Wie viel Potential hat das DABplus-Bouquet?

Dieses Thema im Forum 'Radioszene Deutschland' wurde von Hörbub gestartet, 18. März 2011.

  1. raschwarz Benutzer

    Gibt es Belege für diese Aussage?
  2. Kurzwellenfreak Gesperrter Benutzer

    Du kannst gerne bei der RTBF anrufen und nach der Arbeitsgruppe fragen, die dafür eingesetzt wurde und bereits arbeitet.
  3. raschwarz Benutzer

    Also nix rechtlich Belastbares. Arbeitsgruppen und Initiativen hat es schon unzählige geben. Auch in Belgien ist UKW bis 2030 gesichert. Und in Belgien ist Rundfunk Sache der Gemeinschaften. Falls Wallonien UKW Frequenzen frei macht (wird nicht passieren), könnten in Flandern Frequenzen für neue UKW Ketten verfügbar werden :)
    In einem kleinen Land und (meistens) flachen Land ist die flächendeckende Verfügbarkeit von Breitbandinternet nebenbei noch leichter zu realisieren als in Deutschland.
  4. Internetradiofan Benutzer

    Wie steht es eigentlich um DAB in Dänemark?
    Dieses wurde in der Vergangenheit gerne als Vorbild in Sachen Digitalradio benannt.

    Früher verbreitete Danmarks Radio 15 Spartenkanäle via DAB, inzwischen ist deren Zahl offenbar auf 10 geschrumpft: http://www.dr.dk/OmDR/digitalradio/Kanaler/20110318091110.htm
    Und Multiplexe für private Programme gibt es dort bis heute nicht.
  5. KabelWeb Benutzer

    Dänemark kann sich wohl in die DAB-Musterländer einreihen. 90% der Bevölkerung werden versorgt und 34% nutzen es bereits. Jeder dritte Haushalt verfügt über MINDESTENS ein DAB-Gerät. Und was die Auswahl betrifft, senden 12 öffentlich-rechtliche und 2 kommerzielle Stationen.
    Also, da sind wir in D doch ganz gut aufgestellt im Vergleich! Und man sieht, es funktioniert und zwar prächtig! Keine Angst Internetradiofan, natürlich habe ich deswegen absolut nichts gegen einen 2. Multiplex einzuwenden ;)
  6. Internetradiofan Benutzer

    @KabelWeb: Das ändert nichts an der Tatsache, dass es früher in Dänemark mehr Programme via DAB gab als heute. ;)

    Was würdest Du einem mittelständischen Radioveranstalter raten, wenn dieser sein Programm in einem der Multiplexe verbreiten möchte?
    Und wie stehst Du zu der Tatsache, dass sich aufgrund der Multiplexe ähnliche monopolistische Strukturen ausbilden, wie bereits auf UKW (Stichwort: Zwang zur Nutzung der MEDIA BROADCAST als Senderbetreiber)?
  7. förde Benutzer

    Man muss dazu sagen, dass besonders der Privatfunk in Dänemark ja etwas anders aussieht als bei uns in Deutschland. Landesweite Privatsender haben es relativ schwer (erinnern wir uns etwa an TV2 Radio das trotz großem Programmangebot floppte oder das aktuell noch sendende NOVA FM, das offensichtlich dermaßen erfolgreich ist oder war, dass da lange Zeit eine Computerstimme moderiert hat, ob's noch immer so ist weiß ich nicht) und die kleinen Lokalsender haben natürlich eher kein Interesse daran, überall in Dänemark hörbar zu sein. Es gibt derzeit Gespräche mit den kleinen Sendern bezüglich regionaler Multiplexe, in die dann auch DR P4 wandern könnte.

    Die Anzahl der DR-Spartenkanäle ist durchaus gesunken. Man muss aber auch bemerken, dass die Sender, die dafür an deren Stelle traten, tatsächlich echte Sender mit Moderation etc. sind, die anderen waren eher nur Abspielkanäle.

    Eine aktuelle Übersicht über wirklich alle in Dänemark sendenden DAB-Stationen hat http://www.wohnort.org/DAB/denmark.html#Denmark (u.a. auch das Lokalensemble im Nordsjælland)

    Edit: Ach ja: Im vergangenen Jahr verlor DR bekanntlich eine ganze UKW-Kette, d.h. DR P2 musste komplett auf DAB umsiedeln (wenn man von Übernahmen auf DR P1 in den Abendstunden absieht). Das dürfte nochmal für weitere DAB-Hörer gesorgt haben.
    KabelWeb gefällt dies.
  8. KabelWeb Benutzer

    Ja, ja, und selbst wenn es 1000 Programme auf DAB gibt, wirst Du Gründe finden, DAB schlecht zu reden... . Mich würde viel eher interessieren, was Du zu den aussagekräftigen Zahlen sagst und dem Erfolg zu DAB in diesem Land... . Aber dennoch: Hintergrund der Frage 1 verstehe ich nicht. Wenn die Plätze weg sind, sind sie weg. Wenn es einen weiteren Multiplex geben soll(angeblich gibt's schon 2), soll er sich bewerben, so einfach ist das...
    Frage 2: Irrelevant. Erstens benötigt man nun mal einen technischen Carrier. Das die Mediabroadcast hier beste Referenzen hat, ist unbestritten. Niemand wird verboten, ein weiteres Netz ohne Bteiligung der MB aufzubauen...
    Und nicht die MB entscheidet über die Programme, sondern die Medienanstalten. In D gibt's erst 1 Multiplex und der muss nunmal von einem technischen Betreiber aufgebaut werden. Also Monopole sehen anders aus. Als der erste Webradiosender auf Sendung ging, war das dann auch ein Monopol? Nein, weil weitere folgten. Also, Deine These: völlig irrelevant!
  9. Internetradiofan Benutzer

    Ich sage dazu: In Dänemark wurde DAB zu einer Zeit etabliert, als das Webradio noch nicht so weit wie heute verbreitet war, dabei hat man ganz gezielt von Anfang an auf eine große Programmvielfalt gesetzt.
    Mit derartigen Rahmenbedingungen wäre DAB auch in Deutschland ein Erfolg beschieden gewesen.

    Nun haben die Dänen, genauso wie die Briten, das Pech, dass sie sich mit der veralteten MP2-Technik zufrieden geben müssen, denn noch einmal werden sich die Kunden nicht dazu bewegen lassen, sich ein neues Radio zuzulegen.

    Du hast in der Tat nicht verstanden, worauf ich mit meiner zuerst gestellten Frage hinaus wollte: Es ging mir nicht um die Anzahl der zur Verfügung stehenden Programmplätze, sondern um die anfallenden Kosten, die für mittelständische Programmveranstalter einfach unerschwinglich sind. Eine Verbreitung via DAB+ können sich nur jene Medienkonzerne leisten, die bereits auf UKW vertreten sind, denn mit DAB+ lässt sich (noch) kein Geld verdienen.

    So einfach wie von Dir dargestellt, ist es nicht!

    Die Tatsache, dass die MB als einzige private Firma Multiplexe in Deutschland betreibt, führt dazu, dass sie die Preise für die Programmveranstalter diktieren kann.

    Weitaus klüger wäre es gewesen, man würde in allen Ballungsräumen mehrere Kanäle für Multiplexe koordinieren, die von unterschiedlichen, miteinander konkurrierenden Firmen betrieben werden.
    Auf diese Weise gäbe es nicht nur die Möglichkeit, unzählige Programme via DAB+ zu verbreiten; gleichzeitig hätte dies den positiven Effekt, dass die Preise für die Capacity Units sinken würden, so dass auch finanziell schlechter ausgestatteten Programmveranstaltern ein Zugang zum Markt offen stünde.
    Allen, die die Zukunft des Rundfunks in DAB+ sehen, sei gesagt: Mehrere Multiplexe von diversen Betreibern sind nicht erwünscht, sonst wäre das nämlich in Analogie zum Mobilfunk bereits umgesetzt worden!
    Vielmehr möchte man auch beim terrestrischen Digitalradio ähnliche monopolistische Strukturen etablieren, wie bereits auf UKW: Die MB und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten als einzige Plattformbetreiber und die Regiocast, Norfom und andere milliardenschwere Medienkonzerne als einzige Programmanbieter!
    Natürlich erhalten auch kleinere Programmveranstalter die Möglichkeit, DAB+ zu nutzen; die Frage ist nur, wie lange sie ohne Subventionen durchhalten. Ich ahne jetzt schon, wie einige argumentieren werden, sollte LoungeFM die Segel streichen: "Keine Moderation", "Ein zu einseitig ausgerichtetes Musikformat", zusammengefasst: "Die waren doch selbst schuld, dass sie von kaum jemandem eingeschaltet wurden"
    Dass eine DAB+-Verbreitung gewaltige Geldmengen verschlingt, die sich zumindest gegenwärtig (und auch in den kommenden Monaten nicht) durch Werbung refinanzieren lassen, wird dabei freilich unberücksichtigt gelassen.

    Verstehst Du jetzt, warum ich es für sinnvoller erachte, dass sich, trotz aller nicht wegzuleugnenden Nachteile, Webradio (sowohl stationär, als auch mobil) eher durchsetzt, als DAB+? - Es geht mir nicht nur um die Programmvielfalt für den Hörer, sondern darum, dass mit dem Internetradio zum ersten Mal ein Medium geschaffen wurde, welches vollkommen gleiche Marktchancen für alle Teilnehmer eröffnet: Ob ein Programm im Internet angenommen wird oder nicht, darüber entscheidet ausschließlich die Qualität; kein anderes Kriterium, wie die finanzielle Lage des Programmveranstalters oder der Verbreitungsweg.
    WilliWinzich und ricochet gefällt dies.
  10. KabelWeb Benutzer

    Nö, weil die Zukunft erst begonnen hat und die Gegenwart nicht einfach auf die Zukunft gespiegelt werden kann, wie Du sie gerne sehen würdest... .
  11. Internetradiofan Benutzer

    @KabelWeb: Was hat Dein Einwand mit meinem Statement zu tun?
  12. waldi24 Gesperrter Benutzer


    Wieviel Programme will den die LPR Hessen den noch lizenzieren für das DAB+ Landesmux oder sind wieder welche zurück getreten?
  13. radiosüchtel Benutzer

    Überall tut sich was in Sachen DAB+ und in NRW ? - Nüscht.
  14. Internetradiofan Benutzer

  15. radiosüchtel Benutzer

    Antenne50plus wurde ja für Hessen lizensiert und soll später auch in Bayern (natürlich, wo sonst) senden.
    Eine Bereicherung wäre es auf jedenfall.
    Ich hoffe das es in NRW nicht die bekannte 3er Kombi im Landesmux wird.
    walla gefällt dies.
  16. magisches Auge Benutzer

    Wieso, ist doch noch genug Platz auf aktuell 12C und demnächst dann auf 11C. Zurückgegeben haben bisher offiziell nur Horeb und der ERF, weil sie in den Bundesmuxx gewandert sind und ob Fortuna wirklich auf Sendung gehen wird? Warten wir mal ab.

    Ausserdem ist zu hören, dass wohl auch Power 104 der Mediacast auf der Sitzung det Versammlung der LPR-Hessen DABplus-Kapazitäten zugewiesen bekommen haben soll.
  17. waldi24 Gesperrter Benutzer

    Man sollte lieber nicht alles glaube was die Sender auf ihren Webseiten schreiben. Nun gut ich bin darauf reingefallen und ich entschuldige mich für die unabsichtliche Falschmeldung. Die LPR Hessen hat bewusst die Meldung nicht selbst publiziert, da bislang nur eine Anfrage des Senders vorlag. Eine Lizenzierung hat bislang noch nicht stattgefunden.

    Hinter dieser ganzen Geschichte steht ein bekannter Radiomacher, der viel Ärger in der Vergangenheit in der Radioszene verursacht hat. Dieser veröffentlicht auf seinem Unternehmenseite, das bald ein neues Hörfunkbouquet namens "Radiokiosk" starten würde. Neben "Antenne 50plus" und "Power 104" sollte die Rockwelle, die Schlagergarage, Defjay und Radio Wasserburg dazu kommen. Glenn Silva von Defjay teilt allerdings mit das man keine Geschäftsbeziehung zu dem genannten Unternehmen habe. Und auch eine Verbreitung über Satellit und DAB+ für Defjay nicht Frage kommt.
  18. Internetradiofan Benutzer

    Und ich dachte schon, die Landesmuxe wären dabei, sich zu einem Motor für DAB+ zu entwickeln.
    ...Pustekuchen!

    Bedeutet ein Drittel der CUs zwangsläufig drei Programme?

    Domradio möchte ja weiterhin mit 128 kbit/s in MP2 senden; für wie viele Programme bleibt dann noch Platz?
  19. Tweety Benutzer

    Domradio sendet mit 96 kbit/s. Es soll Platz für 3 weitere private Anbieter da sein. Muss aber erst ausgeschrieben werden. Wann ist aber, wie so vieles in NRW, unklar. Angeblich sollen auch die Programme 3-5 des WDR im Laufe der nächsten Monate auf DAB aufgeschaltet werden, was aber bisher offiziell noch nicht bestätigt ist.

    Domradio könnte auch besser mit 48 kbit/s in DAB+ senden. DAs würde wahrscheinlich immer noch besser klingen als momentan die 96 kbit/s in Mono. Hört sich einfach nur grauenhaft an.
  20. radiosüchtel Benutzer

    Hab mal ne technische Frage:
    Hab mir heute neue Boxen ins Auto eingebaut und seitdem gibts bei mir über DAB+ ein leises aber stetiges Rauschen. Das war vorher nicht so, bzw ist mir nie aufgefallen.
    Ich empfange alle Sender, auch ein Scan funktioniert reibungslos. Weiss jemand was das sein kann ?
  21. Tweety Benutzer

    Das hier ist ein Radioforum. Diagnosen aus der Ferne sind immer schwierig. Ich vermute aber mal, dass es mit Verstärkerteil des Radio zu tun hat. An DAB+ liegts aber defintiv nicht.
  22. ricochet Benutzer

    Darf ich mal fragen wie 128-kbit-Streams mit mp2-Codierung klingen? Hier wird doch immer wieder behauptet DAB+ wäre UKW qualitativ weit überlegen, was ich mir bei solchen Datenraten aber unmöglich vorstellen kann. 128k ist bei guten MP3-Codecs recht brauchbar, bei MP2 aber wohl nur in Verbindung mit Radioweckern und Brüllwürfeln einigermaßen erträglich, es sei denn man sendet in Mono.
  23. Tweety Benutzer

    Hör die mal WDR 2 im NRW Muxx an. Die arbeiten mit der Datenrate. Hört sich brauchbar an. Referenz ist aber in NRW 1Live Diggi mit 96 Kbit/s in DAB+ und Kiraka ebenfalls mit der Datenrate. Das klingt schon ganz ordentlich und ich meine auch besser als UKW.
    Der Vorteil von DAB+ liegt aber auch nicht unbedingt im Hifi-Klang, sondern vor allem in der geringen Störanfälligkeit.
  24. ricochet Benutzer

    Kann man das online irgendwo probehören?

    In diesem Zusammenhang fand ich einen interessanten Diskussionsfaden. Da lese ich, dass über DABplus Signale in AAC-Codierung übertragen werden, also mit weitaus effizienterer MP4-Komprimierung. Dann erübrigt sich meine Frage weitgehend.
  25. Tweety Benutzer

    In NRW. :p

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