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Wie war die alte Welle Nord bzw. die alte Hamburg-Welle des NDR?

Dieses Thema im Forum "Nostalgieecke" wurde erstellt von br-radio, 18. Januar 2015.

  1. br-radio

    br-radio Benutzer

    Wie ware denn die Welle Nord und die alte Hamburg-Welle des NDR vor den vielen Programmreförmchen und -reformen?! Welche Erinnerungen habt ihr an die Sender?! Analog zu "Wie war SDR3", etc. starte ich nun mal eine neue Reihe dieser "Wie war..."?-Geschichten...
     
  2. Redakteur

    Redakteur Benutzer

    Ich verbrachte 1984 mit Eltern und Schwester einen einwöchigen Nordseeurlaub. Da zu dieser Zeit meine Begeisterung für den Hörfunk langsam besorgniserregende Ausmaße annahm, graste ich natürlich auch ab, was man dort oben an Radioprogrammen empfangen konnte. Irgendwie ist mir aus dieser Woche eine Ausgabe der norddeutschen Top 15 mit Willem Dincklage besonders in Erinnerung geblieben (vermutlich nicht die in der Verlinkung). Meine Mutter hielt uns allen an diesem Tage nämlich einen Vortrag darüber, dass sie es unverschämt und respektlos finde, Leute wie diesen Willem an ein Radiomikrofon zu lassen: Es sei doch klar, dass die Sprachfähigkeiten der Kinder immer weniger ausgebildet würden, wenn man sie ständig mit solchen undeutlich schnabbelnden Nuschelköpfen konfrontiere usw.

    So viel zu meinen Erinnerungen an die Welle Nord der 80er Jahre...
     
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  3. Lord Helmchen

    Lord Helmchen Benutzer

    Ich kenne die Welle Nord seit Mitte der 90er. Damals war der Sender ein reines Schlagerprogramm, wie auch NDR radio Niedersachsen zu dieser Zeit.
    Die NDR Hamburg Welle fuhr zur selben Zeit ein anderes Programm. Schlager gab es damals nicht. Man setzte bei der Musik auf Oldies und Softpop. Auch wurde nicht wie bei NDR Radio Niedersachsen und der Welle Nord der Nachtexpreß übernommenen, sondern die NDR 2-Nacht.
     
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  4. count down

    count down Benutzer

    Ich meine mich zu erinnern, dass alle vier Landesprogramme des NDR bis 31.12.2003 den ARD-Nachtexpress übernommen haben, auch NDR90,3.
     
  5. StefanZinke

    StefanZinke Benutzer

    Ich erinnere mich sehr gut an die Welle Nord in den Achtzigerjahren – vor allem an den schlechten Empfang, den ich etwa Mitte jenes Jahrzehnts hatte. Ich wohnte etwa 30 Kilometer von Hamburg entfernt und empfing das Programm über den Sender Hamburg-Moorfleet auf 89,5 Megahertz. Meines Wissens nach hat dieser Umsetzer eine Leistung von zehn Kilowatt, was bei mir nur für „Genuss“ in Mono reichte, und dennoch rauschte es. Andererseits war das logisch, weil ich keine vernünftige Verbindung zur Dachantenne hatte. Erst viel später kam die 106,4 Megahertz aus Neumünster hinzu, die den Süden Schleswig-Holsteins seitdem wunderbar versorgt und auch mir endlich nahezu störungsfreien Stereoempfang bescherte – aber dies nur am Rande.

    Die Welle Nord war bereits in den Achtzigerjahren ein sehr populäres Programm, in dem es zumeist deutsche und internationale Schlager aus mehreren Jahrzehnten zu hören gab. Ich erinnere mich an eine Frühsendung, die „unter der Woche“ lief, unter anderem von Jörg Draeger moderiert wurde und in der ein Hörer für jeweils eine Stunde das Musikprogramm zusammenstellen durfte. Ich zählte zu den Auserwählten, und so spielte die Welle Nord eine Auswahl aus meiner 30 Titelvorschläge umfassenden Liste. Sonnabends war der legendäre Willem von 9 bis 11 Uhr mit seinen „Norddeutschen Top 15“ zu hören – aber nicht immer zu verstehen. Darin stellte er aktuelle Poptitel vor, und er telefonierte mit Hörern und verloste Langspielplatten. Jede Woche sprach er von verärgerten Hörern, die sich beschwert hätten, weil sie die Musik mitschneiden wollten, er aber immer in die Stücke rede.

    Später lief auf dem Sendeplatz „Kiel Royal“, eine von Jean André moderierte bunte Sendung mit Klatsch und Tratsch, in der ich in den frühen Neunzigerjahren einmal Studiogast war. Von 11 bis 12 Uhr spielte er mit den Hörern „Notenlotto“, das dem „Schiffe versenken“ sehr ähnlich war. Es gab Spielfelder von A bis H und von eins bis acht. Und irgendwo waren Kreuze versteckt, die ein Bild ergaben, beispielsweise eine Schlange. War beispielsweise auf Feld B6 ein Kreuz versteckt, und nannte ein Hörer dieses Feld, gewann er eine Langspielplatte. Die Hörer waren aufgerufen, Spielmuster für jede Sendung einzuschicken. Ich meine, mich zu erinnern, dass auch Wolf-Dieter Stubel die Sendung moderiert hätte, weil ich einmal als Telefonkandidat in seiner Sendung war und eine Quizfrage beantworten sollte – aber ganz sicher bin ich mir nicht.

    In den Sommermonaten war das „Sommerradio unterwegs“ von 9 bis 12 Uhr zu hören – unter anderem von Stubel moderiert. Vorspann waren die ersten etwa 15 Sekunden aus „G'Olé“ von Rick Wakemann. Das Team meldete sich jeden Tag aus einer anderen Stadt oder Gemeinde in Schleswig-Holstein, in der eine Showbühne aufgebaut war. Ich war 1985 in St. Peter-Ording dabei, wo auch Bernd Clüver auftrat. Jedes Mal drängelten sich zahlreiche Zuschauer vor Bühne und Ü-Wagen.

    Eine der populärsten Sendungen war das „Wunschkonzert“ mit Fritz Köhler, das von 12 bis 13 Uhr lief. Köhler war ein älterer Moderator, der sehr ruhig sprach und eine sonore Stimme hatte. Er las meistens eine Postkarte nach der anderen vor und spielte zwischendurch Wunschtitel. Köhler moderierte auch den „Tanztee“, eine Sendung, die sonnabends von 15 bis 17 Uhr zu hören war und aus verschiedenen Städten kam. Ich habe noch ein Veranstaltungsposter von 1986, als die Sendung im „Casino Royal“ in Elmshorn zu Gast war. Zu den Schlagerstars des Nachmittags zählte unter anderem Manuela („Schuld war nur der Bossa Nova“).

    In den Neunzigerjahren führte Schlagersängerin Dorthe Kollo („Sind Sie der Graf von Luxemburg“) sonntags von 16 bis 17 Uhr durch die „Deutsche Schlagerparade“. Ich war zweimal Studiogast, weil ich mich als Hörer an der Sendung beteiligt hatte, was die Redaktion aber nicht erkannt hatte, und moderierte die gute Dorthe in einer Ausgabe gegen die Wand. Ich weiß noch, wie der Toningenieur sie über die Interkom fragte, ob das heute ihre letzte Sendung sei – das fand sie nicht witzig.

    Ich habe noch viel Material aus den Achtziger- und Neunzigerjahren von der Welle Nord – unter anderem Programmfahnen, Aufkleber, Fotos und einen Bericht aus dem „Schleswig-Holstein-Magazin“. Darin geht es um Fritz Köhler, der eine Leidenschaft für Grammophone hatte und sich mit einem Sammler austauscht. Mal sehen, ob sich davon in nächster Zeit etwas in diesen Faden stellen lässt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Januar 2015
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  6. Lord Helmchen

    Lord Helmchen Benutzer

    Es gab bei der Hamburg Welle noch eine Reform in Richtung Schlager. Das müsste um 1996 gewesen sein, und ab da übernahm man dann auch den Nachtexpress. Vorher war es aber die NDR 2-Nacht gewesen.
    Das gemeinsamee Nachtprogramm "Die NDR 1-Nacht" ist aber auch schon vor dem 31.12.2003 gekommen. Ich weiß nicht genau wann, aber ich habe bis September des Jahre in Osnabrück gearbeitet, und die Sendung dort öfter gehört.

    Der Zonk-Jörg Draeger?
     
  7. Redakteur

    Redakteur Benutzer

    Noch zum Thema Nachtexpress auf den NDR 1-Wellen:
    Die NDR 1-Nacht startete am 1.10.1997, produziert damals ausschließlich von NDR 1 Radio MV für alle vier Programme. In Hamburg, Hannover und Kiel wurde noch der ARD-Nachtexpress produziert (eben bis zum 31.12.2003), der fortan jedoch nur noch auf NDR 4 bzw. NDR 4 Info bzw. NDR Info lief. Es könnte also sein, dass die Hamburg-Welle noch eine kurze Zeit lang - ab der Neuausrichtung 1996 - auch den Nachtexpress übernahm. Ich weiß ansonsten noch, dass diese den Namenswechsel zu NDR 90,3 erst zum 1.1.2000 vollzog.
     
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  8. count down

    count down Benutzer

    Heißt das, dass ab 01.10.1997 alle vier Programme täglich die NDR1-Nacht aus Schwerin übernommen und ausgestrahlt haben bis auf Mo./Di. und bis 31.12.2003, an denen der NDR reihum (außer MV) den ARD-Nachtexpress gegeben hat?
     
  9. Redakteur

    Redakteur Benutzer

    Wieso "bis auf Mo. / Di."? Der NDR hatte seinen eigenen Nachtexpress ja immer von Sonntag auf Montag sowie eine Zeit lang zweiwöchentlich auch von Freitag auf Samstag. Ich meine aber, dass die vier Landeswellen auch dann die NDR 1-Nacht von Radio MV übernahmen, wenn der NDR selbst den Nachtexpress beisteuerte. Hier bin ich mir jedoch nicht mehr ganz sicher.
     
  10. freiwild

    freiwild Benutzer

    Auch wenn das jetzt Korinthenk... ist: Wurden ARD-Nachtexpress und -Radiowecker nicht gleichzeitig mit dem Namenswechsel von NDR 4 Info zu NDR Info am 1. Januar 2003 durch Nachtclub und Nightlounge ersetzt, so dass Nachtexpress/Radiowecker nie auf NDR Info zu hören waren?
     
  11. Lord Helmchen

    Lord Helmchen Benutzer

    Gab es überhaupt jemals einen Nachtexpreß aus Schwerin? Gehört habe ich das nie.
     
  12. count down

    count down Benutzer

    Sorry, das meinte ich.
    Doch, waren sie. definitiv.
    Ich meine, nein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Januar 2015
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  13. freiwild

    freiwild Benutzer

    Inzwischen bin ich schlauer - der Namenswechsel von NDR 4 Info zu NDR Info war offenbar schon im Juni/Juli 2002, (und nicht 2004 wie es auf Wikipedia steht, oder 2003, wie ich es im Kopf hatte). Nachtclub/Nightlounge ersetzten aber offenbar Nachtexpress/Radiowecker am 1. Januar 2003. Macht ein halbes Jahr ARD-Nachtprogramm auf NDR Info. Danke Euch.

    Und damit zurück in die Landesprogramme des NDR!
     
  14. Lord Helmchen

    Lord Helmchen Benutzer

    Beim Nachtexpreß vom NDR gab es ja keinerlei Verpackungselemente, und nicht einmal einen Nachrichten-Opener. Lediglich beim Nachtexpreß aus Kiel gab es zu den Nachrichten das Zeitzeichen der Welle Nord.
     
  15. StefanZinke

    StefanZinke Benutzer

    Ja, genau der.

    So war es. Ich wunderte mich immer darüber, dass die ARD-Nacht im eigenen Sendegebiet nicht zu hören war.

    Nein, gab es nicht.
     
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  16. Lord Helmchen

    Lord Helmchen Benutzer

    Das Programm der vier NDR-Landeswellen in der Woche om 15. - 21.2.1993
     

    Anhänge:

  17. Das Programmschema der ersten Jahre der neu geschaffenen NDR Landesprogramme erscheint auf den ersten Blick etwas unübersichtlich. Von 6 bis 12 Uhr gab es getrennte Programme aus den drei NDR Funkhäusern. Allerdings schalteten sich die Sender bei den Andachten und "Hör mal´n beten to" wieder zusammen. Im Tagesprogramm gab es weitere Schaltungen mit WDR 1 (Kinderprogramm um 14.30 / Echo des Tages u.a.). Diese Übernahmen stammen noch aus der Zeit als NDR und WDR ein gemeinsames erstes Programm ausstrahlten. Zwischen 16 und 20 Uhr wurden die NDR Sender noch einmal auseinandergeschaltet. Ab 20.15 Uhr wurde wieder ein gemeinsames Abendprogramm gestaltet. An Samstagen gab es nur die Sendungen bis 12 Uhr und am Sonntag wurden wieder einige Sendungen zusammen mit WDR 1 ausgestrahlt, getrennte Landesprogramme gab es an diesem Tag nicht. Der Programmausschnitt datiert vom 03.06.1984
     

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