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Wer sind die Referenten von Radio Maria?

Dieses Thema im Forum "Radioszene Österreich" wurde erstellt von radio_watch, 03. Mai 2004.

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  1. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    Neben der sehr interessanten Diskussion rund um die undurchsichtige Finanzierung des rechts-katholischen Senders (warum sagen die nicht, wo das Geld herkommt - die Aussage, dass das Geld auschließlich von Spendern von Radio Maria Österreich stammt, wie sie selbst behaupten, ist sogar laut eigener Homepage falsch), sollte man sich einmal genauer ansehen, wer bei Radio Maria so alles auftritt. Dazu zähle ich auch Radio Horeb, da viele Programme von Horeb bei Radio Maria vertreten sind.

    Dr. Peter Paul Rainer (Quelle: www.vvn-bda.de/bund/sehen5.htm ): Laut Quelle ein verurteilter Mörder, der als Journalist bei Radio Horeb/Maria gearbeitet (und auch gewohnt) hat - das Ganze wurde von Radio Horeb/Maria vertuscht.

    etwas skurriler:
    Gabriele Kuby (Quelle: www.stjosef.at): Sie erzählt den Leuten, wie gefährlich Harry Potter wirklich ist.

    Gegen die Verharmlosung von Harry Potter
    In einem bemerkenswerten Beitrag für Vision 2000 zeigt die Konvertitin Gabriele Kuby, die früher selber im esoterischen Bereich tätig war, auf, daß die Bücher und Filme über Harry Potter alles andere als harmlos sind. Unter der Hand wird hier der Sinn für Gut und Böse ins Gegenteil verkehrt. Die Welt Gottes wird ausgeblendet, während der satanische Bereich als erstrebenswert vorgestellt wird. Die abschließende Bewertung von Frau Kuby: "Joanne Rowling, der Erfinderin von Harry Potter, gelingt es, diese Grundwertung umzupolen: Das Gute wird böse, das Böse wird gut. Wie es möglich ist, daß der Schutzinstinkt der Eltern für ihre Kinder ausgehebelt wird und daß Hirten der Kirche für diese Ausgeburt satanischer Phantasie grünes Licht geben, ist ein Geheimnis des Bösen."

    (Zitat Ende)

    Scheint das noch skurril, so überschreitet sie ebenso selbstverständlich sämtliche ethischen Grenzen und vergleicht die jetzige Gesellschaft auf Basis unserer Gesetze mit Auschwitz (!): (Quelle: http://www.aktion-leben.de/Sexualitaet/Ehe und Familie/sld03.htm)

    (Zitat)

    Wenn spätere Generationen, die wieder zu einer Kultur des Lebens zurückgefunden haben, auf diese Zivilisation zurückblicken und die Gründe beleuchten, warum sie untergegangen ist, dann werden sie in ihren Schulbüchern lesen:

    - Frauen wollten keine Kinder mehr bekommen. Sie nahmen eine Pille ein, die Kinder „verhütete".

    - Millionen Mütter töteten die Babys in ihrem Bauch.

    - Aus Embryos wurden Medikamente und Kosmetika gemacht.

    - Homosexuelle Paare durften heiraten und Kinder adoptieren.

    - Alte Menschen wurden getötet, wenn sie nicht mehr arbeiten konnten, weil es viel mehr alte als junge Menschen gab.

    Jene Kinder, die in einer Familie mit Vater, Mutter und Geschwistern aufwachsen, in einer Gesellschaft, in der Gott die Ehre gegeben wird, die Gesetze der Natur geachtet werden und die Wirtschaft den Bedürfnissen des Menschen dient, werden fassungslos fragen: „Wie konnte das geschehen?"

    Es wird darauf so wenig eine Antwort geben wie angesichts der Leichenberge von Auschwitz, solange man nicht erkennt, dass der Mensch, der sich von seinem Schöpfer lossagt, wie ein steuerloser Kahn von der Strömung dieser Welt mitgerissen wird. Je tiefer er sich im Bösen verstrickt, um so blinder wird er für das, was er tut. Er sieht nicht mehr, dass er zum Werkzeug des Bösen geworden ist und fragt nicht mehr nach seinem ewigen Heil oder Unheil.

    Wie werden jene Kinder reagieren, wenn sie alt genug geworden sind, dass man sie mit Bildern der untergegangenen kapitalistischen Triebkultur konfrontiert, damit das Undenkbare nie wieder geschieht, etwa mit Bildern der alltäglichen Pornographie und Gewalt, Bilder von den zerstückelten Körperchen abgetriebener Kinder oder gar solchen von der Tötung kleiner Kinder zum Zwecke der Lustbefriedigung?

    Vielleicht wird man ihnen erzählen, dass die Menschen einen unerklärlichen Hang hatten, von frühester Jugend an täglich viele Stunden vor dem Fernsehapparat zu sitzen, um Filme anzuschauen, in denen der Mensch dabei gezeigt wurde, wie er hemmungslos seine niedrigsten Triebe auslebte, Sex und Gewalt und Sex mit Gewalt.

    (...)

    Vielleicht wird der Lehrer etwas darüber sagen, wie die Menschen damals Freiheit und Toleranz verstanden haben: Freiheit hieß, alles tun zu dürfen, wozu man Lust hatte, und Toleranz hieß, dass jeder selbst entscheiden durfte, was gut und böse ist.

    (Zitat Ende)

    Also ein recht offener Aufruf zur Zensur.

    Und als drittes Beispiel: Gerard van den Aardweg - er bietet auf Radio Maria unter dem Motto "Lebenshilfe" eine Sendung zum Thema "Umgang mit Homosexuellen" dar. Diplomarbeit der TU-Dresden zeigt: Quelle http://www.tu-dresden.de/phfis/gifa/projekt/pdf/jeannine-reiher.pdf

    Gerard van den Aardweg hält Homosexualität hingegen für einen pathologischen Zustand, der sich in „neurotischem Selbstmitleid“ äußere. Dies geschehe unbewußt und stelle ein Leiden für den homosexuellen Menschen dar. Dabei definiert van den Aardweg Homosexualität über Gefühle und nicht – wie viele andere Autoren – anhand von sexuellem Verhalten.

    (Zitat Ende)

    Ich bin (im Unterschied zu Referenten bei Radio Maria) gegen Zensur. Radio Maria soll senden. Bei einer Knappheit an terrestrischen Frequenzen, wie sie im analogen Radiozeitalter Realität ist, stellt sich aber schon die Frage, ob die Kriterien des Privatradiogesetzes erfüllt werden.

    § 16. (1) Die auf Grund dieses Bundesgesetzes veranstalteten Programme haben den Grundsätzen der Objektivität und Meinungsvielfalt zu entsprechen.
    (2) Die Veranstalter haben in ihren Programmen in angemessener Weise insbesondere das öffentliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben im Versorgungsgebiet darzustellen. Dabei ist den im Versorgungsgebiet wesentlichen gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen nach Maßgabe redaktioneller Möglichkeiten Gelegenheit zur Darstellung ihrer Meinungen zu geben.

    (3) Sendungen dürfen keinen pornographischen oder gewaltverherrlichenden Inhalt haben.

    (4) Alle Sendungen müssen im Hinblick auf ihre Aufmachung und ihren Inhalt die Menschenwürde und die Grundrechte anderer achten und dürfen nicht zu Hass auf Grund von Rasse, Geschlecht, Religion und Nationalität aufstacheln.

    (5) Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen Grundsätzen zu entsprechen. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen.

    (6) Abs. 2 gilt nicht für Programme, die auf im Wesentlichen gleichartige Inhalte (Spartenprogramme) oder Zielgruppen beschränkt sind.
     
  2. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    und nochwas

    Die Neue Zürcher Zeitung schreibt:

    Bei Radio Marija in Kroatien wird ganz offen über eine territoriale Aufteilung des Nachbarlandes Bosnien nachgedacht, und die Kriegsabenteuer des verstorbenen Präsidenten Franjo Tudjman werden verklärt, inklusive seiner Ablehnung gegen eine «Vormundschaft des Westens in der offenen kroatischen Frage».

    Religiöse Sender im Abseits
    Einer der berüchtigtsten religiösen Sender ist allerdings Radio Maryja in Polen. Unter dem Deckmantel des Katholizismus wettern dort die Rechtsextremen des Landes von früh bis spät gegen den «Ausverkauf» des Landes und für die «wahren Werte und Interessen des Polentums». Der Sender steht für Xenophobie, Antisemitismus und EU-Feindlichkeit schlechthin. Und doch wagt niemand einzuschreiten. Im Gegenteil: Seit dem Vorjahr geniesst die Station, nach Protesten rechter Parlamentsabgeordneter, einen ähnlichen Status wie das öffentlichrechtliche Staatsradio und wird aus Steuergeldern mitfinanziert. Die offizielle katholische Kirche distanziert sich zwar immer wieder von Radio Maryja, doch manch ein Geistlicher greift hin und wieder gern zum Mikrophon, um den Gläubigen zu erklären: «Es ist eben leider so, die meisten Feinde Polens sind halt vor allem Juden.»

    (Zitat Ende)

    Von Radio Maryja (Polen) hat sich das österreichische Radio Maria distanziert. Allerdings nicht vom kroatischen Radio Marija. Das ist nach wie vor - wie auch das österreichische - Mitglied der Radio Maria Weltfamilie.
     
  3. sergiomendes

    sergiomendes Benutzer

    AW: Wer sind die Referenten von Radio Maria?

    Ich bin sprachlos!
     
  4. Kleetschi

    Kleetschi Benutzer

    AW: Wer sind die Referenten von Radio Maria?

    Um eines vorab klar zu stellen: ich brauch diesen Buß- und Betsender auch nicht.

    Aber: warum erfolgt der kritische Aufschrei erst bei der Vergabe der 93,4? Der Sender hat seit Jahren eine gültige Satellitenlizenz und sendet zudem in Amstetten terrestrisch.
    Daher meine Frage: wie ist das österr. Radio Maria? Kennt das überhaupt wer? Hat das irgendwer schon gehört, ob die auch so drauf sind wie die Kroaten oder Polen?

    Wie schon jemand richtig sagte, kann man nicht unbedingt von einem aufs andere schließen, da die Polen aus dem Verbund ausgeschlossen wurden.

    Also, zuerst reinhören, dann ne Meinung haben.
    (Nichtsdestotrotz halte auch ich die Vergabe der 93,4 an Radio Maria als Fehlentscheidung, andere Bewerber hätten mehr Potenzial gehâbt)
     
  5. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    AW: Wer sind die Referenten von Radio Maria?

    Bin genau deiner Meinung, habe reingehört und jetzt meine Meinung - nämlich die, dass sich der Sender in Punkto Objektivität und Meinungsvielfalt diskreditiert. Es werden - so es um Lebenshilfe etc. geht - ausschließlich Standpunkte vertreten, die rechts-katholisch sind.
     
  6. sergiomendes

    sergiomendes Benutzer

    AW: Wer sind die Referenten von Radio Maria?

    So viel ich weiss, müssen die Sender bei der KommAustria ein verbindliches Redaktionsstatut vorlegen. Objektivität ist Pflicht, Diskriminierung und Rassismus würden zu Lizenzentzug führen. Ferner muss es Mitschnitte geben, die bei Bedarf von der Behörde angefordert werden.
     
  7. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    AW: Wer sind die Referenten von Radio Maria?

    Schon, aber die Behörde wird von sich aus recht selten tätig. Und sich den ganzen Bürokratenkram wegen Maria antun - dazu war der Sender bisher zu unwichtig. Kann sich mit Baden ja ändern. Wobei ich Maria keinesfalls Rassismus vorwerfen würde.
     
  8. alqaszar

    alqaszar Benutzer

    AW: Wer sind die Referenten von Radio Maria?

    Religion ist Ignoranz und Intoleranz. Wäre sie es nicht, bräuchte es keine Religion, weil alles diesseitliche ausreichend wäre. Doch Religion sucht nicht nur Erklärungen für Donner und Blitz, sie gibt auch vor die letzte und verbindliche Wahrheit zu kennen. Letztendlich ist Reilgion damit ein Taschenspielertrick ohne wirkliche Substanz.

    Denn so albern das jetzt auch scheint: Im Grunde hat Religion ja auch nichts mit einem oder mehrerern Göttern zu tun. Gott resultiert aus Glauben -- wir wissen nicht, ob es Gott gibt, doch wir können an ihn glauben, so wird Gott zumindest für die Gläubigen zur Realität.

    Religion und Glauben dreht sich allzuoft eben nicht um Gott, sondern um die Menschen und die weltlichen Dinge. Der Glaube mit dem Anspruch, im Besitz der ultimativen Wahrheit zu sein verleitet Menschen sogar dazu, sich mit einem vollbesetzten Flugzeug in einen Wolkenkratzer zu stürzen, in der Überzeugung, Sekunden später im Paradies zu landen, umgeben von zahllosen willigen Jungfrauen.

    So muss die Demokratie dem Menschen zwar die Religionsfreoheit gewähren, aber sie muss deren Auswüchse ebenso konsequent bekämpfen. Dies hat in erster Linie mit Aufklärung zu tun, und erst in zweiter LInie mit Verboten. Das ist halt so wie mit der Meinungsfreiheit: Wir dürfen alles sagen und in ERfahrung bringen, dennoch kann die Verbreitung der Auschwitz-Lüge illegal sein.

    Wenn man solche Auswüchse wie Radio Maria hat, dann sollte die Demokratie zumindest in der Lage sein entsprechend darauf zu reagieren und nicht auch noch knappe UKW-Frequenzen zu verschwenden.

    Das wäre ja so, als bekäme das rechtsradikale "Radio Germania! in Berlin eine UKW-Frequenz zugeteilt.

    An dieser Stelle sollte man sich vielleicht die Wiener Regierung mal genauer ansehen. Die Erkenntnis, dass es die Konservativen mit der Demokratie vielleicht doch nicht so ernst meinen drängt sich zumindest stark auf.
     
  9. Berni

    Berni Benutzer

    Gott und das Radio

    Blödsinn!! :mad:
    Die Politik hat sich in die Religion genauso wenig einzumischen wie in die Wirtschaft.
    Religion und Wirtschaft gehen sowieso Hand in Hand – man nennt das Marketing. :rolleyes:

    Wenn die Österreicher nicht glauben würden, dass das Leben mit Ö3 ein Hit ist, würde sich niemand den Dreck anhören. (Mal ehrlich, wer kennt das nicht: Man sitzt alleine zuhause und weiß nicht recht was anzufangen. Dann schaltet man das Radio ein und es geht einem gleich eine Kategorie besser. :p )

    Und wenn jemand beim Wienmarathon mit Laufschuhen für 150 Euro an den Start geht, hat das denselben Effekt wie ein kurzes Gebet vor dem Rennen. :D


    Ich bin übrigens regelmäßiger Läufer und gelegentlicher Ö3 Hörer. Zumindest beim Laufen spüre ich Gott wirklich.
     
  10. radiologe

    radiologe Benutzer

    AW: Wer sind die Referenten von Radio Maria?

    Aus SPIEGEL ONLINE:



    Streit um katholisches Fundi-Radio
    Gott und Tiraden frei Haus

    Von Dominik Baur

    Kleiner Rundfunkkrieg in München: Ein katholisches Privatradio hat gute Chancen, dort demnächst eine frei werdende Frequenz zu übernehmen. Der Sender will das Wort Gottes in die Häuser bringen. Doch Kritiker sagen, Radio Horeb liefere etwas ganz anderes: Rassismus, Fundamentalismus und Frauenfeindlichkeit.



    DPA
    Das Wort Gottes will Radio Horeb künftig auch in München über den Äther verbreiten
    Hamburg - Auf dem Berg Sinai, so steht es in der Bibel, hat Moses von Gott die Zehn Gebote erhalten. Gebote, die Moses daraufhin zu den Menschen brachte. "Horeb" heißt der Berg im Alten Testament, und Horeb ist auch der Name eines Allgäuer Rundfunksenders mit einem missionarischen Anliegen. "Wir leben in einer Welt, die nach Orientierung sucht und erleben zusehends den Verfall sittlicher Werte", warnt der Sender auf seiner Homepage. "Radio Horeb bringt das Wort Gottes dahin, wohin es gehört: in die Häuser, auf die Straßen, auf die Plätze, zu den Menschen."

    In der bayerischen Landeshauptstadt ist das Wort Horebs bislang nur über Kabel oder Satellit zu hören. Doch wenn die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) bei ihrer Entscheidung heute einer Empfehlung ihres Hörfunkausschusses folgt, bekommen die Allgäuer künftig auch etliche freiwerdende Sendeplätze auf der Frequenz 92,4. Sie könnten dann jeden Werktag von 0 bis 15 Uhr die Münchner Haushalte über Antenne erreichen. Das Nachsehen hätten Horebs Mitbewerber, darunter ein Sender der sich an die Türken in München richtet. Dieser will seinen Hörern lokale und internationale Nachrichten plus Service-Tipps bieten. Die Wortbeiträge sollen dabei vor allem deutsch, die Musik türkisch sein.

    Doch die Vergabe der Lizenz an Radio Horeb, für die sich auch der für Medien zuständige bayerische Superminister Erwin Huber stark macht, ist keineswegs unumstritten. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete unter Berufung auf einen internen Bericht der BLM, dass der Sender Hörern eine Plattform für rassistische und homophobe Äußerungen biete. Im Vorfeld der Frequenzvergabe nahm die BLM die jeweiligen Sender unter die Lupe. Obwohl bei Radio Horeb nur zwei Tage ausgewertet wurden, stellten die Medienwächter fest, dass sich das Radioprogramm keineswegs auf die Übertragung von Gottesdiensten und Rosenkränzen beschränkte. Mehrfach, so wurde bemängelt, hätten sich Hörer "offen rassistisch" geäußert, ohne dass die Moderatoren eingeschritten seien.

    So rief ein Anrufer zur Umkehr mit Gottes Hilfe auf, bevor "wir als weiße Rasse abgedankt haben". Ein anderer schimpfte auf die "Zigeuner", für die Diebstahl ein Sport sei, "so wie der Jäger auf die Jagd geht". Eine Referentin soll Schwule verunglimpft haben. On Air schimpfte sie: "Unsere Kinder lernen an den Schulen, dass Homosexualität normal sei." Die Menschheit, forderte sie, müsse sich von der "Tyrannei der Sexualität" befreien.

    Pädagogisch wenig wertvoll finden die Horeb-Beobachter auch die Kindersendung "Bambambini". In einem Gebet forderte Radio Horeb Grundschüler in der Sendung dazu auf, sich der heiligen Maria Mutter Gottes "ganz und gar" hinzugeben - als "dein Gut und Eigentum".

    Kirche hält sich zurück

    Auch bei Kirchenvertretern stößt der Rundfunksender auf Kritik. In der "Süddeutschen Zeitung" beklagt sich Klaus Mucha, ein Münchner Pfarrer, der seit Jahrzehnten die Hörfunkbeiträge der katholischen Kirche im Bayerischen Rundfunk betreut, über die "fundamentalistische" Art von Radio Horeb. Das sei kein Programm für München. "Ich mag da nichts mit zu tun haben." Und Anke Geiger, die protestantische Vorsitzende des Hörfunkausschusses der BLM, betrachtet das aus dem Allgäu verbreitete Frauenbild mit großer Skepsis.



    DPA
    Horeb-Unterstützer Huber
    Der Radiosender freilich will von solchen Vorwürfen nichts wissen. Seit acht Jahren sende man nun schon beschwerdefrei, behauptet Pfarrer Richard Kocher, der den Sender in Balderschwang betreibt. Na gut, ein einziges Mal habe die BLM eine Beanstandung geäußert. Trotzdem: Die Kritik sei "blödsinnig". Von fundamentalistischen, frauenfeindlichen oder rassistischen Tendenzen könne überhaupt keine Rede sein. Allenfalls erzählten Hörer manchmal etwas Unsinn.

    Auch Erwin Huber, Staatskanzleichef und Edmund Stoibers Superminister im Bundesrat, hat große Sympathien für Radio Horeb und befürwortet eine Vergabe der Sendelizenz an die Katholiken. Wieso, fragt Huber, solle "ein religiös orientierter, katholischer Sender im christlichen Bayern keinen Platz finden"? In vielen Briefen hätten sich "ältere, teils kranke Gläubige" für den Sender ausgesprochen. Und die Aussagen der Zuhörer könne man ja nicht so ohne weiteres dem Sender ankreiden. Eine Ansicht, die nicht ganz der Rechtslage entspricht: Medienrechtlich liegt die Verantwortung sehr wohl beim Programmanbieter.

    Die Kirche selbst hält sich raus aus dem Streit. Der Sender sei keine offizielle Einrichtung der katholischen Kirche, deshalb habe man zwar keine Berührungsängste, werde jedoch auch nicht Partei für Radio Horeb ergreifen.

    Partei ergreift dagegen die "Tagespost" und bietet auch gleich eine Verschwörungstheorie an. Das konservative katholische Wochenblatt aus Würzburg vermutet eine Kampagne der "Süddeutschen Zeitung": Neben Radio Horeb bewürben sich ein Sender für türkischstämmige Münchner und ein Messe- und Flughafensender um die Frequenz 92,4. Bei Letzterem wirke auch ein gewisser Karl-Otto Sauer mit, der in den Achtzigern das Medienressort der "Süddeutschen" geleitet habe. Warum sich die "SZ" dann jedoch in einem Kommentar für den türkischen Sender stark gemacht hat, kann die "Tagespost" auch nicht erklären.
     
  11. sergiomendes

    sergiomendes Benutzer

    AW: Wer sind die Referenten von Radio Maria?

    Das war eine heftige Diskussion um Radio Maria in den letzten Wochen. Und was ist jetzt? Wie geht es weiter? Kriegen sie jetzt Baden doch? Wer weiß mehr...?
     
  12. Uschi Glas

    Uschi Glas Gesperrter Benutzer

    AW: Wer sind die Referenten von Radio Maria?

    Das neue Hit Radio Maria mit dem Best of Gotteslob Hits z.B. von The Rassismus, Jesus van Kreuz und der Superhit der neuen Jerusalemer Hip Hop Formation "Die drei Könige" mit Ihrem Megahit "Ich brauch Weihrauch". Gleich gaaanz aktuell nach den Nachrichten, Wetter und Verkaehr : Die Blasphemisten mit "Den 10 Geboten". Ohh du großer Gott wir loben Dich. Gepriesen seist du meine Maria Welle
     

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