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YouTube, Sony und die GEMA

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Radiokult, 23. Februar 2012.

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  1. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Also so langsam wirds echt peinlich (um nicht zu sagen schizophren) für die Major-Labels: Sony fordert jetzt plötzlich die Freigabe seiner Videos bei Youtube. Dabei unterschlägt man natürlich mal kurzerhand, dass man im Grunde selbst für die Sperrungen verantwortlich ist.

    Quelle: http://www.tagesspiegel.de/medien/d...gabe-von-musikvideos-auf-youtube/6245588.html

    Die Reaktion der GEMA folgte übrigens umgehend: "Die Texttafel, die bei jedem geblockten Video angezeigt wird, ist irreführend: Es wird suggeriert, dass die Gema die Rechte nicht eingeräumt hätte - dabei hat Youtube diese Rechte einfach noch gar nicht erworben." Die Sperrung eines Videos auf Youtube könne viele Gründe haben. "Die Labels - auch Sony Music - können beispielsweise ihr Repertoire wegen des Leistungsschutzrechtes sperren und tun das auch. Auch viele Verlage nehmen ihre Rechte im Onlinebereich selbst wahr." Die Gema habe dagegen noch nie aktiv Videoclips gesperrt.

    Quelle: http://www.golem.de/news/sony-music-millionenverlust-wegen-gema-sperren-auf-youtube-1202-89982.html
     
  2. ricochet

    ricochet Benutzer

    Für die Sperrungen ist meist die GEMA allein verantwortlich. Sie hat nicht umsonst den Ruf die hartleibigste, fortschrittsfeindlichste und kompromissunwilligste Rechteverwertungsgesellschaft der Welt zu sein. Mit ihrem engstirnigen und unerbittlichen Gebaren bringen die Funktionäre sogar ihre eigenen Schäfchen um die dringend benötigten Einnahmen, weil in Deutschland etablierte Dienstleister unter der immensen Gebührenlast ächzen und internationale Plattformen gar nicht erst in Deutschland andocken.

    Hätte Deutschland doch bloß kein so bürokratisch zureglementiertes Medienwesen; wirklich entfalten darf sich in Deutschland nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Dank der in privater Hand befindlichen Satelliten- und Kabelverbreitung herrscht wenigstens bei der Fernsehdistribution ein liberalerer Geist.
     
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  3. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Schlichter Unfug. Verantwortlich für die Sperrungen sind ausschließlich die Verlage bzw. Rechteinhaber des jeweiligen Materials. Und das ist nunmal über kleine Umwege seit geraumer Zeit in der Regel das Plattenlabel. Die GEMA ist nichts weiter als das ausführende Organ zur Wahrung der Rechte unter anderem des Plattenlabels.

    Deshalb gaht auch bei allen anderen Videoportalen so ziemlich alles, nur bei Youtube geht es eben nicht. Muß ich dahinter Logik erkennen?
     
  4. count down

    count down Benutzer

    Wie schon mehrfach von mir angemerkt, geht es bei der Nutzung von Musik immer um die beiden Rechtebereiche, die fälschlicherweise oft in einen Topf geworfen und durcheinander gebracht werden.

    Schulmeister CD erklärt erneut:

    Es gibt:
    • Das Urheberrecht. Hier machen Komponisten, Textdichter und Verleger ihre Ansprüche geltend. Sie werden, soweit sie Mitglieder sind, von der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) vertreten, um vereinbarte Tantiemen zu kassieren. GEMA verteilt an diese Kreative. Wir diskutieren jetzt nicht, ob der einbehaltene Anteil der Einnahmen dieser Inkassogesellschaft gerechtfertigt und ihre Verteilung gerecht ist.
    • Das Leistungsschutzrecht. Hier machen ausübende Künstler und Tonträgerlabels ihre Ansprüche geltend.
    Soweit ich weiß, ist die entgeltliche Musiknutzung zwischen YT und GEMA in Hinblick auf Urheberrecht unstrittig, die Höhe ist aber nicht final verhandelt. Ob die Musiknutzung in Hinblick auf die Leistungsschutzrechte (s.o.) verhandelt ist, weiß ich jetzt gar nicht. Offenbar würde Plattenboss Berger (als Leistungsschutzberechtigter) womöglich sogar auf Erlöse verzichten, um über YT-Promotion Sales anzukurbeln.

    Aber er kann den Streit zwischen YT und GEMA nicht schlichten. Will er auch gar nicht, er partizipiert nicht an den Urhebererlösen. Seinen Vorstoß finde ich aber gut, um zwischen YT und GEMA wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen. So unter dem Motto: Wenn wir als Label mit den Ansprüchen Leistungsschutzrecht zurückgehen, dann tue Du, GEMA, dies auch bei den Ansprüchen Deiner Autorenmitglieder.
     
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  5. ricochet

    ricochet Benutzer

    Aber welches Interesse sollte ein Label daran haben, ein Werbefilmchen sperren zu lassen? Richtig, keines. Ist es nicht vielmehr so, dass die Musikverlage unter der Fuchtel der GEMA stehen und maßlose Forderungen stellen, die ihnen am Ende das Genick brechen werden?

    Die anderen Videoportale haben eh kaum Auswahl und werden für das Wenige entsprechend löhnen.

    @Countie: Danke für die klaren Worte.
     
    ImSumpf gefällt das.
  6. count down

    count down Benutzer

    Rico, den Begriff "Fuchtel" gibt es im Vertragswesen nicht. Musikverlage sind, sofern per Wahrnehmungsvertrag vereinbart, Mitglieder der Verwertungsgesellschaft. Diese nimmt, wie das Wort sagen will, die Interessen der Mitglieder wahr. Dies tut die GEMA nach dem von beiden Seiten im Wahrnehmungsvertrag akzeptierten GEMA-Verteilungsplan. Der kann als solcher nicht als maßlos bezeichnet werden. Hier geht es doch erst einmal um Verhandlungen über Bezahlung aufgrund eines Musikverbreitungsweges, den es bisher in diesem Verteilungsplan gar nicht gab. Nun sollten sich mal endlich YT mit GEMA (diese im Auftrag und Interesse ihrer Mitglieder) einigen. Darum geht's.
     
    Kobold gefällt das.
  7. Badener

    Badener Benutzer

    Wenn die Gema immer noch die 10 Cent pro Videoaufruf fordert, dann sollten sie sich mal schleunigst an den Kopf fassen.
     
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  8. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    So, jetzt ist es also soweit, Youtube unterlag heute der Gema in einer Klage im Urheberrechtsstreit. Jetzt muss Youtube:
    Quelle

    Spiegel Online brachte einen absoluten Abschuss:
    Quelle
     
  9. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Es geht vermeintlich um 0,2 Cent, wobei noch zwischen "Original" und "Zweitverwerter"-Video unterschieden wird.
    In dem verlinkten Artiekl findet sich ausserdem ein nicht uninteressanter Vergleich mit Großbritannien und wie man es dort handhabt.

    http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/
     
  10. count down

    count down Benutzer

    Kulti, der Spreeblick-Artikel ist endlich einmal eine wirklich erhelende Analyse. Sehr zum Studium empfohlen, bevor blindwütig und unwissend weiter debattiert wird. Wem bei den Piraten muss man den Link schicken?
     
  11. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Interessant am heutigen Tag finde ich die Tatsache, dass fast alle Medien darüber berichten und in etwa folgendermaßen titeln:
    "GEMA legt nach Urteil gegen Youtube Berufung ein"

    Was soll das bitte?
    Inzwischen ist es auch so, dass selbst öffentlich-rechtliche Anstalten, wie die ARD (daher beispielsweise die genannte Überschrift), sich fleißig an der Gema-Hetze beteiligen? Immerhin ist es, das kommt im Verlaufe des Artikels dann auch recht beiläufig zur Sprache, dass auch Youtube gegen das Urteil in Berufung zu gehen vor hat.
    Hier die ganze Meldung.
     
  12. grün

    grün Benutzer

    Herrgott, was regen die sich eigentlich auf? CDs sind heutzutage megaout, viele (ich auch) bedienen sich lediglich bei Videoplattformen oder halt bei Simfy & Co., aber nur zum Abspielen. Ich habe noch nie ein Liedchen aus dem Internet "downgeloaded", wozu auch? Natürlich ist es bequemer, per Mausklick ein bestimmtes Liedchen zu hören oder vielleicht auch downzuloaden. Die Alternative mit "aus dem Internetradio aufnehmen" ist Gott sei Dank noch völlig legal und ich nutze dies auch fleißig. Die Plattenfirmen und die Rechteinhaber sollten endlich mal einsehen, daß sich die Zeiten geändert haben.

    Außerdem muss jede (hoffentllich legale!) Radiostation für ihre gespielten Liedchen GEMA-Gebühren abdrücken, so schlecht leben die Künstler also nicht. Das ist für mich mal wieder Jammern auf hohem Niveau.
     
  13. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Echt? Sehe ich anders. Aber gut, ich habe auch noch echte Vinyls im temperierten Keller stehen.

    Die Frage ist schlicht und einfach:
    Klang - oder nicht Klang.
    Wie Du schreibst,
    Videoplattformen legen in der Regel, wenn das Video überhaupt "in meinem Land verfügbar ist", mehr Wert auf das Bild als auf den Ton. So geht es den Uploadern im Übrigen auch.
    Sprich, an eine 320 kBit/44 (48) kHz- oder 32-320 kbps vbr-Musikdatei zu gelangen hat Seltenheitswert. Auch bei Simfy & Co.!
    Wenn ich mir jedoch eine CD oder Vinyl zulege, weiß ich, dass diese Werte ohne Probleme hörbar erreicht werden.

    Aus dem Internetradio aufzunehmen ist zwar legal, aber meist ebenfalls uninteressant, da die meisten Webradingensens keine Ahnung von Soundprocessing & Co. haben.

    Aber bitte, das Gehör derjenigen, die sich Gejaule entweder lediglich per Brüllwürfel oder den typisch überkomprimierten UKW-Dudelfunk antun, sollten sich auch nicht wundern keine Unterschiede mehr wahrnehmen zu können, da das "sowieso irgendwie alles gleich klingt".
     
  14. grün

    grün Benutzer

    Ist ein Argument.

    Die Radiostationen brauchen auch keine Ahnung davon zu haben. Die Bitraten, mit denen ich aufnehme, kann ich bei meinem Programm regulieren.

    Für die angesprochene Zielgruppe trifft das ohne Weiteres zu.:)
     
  15. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Widerspruch!
    Es geht nicht um die Bitrate, es geht um das Sounddesign. Wenn ein Stream klingt, als würdest Du einen Brüllwürfel in eine leere Gießkanne werfen, der wird dann allerdings mit 192 kbps betrieben - welchen Sinn macht das?
    Dafür reichen auch 32/32 ohne weiteres. Also das, was ich schon anno 1997/1998 mal ausprobierte.
     
  16. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Und davon unabhängig: Wenn ein Stream nur 32 kbit versendet, bleiben das auch 32 kbit, selbst wenn ich den Stream dann mit 320 kbit auf die heimischen Festplatte brutzel. Das ist nämlich der nicht unerhebliche Trugschluß. Man kann alles von oben nach unten konvertieren, aber eben nicht andersrum. Dateiinformationen die einmal weg sind, bleiben auch weg.
     
  17. Radiokult

    Radiokult Benutzer

  18. BlueKO

    BlueKO Benutzer

  19. ricochet

    ricochet Benutzer

    In Österreich gab es aber nie großflächige Sperrungen wie in Deutschland. Bereits während der sich hinziehenden Verhandlungen waren nahezu sämtliche Musiktitel uneingeschränkt abrufbar.
     
  20. count down

    count down Benutzer

  21. br-radio

    br-radio Benutzer

    Da sieht man eigentlich, wer medientechnisch das "schlauere" deutschsprachige Volk ist ;)
     
  22. ricochet

    ricochet Benutzer

    Die VEVO-Seite ist seit Kürzerem für deutsche Nutzer frei zugänglich. Hier könnt ihr die meisten Musikvideos gucken, die auf Youtube gesperrt sind.

    Es geht doch nicht um die Frage ob Google die Video-Abrufe vergelten soll sondern nur um die Höhe der Abgabe. Aber dass die Zeitungen viel Verständnis für die GEMA aufbringen ist nicht neu, beide eint die nackte Angst vor der Gratis-Kultur im Netz. Während die Zeitungshäuser nur Besitzstände wahren, sich in sinnlosen Abwehrgefechten verzetteln und jeden Geschäftssinn vermissen lassen (Gegenentwurf: Axel Springer, der Verlag der das Internet als Goldmine entdeckt hat) geht die GEMA oft leer aus, weil sie maßlose Forderungen stellt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. März 2014
    stefan kramerowski gefällt das.
  23. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Der Artikel in der Süddeutschen ist ein Paradebeispiel für dümmlichen Tendenzjournalismus. Offenbar hat die Presseabteilung der GEMA ganze Arbeit geleistet. Zur Erklärung: In dem Artikel wird suggeriert, dass der Google-Konzern nichts für die Videoabrufe bezahlen will und daher eine Schmarotzermentalität an den Tag legt. Leider nicht ganz richtig, Google will durchaus bezahlen, aber aus Sicht der GEMA halt viel zu wenig. Und die GEMA verfährt nach der eigenartigen Devise: Lieber nichts für meine Künstler als zu wenig.
     
    stefan kramerowski und ricochet gefällt das.
  24. Da Youtube vielen als Preview vor dem CD-Kauf dient, möchte ich nicht wissen, wieviel Geld der Musikindustrie durch die lustigen YT-Sperren entgangen ist.

    Was für ein einseitiger Artikel, LOL. Die Süddeutsche ist wirklich nicht mehr, was sie mal war, das stelle ich immer wieder fest.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2014
  25. ricochet

    ricochet Benutzer

    Kann es sein, dass die VEVO-Videos auf Youtube nun auch in Deutschland freigeschaltet sind? Oder beschwindelt mich mein Proxy?

    http://www.youtube.com/user/VEVO
     

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