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Wie bekommen die Kabelbetreiber extra Radiosender auf die UKW-Frequenzen?

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von RMChris, 22. November 2008.

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  1. RMChris

    RMChris Benutzer

    Meine Frage ist: Wie bekommen die Kabelanbieter, zusäzliche Sender auf UKW.
    Wenn ich z,b mein Antennenkabel in die Antennenbuchse Stecke, sind zusäztliche Radio Sender im UKW Radio Vorhanden. Die über Normal Antenne nicht gehen.
    Wie Funktioniert das ????
    Gibt es ein Gerät, wo man das beim Sat auch machen kann ????

    Meine Vorstellung ist ein Gerät zu Programmieren, was sich die Sender über Sat holt, wenn auch mehrere Anschlussmöglichkeiten. (sat). z.b mehrere Antennenkabel die zum LNB gehen.

    Gibt es so ein Gerät, wisst ihr das. ???????

    Schöne Grüße
     
  2. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Wie bekommen die Kabelbetreiber extra Radiosender auf die UKW-Frequenzen?

    Das sind sogenannte Umsetzerkassetten. Die bestehen aus einem Sat-Receiver, dessen Tonausgang direkt über einen Stereocoder einen kleinen UKW-Sender befeuert. Wenn man das selbst bauen würde, bräuchte man also einen Satreceiver (für analog, Astra Digital Radio ADR oder eben modern für DVB-S), von dort ginge es via Audio-Ausgang in einen Stereocoder und von dem in einen UKW-Sender, den man auf der Frequenz arbeiten läßt, auf der im Kabel der Radiosender erscheinen soll.

    Nun ist das aber alles reichlich doof: da man bei solchen Kabelkopfstationen nicht zappt, braucht der Receiver keine Fernbedienung. Er muß auch nicht hunderte Sender speichern können, sondern nur einen (den, den man umsetzen will). Er braucht keinen Video-Ausgang und kein Menü, weil man keinen TV anschließen wird. Man muß dann halt mit ein paar Knöpfchen und einem Display bedienen oder vielleicht per USB und Laptop die Einstellungen vornehmen. Eventuell wird "Fernbedienung" über Ethernet (Fernwartung) gewünscht. Das Gerät muß nach einem Stromausfall selbständig auf das programmierte Programm zurückschalten, sehr temperatur- und langzeitstabil sein und professionellen Ansprüchen (vor allem hinsichtlich des UKW-Senderchens, das da drin ist) genügen.

    Also baut man so etwas nicht aus separaten Geräten, sondern hat gleich was spezielles erfunden. Je nach Hersteller sind das autarke Geräte für ein Programm:

    Profline - so ein Ding kostet etwa 3000 Euro netto (!) pro Programm

    oder separate Kästchen für jedes Programm oder z.B. jeweils 2 Programme, die mit einem Bus untereinander verbunden werden und so Stromversorgung und Programmierung beziehen:

    Grundig GSS bzw. z.B.
    Blankom B-Line, da gibt es jetzt sogar eine Box, die kann aus 2 Sat-Transpondern insgesamt 6 Radioprogramme umsetzen.

    oder es sind Leiterplatten, die wie Grafikkarten oder Soundkarten auf ein spezielles Grundmodul (Mainboard) gesteckt werden:

    Astro X-Serie

    Astro hat auch was ganz geiles: eine Leiterplatte, die aus einem oder zwei Sat-Transpondern bis zu insgesamt 8 (acht!) Stereo-Radioprogramme rauspuzzelt und auf 8 UKW-Frequenzen umsetzt. Das geschieht alles voll digital, da kommt bis zum Ausgang nirgendwo ein analoges Tonsignal vor: die Sat-Kanäle werden empfangen und demoduliert, die Radioprogramme werden digital aus dem Datenstrom geholt, die Audiowerte (Samples) werden wie in einem Winamp aus dem Stream berechnet, aber nicht analog ausgegeben, sondern gleich zur "Berechnung" eines UKW-Ausgangssignals verwendet, das dann von einem schnellen Analogwandler generiert wird. Ein Wunderwerk der Technik, das auch alle RDS-Features (Titelanzeige in Laufschrift usw.) umsetzt.

    Der Spaß ist aber ganz schön teuer: für z.B. 32 UKW-Radioprogramme von Satellit benötigt man 4 Octopus (wenn die Programme optimal auf den Satkanälen verteilt sind) und ein X5-Grundmodul für die 4 Octopus-Steckkarten. Da kommen locker 8000 Euro zusammen. Wenn am Kabelnetz z.B. 100 Haushalte (das ist sehr wenig!) hängen, muß jeder Haushalt 80 Euro tragen. Das ist in wenigen Monaten mit der Kabelgebühr abbezahlt und für den Betreiber Peanuts. Für privat lohnt so etwas kaum, es sei denn, man hat zuviel Geld.

    Falls Du mit Deiner Frage
    Gibt es ein Gerät, wo man das beim Sat auch machen kann ????

    tatsächlich meinst, für den Satreceiver zusätzlich zum mit der Schüssel empfangenen Angebot weitere Programme bereitszustellen: ja, das gibt es. Dazu brauchst Du pro Programm einen Stereo-A/D-Wandler, einen MPEG-Encoder, einen ASI-Modulator und letztlich eine Art "Sat-ZF-Sender". Sowas kann man bei Rohde & Schwarz sicher kaufen - für den Preis eines Luxusklassewagens. Die erstgenannten Komponenten zusammen gibt es z.B. bei QBit, dort hat auch die ARD für den Hörfunktransponder fertigen lassen. Die Vormultiplexe mit den Programmen jeder einzelnen ARD-Anstalt werden über solche Kisten in MPEG und weiter in einen Transportstream umgewandelt, der dann zum WDR nach Langenberg geschickt wird, auf daß er dort gebündelt und zum Satelliten gefeuert wird.
     

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