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Werbemarkt springt an - aber nicht im Radio

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von berlinreporter, 13. Oktober 2003.

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  1. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    Zeitschriften und Hörfunk sacken weiter ab, obwohl der Werbemarkt in anderen Bereichen schon wieder anzieht - so schreibt es die dpa:
     
  2. SmallFM

    SmallFM Benutzer

    Holla! Eine seriöse Information??? Hier im Radioszene-Forum??? Das gibt's ja wohl nicht!

    Guck' Dich doch mal um. Wenn Du siehst, welche Blindfische hier teilweise vom "Großen Einmaleins des Radiomachens" erzählen, dann weisst Du auch, warum es im Hörfunk nur so langsam vorwärts geht. Mit Billigarbeitern und Heerscharen von Praktikanten macht sich das Medium selbst kaputt. Nur wahrhaben will das keiner. Kritik ist natürlich immer nur für die anderen da.
     
  3. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    Artikel zur Privatfunk-Situation im heutigen Handelsblatt:
     
  4. Unwissender

    Unwissender Benutzer

    Na klar, jetzt sollen mal wieder die Öffentlich-Rechtlichen zurückschrauben, weil es den Privaten an den Kragen geht. (Mal nebenbei, auch bei ör-Sendern werden derzeit Einsparungen gemacht.) Diese dauerhafte Diskussionen zwischen den Systemen ist wirklich kaum noch zu ertragen. Es stimmt schon, so lange gerade private Radios schwache Qualitäten hervorbringen, werden sie es schwer haben. Allerdings verstehe ich gerade jetzt diese Aufregung nicht. Ich denke schon, dass der Aufschwung der Werbung insgesamt ein guter Vorbote auch für die Radiowerbung sein wird. Nachdem sich der Markt gesundgeschrumpft hat und ein paar ohnehin defizitäre Sender weg sind, wird es für die Überlebenden sicher bald besser werden.
     
  5. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    Der entscheidende Satz im Handelsblatt-Artikel scheint mir der zu sein: „Die Bedeutung des Radios wird geringer. (...) Wir dürfen nicht vom Begleit- zum Verzichtmedium der Werbewirtschaft werden“, sagt Achim Rohnke, Geschäftsführer von ARD-Werbetochter Sales & Services.
    Wer für nichts steht, wird für die Werbenden zuerst uninteressant und dann belanglos. Andres herum, wir werden erst dann vom möglicherweise bevorstehenden Aufschwung mitprofitieren, wenn wir uns inhaltlich ändern. Da mögen Kooperationen zwar eine Möglichkeit sein, weil dann kostengünstiger produziert werden kann, dann werden auch einige noch zu Grunde gehen. Aber kleine Sender sind deshalb weder unnötig noch zwangsläufig nicht rentabel. Kleine Sender, ob Musiksparten oder Lokalinformierer, brauchen ihre klare Position im Gesamtangebot, einen USP eben mit nachvollziehbarer Hörerbindung. Das zu erreichen, bedeutet aber ein deutliches Umdenken bei den Entscheidungsträgern.
    Dann haben die Privaten auch eher eine Chance gegen die ARD-Sender.
    db
     
  6. Sony

    Sony Benutzer

    Wer als Radiomacher sein Programm nur als Hintergrundmedium ausrichtet, der wird eben irgendwann bedeutungslos im Hintergrund dahindümpeln !

    Das ist - ehrlicherweise gesagt - nicht von mir. Das habe ich irgendwo mal in diesem Forum schon vor langer Zeit von pirni gelesen. Jetzt sind die ersten Anzeichen dieser Prognose schon da !
     
  7. Sachsenradio2

    Sachsenradio2 Benutzer

    Und ich hab's auch schon lang gesagt. Wenn sich ein "Programm" als Begleitmedium, als Geräuschkulisse, versteht, der kann nicht glaubhaft machen, dass dann auch Werbung beim Hörer ankommt und wahrgenommen wird.
     
  8. RayShapes

    RayShapes Gesperrter Benutzer

    Mein Reden!
     
  9. mediascanner

    mediascanner Benutzer

    wenn stoiber sagt, der br sei die wichtigste kulturinstitution in bayern, dann sollten die macher am rundfunkplatz auf die vergifteten pfeile achten: denn dudelwellen wie bayern 3 oder bayern 1 wird er damit wohl kaum gemeint haben. ich glaube, dass die forderung der vprt die anzahl der ör programme auf max. 3 zu reduzieren, in der politik verbündete hat.
    im übrigen wird sich brüssel dieses deutsche unicum der wettbewerbsverzerrung und ihre ruinösen folgen auch sicher mal vornehmen. dann stehen ard und zdf in ihrer bisherigen form ohnehin zur disposition. solange müsst ihr armen privatfunker halt durchhalten.
     
  10. StabsstelleIV

    StabsstelleIV Benutzer

    Als Werbetreibender würde ich es mir auch dreimal überlegen, ob ich meine Produkte in dieser akustischen Umweltverschmutzung, welche die meisten Sender produzieren, schalten täte.
     
  11. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    Endlich mal ne Aussage von einem Werbenden. Und ich kann sie berufsbedingt nur unterstreichen. Ein Werbender will wahrgenommen werden.
     
  12. Ernie

    Ernie Gesperrter Benutzer

    Ich habe von 1988 bis 1995 für bayerische Lokalradios lokale Werbungen vermittelt.
    Ich konnte feststellen, daß die Werbebereitschaft für lokale Werbung in dem Masse abgenommen hat, wie das Programm durchformatiert und verdudelt und technisch verkünstelt und moderationsmäßig entmenschlicht und musikmäßig zu einem Einheitsbrei wurde.
    Eine Taxifirma z.B. hatte 5 Jahre lang eine wöchentliche Oldie- Wunschsendung gesponsert, eine Brauerei hatte eine volkstümliche Frühschoppensendung jeden Sonntag gesponsert.
    Als diese SENDUNGEN zugunsten eines durchformatierten, ewigen "Besten-Super-Hit-Mix" gekippt wurden, waren diese Werbe-Großkunden vom Radio endgültig weg !
    Nur ein Beispiel an der Praxis !
     
  13. Sony

    Sony Benutzer

    Hallo Ernie !
    Da kann ich auch ein ähnliches Beispiel aus der Praxis anführen.
    Ich kenne einen ehemaligen Moderator, der hat von 1995 - 1997
    in einem Privatradio Abends eine Countrystunde und eine Rock`n Roll Stunde moderiert, mit vielen Hintergrundinformationen, mit viel Hörerbeteiligung. Kurz: Es war eine sehr beliebte Sendung, denn laut Umfragen unter den Hörern, kannten die Allermeisten diese Sendungen.
    Und jetzt kommts: Diese Sendung war von einem Sponsor bereits ein Jahr vorausbezahlt !! Die Sendung kostete dem Sender gar nichts, es war nur Gewinn ! Es waren damals pro Sendung 350.- DM vom Sponsor bezahlt worden, der Moderator bekam 50.- DM
    Dann kam ein Relaunch des Senders, die "Berater" fanden, daß diese Sendung formatfremd war und eliminierten diese und der Sender mußte dem Werbekunden das Geld zurückzahlen.
    Dieser Werbekunde ( ein Auto und Motorradhaus) war dann aber keinesfalls bereit, im Einheitsbrei zu werben !

    Mit dieser Sendung haben sich Werbekunde und Hörer identifiziert und auf so eine Hörer-und Kundenbindung hat man zugunsten eines Einheitsbreies verzichtet. Ich verstehe das bis heute nicht und dieser Sender hat niemals mehr die MA aus der Vor-Einheitsbrei-Zeit erreicht.

    Ich darf den Sender nicht nennen, denn der ehemalige GF hat mir schon einmal gedroht wegen Geschäftsschädigung zu klagen, wenn ich derartige Dinge verbreite.
     
  14. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    Ich denke, alle, die schon ein paar Jahre Privatfunk gemacht haben, kennen solche Beispiele. Ich auch. Aber der Blick in die Vergangenheit lohnt sich eben nur, wenn er was für die Zukunft bringt.
    Also zu Sondersendungen:
    Gebt ihr solchen versponsorten Sondersendungen wieder eine Chance im Hinblick auf die notwendige Image-Verbesserung des Radios?
    Allgemein:
    Glaubt ihr, dass die Sender (oder einige) wieder auf Inhalte und Unterscheidbarkeit setzen, um den Ansprüchen der Werbewirtschaft zu genügen und dann am Aufwärts der Werbung teilzuhaben?
    db
     
  15. Sachsenradio2

    Sachsenradio2 Benutzer

    kommt drauf an, was das für ne sendung ist! Eine gesponsorte Spezialsendung in einer Nebenzeit wäre sicher beliebt! Auch jetzt noch! Ich kann es nur immer wiederholen: Wenn NRJ Sachsen abends ab 10 Liveübertragungen sendet, sollen die Zahlen bei weitem besser sein, als wenn normales Programm läuft. Noch dazu sind die Sendungen verkauft.
    Aber wenn die SLP am hellichten Tag live aus der Commerzbank oder einem Autohaus sendet, um pausenlos und nicht als Werbung gekennzeichnet das Produkt preist, aber bei (lokalen) politischen Ereignissen, wie Wahlen, nicht live vor Ort ist (nicht mal per Telefon), dann kann ich mir nicht vorstellen, dass die Sendung ankommt.
     
  16. radio-muckel

    radio-muckel Benutzer

    Man darf aber auch nicht vergessen, dass es immer noch positive Gegenbeispiele gibt. Wenn das Marketing- und Verkaufsteam den "Virus-Radio" entsprechend aufgesogen hat, dann auch noch hinter dem Sender steht und vielleicht sogar immer mal wieder eine kleine Kritik äußern darf, dann ist auch heute noch das Radio ein Topmedium für Werbetreibende.
    Es ist klar, dass viele Formatänderungen auch zu Verlusten führen können. Es ist aber auch klar, dass sich eine stetige Fluktuation im Bereich Personal genauso schädlich auswirken kann. Wenn also das Produkt (Radio) ansprechend ist, muss es "nur noch" ansprechend verkauft werden...
    Leute, kämpfen! Es gibt Werbekunden und es gibt auch noch richtige Budgets. Gerade bei den Lokalsendern!!!
     

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