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Welches ist denn nun die richtige Zielgruppe?

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Ich, 25. Juni 2015.

  1. Ich

    Ich Benutzer

    Alles stürzt sich auf die "junge" Zielgruppe.
    Der Abgesang auf das Radio dauert mittlerweile gefühlt so lang, wie es das Radio gibt: Tagung für Tagung diskutieren Radiomacher, wie man ihr Medium noch retten könnte. So auch auf den Tutzinger Radiotagen. Eine Begründung: Junge Menschen hören kaum noch Radio.

    Jetzt gibt es "Full Spektrum AC" und das Privatradio legt los?
    Also, Nino de Angelo und Scooter in der Rotation.
    Ich finde es den richtigen Schritt.
    Wenn es sehr gut umgesetzt wird!
    Es braucht auch keinen kostspieligen Research!
    Viel Geld wird gespart und die Musikredakteure im Sender sicher hoch motiviert! !!
    Das wird nicht einfach aber es geht! ;)

    Nur, wie definiert man jetzt die Zielgruppe?

    Liebe Grüße
    Frank Dignaß
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2015
  2. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Ich glaube nicht an die Wichtigkeit der Zielgruppe 14 bis 49 Jahre. Wie bekannt, war das eine "Erfindung" von Helmut Thoma als er RTL Chef war.
    Diese angebliche Zielgruppe hat im Prinzip nur einen Nutzen: die Quoten der Zuschauer und Hörer schön zu rechnen und zu verfälschen.

    Das funktioniert heute noch, wenn man sich die TV Quoten ansieht und vergleicht. Es gibt die echte Quote von allen Zuschauern und dann noch die der 14 bis 49 Jährigen. Damit ist plötzlich eine Castingshow führend, während eine ZDF Schmonzette die meisten Gesamtzuschauer hatte, z.B.

    Auf diese Zielgruppe hat RTL im Besonderen gebaut und das Programm wurde darauf ausgerichtet. Das hatte zur Folge, dass viele Ältere sich den Privaten Sendern abwandten und nur die ÖR Sender bevorzugen.

    Und was die Kaufkraft betrifft, hinkt die 14 bis 49er Gruppe auch: die Älteren dürften mehr Geld zur Verfügung haben, als Jugendliche.

    Es erstaunt mich allerdings, dass die Werbeindustrie immer noch auf diese Zielgruppe reinfällt, bzw. sie halten an diesem Märchen fest.

    Das gilt für das TV gleichermaßen wie für das Radioprogramm.

    Und was die Musikauswahl im Radio betrifft: mischt man Musik der Jugend (aktuelle Songs aus den Charts und den Clubs) mit der Musik der Älteren (Schlager, 60er und 70er), verliert man als Sender seinen Wiedererkennungswert und wahrscheinlich wenden sich beide Altersklassen ab. Ein solches Konzept geht vermutlich nicht auf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2015
  3. count down

    count down Benutzer

    Bis auf Titel aus den o.a. "Clubs" liefert Antenne Brandenburg als Marktführer in der Region Berlin/Brandenburg mit exakt diesem Mix den lebenden Gegenbeweis. Schon mal gehört?
     
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  4. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Reingehört habe ich da schon mal, aber diesen doch extremen Musikmix hatte ich nicht bemerkt. Es wundert mich, dass ein solches Programm Erfolg hat.
     
  5. ricochet

    ricochet Benutzer

    Aber die Seniorenwerbung ist doch einer der größten Brocken überhaupt: Die Media-Agenturen schieben sie nur zu 95% der Printbranche (inkl. Magazine, Illustrierte) zu, die elektronischen Medien hingegen müssen ständig ihre Zielgruppe verjüngen um die kranken Zeitungen zu päppeln. Das ist, wenn schon nicht alter Väter Sitte, so doch gängige Praxis seit der zweiten Hälfte der 90er-Jahre. Je schlechter es der Printsparte ging, umso mehr wurden die Zielgruppenvorgaben für Fernsehen und Radio nach unten verschoben.

    Den elektronischen Medien mit älterer Zielgruppe möchte man zurufen: Umgeht endlich die printabhängigen Agenturen und gründet eigene Werbe-Netzwerke oder Agenturen, die interessierte Unternehmen ansprechen.
     
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  6. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Also genau das, was Webradios schon seit Beginn an (spätestens Anfang der 2000er Jahre) machen.

    Jetzt stellt sich die Frage: Mach(t)en Webradios die ganze Zeit das falsche, oder hatten eben sie das richtige Konzept, planlos und einfach drauf los - mit Kirmesmoderation -, aber wie "Radio" es nennt "Full Spektrum AC", oder war es die ganze Zeit schon gequirlte Scheiße und "Radio" hat jetzt nur für sich entdeckt, dass der Mist - personalisiert und mit etwas besserer Moderation - funktionieren kann?
    Oder einfacher: Was war zuerst? Das Ei oder das Huhn?
     
  7. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Wie oft muss ich denn noch gebetsmühlenartig wiederholen, dass es nicht auf die Kaufkraft ankommt? Jüngere Menschen sind viel leichter in ihren Kaufentscheidungen durch Werbung beeinflussbar als ältere. Das hat mit der Kaufkraft überhaupt nichts zu tun. Für Menschen mit geringem Bildungsgrad gilt das übrigens genauso, aber das gibt natürlich niemand zu. "Wir haben ein junges Publikum!" klingt natürlich viel besser als "Wir haben ein dummes Publikum!" "Jung" ist ein durch und durch positiv besetzter Begriff mit dem sich auch so mancher "Junggebliebene" schmückt, damit kann man wunderbar ein positives Image transportieren. Letztlich ändert man an dem Jugendwahn nur etwas, wenn die Werbetreibenden mitspielen. Hier gilt es also meiner Meinung nach anzusetzen.
     
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  8. Gegenstromanlage

    Gegenstromanlage Benutzer

    Ich plädiere seit längerem für ein Umdenken bei Radiosendern. Junge Radios müssen in erster Linie im Rahmen einer Markenstrategie fungieren. Die Finanzen sollten umverlagert werden: Mehr Gelder bereitstellen für eine konsequente Digitalstrategie auf Smartphones. Weniger Power ins lineare Programm. Die Hörgewohnheiten in jungen Zielgruppen ändern sich gerade dramatisch, in 5 Jahren haben Radios als Geräte in dieser Zielgruppe ausgedient, das Smartphone bestimmt dann alleine den Audio-Alltag, so wie heute zum Großteil schon. Vor allem junge Marken müssen künftig sehr stark in Richtung Personalisierung gepaart mit Radio-Personality gehen, um den US-Konzernen, die so langsam hier die Oberhand gewinnen, etwas entgegenzusetzen. Die "richtige Zielgruppe" für herkömmliches, lineares Radio ist derzeit 35 plus. Hier spielt das klassische UKW-Radio noch eine sehr starke und das Smartphone als Audio-Lieferer noch eine untergerodnete Rolle. Die klassischen AC-Wellen sollten vielleicht etwas älter werden - Fokus auf 80er gepaart mit ein paar eingänglichen, aktuellen Hits, damit macht man derzeit nichts verkehrt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2015
  9. Tweety

    Tweety Benutzer

    Da ist er wieder der klassiche Denkfehler des deutsches Radios. Man soll bitteschön was RICHTIG machen und nicht nichts verkehrt. Das ist ja auch wahnsinnig innovativ, ausgelutschte 80er mit den aktuellen Hits, das da noch niemand drauf gekommen ist...:rolleyes:
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2015
  10. megaK

    megaK Benutzer

    Also im Prinzip das Hamburg Hamburg Zwei Konzept, dass in Hamburg gerade mal 3 % Marktanteil schafft?
    Möchte Wetten wenn auf der Frequenz noch das alte OK-Radio Konzept aus den frühen Neunzigern laufen würde, weren die MA immer noch 3-4 mal höher!
     
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  11. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Wenn in naher Zukunft (2018?) die MA Werte des Internetstreamings mit in die Bewertung fließen würde es mich nicht wundern, wenn da neue Zielgruppen erstellt werden.

    Man sollte es bei den Gesamtzuschauer- und Hörerzahlen belassen, das wäre immerhin ein wenig authentisch...
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2015
  12. NurzumSpassda79

    NurzumSpassda79 Benutzer

    Radio muss eines - überraschen. Langeweile animiert zum Wegschalten. Damit ist alles von meiner Seite aus gesagt.
     
  13. grün

    grün Benutzer

    Sind sie doch schon längst. Die Zeiten, in denen Wellen wie SWR3, NDR2 etc. "jung" klangen, sind schon lange vorbei. Genau diese Strategie, die du ansprichst, halte ich für verkehrt. Denn auf Dauer muss man dann immer "neue" Wellen schaffen, um ein Gesamtpublikum zu halten. Das halte ich gerade für nicht richtig, im Gegenteil: Diese Wellen müssten wieder jünger werden, dann kann man sich die Zusatzprogramme gerade der ARD sparen.
     
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  14. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Zusammengefasst: Je doofer, desto Zielgruppe!
     
  15. ricochet

    ricochet Benutzer

    Mit dieser Schutzbehauptung gehen die professionellen Rundfunkwerber schon seit Jahr und Tag hausieren um ihr Handeln zu rechtfertigen, leider entbehrt sie aber jeder Grundlage. Auf cool machende, actionreiche und grelle Werbung für günstigere Konsumartikel wie sie im Dudelradio zu finden ist zieht bei jungen Leuten, die wirklich werthaltigen Produkte lassen sich auf diesem Weg aber nicht verkaufen. Mit ästhetischer Autowerbung im Fernsehen kann man zwar Markenpflege betreiben, eine Kaufentscheidung ist aber immer das Resultat intensiver Produktvergleiche.

    Reifere Menschen sind besonders empfänglich für argumentative und manipulative Werbeformen die die Vorzüge der jeweiligen Produkte hervorheben, dafür sitzt der Groschen bei ihnen aber auch wesentlich lockerer als bei den Jungen, und du kannst ihnen quasi im Vorbeigehen einen Whirlpool oder einen Städtetrip verkaufen wenn du kommunikativ geschickt vorgehst, auf grundsätzliches Interesse stößt und die Barreserve der Kundschaft reicht (Home-Shopping-Sender machen mit älteren Zuschauern Millionenumsätze, und die dort feilgebotenen Produkte sind nicht gerade günstig wie man weiß). Allerdings muss in diesem Fall auch das Werbeumfeld passen.

    Lieber Plattenschrank: Sag mir bitte warum immer noch das meiste Geld in die Zeitungswerbung fließt, wenn ältere Mitbürger doch angeblich so werberesistent sind? Das Popradio greift nur ein paar kümmerliche Reste ab, mehr nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2015
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  16. Ich

    Ich Benutzer

    Aber ist eurer Ansicht nach ein sg. Full Spektrum AC zu schaffen?
    Ist es umsetzbar?
    Da traut sich bisher hier kaum einer ran. Ist sicher auch kein einfaches Thema.
    Meine Ansichten stehen ja oben fett geschrieben.#1

    @NurzumSpassda79

    Kurz und knapp und sehr gut!!!
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2015
  17. TripleX

    TripleX Benutzer

    Quelle? Das meiste Geld fließt in Zeitungswerbung?
    Auf die schnelle hab ich jetzt diese Quelle gefunden:
    http://www.nielsen.com/content/dam/...sights/pdfs/Nielsen_Universen_D_2014_Inet.pdf
    Demnach flossen 2013 rund 50 Milliarden in Fernsehwerbung und 19 Milliarden in Zeitungswerbung. Und dieser Anteil befindet sich im Sinkflug.(2006 noch 26 Milliarden)
    Klar der Radioanteil ist mit 6,7 Milliarden deutlich kleiner, aber immerhin seit 2006 deutlich gestiegen (5,9 Milliarden)
    Auch die in Deinem Text vorhergehenden Behauptungen (z.B. Autokauf ist das Ergebnis intensiver Produktvergleiche. Keine Emotion im Spiel, wenn es dann doch der überteuerte Benz wird?) sind anzuzweifeln. Aber Du kannst sicher erklären, wo Du sie her hast.
     
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  18. Berlinerradio

    Berlinerradio Benutzer

    jetzt mal nicht übertreiben! Antenne Brandenburg spielt auch aktuelle Songs, die keinen der älteren Hörerschaft dazu veranlassen, abzuschalten. Songs, die keinem wehtun. Vieles aus den Charts wird aber auch nicht gespielt. Und dazu gehören nicht nur die elektronischen Beats aus den Clubs. Die älteren Songs, die da laufen, sind auch häifig sehr weichgespühlt. Also haut mich nicht vom Hocker. Aber sie klingen nicht so privat, wie andere ÕR-Anstalten. Es findet kein geclaime statt, wie z.b. bei Bayern 3, SWR 3, NDR 2 usw. Das ist sehr positiv.
     
  19. exhörer

    exhörer Benutzer

    Warum sollte ein Vollprogramm nicht umsetzbar sein?

    Es muß ja nicht nach jedem einzelnen Titel ein Stilbruch erfolgen, aber man kann durchaus tageszeitabhängig komplett unterschiedliche Inhalte senden. Früher war das auch absolut üblich, aber anscheinend hat man das verlernt.
     
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  20. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    @exhörer
    Es ist zu einfach. Dann kann es nichts taugen!
     
    Inselkobi gefällt das.
  21. Ich

    Ich Benutzer

    @Mannis Fan
    Einfach ist es nicht.
    Jemanden mit Musiksachverstand sollte aber jeder Sender haben.
    Nur wird dieser Sachverstand dem Musikchef häufig von Beratern abgesprochen um die Research's zu verkaufen.
    Diese Geld intern eingesetzt bringt sicher wesentlich mehr und trägt außerdem zur Motivation der "eigenen Mannschaft" bei.
    Oder weshalb hat man Musikredakteure?

    Liebe Grüße
    Frank Dignaß
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2015
  22. ricochet

    ricochet Benutzer

    Deinen Einwand halte ich für sehr angebracht! In der Tat liegen die Bruttowerbeumsätze des Werbeträgers Fernsehen (noch) an der Spitze der Statistiken, aber wenn es um die tatsächlichen Einnahmen (Nettoerträge) geht liegen die Tageszeitungen einschließlich ihrer Anzeigenblätter trotz neuerlicher Rückgänge mit 4682 Millionen Euro noch immer deutlich vor den Fernsehsendern mit insgesamt 4289 Mio. Euro*. Was die Bruttoumsätze betrifft wird das Internet bereits 2015 das Fernsehen deutlich überflügeln, die Privatsender müssen also sparen, besser verhandeln oder ihr Online-Geschäft ausbauen, und zwar insbesondere da wo der Nachholbedarf am größten ist (Stichwort Lizenzierungspolitik, eigene und gemeinschaftliche Online-Videotheken sowie Streamingdienste diverser Drittanbieter; auch Querfinanzierungen rücken stärker in den Fokus).

    *Die Angaben stammen von BDZV und BVDA und beziehen sich auf das Jahr 2014.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2015
  23. Der Meister

    Der Meister Gesperrter Benutzer

    Anscheinend wollen aber die Hörer das auch kaum noch. Anders ist es nicht zu erklären, dass etliche Webradios genau diese Mischung anbieten, aber kaum eingeschaltet werden. Gut, im Mobilbereich ist Webradio noch rückständig, aber ein WLAN-Küchenradio ist kaum teurer als eins, was nur UKW kann.
     
  24. Redakteur

    Redakteur Benutzer

    Zu einem gelungenen Vollprogramm gehört halt nicht nur, morgens andere Musik zu spielen als abends. Da muss meiner Meinung nach sehr viel mehr geschehen, gerade auch im zugehörigen Wortangebot. Und hierfür ist ein redaktioneller und folglich finanzieller Aufwand vonnöten, den man sich als kleiner Webradio-Betreiber im Regelfall nicht leisten kann.
     
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  25. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Dann sollten sie sich fragen, was außer Musik die Menschen von ihrem Radio noch erwarten.
     
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