1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Weltweite Finanzkrise

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Mannis Fan, 14. Juli 2011.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Wer glaubt eigentlich all die Horrorszenarien? Wer hat ein Interesse an ihnen? Wer profitiert, wenn sie eintreten? Wer zahlt am Schluss?

    Ich glaube, wir erleben gerade ein Paradebeispiel globalisierter und von knallharten Interessen geleiteter Meinungsmache, mit ernüchternder Bloßstellung der Hilflosigkeit unserer politischen Systeme und Akteure gegenüber den Finanz-Systemen und Akteuren.
     
  2. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Interesse haben vor allem die USA daran. Ich vermute mal, dass die von den eigenen Problemen ablenken wollen und damit den Euro schwächen oder am liebsten abschafft sehen würden. Ist ja nicht von ungefähr, dass alle Ratingagenturen in Übersee beheimatet sind. Da tobt ein knallharter Finanzkrieg. Ausgang ungewiss.

    Das war wohl eine eher hypothetische Frage, oder? Die Frage wird viel eher sein, wie hoch der Preis am Schluss sein wird.
     
  3. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Zeigt die Finanzkrise nicht deutlich, wer in der Welt regiert: Das Kapital. Die Politik hat sich einen gewissen Einfluss auf eben dieses Kapital nehmen lassen und zeigt, wenn ich es mir so verinnerliche, auch keinerlei Interesse, diesen Einfluss zurück zu erobern. Warum auch,
    • die Politik hat doch noch das gemeine Volk, welches die teilweise sogar virtuellen Gelder aufbringt.
    • die Politik hat sich doch gut mit dem Kapital arrangiert.

    Dass die Ratingagenturen nur in den USA sitzen, ist doch auch ein Versäumnis der Politik. Was hinderte denn die EU daran, auch eine Ratingagentur zu installieren und auch etablieren? Da es aber nie zu spät ist, könnte man das ja nachholen, auch wenn in den Medien (letzter oder vorletzter Presseclub) probagiert wurde, dafür sei es zu spät. - Das mag für die jetzige Krise der Fall sein, da der Kaputalismus aber eine zyklische Gesellschaft ist, sollte schon entsprechend vorgebeugt werden.

    Andererseits, so schlimm kann es auch nicht sein; hat sich der Politikbetrieb nicht in den Urlaub verabschiedet? Nicht dass ich denen den Urlaub nicht gönnen würde, aber wenn ein Staat, eine Gesellschaft am seidenen Faden hängen würde, wäre es angebracht, "Sonderschichten" zu fahren.
     
  4. WAZmann

    WAZmann Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Vielleicht sollte man diese Abteilung im Forum als "Stammtisch" bezeichnen ...
    Eine weitere Ratingagentur sitzt m.W. in China, Dagong heisst sie doch. Aber das wisst ihr als DLF-Dauerhörer sicher besser.
     
  5. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Jetzt muss man mal abwarten, wie es in den USA weitergeht. Wenn die sich da nicht einigen, dann gute Nacht Maria. Dagegen dürften dann die Gebr. Lehmann Waisenknaben gewesen sein.;)
     
  6. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Die Börsenkuse stürzen ab und gerade wertete eine Ratingagentur die Kreditwürdigkeit der USA herab. Die Leute kaufen Gold und schweizer Franken.

    Noch immer nur ein Thema für den "Stammtisch", an dem die Meinung der BILD-Zeitung das Geschehen bestimmt? Aufwachen, liebe Leute! Es "knallt" bald. So entledigen sich Staaten ihrer Schulden. Alles schon mal dagewesen...

    Wer kein Geld hat, braucht sich keine Sorgen machen. Er hat jetzt "nichts" und hat auch danach "nichts".
     
  7. Radiokult

    Radiokult Benutzer

  8. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Immerhin, CDU-Merkel hat sich zu Telefonkonferenzen bereits wieder aus dem Urlaub zurück gemeldet. Des weiteren ist bereits eine Sitzung anberaumt, an der Merkel teilnehmen zu wollen haben will, obwohl diese noch innerhalb ihrer Urlaubszeit liegt.
     
  9. empire1970

    empire1970 Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Leider gibt es den guten alten Krügerrand in der damaligen Wertigkeit nicht mehr. Eine Flucht ins Gold wird die Probleme nicht lösen, da bei einem Crash auch hier die Kurse einstürzen werden. Immerhin ist dann wenigstens noch etwas vorhanden.
    Den heutigen Vorschlag Chinas eine Ersatzwährung für den Dollar zu kreieren finde ich gar nicht so abwegig. Und ihr?
     
  10. 2Stain

    2Stain Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Es gibt in diesem Posting zwei Fehler, weil von empire1970 nicht prozentual gerechnet und gedacht wurde.

    1. "Eine Flucht ins Gold wird die Probleme nicht lösen, da bei einem Crash auch hier die Kurse einstürzen werden."

    Natürlich kann bei einem Crash der Goldkurs abstürzen. Aber bitte bedenke: wohin stecken die Spekulanten dann ihr "Geld"? Welche "Währung" ist vorübergehend sicher und dann spekulativ? Andere Edelmetalle? Seltene Erden? Industrie- oder Buntmetalle...?
    Meine Betonung liegt auf "spekulativ", denn ein Blick in die jüngste Vergangenheit zeigt uns allen, dass weltweit keine oder kaum Lehren seit 2008 gezogen worden sind.
    Lehman und der deutsche Steuerzahler lassen immer noch grüßen.

    2. China als größter Gläubiger der USA tut sich mit der Forderung nach einer "Ersatzwährung" oder zweiten Leitwährung sehr leicht, möchte China doch seit Jahren die eigene Währung nicht anpassen.

    Hintergrund meiner Zeilen:
    Ich arbeite seit mehreren Jahren (nach meiner Radiozeit) bei einem weltweit tätigen Unternehmen, bei dem eben nicht "spekulativ", wohl aber "gehedged" gearbeitet wird.

    2Stain
     
  11. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Gold war schon immer eine sichere Anlage, egal was mit einer Währung sonst so passiert. Wenn es zu einem Währungsschnitt kommt, kostet eine Feinunze Gold nicht mehr 1663 Dollar, sondern meinetwegen 10000 "Spielgeld"-Dollar. Das ist dem Besitzer des Goldes doch völlig schnuppe. Schaut euch mal die (Metall-)Kurse an. Da wird einem Angst und Bange.

    Auch die Entwicklung des Umtauschkurses CHF-Euro (allein in den letzten 12 Monaten) ist der Wahnsinn. Bald steht der Kurs 1:1...
    http://www.finanzen.net/devisen/schweizer_franken-euro-kurs
     
  12. AW: Weltweite Finanzkrise

    Das ist sicherlich eines der von Panikmachern bezweckten Ziele. Mit Erfolg. Selbst in der BILD wird auf der Titelzeile über den vermeintlich "sicheren Hafen" berichtet. Die BILD ist immer ein sehr guter Indikator, wenn man diesen richtig zu deuten weiß :)
    Der kleine Mann, der im Jahr 2000/01 auf BILD-Geheiß sein Vermögen am Aktienmarkt halbiert hat, wird die Restbestände nun mit dem hochpreisigen Edelmetall halbieren. C´est la vie.

    Abgesehen von jenen Medienmachern, die sich (bewußt oder unbewußt) vor den Karren von gewissen wirtschaftlichen oder politischen Interessensgruppen spannen lassen, denke ich aber, dass der größte Teil der Medien einfach die gegenwärtige Stimmungslage reflektiert, die wohl (ähnlich wie bei der allgemeinen Panik im Jahr 2008) mit massenpsychologischen Modellen am besten zu erklären ist (ohne dass ich die reellen Gefahren kleinreden will).
    Und grundsätzlich gilt: Angst verkauft sich gut. Ein BILD-Aufmacher "Schuldenkrise ist in den Griff zu kriegen - Experten geben Entwarnung" dürfte die Auflage der Straßenzeitung zum Erliegen bringen. Empfehlen würde ich der BILD eher die Verknüpfung von 2012-Untergangsszenarien mit den jetzt sichtbaren "Vorboten des Untergangs", wie es - so meine Beobachtung - nicht wenige Menschen glauben. DAS könnte ein Auflage-Knaller werden und ein gutes Geschäft. Tja, so läuft´s....
     
  13. Phaserotator

    Phaserotator Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Wenn man in Kaufkraft rechent, dann hat die Halbierung der Restbestände doch schon der Euro erledigt.

    Wenn Gold eine Aktie wäre, würde ich Dir recht geben. Aber der Goldpreis wird nicht von ein paar Bildzeitungslesern gemacht. Da sind ganz andere Kräfte am Werk. Bei einem stärkeren Rücksetzer des Goldkurses würde sich China die Hände reiben und sofort amerikanische Anleihen in Gold umschichten.
    Ausserdem geht es mittlerweile nicht mehr darum, mit Gold einige hundert Euro an Kursgewinn einzufahren, sondern es geht schlicht um die Absicherung der Ersparnisse.

    Für den Erhalt der Kaufkraft hat sich Gold über Jahrtausende bewährt. Warum sollte das jetzt plötzlich anders sein?

    Das heisst jetzt nicht, dass man morgen sofort zum Bankschalter rennen, und sein Geld in Gold umtauschen soll. In solch turbulenten Marktphasen gibt es bestimmt auch Kursschwankungen nach unten, die man nach und nach als Kaufgelegenheit nutzen kann.

    Und sollte der “Versicherungsfall“ Hyperinflation, Währungsschnitt oder Währungsreform in absehbarer Zeit nicht eintreten, und der Goldpreis fällt wieder, dann kann man doch froh sein, dass alles wieder in geregelten Bahnen läuft. Man hofft ja auch nicht, dass sein Haus abbrennt, wenn man eine Brandversicherung abschließt.
     
  14. 2Stain

    2Stain Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Zur Info:
    an den internationalen Börsen wird in US-$ gehandelt, das bedeutet, dass eine Umrechnung in € erfolgen muss, um für die Euro-Staaten eine entsprechende Aussage treffen zu können.

    Wer kauft Edelmetalle in Barren und hortet sie zu Hause unter dem Bett im Sparstrumpf, sind "Papiere" nicht leichter?
    Welche Regierung kann vorweisen, dass die Super-Brains und Think-Tanks bei ihnen beschäftigt sind?
    Welcher First-Class Absolvent einer Spitzenuniversität geht in die Politik?

    Macht Euch bitte Gedanken über meine Fragen, die lediglich zum Nachdenken animieren sollen und benutzt, z.B. eine frei verfügbare Seite im Internet, die die Möglichkeit gibt, Börsenschwankungen in € und US-$ über mehrere Jahre nachzuverfolgen.
    Es muss ja nicht unbedingt die NYSE oder die LSE oder die LME sein, die Indikatoren sind immer erkennbar.

    Übrigens, ein alter Spruch, der in unseren Konferenzen immer auftaucht: "Was sagen denn die Analysten zur Entwicklung?"
    Meiner Meinung nach können Analysten immer nur hinterher erklären, warum Voraussagen nicht eingetroffen sind, denn wenn sie es vorher gewusst hätten wären sie keine Analysten mehr, sondern hätten den Börsengurus Kostolany, Buffett und anderen den Rang abgelaufen.

    2Stain
     
  15. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Hallo!

    Stefan schrieb:
    Ich habe den neuen "Focus" noch nicht gelesen, er macht am Montag aber auch mit der Titelzeile "Gold richtig" auf. Keine Ahnung, was drinsteht.

    In deinen Worten lese ich eine Abneigung gegen eine "Wertanlage" (oder den Tausch von "Papiergeld" in etwas "handfestes", "beständiges") in Form von Edelmetall(en). Und das verstehe ich jetzt wirklich nicht, denn die Realität hat uns längst eingeholt:

    Am 10.06.2008 17:52 schrieb ich:
    Zwei Jahre später, am 03.06.2010 21:53, schrieb ich:
    @2Stain: Ich habe damals auch den aktuellen Umtauschkurs USD-EURO in die Rechnung einbezogen. Ganz sicher.

    Und was ist heute? Ich habe das wirklich noch nicht gewußt, sondern erst vor wenigen Minuten gelesen, aber die Realität hat mich im April dieses Jahres überholt. Seitdem übersteigt der Materialwert des Silbers in diesen "alten" Gedenkmünzen den Nennwert/Ausgabewert. Sehr "lustig". Wer alte ("richtige") Münzen besitzt, hat also bisher nicht den geringsten Verlust (Inflation!) "erlitten" - im Gegenteil. Und nun kommst du, lieber Stefan.

    Seit April 2011 enthalten deutsche Gedenkmünzen daher weniger Silber. Aber lest einfach selbst:

    http://www.silber.de/10euro_gedenkmuenzen_brd.html



    Wer konnte ahnen, daß dieser Umrechnungskurs in der Schweiz schon längst üblich ist, da niemand mit 0,9 oder 1,1 bei der Umrechnung multiplizieren/dividieren will und mir gerade heute über den Weg läuft?...

    Heute in einer kleinen "Snackbar" an der A3 Sargans-Zürich (auf der Karte etwas Links von Lichtenstein) auf einem Parkplatz am schönen Walensee.

    Ich: Kann ich auch mit Euro bezahlen?
    Frau Snackbar: Ja klar - ist aber 1:1.
    Ich: Na, na, na! 0,9 oder 1,1 ist der aktuelle Kurs.
    Frau Snackbar: Stimmt, das machen wir aber schon einen Weile so.
    Ich: Ja, ist gut. Ich will nur einen Kaffee zum Mitnehmen.

    Laut Preisliste kostete der Becher Kaffee 4,10 CHF. Das sind - noch immer die D-Mark im Kopf - 8,20 DM. Dafür war der Becher aber ziemlich groß. Das ist aber relativ und immer eine Frage des Blickwinkels und der Perspektive. Ich war heute mal großzügig, wie man unten sehen kann. (Das Feuerzeug ist übrigens 68 mm lang.)

    Die Schweizer verstehen das "Abzock-Handwerk", ohne mit der Wimper zu zucken. Das muß man ihnen lassen! ;)


    Grüßle Zwerg#8
     
  16. AW: Weltweite Finanzkrise

    Nur kurz, alldieweil dies ja kein Wirtschaftsforum ist: Wer beim letzten größeren Gold-Hype in der Krise von 1979 gekauft hatte, besaß in den darauffolgenden 30 Jahren nur noch gut die Hälfte des eingesetzten Geldes. Der jetzige Hype sieht mir deutlich größer aus, man betrachte diesen beunruhigenden Langzeitchart. Vielleicht ist er diesmal ja dauerhafter? Vielleicht auch nicht. Der entscheidende Punkt ist, - und damit kommen wir endlich zurück zum Thema - dass in den Medien diesbezüglich eine Sicherheit vorgegaukelt wird, die so nicht existiert. Zu jetzigen Kursen Gold zu kaufen bedeutet, auf ein bestimmtes (mögliches) Szenario zu spekulieren.
     
  17. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    > Nur kurz, alldieweil dies ja kein Wirtschaftsforum ist.

    Moment! Bitte nicht versuchen zu "kneifen". Das geht immer nach hinten los...

    > man betrachte diesen beunruhigenden Langzeitchart.

    Und in dieser Rechnung ist die Inflation drin, die wir jetzt der Einfacheit halber linear zu nur 2%/a ansetzen?

    Wenn der Goldpreis pro Jahr nur um 2% ansteigt (lächerlich), habe ich seit Jahren zumindest keinen Verlust an "Wert" oder "Realverlust" - wie auch immer du das bezeichen willst... Das ist der Punkt. Gold, Silber und Platin sind praktisch "bombensicher".

    Was will ich denn mit "Papiergeld" auf einem (Festgeld-)Konto und 3% Zinsen (Holla!). Im Ernstfall kannst du dir mir diesen Geldscheinen den Hintern abwischen, denn richtiges dreilagiges Klopapier ist dann eventuell viel teurer... Frag mal deine Urgroßeltern, falls sie noch leben. 1929. Nachdem die ihren Lohn ("in Geld") ausbezahlt bekamen, sind sie zum nächsten Lebensmittelgeschäft gerannt wie die Wiesel, damit "ihr Geld" in der kurzen Zeit zwischen der Auszahlung und dem Umtausch in irgendwelche "handfesten" Waren nicht noch mehr an Wert verliert und sie damit nicht einmal mehr genug Grundnahrungsmittel (Brot, Butter, Mehl, Zucker...) für die nächsten 14 Tage für die Familie kaufen konnten! Man mußte dieses vollkommen wertlose Geld sofort wieder ausgeben, damit man nicht auf diesem "Altpapier" sitzenbleibt. Und das wußtest du bisher nicht? Das glaube ich dir einfach nicht.

    vg Zwerg#8
     
  18. AW: Weltweite Finanzkrise

    Die Antwort vom Zwerg ist eigentlich ganz exemplarisch für die allgemeine Diskussion in den Medien: Der unbestrittene Vorteil der Edelmetalle, ihren Wert vermutlich nie vollständig zu verlieren, wird überproportional herausgestellt, dabei wird ausgeblendet oder heruntergespielt, dass gerade der Wert des Goldes keine fest bestimmte Größe ist, sondern von der Wertzumessung der Marktteilnehmer abhängt, ein starker Wertverfall also durchaus möglich ist. Aus dem starken Anstieg der vergangenen Jahre wird eine positive Prognose für die kommenden Jahre abgeleitet. Und nur der Sachwert Gold wird dem von Inflation bedrohten Bargeld als Alternative gegenübergestellt, Aktien (ebenfalls ein von Inflation nicht betroffener Sachwert) werden gar nicht mal mehr erwähnt. Ja, so sieht das aus momentan - jeder muß selbst seine Schlüsse daraus ziehen. Wie sich die Dinge entwickeln, sehen wir dann in einigen Jahren.
     
  19. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Okay. Hier treffen offenbar zwei vollkommen unterschiedliche "Weltanschauungen" bezüglich der Wertigkeit der Edelmetalle als "Wertanlage" aufeinander. Ich versuche jetzt mal ein ganz doofes Beispiel:

    Stefan will die Winterreifen an seinem Auto in "seiner" Werkstatt gegen Sommerreifen tauschen lassen.


    Der "Meister" sagt 2011: "Dat kostet 49,50 Euro!"
    Okay, einen 50-Euro-Schein hat Stefan notfalls noch in der Tasche. Ungern gibt er ihn hin.

    Jahre später:

    Der "Meister" sagt 2028: "Dat kostet 499,50 Euro!"
    "Hast du einen Riss in der Birne? Das zahl ich nicht! Ich gebe dir x Gramm Gold dafür!"
    Der Meister willigt ein und nimmt die x Gramm Gold.


    Noch ein paar Jahre später:
    Der "Meister" sagt 2045: "Dat kostet 49950 Euro!"
    "Hast du einen totalen Riss in der Birne? Das zahl ich nicht! Ich gebe dir x Gramm Gold dafür!"

    Mal abgehen von diesem total blöden Beispiel, ich rede von der selben Arbeit (hier "Reifenwechsel"), immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten ("Inflation" für die Schulschwänzer) und von "x" Gramm Gold als Entlohnung. Wenn der Goldpreis steigt, "verdient" der "Meister" durch das relativ krisensichere "Zahlungsmittel" Gold ja effektiv auch mehr bzw. macht trotz Inflation keine "Miese". Wenn er das Gold gegen Waren eintauscht (die ja auch immer teurer werden), kommt er hoffentlich auf NULL. Wenn er sich natürlich auf einen Lohn von x - y einläßt, kann ich ihm auch nicht weiterhelfen. Und der Term "-y" spielt leider eine ganz wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Die Maximierung des Gewinns einer Firma, ein Grundprinzip des Kapitalismus, geht mit diesem "-y" voll auf die "Arbeitnehmer": Schnauze halten, nicht aufmucken, nicht in der Gewerkschaft sein, Überstunden ohne murren und unbezahlt schrubben, gesetzlich geregelte Urlaubstage nicht im betreffenden Jahr nehmen können, weil die Personaldecke einfach zu dünn - und mit ganz heißer Nadel gestrickt - ist, effektive Lohnkürzungen hinnehmen, damit die Firma im internationalen Wettbeberb besser dasteht, obwohl sie reichlch Gewinne einfährt, keine Lohnforderungen stellen, denn damit gefährdet man ja die Konjunktur. Bla, bla, bla - usw. Praktisch kann man in Deutschland den lieben langen Tag nur kotzen.

    Bin ich jetzt ein Nestbeschmutzer, womöglich gar undeutsch? (He stop mal - ich hab mich gerade mühsam zum "Forennazi" hochgearbeitet!) Keineswegs! Die Chinesen überrennen uns sowieso bald, es sei denn, wir schrauben unseren Lebensstandard (im Volksmund auch "soziale Marktwirtschaft" genannt) massiv zurück. Stop! Nicht WIR schrauben unseren Lebensstandard zurück, sondern die Eigentümer der Produktionsmittel tun das und sind froh, daß sie durch die Globalisierung der Weltwirtschaft das "Druckmittel" China in der Hand haben... "Made in China" findet man heute auf etlichen Produkten - man sieht praktisch nicht mehr durch, kann diese Produkte nicht 100%ig vermeiden. Ich bin mir aber sicher, daß auf den Rikschas, die VW ab 2025 für China baut ein "VW"-Schild dran ist. Im Sozialplan sind auch schon 10000 VW-Mitarbeiter vorgesehen, die dann mit diesen Dingern nach China verfrachtet werden und dort - Made in Germany - leichtfüßig durch die Gegend galoppieren....

    Noch lacht ihr. Nach meinen Informationen gehen zunächst Fahrzeughalter mit dem Kennzeichen "WOB - VW xxxx" ab nach China. Aber das ist unbestätigt.


    Es gibt hier überhaupt nix zu Lachen! Das ist (fast) bitterer Ernst.
    Zwerg#8
     
  20. Phaserotator

    Phaserotator Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    @Zwerg: Sehr schönes und lebensnahes Beispiel!

    Da hier zur Inflationsabsicherung auch Aktien angesprochen wurden, möchte ich mal das Dow / Gold Ratio ins Spiel bringen:

    http://simplycharts.files.wordpress.com/2007/03/dowgoldratio2006.jpg

    Dieser Chart ist zwar schon etwas älter, ermöglicht aber einen deutlich klareren Blick, wohin der Hase läuft.

    Das Dow / Gold Ratio befindet sich seit ca. 1999 in einem intakten Abwärtstrend. Das vermeintliche Hoch 2007 bei DAX und Dow Jones wurde einem nur durch den verzerrenden Masstab der aufgeblähten Währungen vorgegaukelt.

    In solch einer Marktphase ist es nur mit ausgewählten Aktien und perfektem Timing möglich, Gewinne zu erzielen.

    Erst bei einem Dow / Gold Ratio kleiner als 5 sollte man langsam daran denken Gold in Aktien umzuschichten (aktuell sind wir bei ca. 6,6).

    Es muss einem aber bewusst sein, dass sich fast alle Währungssysteme der westlichen Welt, bedingt durch exponentiell angehäufte Vermögen und Schulden auf der Gegenseite (Zins und Zinseszinseffekt), in den letzten Zügen befinden,
    Ein guter Vergleich ist ein ausgebrannter Stern, der in der letzten Phase nochmal kräftig pulsiert, befor er endgültig seine Hülle abstößt.
    In dieser letzten Phase sind föllig irrationale und übertriebene Bewegungen sämtlicher Indizes möglich (Katastrophenhausse, Crack up Boom).
     
  21. Phaserotator

    Phaserotator Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Ein paar Worte noch zum Goldpeak 1979 / 80:
    Die Aufhebung der Dollarbindung an Gold war damals noch keine 10 Jahre alt. Der freie Goldkurs musste erst einmal seine Richtung finden (ähnlich eines “Überschwingers“.in einem technischen System).

    Der starke Anstieg wurde damals mit sehr hohen Leitzinsen bekämpft. Diese Möglichkeit fällt heutzutage, bedingt durch den hohen Verschuldungsgrad von Staat und vielen Privatunternehmen, aus (die Zinszahlungen des deutschen Staates betragen jetzt schon knapp 2000 Euro pro Sekunde).
    Eine solch dramatische Anhebung der Zinsen würde den derzeitigen Aufschwung endgültig abwürgen und die Staatsverschuldung ins unermessliche treiben..

    Ausserdem gab es, meiner Meinung nach, damals noch Menschen in der Politik, die ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft aufkommen ließen.
    Die heutigen Witzfiguren wirken, in kritischen Situationen, eher wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen.

    Um die Kurve zu den Medien nochmal zu bekommen, ein kleiner Programmtipp:

    Das Erste 21:45 Uhr Report München

    Thema u. a. “Deutschland im Goldrausch - das Millionengeschäft mit der Euro-Angst“
     
  22. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Weltweite Finanzkrise

    Man sollte sich langsam daran gewöhnen dass Dollar und EURO auf der Intensivstation liegen. Ob einer, beide oder keiner durchkommen scheint eher ungewiss. Grösse Summen würde ich im Moment nicht in diesen Währungen anlegen wollen.
     
  23. AW: Weltweite Finanzkrise

    Sehe ich genauso! Bevor ich mein Geld in Euros anlege, behalte ich es doch lieber.
     
  24. Radiokult

    Radiokult Benutzer

  25. AW: Weltweite Finanzkrise

    Danke für den amüsanten Link, Radiokult. Schönes Beispiel für den gegen Null tendierenden Informationswert solcher aktuellen Sondersendungen. Völlig gleichgültig, ob der Börsenexperte nun gekommen wäre oder nicht: die Fragen waren ja schon die falschen. Kein seriöser Börsenbeobachter wird so kurzfristige Prognosen von sich geben, wie gefordert. "Rutscht es heute noch weiter ab?" LOL! Thomas Mayer hätte eigentlich nur antworten können: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich der Kurs oder er bleibt, wie er ist.
    Damits nicht nur beim Meckern bleibt: Was hätte man stattdessen machen können? Vergleich mit früheren Krisen, Analyse der langfristigen Ursachen der jetzigen Krise, sachliche Risikendarstellung und -bewertung, Beleuchtung des statistischen Zusammenhangs zwischen Leitzins und Dax, sachliche Darstellung der Vor- und Nachteile der verschiedenen Anlageklassen usw.
    Immerhin hat der ARD-Brennpunkt zumindest nicht noch weitere Panik geschürt, wie es andere Medien tun. Vielleicht musss man dafür schon dankbar sein.
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen