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Wieso Kirche im Radio?

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von XXLFunk, 06. Dezember 2010.

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  1. XXLFunk

    XXLFunk Gesperrter Benutzer

    Sagt mal, wieso ist eigentlich festgeschrieben, dass die Kirchen im Radio (und Fernsehen) vorkommen müssen? Gibt es dafür eine plausible Begründung?

    Schließlich hatten wir die Aufklärung, infolgedessen sich die Gesellschaft aus dem Würgekriff der Klerikalen gelöst hat. Was sollen dann die obligatorischen Sendeplätze bspw. für die Katholische Kirche und ihren Papst, der heutzutage noch Exorzisten einstellt? Eine Kirche, die bis in die 90er Jahre alleinerziehende Mütter und deren Kinder in getrennte Einrichtungen steckte.

    Denkt das mal weiter. Bald können wir uns den Sermon durchgeknallter Moslems im Radio anhören. :wall:
     
  2. rakete

    rakete Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Die privaten können machen, was sie wollen, aber im öR haben die nichts verloren.
     
  3. Reh

    Reh Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Die Kirchen haben auch in anderen Bereichen Einiges mitzureden, z.B. als Träger öffentlicher Belange. Möglicherweise hat es damit etwas zu tun?

     
  4. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Nicht unbedingt eine plausible, aber eine gesetzliche:
    Das gilt für Öffis wie Private gleichermaßen. RTL Television sendet die Bibel-Clips am Sonntagnachmittag auch nicht aus Jux und Dollerei.
     
  5. AW: Wieso Kirche im Radio?

    Die Kirchen haben bei Einführung des privaten Rundfunks auf eine Bewerbung um ausgeschriebene Kapazitäten verzichtet und sich stattdessen mit o.g. Passus zufrieden gegeben, der ihnen individuell geregelte Sendezeit im Rundfunk zusichert.
     
  6. Dude

    Dude Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Wieso Kirche überall könnte man fragen. Staat stützt Kirchen mit Milliarden (Spiegel Online, 6.11.2010). Große Aufregung? Fehlanzeige.

    Jeder soll ja bitte glauben was er möchte. Aber auf die evangelikalischen Amis und die islamisch geprägten Teile der Welt herabzuschauen als hätten die alle einen Dachschaden steht uns nicht zu. Bei uns sitzen die Religionen mit nicht weniger haarsträubenden Agenden genauso fest im Sattel.

    Ich kenne einige Menschen, die treten nur nicht aus der Kirche aus, weil sie damit ihre Karrieren nachhaltig verbauen würden. Soviel zum Thema "Religionsfreiheit".

    Für mich hat keine Kirche im öffentlichen Raum, auch im Radio, irgendwelche Ansprüche zu haben.
     
  7. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    [OT]
    @ Dude:
    Genau das macht das MDR-Fernsehen in gut einer halben Stunde in "Fakt ist...!" aus Thüringen zum Thema:

    Geld für Enteignung
    Kirchen erhalten 21,5 Millionen Euro vom Staat

    [/OT]
     
  8. dnS

    dnS Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Die Mehrheit der Deutschen ist Mitglied in einer Kirche. Noch mehr bezeichnen sich als gläubig, oder als Christen. Diese bezahlen ebenso ihre GEZ-Gebühren wie GEZ-Zahler, die auf das Heilsversprechen pfeifen. Wo ist das Problem? Wenn die ÖRs wirklich den Anspruch haben, für alle da zu sein, dann muss man so etwas schon ertragen können.
     
  9. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Wie der von Ammerländer verlinkte Artikel richtig vermerkt zahlt der Staat vertragsmäßig Geld für Kircheneigentum, dass der Staat sich unrechtmäßig angeeignet hat. Die Aufregung wäre berechtigt, wenn der Staat plötzlich vertraglich zugesicherte Leistungen einstellt. Gut, der üblichen "Opium für's Volk"-Argumentation folgend hätten die Kirchen ohne ihr "Unrechtsregime" gar nie Eigentum haben können.
    Ja - zum Beispiel als Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Diakonischen oder Caritativen Werken...) gehört es zu den Anstellungsbedingungen, Mitglied einer der Kirchen des Arbeitskreises Christlicher Kirchen zu sein. Ist aber auch verständlich. Als ausgewiesener Atomkraftgegner und Castor-Blockierer wird man auch keinen Job als Polizist oder im Kernkraftwerk bekommen; Globalisierungsgegner werden sich auch nicht lange in einer Bank oder in Leitungsfunktion in einem multinationalen Konzern halten.
    Sicher, jede dieser Anschauungen ist durch Grundrechte geschützt und trotzdem hat sie Konsequenzen für Beruf, für das Leben.
    Für nicht-kirchliche Jobs halte ich die These für "belegbedürftig".

    Ich frage mich gerade, welche Karrieren es außerhalb der kirchlichen Strukturen gibt, die man sich als Nicht-Kirchensteuer-Zahler verbauen könnte. Allgemeine Kirchenschelte ist doch absolut modern.

    Das ist eine berechtigte Meinungsäußerung.
    Der möchte ich hinzufügen, dass (Stand 2004) 31,3% der Bundesdeutschen einer evangelischen Landeskirche und 31,7% der röm. kath. Kirche angehören (Quelle: EKD). Nicht mitgezählt sind Angehörige von freien Gemeinden. Also 2/3 der Bundesbürger sind formal Kirchenmitglieder. Dafür halte ich die Kirchen nicht für überrepräsentiert.
     
  10. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Weil unser gesamtes westliches System, unsere Werte und unser Handeln auf den Grundwerten des christlichen Glaubens aufgebaut sind?
    Gegenfrage: Wieso nicht?


    PS: Ich bin weder getauft noch sonst in irgendeiner Form kirchlich gebunden. Wer aber offenbar schon mit einer 2-minütigen Morgenandacht, welche ohnehin zu absolut unchristlichen Zeiten versendet wird, ein Problem hat, sollte mal ernsthaft über seinen ganz privaten Toleranzbogen nachdenken. Religionsfrei, versteht sich.
     
  11. Dude

    Dude Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Mein Argument ist ganz einfach: Wer bezahlt die Rechnung? Diese selbstverständlich extrem sinnvollen, dem Gemeinwohl dienenden Einrichtungen (Krankenhäuser!) werden (ich habe keine harten Zahlen) zum allergrößten Teil oder gar vollständig vom Staat bezahlt, sind steuerbefreit, bezuschusst.

    Etwas extrem ausgedrückt: Wir alle bezahlen diese sozialen Aktivitäten und kriegen Missionierung und schärfste Diskriminierung von der Kirche beigesteuert. Danke für gar nichts!
     
  12. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Dann bewirb Dich mal bei den christlichen Hilfsorganisationen Johanniter-Unfallhilfe (JUH) oder Malteser-Hilfsdienst (MHD). Natürlich kannst Du dort auf der "niederen" Ebene auch ohne christliches Glaubensbekenntnis einen Job bekommen, weil sie sich den weltlichen Diskriminierungsrichtlinien beugen müssen - aber das wars auch schon.

    Du wirst dort niemals Rettungsdienstleiter, Führungskraft im Katastrophenschutz oder der Ausbildung, wenn Du nicht (zumindest steuerlich) betest. Auch nicht als stellvertretender Abteilungsleiter oder Fachdienstleiter.
    Religiöser Bezug?
    Eine dieser Hilfsorganisationen wirbt mit dem Slogan "Aus Liebe zum Leben". Fragt sich nur, zu welchem. Wenn sie es straffrei dürften, würden sie möglicherweise viel weiter differenzieren. Organisationsintern tun sie es doch schon längst, und das hat mit dem Job absolut überhaupt gar nichts zu tun. Du kannst noch so gut sein, aber Du fällst hinten runter, wenn Du nicht in der Kirche bist.

    Gruß, Uli
     
  13. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Wo kommt Kirche denn im Radio vor? Fünf Minuten morgens bei der Morgenandacht und sonntags mit einer Kirchensendung und einem Gottesdienst. Fertig, mehr ist doch nicht. Wer sich wirklich von 2 Stunden Kirche in der Woche gestört fühlt, sollte vielleicht wirklich mal über seine Prioritäten nachdenken. Ansonsten teile ich die Einschätzung von Radiokult. Kirche ist nunmal ein Teil unser Kultur. Ich persönlich finde sogar gut, wenn Kirche sich mehr einmischt und auch mal Stellung zu gesellschaftspolitischen Themen (z.B. Freigabe der Sonntagsruhe, Sozialabbau, Konsumverhalten etc.) nimmt. Schaden kann das bestimmt nicht. Eine interessante gemachte Morgenandacht mir allemal lieber, als zum 648. Mal Last Christmas.
     
  14. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Wieso Kirche im Radio? Ganz einfach, weil beten hilft!
     
  15. dea

    dea Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Die aber längst nicht überall und bei jedem angekommen ist und nie ankommen wird. Hier spielt Kirche auch gar keine so wichtige Rolle mehr. Im Gegenteil: Manchmal habe ich den Eindruck, dass gerade aus der Evangelischen Kirche schlückchenweise Aufklärung(sdruck) schwappt, dem so manch Weltlicher, hätte er an Aufklärung Interesse, durchaus etwas abgewinnen könnte bzw. sollte. Aber Abschottung und Ignoranz ist dem Weltlichen - wie man am Eingangspost sehr deutlich erkennen kann - mindestens genauso eigen wie einem religösen Fanatiker, wobei der Weltliche wohl auch gern - wie man ebenfalls am Eingangspost erkennen kann - Glauben mit Fanatismus gleichsetzt.

    Aber das Wort "Aufklärung" in den virtuellen Mund nehmen... Pfui Teufel!
     
  16. mediascanner

    mediascanner Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Um die Meinungsvielfalt im Rundfunk zu sichern, schrieb das Verfassungsgericht in seinem 3. Rundfunk-Urteil vom 16. Juni 1981 entweder eine binnenpluralistische oder eine außenpluralistische Struktur der Programmanbieter vor.

    De facto sieht das dann so aus, dass Privatfunk außenpluralistisch organisiert ist, d.h. nicht jeder einzelne Sender sondern nur die Gesamtheit der lizenzierten Sender pluralistisch ist - oder besser sein soll. Der ÖR Rundfunk soll im Gegensatz dazu binnenpluralistisch sein, d.h. jede einzelne Anstalt soll möglichst alle in der Gesellschaft vertretenen Meinungsrichtungen in seinem Programm zu Wort kommen lassen. Praktisch sieht das dann so aus, dass Rundfunkstaatsverträge regeln, welche unabhängigen gesellschaftlichen Institutionen zu Wort kommen sollen und dazu gehören die Kirchen.
     
  17. Persil

    Persil Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Nach welchen Kriterien wird eigentlich festgelegt, ob ein Privatsender eine Kirchensendung senden muss?

    Weil:
    Es gibt Sender, die schon seit Jahrzehnten der Kirche Sendezeit einräumen (müssen).
    Dann gibt es andere Privatsender, wo überhaupt keine Kirche stattfindet. Null.
     
  18. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Danke für die Unterstützung meiner These. Beide zitierten Organisationen begreifen sich erklärt als kirchliche Institutionen und ihren Auftrag als tätiges Christentum. Historisch sind sie ja aus den Johanniter- bzw. Malteserorden hervorgegangen.
    Und wie will man nach christlichen Maßstäben leiten und führen, wenn man nicht mal zum Minimalkonsens "formelle Kirchenmitgliedschaft" bereit ist?
     
  19. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Warum es von allen bezahlt wird? Weil es von allen genutzt wird - ganz einfach!
    Aktuell heult alles rum, weil der Krankenhaussektor zunehmend privatisiert wird und nur noch nach ROI gearbeitet wird. Da täte etwas mehr Zuwendung zu den Menschen (die Christen nennen es Nächstenliebe) durchaus gut.
    Steuerbefreit? Ja - wie jeder andere gemeinnützige Verein auch.
    Bezuschusst? Ja - wie jeder städtische Jugendclub, jedes städtische Theater, Museum, Bibliothek.
    Subventioniert? Ja - wie scheinbar so innovative und geldbringende Industrien wie die IT-Branche oder Elektroautos.

    In welchem Krankenhaus in kirchlicher Trägerschaft wurdest Du zwangsmissioniert?
    Es ist für manche überraschend, aber auch ein Altersheim oder Krankenhaus unter diakonischer Trägerschaft nimmt Nichtkirchenmitglieder auf - wenn sie einen Auftrag für ein ganzes Gebiet haben.
    Kirchliche Angebote in diesen Einrichtungen sind ANGEBOTE.
    Aus einer Stadt in der Südhälfte Deutschlands kenne ich harte Zahlen zum Thema Kindergarten: Die Gesamtkosten für einen Kindergartenplatz in den kommunalen Kindergärten ist die Stadt teurer gekommen als der Platz in den kirchlichen Kindergärten (in verschiedenen Stadtteilen, über die Konfessionen hinweg) bei nachgewiesen identischer Qualität der Arbeit und Qualifikation des Personals mit z.T. erheblich höherer Elternzufriedenheit bei den kirchlichen Einrichtungen.
    Das kommt vielleicht, weil in jeder kirchlichen Einrichtung ein haufen unbezahltes ehrenamtliches und nicht zuletzt auch kirchlich bezahltes hauptamtliches Engagement drinsteckt, das schließlich NICHT auf der Kindergarten-, Krankenhaus-, Altersheimrechnung auftaucht; Engagement, das der gesamten Einrichtung zugute kommt.
     
  20. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Weil eine Hilfsorganisation (HiOrg) gemäß staatlichem Auftrag für alle Menschen da zu sein hat und nicht selektieren darf.
    Folge: Für die Organisation und Leitung der Menschenrettung, Notfallvorsorge und Breitenausbildung brauchst Du eine entsprechende Qualifikation, die mit religiöser Überzeugung oder gar missionarischem Eifer nicht das geringste zu tun hat.

    Die Berufsgenossenschaften beispelsweise würden den genannten HiOrgs den Lehrauftrag für die Ausbildung betrieblicher Ersthelfer entziehen, wenn diese sagen würden "wir bilden nur Christen aus oder die, die zur Konvertierung bereit sind". Man beugt sich hier dem wirtschaftlichen Druck. Ebenso würde man die Erlaubnis zum Betrieb von Rettungswachen verlieren, wenn man in Bezug auf die Patienten selektieren würde.

    Der Staat hat seinen ureigenen Auftrag der Menschenrettung und Notfallvorsorge an eine bestimmte Auswahl an HiOrgs delegiert. Dass JUH und MHD in dem Bereich mitmischen dürfen, ist fast schon ein Privileg, denn in ihren internen Strukturen herrschen keine gerechten Verhältnisse. Ihre Träger, kirchliche Organisationen, üben da einen ausreichenden Druck aus. Andere private Anbieter, die sich gleichfalls um ausgeschriebene Wachen bemühen, bleiben meistens außen vor, auch wenn es einzelne Ausnahmen gibt.

    Fazit: Der Staat bevorzugt bei der Delegation staatlicher - weltlicher - Aufgaben zu einem Großteil kirchliche Organisationen, die intern religiös diskriminieren. Das halte ich für bedenklich.
    Würden all' diese Aufgaben (Brandschutz, Rettungswesen, Katastrophenschutz) in staatlicher Hand bleiben, z.B. zusammengefasst als "Zivilschutz", dann dürfte es diese Ausgrenzungen nicht geben.
    Die HiOrgs können sich ja allein auf dem privaten Sektor "Essen auf Rädern" u.ä. einen Konkurrenzkampf liefern; das wäre mir herzhaft egal. Aber ich vermag beim besten Willen nicht erkennen, dass die beiden HiOrgs mit christlichen Wurzeln eine kirchliche Institution wären.

    Würdest Du denn immer noch so locker argumentieren, wenn der Rote Halbmond eine hier zugelassene HiOrg wäre und in seinen middle-management-Strukturen nur Moslems dulden würde?
    Also mir wäre ein kompetenter Rettungsassistent, egal welcher Glaubensrichtung, deutlich lieber. Hauptsache, er beherrscht seinen Job, und das ist in dem Moment die Versorgung meiner Verletzung.
    Kannst Du mir denn belegen, ob katholische / evangelische /atheistische Retter besser sind? Nein? Habe ich mir gedacht.

    In einer Kirchengemeinde, einem Ordinariat - da kann ich solche Vorgaben ja noch nachvollziehen. Auf dem privaten Sektor - gerne, deren Problem. Im staatlichen Auftrag: Nein.

    Gruß, Uli
     
  21. rakete

    rakete Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Entschuldigung, aber das ist historisch die größte Grütze, den ich seit langem gehört habe. Die westlichen Grundwerte sind über 2000 Jahre gegen das Christentum erkämpft worden. Sich jetzt hinzustellen mit einer so haarsträubenden Aussage ist wirklich höchst abenteuerlich und zynisch angesichts der kirchlichen Blutspur.
     
  22. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Muß man denn hier wirklich alles bis ins Kleinste auseinander nehmen?
    Unsere sogenannten Grundwerte beruhen auf dem nach wie vor meistverkauften Buch der Welt, der Bibel. Und das ist nunmal ein Werk das im Allgemeinen dem Christentum zugerechnet wird. Das was die Kirche an Negativen im Namen dieses Buches im Laufe der Zeit so alles getan hat, hat mit dem Glauben an sich erstmal wenig zu tun. In dem Punkt unterscheiden wir uns übrigens wenig von diversen Koran-Anhängern, die ja bekanntlich ebenso Passagen ihrers "Buches der Bücher" dazu mißbrauchen in heilige Kriege zu ziehen etc.
    Glauben ist nicht gleich Kirche!
     
  23. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Ich denke, es muss unterschieden werden, warum Gelder fließen:

    Für die öffentlichen Dinge, welche die Glaubensgemeinschaften verrichten, ist sicherlich ein Geldfluss gerechtfertigt, wobei aber leider gesagt werden muss, dass diverse soziale Standards (Lohn, Gehalt, Arbeitsbedingungen u. ä.) leider nicht eingehalten werden. Hier ist die Politik gefordert, die jedoch kein sichtbares Interesse zu haben scheint. - Subventionen für Denkmalschutz sind meines Erachtens auch in Ordnung.
    Aber die Millionen, die fließen, weil ein Teil der Kirchengüter säkularisiert wurden, stelle ich doch in Frage. Wenn bedacht wird, dass diese Säkularisierungen in den Jahren 1802/03 erfolgten (wir hatten noch das "Heilige Römische Reich deutscher Nation"), zwischenzeitlich mehrere Revolutionen, ein Drittes und ein Tausendjähriges Reich ins Land gegangen sind und die enteigneten Güter den damals regierenden Herrscherhäusern zu Gute kamen (das Volk hatte nichts davon), sollte lieber heute als morgen mit genau dieser Art Zahlungen Schluss sein!

    Gegen die Kirchenbeiträge im Radio habe ich grundsätzlich nichts, denn die wenigen Minuten regen zum Nachdenken, egal in welche Richtung, wenn denn einmal genau zugehört wird. - Wenn es den Kirchenbeitrag sonntags auf Bremen 1 nicht geben würde, der Sender zeigte dann wirklich nur, wie gut der Musikcomputer arbeitet, denn weiteres Wort außer Nachrichten, Verkehr und Wetter ist im Umfeld (6 bis 8 Uhr) nicht vorgesehen.

    @ Radiokult:
    Sagen wir es einmal so: Unsere Grundwerte richten sich nach einer altorientalischen Glaubensrichtung, die sich nur durch das Wirken eines Scha'ul von Tarsos, der sich mit seinem Wirken gegenüber der Jerusalemer Gemeinde durchsetzte, verbreiten konnte. Da das nun einmal geschehen ist, müssen wir damit leben und könnten es auch, wenn nicht einige "Eiferer" in den Glaubensgemeinschaften leben würden, die von sich behaupten, den "göttlichen Segen" für ihr Tun erhalten zu haben.
     
  24. rakete

    rakete Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Ich würde nun wirklich gerne mal wissen, was unsere Grundwerte mit der Bibel zu tun haben sollen. Wenn dem so wäre, müsste es recht blutrünstig zugehen.
     
  25. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Wieso Kirche im Radio?

    Das stimmt ja jetzt so nicht unbedingt. Wie Radiokult bereits anmerkte muss man hier zwischen Verfehlungen der Kirche und dem Christentum allgemein unterscheiden. Im übrigen geht es in diesem Thread um die Gegenwart und nicht irgendwelche "Verfehlungen" anno Tobak. Ausserdem gebe ich mal zu bedenken, dass die "staatliche" Blutspur bestimmt genauso gross, wenn nicht grösser ist und das sogar bis in die Gegenwart hinein. Auch Kirche muss und darf man einen Lernprozess unterstellen, dass es dabei immer noch Fehltritte einzelner gibt, wird sich niemals ausschliessen lassen. Das ist eben das "menschliche Versagen", welches ja oft zitiert wird.

    Das verwechselst du mit der Scharia.
     

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