionbüro (warner)?
    warum wird den hörern die nummer 1 der österreichischen charts vorenthalten ? (die gerd show)
    wem schadet da der boykott ?

    erstens interessiert dieser boykott niemanden,
    zweitens ist es den hörern gegenüber unfair, ihnen ihre lieblingshits vorzuenthalten und
    nebenbei ist es weltweit geübte praxis, dass diverse sender gewisse nummern für kurze zeit exklusiv von den plattenfirmen zur verfügung gestellt bekommen.

    es steht jedem sender frei, sich um solche deals zu bemühen .

    <small>[ 23-12-2002, 17:01: Beitrag editiert von Glimmertwin ]</small>
     
  8. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    Wenn du in deinem Posting "gewisse Sender" gegen das Wort Ö3 tauscht, bin ich fast bei dir!
     
  9. Radiomaxi

    Radiomaxi Benutzer

    @Glimmertwin

    Die Gerd-Show wirst du niemals im Radio hören - mit oder ohne Warner Troubles =)

    Das "Boykott" interessiert sehr wohl jemanden - Ö3 ist in der jungen Zielgruppe schon lange nicht mehr Nr.1 - für eine breit gestreute Zielgruppe okay, aber speziell für die junge Zielgruppe ist Ö3 einfach nicht mehr top. Umsonst schaltet sich nicht Warner Deutschland in die ganze Sache ein um zu schlichten. Abgesehen davon verdienen Plattenfirmen (in Relation betrachtet) mehr an den Privaten als an Ö3.

    Viele Stationen haben mit den Plattenfirmen und Premieren absolut kein Problem - nur bei Warner gibt es Premieren aus Prinzip nur für Ö3 - aber auch diese Tage sind gezählt!

    Frohe Weihnachten
     
  10. Glimmertwin

    Glimmertwin Benutzer

    @radiomaxi

    die gerd show hört mal sehr wohl im radio (zb.: ö3 , hitfm) - nur eben nicht auf energy .
    das mit dem verdienen ist auch nicht richtig- der dickste brocken kommt von ö3.
     
  11. Radiomaxi

    Radiomaxi Benutzer

    glaube nicht, dass ö3 die gerd-show spielt! und hitfm spielt eh alles und jeden dreck....

    du musst schon genau lesen WAS ich schreibe - ich sagte, dass die privaten in RELATION mehr bezahlen als Ö3 - und das stimmt auch! Gesamt betrachtet ist es natürlich richtig dass der ORF mehr bezahlt....
     
  12. Glimmertwin

    Glimmertwin Benutzer

    @radiomaxi : glauben ist schön - wissen ist besser .

    steuersong läuft auf ö3 - und das ist richtig so .
    und zu hitfm : warum so abfällig ?

    <small>[ 27-12-2002, 15:12: Beitrag editiert von Glimmertwin ]</small>
     
  13. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    um es zu präzisieren:

    Private zahlen 12% ihrer Bruttowerbeeinnahmen* für Leistungsschutz. Summe Werbeinnahmen Privatradio: ca. 40-50 Mio €, macht somit 5-6 Mio € (ein nettes Batzerl Geriebenes)

    Ö3: Macht ca. 60-80 Mio € brutto, ORF zahlt um die 7% der Bruttowerbeinnahmen (das Delta von 5% ist übrigens wettbewerbsverzerrend) - macht 4,2-5,6 Mio € (auch ein nettes Batzerl)

    Da ist es wohl fair, wenn die Privaten gleich behandelt werden wollen.

    Abgesehen sollte es keine Frage des Geldes sein, sondern der Ethik: Procter und Gamble verkauft die Pampers im Großhandel auch zum gleichen Preis an Billa und an die nette Greißlerin am Eck.

    Wenn Warner meint, Madonna Fans müssen Ö3 hören, weil nur dort die Premiere läuft, dann ist das halt ein Trugschluß. Warner Deutschland wird jetzt schon richten, was die Warner-Ösis vergurkt haben.

    *Werbeeinnahmen inkl. Naturalkompensationen (Gewinnspielpreise), nach Rabattierung.

    HIT FM spielt meines Erachtens eh eine schöne Rotation - was kritisierst du konkret?

    <small>[ 27-12-2002, 15:20: Beitrag editiert von radio_watch ]</small>
     
  14. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    und wie oft läuft er pro Woche, Glimmertwin?

    KW 50: 4 mal (zum Vergleich: Top rotierender Ö3 Titel 26 mal)

    Welle 1 IBK: 21 mal, Welle 1 SZBG 8 mal, KHR 1 mal.

    So what?

    <small>[ 27-12-2002, 15:25: Beitrag editiert von radio_watch ]</small>
     
  15. Glimmertwin

    Glimmertwin Benutzer

    @ radiowatch

    kann mich nur anschließen was die korrektheit deiner daten betrifft.
    nur die schlüsse die du daraus ziehst und die vergleiche mit markenartiklern sind bedenklich .

    noch gibt es gottlob unterschiede zwischen der werbebranche und ihren gesetzen und produktion von rundfunkprogrammen .

    leider verstehen das die meisten privatradiomacher nicht.

    sie verstehen es ja nichtmal einfachste grundsätze zu befolgen - wie zb.: bei khr.
    dieser sender hat nichtmal eine klare positionierung (abgesehen vom schwammigen "die besten songs aller zeiten )
    die musik ist okay (nicht ö3 like ) - aber sie schaffen dies nicht annähernd , den hörern zu vermitteln.

    zurück zu warner / energy :

    4 mal ö3 einsätze bringen dem künstler / der plattenfirma rein rechnerisch wesentlich mehr hörer / wirkung als 50 privatfunkeinsätze zb bei welle salzburg.
    das ist nicht notgedrungen gut sondern leider die wahrheit.
    und energy bekommt mit so einem boykott ein problem (weil die hörer nämlich weniger werden wenn man "politisch " nummern weglässt)

    werbeeffekt etc. als 40 mal welle sbg.

    ich kritisiere an hitfm nichts, radiomaxi war das wohl.
     
  16. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    100% bei dir, was KHR´s Positionierung (oder nicht Positionierung) betrifft. (Vergleiche auch Antenne Wien, 88.6).

    Welchen Claim hättest Du gewählt, um KHR´s Musikformat zu beschreiben?

    Der Vergleich mit Procter sollte nur folgendes zeigen: Nicht immer müssen die kleinen benachteiligt werden - es geht eben auch anders.

    zu Hit FM: das war auf Radiomaxi gemünzt - wir beiden findens offensichtlich eh gut.

    Und was mich brennend interessiert: Bist du Mick, Keith oder beide?

    Keep on rocking in the free world,
    r_w
     
  17. Glimmertwin

    Glimmertwin Benutzer

    @radiowatch: der richtige claim für das khr musikformat ?
    gute Frage :
    ich glaube hier liegt das problem schon im modernität suggerierendem sendernamen :
    hitr@dio - wirkt progressiver als ö3.
    das hält das musikformat nicht, ganz im gegenteil

    - eine variante wäre eine stärkere oldieorientierung im sendernamen gewesen

    varianten sende ich gegen vergebührung gerne zu
    ;)

    warnen möchte ich khr vor einer (von zimper angedeuteten) verjüngung des musikformates in diesem markt selbstmörderisch...
    lg , keith

    <small>[ 30-12-2002, 16:08: Beitrag editiert von Glimmertwin ]</small>
     
  18. Berni

    Berni Benutzer

    ...und es ist ein Widerspruch in sich:
    "Krone Hit R@dio - die besten Songs aller Zeiten"

    Zumindest bei mir haben Hit und Song eine unterschiedliche Bedeutung.

    "Krone Song R@dio - die besten Songs aller Zeiten" wär schon besser
     
  19. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    ok Bernie, das mit Hits und Songs spukt mir auch schon länger im Kopf rum.

    Kannst du mal klar definieren: Was ist ein Hit - was ist ein Song (mit Beispielen).

    Dank im voraus,
    r_w

    @glimmertwin: Ich wusste es! Das ist ja fast so klar wie zwischen John und Paul!
     
  20. DJ Digas

    DJ Digas Benutzer

    Ein Song ist ein Ding das noch nicht bekannt ist
    u. irgendwann mal ein Hit wird???

    Positionierung Vorschlag für KHR:

    Kronehitr@adio - Neue Songs - Neue Hits

    pfffffrrrruuuaaachchch
     
  21. Berni

    Berni Benutzer

    Ein Song ist ein Lied, ein Hit ist ein erfolgreiches Lied.

    Hits sind die Titel die in der Hitparade gespielt werden, die gerade „in“ sind, die man sich als Single kauft. Der Begriff Hit bezieht sich aber nicht nur auf Musik. Ein Verkaufshit (Knüller) kann jedes Produkt sein, um das sich die Leute reißen. Es bedeutet, dass etwas zurzeit populär ist. Aber Hits kommen und gehen, sind vielfach auswechselbar.
    Der „Reiz des Neuen“ spielt da eine große Rolle. Man kann von Hits gar nicht genug bekommen, hört sie sich immer wieder an, so lange bis man sich sattgehört hat. Dann verschwindet der Titel aus der Playlist, gerät vielleicht in Vergessenheit und ist damit kein Hit mehr.
    Hits sind jung, dynamisch, aufregend weil sie neu sind.

    Ein Song ist nicht unbedingt an einen Interpreten gekoppelt. Gute Songs werden von unterschiedlichen Musikern ganz verschieden interpretiert.
    Ein Song wird von einem Künstler (Songwriter) geschrieben, und dieser Mensch will damit etwas ausdrücken, dem Publikum etwas durch den Song sagen. Während ein Hit von Anfang an so produziert wird, dass er kommerziell erfolgreich ist, folgt ein Songwriter einem künstlerischen Impuls.
    Es gibt Lovesongs aber keine Lovehits. Vielleicht weil eine Beziehung Beständigkeit braucht, die ein Hit nicht bieten kann. Oft soll ein Lovesong im Sturm der Gefühle Halt und Orientierung geben.
    Ein Song wird von einem Interpreten geschrieben und landet vielleicht in den Top Ten, wird somit ein Hit, gerät dann in Vergessenheit. Jahre später wird der Song von einem anderen Sänger gecovered, und dadurch wieder ein Hit.
    Oft verbinden Menschen mit Songs bestimmte Erinnerungen und Gefühle, Songs sind somit viel reicher.
    Songs sind reifer und erwachsener als Hits. Sie sind beständig und behalten auch nach Jahren ihre inhaltliche Aussagekraft.

    Zu „Song“ fällt mir spontan ein: Grönemeyer (die Texte sind ein Wahnsinn!!), Elton John, Queen, Beatles, Xavier Naidoo…
    Bei Hit denke ich eher ans Sarah Connor, Jeanette, Brosis, No Angels…
     
  22. Berni

    Berni Benutzer

    Hitradio OE3 - das Leben ist ein Hit

    Songradio OE3 - Songs, die das Leben spielt

    Ist der Unterschied erkennbar, radio_watch?
     
  23. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    Sehr schöne Antwort!

    Und jetzt mach´s mal in einem Claim klar. (Ohne Beraterhonorar <img border="0" title="" alt="[L&auml;cheln]" src="smile.gif" /> )

    Krone Song Radio - Songs die das Leben spielt?

    <small>[ 08-01-2003, 09:47: Beitrag editiert von radio_watch ]</small>
     
  24. Berni

    Berni Benutzer

    Wozu dieses ungläubige Fragezeichen hinter spielt?

    Ich spüre du bist nicht gänzlich überzeugt.
    Du zweifelst!!! Warum?
     
  25. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    Weil das Wort Song sich im allgemeinen Sprachgebrauch zu wenig vom Wort Hit differenziert.

    Stellen wir uns vor, in einem Lokal sitzen sich in Red Bull und ein Biertrinker gegenüber. Jeder der beiden weiß warum er sein Getränk trinkt - und auch warum er das andere nicht trinkt.

    Biertrinker: Des is guat, würzig und ghert anfoch dazua. Dei pickates Zeig kummat ma jo gleich bei de Urn ausse.

    Red Bull: Mensch, und dann besoffen gegen den Baum fahren. Und bitter ist es auch noch und macht müde - ne, ne - ich brauch die Power.

    Es kann sich also ein veritabler Diskurs bis hin zur Schlägerei entspinnen.

    Jetzt versuchen wir uns das ganze mit Hits und Songs vorzustellen:

    Jo I her die Hits

    Du Depp - die Songs musst hören.. ??????

    Und hier sehe ich das Problem: Begrifflichkeiten, die nicht polarisierend empfunden werden, können bei einer Differenzierungsstrategie gegenüber dem Marktführer schwer angewandt werden.

    lG
    r_w
     

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