Wulff: ARD-Radios käuen nur wieder

Dieses Thema im Forum 'Radioszene Deutschland' wurde von XXLFunk gestartet, 17. Dezember 2011.

  1. Mannis Fan Benutzer

    Ich hoffe doch sehr, dass alle hier in diesem Forum, die in den Redaktionen bei Medien arbeiten, mit mir einer Meinung sind, dass jeglicher Versuch von Einflussnahme, Druckausübung, Androhung von "Krieg" und anderen Repressalien zur Verhinderung unliebsamer Berichterstattung ein absolutes No-Go sind. Wer zu diesem Mittel greift, disqualifiziert sich selbst. Ganz schlimm: Wenn man beim zuständigen Redakteur nicht weiterkommt, es dann bei dessen Chefredakteur zu versuchen, wenn dort nichts passiert, beim Verleger anrufen. Das ist übelste Provinz, Arroganz und Missachtung der Pressefreiheit.
    Von mir aus kann Herr Wulff seine amtsbedingten Schnäppchen machen, wo er will, beim Hauskredit, bei der Urlaubsreise oder beim Buchsponsoring - aber dass er so ungeniert versucht, in eine Berichterstattung hineinzugreifen, das macht ihn für mich vollkommen inakzeptabel.
  2. Tweety Benutzer

    Der BP wird von der Bundesversammlung gewählt und damit nicht direkt vom Volk.
  3. laser558 Benutzer

    Bevor ich falsch interpretiert worden bin: Ich stimme dem inhaltlich zu
    Nur hat es das schon immer gegeben, auch auf kleinster lokalpolitischer Ebene. Sein kolportierter Vorwurf der Krigesführung gegen ihn lässt sich aber auch nicht ganz von der Hand weisen. Und auch Schröder war in diesem Punkt wohl kein Freund der Traurigkeit. Bei Kohl kam irgendwann eine Totalverweigerungshaltung auf.
    Es ist schlechter Stil, sicherlich, aber kein Angriff auf die Pressefreiheit. Eher ein untauglicher Versuch, Einfluss zu nehmen und etwas zu verhindern. Sowas ist meistens vergeblich und geht doch nur nach hinten los.
  4. Sicherlich, aber seitens eines Bundespräsident kann ich mich an einen solchen Vorgang nicht erinnern. Insofern ist der vermeintlich farblose Wulff dann doch ein sehr innovativer Bundespräsident... ;)
  5. laser558 Benutzer

    Nein. Sein Problem scheint zu sein, dass er im Kopf immer noch als Ministerpräsident von Niedersachsen bzw. als CDU-Politiker im Land agiert. Geistig ist er noch nicht bei einem Bundespräsidenten angekommen und verhält sich daher auch nicht so, wie er es sollte oder man von ihm erwartet.
  6. Johnny Benutzer

    Wenn er heute im Fernsehinterview nicht zurücktritt, dann kurze Zeit später.
  7. Mannis Fan Benutzer

    Richtig: Das gibt es speziell auf "kleinster lokalpolitischer Ebene". Das ist ja das Bestürzende, dass Wulff mit seinem Verhalten zeigt, wo er herkommt und noch immer eigentlich hingehört: In die Provinz! Zu den Kleingeistern! Zu den Duodezfürsten auf dem Dorfe! - Meilenweit von der Statur eines Bundespräsidenten entfernt.
    Tweety gefällt dies.
  8. Ja, ich denke auch, dass Wulff - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht zu retten ist ;)
  9. CelticTiger Benutzer

  10. Mannis Fan Benutzer

    Burchardt trifft es, wenn er sagt:
    ,

    und Broder bringt den Fernsehauftritt auf den Punkt:
  11. D´accord, aber Herr Wulff formuliert es ja ein klein wenig anders:

    So Wulff gestern wörtlich in dem Interview mit ARD und ZDF. Die BILD dementiert diese Darstellung prompt.
    Bei Wulffs Verteidigungsstrategie fühle ich mich etwas an Herrn von und zu Guttenberg erinnert.
  12. Tweety Benutzer

  13. "Im Sinne der von Ihnen angesprochenen Transparenz" :wow: So viel Sarkasmus hätte ich der BILD gar nicht zugetraut... ;)

    Was hat es denn nun mit der vieldiskutierten Vergangenheit von Frau Wulff auf sich? Gibt es für die unterstellte Rot-Licht-Herkunft Belege? In der auf Wikipedia veröffentlichten Vita ist davon nichts erwähnt, bzw. nur unter dem Punkt "Diskussion".

    Der Wikipedia-Artikel über Wulff ist übrigens auch nicht uninteressant, hier werden auch ältere "Affären und Kontroversen" aufgelistet. Einige waren mir gar nicht mehr präsent, z.B. der umstrittene Pogromvergleich von 2008, die Verbindung zur evangelikalen Organsiation ACP, die vom Sektenbeauftragten der evangelischen Landeskirche Württemberg als "bedenklich" bezeichnet wurde, usw.
  14. Tweety Benutzer

    Willst du jetzt noch einen Nebenkriegsschauplatz aufmachen? :eek::D
  15. Mannis Fan Benutzer

    mach Dir mal keien Sorgen, dieser "Neben"-Kriegsschauplatz kommt von alleine, zu passender oder unpassender Zeit, je nachdem, wie lange Wulff noch am Sessel klebt.
  16. Johnny Benutzer

    So oder so hat sich Wulff in Kürze erledigt.
  17. CelticTiger Benutzer

    Herrlich, dieses Staatstheater! :)
    Nächster Akt: Hanswurst auf der Mailbox; Osnabrücker Emporkömmling mimt den Möchtegern-Sarkozy.

    Da sollten sich die Radiostationen mit ihren billigen Politpersiflagen doch gleich die Rechte sichern.
  18. Johnny Benutzer

    Er lehnt eine Veröffentlichung ab.
  19. Tweety Benutzer

    Wieso wundert mich das nicht? :D

    Damit ist klar, dass Wulff schon wieder die Wahrheit "zu seinen Gunsten" ausgelegt hat.

    Kann das trotzdem veröffentlicht werden? Wie ist die Rechtslage?
  20. CelticTiger Benutzer

    @ Johnny

    Na und? Die Bild-Zeitung in Verkörperung einer Jeanne d'Arc der Pressefreiheit treibt ihn nun vor sich her. (Übrigens passend zum morgigen 700. Geburtstag der Dame.)
    Dieses Kesseltreiben können Wulff und insbesondere Merkel nicht durchstehen. Mutti wird die Notbremse ziehen.

    Ich gehe davon aus, daß Wullf ab nächster Woche Pensionist ist.
  21. KabelWeb Benutzer

    Das glaube ich auch. Übrigens gerade in den Nachrichten gehört: Eine Straßenumfrage mit 3 O-Tönen was die Bürger vom gestrigen Interview hielten mit wohl welchem Ergebnis? Die Nachrichten wurden von der BLR produziert...
  22. CelticTiger Benutzer

    Ich korrigiere mich: Es ist der 600. Geburtstag.
  23. Mannis Fan Benutzer

    Der professionelle Katastrophenmanager Wulff hat ja auch (wieder einmal) einen Kardinalfehler begangen, indem er sich exklusiv bei ARD und ZDF zum staatstragenden "mea culpa" eingeladen hat.
    Und die anderen Medien? Die privaten Sender? Die Radiostationen? Die Printmedien, die - zum Ausgangspunkt dieses Threads - die ganze Affäre erst ins Rollen gebracht haben. Die müssen von den Brosamen leben. Glaubt der Bundespräsident wirklich, dass er mit einer solchen Privilegierung und Ausgrenzung vor den Medien bestehen kann? Das kriegt er doch doppelt und dreifach zurück.
    So oder so: Er kann es nicht!
  24. Halten wir fest: Wenn wir der BILD Glauben schenken dürfen, dann hat Wulff im gestrigen Interview seine Intervention beim Chefredakteur nicht ganz so transparent gemacht, wie angekündigt. Wie verhält es sich nun mit dem anderen Vorfall, als Wulff vor einem halben Jahr einen Redakteur der "Welt am Sonntag" ins Schloss Bellevue geladen und (laut ZDF-Journalistin Schausten) "bearbeitet habe(n), dass er eine bestimmte Berichtererstattung nicht bringt."? Auch dies nach Wulff offenbar nur ein Sturm im Wasserglas:
    Ein erfreuter Redakteur, ein harmloses Gespräch? War es tatsächlich so? Vielleicht liest der entsprechende Kollege ja mit und kann diese Darstellung bestätigen? Es verwundert, wie die Wellen so hoch schlagen konnten, wenn alles doch so harmlos war.
    Quelle
  25. ricochet Benutzer

    Christian Wulff passt nun mal nicht in die großen Latschen eines Bundespräsidenten, weder verfügt er über die nötige charakterliche Reife noch haftet ihm die geringste Spur von Charisma an. In Hannover fiel der "junge Wilde" als gut vernetzter Ränkeschmied auf, der heftig bei VW intervenierte (intrigierte?) und bei Maschmeyers & Co. ein- und ausging. Seine hölzernen, gestikular-mimisch unbewegten Statements passen nicht zu einem Integrator, der die Köpfe und Herzen der Menschen erobern soll und seine parteipolitischen Abhängigkeiten und Pflichtschuldigkeiten verhindern jede Profilierung auf Kosten des Regierungspersonals. Der Bundespräsident Wulff ist eine reine Kopfgeburt Merkels, die der Opposition dank satter Mehrheit in der Bundesversammlung eine einprägsme Machtdemonstration liefern und einen treuen, aber müde gewordenen Kämpen mit einem repräsentativen und abwechslungsreichen "Altersamt" versorgen wollte. Und abermals spukt der Geist von Gauck durch die ausladenden Flure von Bellevue, mahnender und unheilvoller denn je.

    Wulff ist zu sehr in seinem auf taktischen Vorteilen gründenden Denk- und Handlungsschema verstrickt, als dass er in letzter Minute die Kurve kriegen könnte. So hangelt er sich von einer halbgaren Demutsbezeugung zur nächsten, dabei ist der nächste Fauxpas längst vorprogrammiert. War er bisher als geräusch- und initiativloser Leisetreter bekannt, gilt er nun als Staatsoberhaupt auf Abruf. Die durch Wulffs Drohanrufe zurecht aufgeschreckte mediale Jagdgesellschaft ist bereits auf der Suche nach dem nächsten, diesmal wohl finalen Coup.

Die Seite empfehlen