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Zero-Rating jetzt und sofort - oder lineares Internetradio ist tot

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Gegenstromanlage, 07. Juli 2016.

  1. Gegenstromanlage

    Gegenstromanlage Benutzer

    Die in dieser Woche präsentierte Funkanalyse Bayern hat ein großes Manko beim Internetradio aufgezeigt: Die Wochennutzung ("mind. einmal wöchentlich eingeschaltet") ist mit 19% relativ hoch, die Tagesnutzung ("mind. einmal täglich gehört") jedoch mit 4,4% extrem niedrig und inzwischen gar schlechter als DAB (4,6%). Obwohl jeder zwei, drei und mehr Empfangsgeräte für Webradio besitzt (also potenzielle Gerätereichweite fast 100%), schaltet also nur jeder 21. täglich darüber ein Webradio ein. Ein krasser Gegensatz zu dem, was Senderbetreiber und Vermarkter vom Radio der Zukunft erwarten.

    Die Ursachen liegen neben Unwissenheit ("wie, mit dem Smartphone kann man Radio hören??") vor allem in fehlenden "echten" Flatrates. In vielen Ländern der Welt gibt es die, in den USA gibt es so genannte "Zero Rating"-Bundle, die alle wichtigen Video- und Audiodienste unbegrenzt ohne Mehrkosten und ohne Drosselung in Highspeed transportiert.

    Warum kommt dieses Thema nicht mal auf die politische Agenda, warum hört man hierzu nichts von Verbänden wie VPRT oder APR? Es ist doch ein Widerspruch, daß alle einerseits die Zukunft des Radios im Internet sehen und lukrative neue Geschäftsmodelle erwarten, aber andererseits das ganze technisch so aussieht, daß nach einer Stunde Radiohören im Freien der Hinweis kommt "das Datenvolumen ist aufgebraucht, bitte nachbuchen".

    Was dagegen boomt sind Dienste wie Spotify, laut FAB Bayern nutzen 25% der Smartphone-User Streaming mind. einmal pro Woche. Warum? Weil man die Songs im WLAN vorladen und auch unterwegs genießen kann, ohne das Datenvolumen zu belasten. Vorteil also im Vergleich zum linearen Radio.

    Wer schickt Deutschland endlich aus dieser Internet-Steinzeit, wenn man schon DAB als eigenen digitalen Rundfunkweg nicht haben will?
     
    Zuletzt bearbeitet: 07. Juli 2016
    stewart gefällt das.
  2. iro

    iro Benutzer

    Und wie sind da dann die Zahlen, wenn man sich spotify als "täglich" anschaut? Auch noch so boomend hoch? Im WLAN vorladen können allerdings nur die Hörer, die für spotify auch zahlen... Und wer zahlt, der nutzt natürlich auch verschärft, da es einen Wert hat. Radio dagegen ist gratis - also wertlos.
     
  3. c04x

    c04x Benutzer

  4. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Webradio hat den entscheidenden Vorteil, dass man die tatsächiche Nutzung anhand der Streamzugriffe haargenau auswerten kann. Insofern würde ich da eher die Zahlen der Veranstalter heranziehen, soweit diese gewillt sind selbige auch rauszurücken. Ergebnisse anhand einer Telefonumfrage... nun ja, als repräsentativ würde ich die jedenfalls nicht ansehen.
    Was die echten Flatrates angeht, bin ich ganz bei dir. Es ist ohnehin eine nicht nachvollziehbare Farce, dass das Internet nirgendwo in Europa so teuer ist wie in D.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07. Juli 2016
    Heinzgen und stewart gefällt das.
  5. ricochet

    ricochet Benutzer

    Als ob die Funkanalyse willens oder fähig wäre die tatsächliche Nutzung von Internetstreams auszuwerten... das ist doch alles für die Tonne.

    Es stellen sich zu viele Fragen: Wo zieht man heute die Grenze zwischen Nonstop-Musikstream, echtem Radioprogramm, unmoderiertem Musikradio, als Radioprogramm abgespielter Playlist, Musikplattformen mit Bewegtbild etc. ppp... ??

    Wer wird überhaupt gefragt, welche Antworten werden als "relevant" oder "opportun" eingestuft und welche Sender werden als zulässiges Internetradio akzeptiert? Seht euch doch die "MA IP" an, dort werden nur Radiokanäle abgefragt, die den Schmonzes mitfinanzieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 07. Juli 2016

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