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Zwei Jahre Digitalradio - eine Bestandsaufnahme

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von adrian1982BO, 26. Juli 2013.

  1. adrian1982BO

    adrian1982BO Benutzer

    am 01.08.2011 fiele der Startschuss für das Digitalradio in Deutschland. 2 Jahre später wird es an der Zeit ein Zwischenfazit zu ziehen. Wie sieht euer Zwischenfazit aus?
     
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  2. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Mein persönliches: Ich höre kein UKW mehr, alle Radios in der Wohnung sind entweder DAB+ oder DAB/Internetradio-Kombis. Die Platzhirsche dürfen weiter ihr Gedudel dudeln - ohne mich.

    Allgemein: Die Platzhirsche arbeiten immer noch ordentlich daran, dass die Technik scheitert. Ist aber kaum noch zu machen. Die meisten neuen Radios haben DAB+ an Bord und starten in diesem Wellenbereich sobald man das Radio einschaltet (UKW kommt erst nach Knopfdruck). Sollte zu denken geben, tuts aber nicht. Siehe auch den benachbarten "Helmschrott"-Thread.

    Zur IFA wird sich viel tun: Neue Programme, Relaunches usw. Bin gespannt.
     
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  3. twen2705

    twen2705 Benutzer

    Ich hoere daheim ebenso nur noch DAB+ oder Internetradio und habe die ewigen DAB Nörgler in diesem Forum einfach nur noch satt!!!
     
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  4. radiosüchtel

    radiosüchtel Benutzer

    Höre seit 2 Jahren ebenfalls kein UKW mehr. Nur noch DAB+ und Internetradio.
    DAB+ kommt so langsam.
     
  5. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Ich würde liebend gerne die DAB+-Programme in meiner Wohnung testen, was jedoch an senderseitigen Problemen ca. 20 km westlich der "Übermorgenstadt" Oldenburg scheitert. - Die technischen Voraussetzungen sind vorhanden, aber nur das UKW-Teil ist nutzbar. Folglich bleibt alles beim Alten!
     
  6. radiobino

    radiobino Benutzer

    Auch ich höre so gut wie gar nicht mehr UKW. Zuhause höre ich nur noch übers Internet Radio. Unterwegs eher über DAB+.
     
  7. radneuerfinder

    radneuerfinder Benutzer

    Digitalradio startete in Deutschland 1989 über Kabel und Satellit. Für den stationären Empfang gab es 20 cm kleine Antennen. Das Sendeverfahren hieß Digitales Satelliten Radio.
    Der Regelbetrieb der ersten terrestrischen Digitalradios startete 1995 in der Norm DAB, ab 2001 in der Selbstdarstellung "Digitalradio" genannt.
    Vor 2 Jahren erfolgte die Einführung des Nachfolgestandards DAB+ immer noch unter dem Namen Digitalradio.


    Nennt mich einfach Oberlehrer. [​IMG]
     
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  8. radneuerfinder

    radneuerfinder Benutzer

    Meinen Gymle benutze ich fleißig als Fußgänger und manchmal als Radfahrer (z. B. auf dem Weg zur Arbeit, statt Autoradio). Halt da wo es geht. Nach meiner Erfahrung gehts aber ab 5 bis 15 km vom 10 KW Sender entfernt nicht mehr. Häufige Aussetzer und "Senderpausen" machen mir weiterhören unmöglich. Deshalb ist eine Nutzung im Auto auch nicht über Tests hinaus gegangen. Es hat einfach nicht geklappt eine Einstündige Sendung zu hören.
    Verblüffend, der mobile Empfang scheint nicht die Stärke von DAB+ zu sein. Zuhause empfange ich alle DAB+ Programme und noch viel mehr auf bereits vorhandenen Radios in besserer Klangqualität. Was nicht schwer ist, ein MP3 Stream mit 128k empfinde ich als besser als die meisten DAB+ Programme.

    Fazit: für mobilen Empfang ungeeignet, zu Hause keine Vorteile. (Falls man Internetradio und/oder Digitalradio per Satellit oder Kabel hat). Wirklich Schade, würde ich mir doch unterwegs mehr Auswahl im Radio wünschen. (Internetradio kommt für mich auch nur in Ausnahmefällen in Frage: zu teuer, ebenfalls zu viele Aussetzer)
     
  9. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Ich bin noch auf der Suche nach einem Pocketradio zum antesten. Die Geräteauswahl lässt zu wünschen übrig, und die Geräte sind teuer. Gute UKW-Poketradios bekommt man in jedem Elektromarkt ab 20 Euro. Bei DAB+ geht die Ramschqualität (also das was bei UKW unter 10 kostet) erst ab 40 los, mit fest verbauten Akkus von denen man nicht weiss wie lange wie halten, und ohne richtige Antenne (Kopfhörerkabel als Antenne), die auch nur unmittelbarer Sendernähe, und auch nur im freien funktionieren. So liesst man es in entsprechenden Bewertungen der Geräte jedenfalls immer wieder, so das zu erwarten ist, dass genau da wo ich am meisten Radio höre, also auf der Arbeit (leider in einer massiv abschirmenden Stahlbetonhalle, in der selbst ein 100Euro-Gerät dank der geringen DAB-Sendeleistungen keine Garantie für Empfang ist) nichts davon habe. Ein DAB+ Autoradio für mein 3 Jahre altes Auto gibt es vom Hersteller nicht. Eine entsprechende Anfrage ergab, das man noch nicht mal Planungen dazu hat. Ein altes DAB (ohne +) Gerät gab es mal, aber was will ich damit? Geräte von Fremdherstellern wiederum unterstützen wahrscheinlich die Knöpfe am Lenkrad und die Handyfreisprecheinrichtung die im Auto verbaut sind nicht. Fazit: Start mit grossen Hindernissen
     
  10. Mäuseturm

    Mäuseturm Benutzer

    Auf der Arbeit verrichtet nun schon seit fast 2 Jahren ein DAB+-Empfänger seinen Dienst, der kann zwar auch UKW, selbiges hatte ich aber quasi noch nie eingeschaltet. Zu Hause höre ich nicht mehr so oft wie früher Radio, aber wenn dann DAB oder Internetradio, ab und zu auch mal UKW.
    Leider bin ich im Auto noch nicht so gut ausgestattet, dort habe ich nur einen UKW-Tuner (MW und LW geht auch) mit CD-Fach. Wenn ich alleine unterwegs bin, läuft meistens eine CD, wenn meine Frau dabei ist hr1.

    Mein Fazit: DAB+ ist wesentlich erfolgreicher als es DAB jemals war, auch nicht Radiofreaks sind mittlerweile auf DAB+ aufmerksam geworden. Jedoch gibt es noch viel zu tun, ich hoffe mal, dass die IFA einiges bewegen kann.
     
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  11. grün

    grün Benutzer

    Im Büro höre ich fast ausschließlich via DAB+, zu Hause via DAB+ oder Satellit. Ukw höre ich hingegen kaum noch.
     
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  12. KabelWeb

    KabelWeb Benutzer

    Geht mir ähnlich, UKW-Nutzung ist indoor auf 0% zurückgefahren. Ein Scheitern von DAB+ würde meinen Radiokonsum automatisch einschränken... . Internet/DAB+-Nutzung/UKW(im Auto) verteilt sich 80/10/10 %. Die eine Seite der Medaille nach 2 Jahren ist positiv: Sendernetzausbau, der schneller voran schreitet als 2011 geplant; über 250 Geräte verfügbar, steigende Programmvielfalt(vor allem in Berlin, Hessen, Bayern, Baden-Württemberg). Bei Letzterer und dem Sendernetzausbau sollte im Norden noch viel passieren. Auch in NRW ist in Sachen Programme noch erheblicher Nachholbedarf. Ebenso wäre ein verpflichtender Einbau von DAB+-Chips in neue Radiogeräte wünschenswert. Auch die Automobilindustrie sollte stärker über einen serienmäßigen Einbau nachdenken. Und auch das Thema Abschalttermin UKW sollte auf die Tagesordnung gesetzt werden. Die schwedische Regierung hat dafür übrigens bereits einen Spezialisten ernannt, der eine "Roadmap" ausarbeiten soll. Beeindruckend, denn in Schweden befindet man sich noch im DAB+-Aufbaustadium, aber richtig, um Radio endlich für die Zukunft zu rüsten. Die Welt und vor allem die Technik wandelt sich immer schneller. Wer heute stehen bleibt, ist morgen Letzter! Wenn man das um den Jahrtausendwechsel schon verstanden hätte, wäre der UKW Abschalttermin schon längst da. Nein, liebe UKW-Fans, deswegen gilt nicht das Fazit: "Weiter so", denn da wäre noch das Internetradio, welches Hörern sicherlich große Freude bereitet, aber meines Erachtens vielen Sendern die Existenz kosten könnte. Der heute schon bei einigen Stationen existierende Kostendruck ist ein Vorbote... . Internetradio ist nicht mehr wegzudenken, für eine gesunde Finanzierung ist aber ein starkes, terrestrisches Trägersystem notwendig! Ob das UKW auch noch in 20 Jahren sein soll, wage ich zu bezweifeln...
     
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  13. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    DAB+? Nur wenn ich mit jemandem unterwegs bin oder in Büroräumen gezwungener Maßen hören muss. Ansonsten Internetradio (keine Sender, die auch per UKW oder DAB+ in Deutschland empfangbar wären!).
    In Ausnahmefällen UKW.
     
  14. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Nimmt man die Radioforen als Maßstab hören 95% der Leute über DAB+/Internet und 5% UKW. In Realität sieht es ja andersherum aus. Kann man daraus folgern: 90% der Besitzer von DAB+ Radios sind in den Radioforen angemeldet? :D

    Spaß beiseite: Größtes Manko ist noch, dass die wenigsten in der Bevölkerung wissen was DAB+ ist. Hier fehlt ganz klar z.B. der Spot vor der Tagesschau, den es etwa in der Schweiz gab oder bei der BBC vor den Haupt-News.



    Und dass die Radiomacher den Müll, den sie täglich in den Äther lassen, nicht selbst hören ist ja bekannt. Wie war das noch: Hat sich hier nicht der Chef eines Hamburger Privatradios positiv über Absolut Radio ausgelassen?
     
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  15. KabelWeb

    KabelWeb Benutzer

    Stimmt, das hatte ich noch vergessen. Ich will D-Love!!! ;)
     
  16. Tweety

    Tweety Benutzer

    Wie nur 2 Jahre? Ich höre Digitalradio schon seit den frühen 90er Jahren. :D


    Grundsätzlich muss man sagen, dass man auf einem guten Weg ist. Der Ausbau ist weiter als man eigentlich geplant hatte. Sicherlich gibt es noch viele unversorgte Gebiete, aber das wird sicherlich in den nächsten 2 Jahren noch kommen. Der Verkauf läuft auch einigermassen zufriedenstellen. Auch wenn man sich mehr erhofft hatte, aber 1 Million Geräte in 2 Jahre ist so schlecht nicht, wenn man bedenkt das man in DAB alt nur wenige tausend Geräte verkauft hat und das in 10 Jahren. Die Technik zeigt sich auch UKW überlegen und ist im mobilen Bereich UKW haushoch überlegen. Das der Klang oftmals nicht so ganz überzeugt liegt dann aber natürlich an den DAtenraten und weniger an der Technik selbst.

    Jetzt zum Negativen:
    Leider ist die Progammauswahl über DAB nicht so wirklich toll. Festplattendudler wie Energy, Lounge oder eben auch Programme in den Landesmuxxen reizen nicht so wirklich. Auch ist die Zielgruppe 30+ nicht so wirklich bedient. SSL; Bob, Kiss, Klassik-Radio sprechen dann doch eher spezielle Zielgruppen an.
    Es fehlt hier eindeutig ein zweiter Bundesmuxx. Wenn schon Länder wie Niederlande, Schweiz und Malta uns in SAchen Programmauswahl überholen, sollte das zu denken geben.
    Auch die wenige Werbung für DAB ist ein Punkt wo dringend noch Handlungsbedarf besteht.

    Ich hoffe mal, dass in 2014 weitere Standorte dazukommen und auch in den Landesmuxxen ein weiterer Ausbau stattfindet. Gerade im Norden ist noch viel Aufbauarbeit nötig um eine gute Flächen(ab)deckung zu bekommen. Hier muss mal insbesondere Ostfriesland, Meck-Pomm und Brandenburg genannt werden, wo dringender Handlungsbedarf besteht.

    Ansonten aber Daumen hoch für Digitalradio.
     
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  17. DAB+-Autoradio-F

    DAB+-Autoradio-F Benutzer

    Ich bin ein Schweizer und seit 28.02.2008, wo der letzte Mittelwellensender in der Schweiz (Landessender Beromünster) abgestellt wurde musste ich umstellen auf DAB bzw. DAB+.

    Im Auto hören ich nur noch DAB+, ab und zu wegen den Regionaljournalen, aber die kommen dann im Laufe dieses Jahres auch auf DAB+, Radiowecker und im Büro ist auch ein DAB+-Radio.

    Wir Schweizer sind in dieser Richtung Vorreiterrolle.

     
  18. freiwild

    freiwild Benutzer

    Ich höre inzwischen auch überwiegend über DAB+, und habe auch schon einige Leute für DAB+ gewonnen, die davon noch nie zuvor gehört hatten. Entscheidend ist dabei nie die bloße Anzahl an Sendern, sondern immer die Möglichkeit, ein bestimmtes oder wenige bestimmte Programme überhaupt oder besser hören zu können.
     
  19. Hinztriller

    Hinztriller Benutzer

    DAB+ Radio gekauft, getestet und nach 2 Tagen wegen Ohrenkrebs wieder zurückgegeben. Die Quellmaterialreduktion, wie sie gemacht wird, ist für jeden Audiophilen eine Höllenqual, auch ohne ein Höllenprogramm.
     
  20. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Ich nicht. Solche Orakel, was zur IFA alles passieren würde, gab es schon öfters, und nicht selten war es nur heisse Luft.
     
  21. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    Daheim höre ich fast nur noch Radio via Internet oder Satellit.
    DAB+ nutze ich meist nur dann, wenn ich mobil in Nordrhein-Westfalen unterwegs bin. In erster Linie schalte ich dann entweder den Deutschlandfunk oder WDR 5 ein, in seltenen Fällen Lounge FM und ab und an Absolut Radio.

    Die Programmauswahl überzeugt mich nicht wirklich und da ich während Zugfahrten einen AKG-Kopfhörer nutze, fallen die Artefakte in den Höhen sehr deutlich auf.
    Vielleicht bin ich auch nur zu anspruchsvoll, was den Klang angeht.
    Auf der anderen Seite nutze ich sehr gerne Webradio und da fallen viele 128-kbit-Streams, insbesondere jene, bei denen ein gutes Ausgangsmaterial (am besten verlusstfreie- Wave oder FLAC-Dateien) verwendet werden, kaum negativ auf.

    Was ich sehr schade finde, ist, dass immer total einseitig über die Thematik diskutiert wird: Da gibt es einmal diejenigen, die DAB+ in den siebten Himmel loben und alle Nachteile, ob bewusst oder unbewusst, unter den Tisch kehren, und solche, die die neue Übertragungstechnik bereits jetzt für gescheitert erklären.

    Ich wäre für eine ausgewogenere Haltung: DAB+ hat das Potential, langfristig UKW abzulösen, aber nur unter der Voraussetzung, dass der Klang verbessert und die Programmauswahl vergrößert wird.
    Dass Programme, die via DAB+ verbreitet werden, keineswegs schlecht klingen müssen, beweist bspw. der WDR, den ich an dieser Stelle ausnahmsweise mal loben muss: Deren Hörfunkwellen im landesweiten NRW-Multiplex klingen wirklich gut, haben jedoch auch eine Bitrate, die größer ist als jene der Stationen im Bundesmux. Das Soundprocessing ist beim WDR ebenfalls besser.
    Lounge FM und Absolut Radio machen für meinen Geschmack kein schlechtes Programm, aber deren Klang ist einfach nur grottig.
    Um die Datenrate zu erhöhen, müsste pro Multiplex die Zahl der Programme verkleinert werden; gleichzeitig bedarf es einer größeren Anzahl an Muxen, um bei einem besseren Klang auch noch die Auswahl zu verbessern.
    Ein höherer Investitionsaufwand scheint da unausweichlich.
     
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  22. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Der WDR sendet auf den eigenen Multiplexen teilweise noch in mp2, also im alten Codec von DAB. Das macht der SR übrigens genau so, mit bis zu 192 kbit/s. Ob das jetzt aber wirklich nötig wäre, oder ob man auf die Art nur Konkurrenz draussen halten will… wer weiss, wer weiss.

    Das selbe Problem wie bei DVB-T. Alles möglichst billig, möglichst viele Programme pro Multiplex, möglichst wenig Sendeleisung und Sendestandorte, und dann wundern dass es nicht angenommen wird. Alleine dieses gezerre um den zweiten Bundesmuxx. Mein Gott, es kann doch nicht so schwer und teuer sein, an die bestehenden Sendestandorte, an die bestehenden Antennen noch eine zweite HF-Endstufe anzuschliessen. Die restliche Technik ist doch schon da. Lieber wartet man, bis die Programme die vielleicht mal einen zweiten Bundesmux haben wollten sich, um überhaupt senden zu können, in ein paar Landesmuxxe, bevorzugt in Ballungszentren, verzogen haben, mit dem Ergebnis einer digitalen Zweiklassen-Gesellschaft (München aktuell 64 Programme, Saarbrücken 20). Ob die Artefakte ein Ergebnis der Bitrate oder des Codec an sich sind, ist auch noch so eine Frage, auf die ich keine Antwort habe. Eingesetzt wird HE-AAC v2. Das ist AAC, erweitert um eine sogenannte Spektralband-Replikation, welche das gesamte Höhenspektrum nicht mit codiert sondern synthetisch nachbildet. Dass das ohne Auswirkung auf die Tonqualität bleibt ist kaum anzunehmen. Ein AAC-Codec ohne Spektralband-Replikation würde aber wahrscheinlich wiederum höhere Bitraten erfordern. Persönliche Meinung: Die Technik an sich ist gut. Daran besteht gar kein Zweifel, nur die aktuelle Umsetzung… da ist noch viel Luft nach oben.
     
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  23. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    Ich bezog mich schon auf WDR 5 und Funkhaus Europa, die sehr gut klingen.
    Im NRW-Mux wird meines Wissens nur noch WDR 2 in MP2 verbreitet.

    Du darfst die Betriebskosten nicht außer Acht lassen.

    Was heißt hier "man"?
    Wenn es ein entsprechendes Interesse seitens diverser Programmveranstalter gäbe, wären sicher schon längst ein oder zwei Kanäle für einen zweiten Bundesmux koordiniert worden.

    In ökonomischer Hinsicht ist es sicher günstiger, primär in den Ballungsräumen vertreten zu sein.
    Wozu soll ein privater Veranstalter irgendwo in der Pampa zu empfangen sein, wenn er dort eh kaum potentielle Hörer hat?
    Ich denke, dass ist eine typisch deutsche Marotte, unbedingt eine flächendeckende Versorgung hinzubekommen und dabei gleichzeitig die wirtschaftlichen Aspekte auszublenden.
    In allen anderen Ländern gibt es lediglich in den größeren Städten eine ansprechende Programmvielfalt; in den ländlichen Gebieten hingegen lassen sich i.d.R. nur staatliche oder öffentlich-rechtliche Programme empfangen.

    Die künstlichen Höhen lassen sich fast immer raushören.
    Hätten die Programme aber mal ein gutes Soundprocessing, würde das schon viel in positiver Hinsicht bewirken.
     
  24. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Ich habe nirgends behauptet das es Qualität zum Nulltarif gibt. Das Problem ist einfach, das die Medien (technisch) immer besser werden. Heute ist HDTV über Sat mit 8 MBit/s nichts spektakuläres mehr, die DVD ist längst etabliert, Blueray ist auf dem Vormarsch, Surround-Systeme sind auch bezahlbar geworden. Selbst beim Internetradio trifft man nicht selten auf 256kbit/s-Streams. Überall wo man hinschaut wird die Bild und Ton-Qualität besser, und das erzeugt Ansprüche. Moment, sagte ich überall? Nee, mit DAB+ kommt ein neues Radio um die Ecke das in der jetzigen Auslegung (nicht vom Potential her, da ginge mehr) nicht mal die Ansprüche des Vorgängersystemes erfüllt. Vielleicht wurde da an der falschen Ecke gespart?
     
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  25. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    @FrankSch: Schon jetzt ist es ja so, dass alle privaten Programme im Bundesmux über eine UKW-Verbreitung subventioniert werden.
    Mehr CUs und ein weiterer nationaler Multiplex bedeuten noch höhere Kosten und davor schrecken offenbar die Regiocast, NORFOM & Co. zurück.
    Wir können hier leicht den schlechten Klang und die geringe Programmauswahl beklagen, aber etwas besseres muss auf irgendeine Art und Weise finanziert werden; - und irgendwann wollen private Unternehmen auch einen Gewinn sehen.
    Genau da liegt doch der Hase im Pfeffer!

    Was ich nicht verstehe: Hier wird ständig behauptet, es gäbe immer mehr DAB+-taugliche Radiogeräte.
    Ist es dann nicht nach zwei Jahren an der Zeit, endlich mal über die Media Analyse zu erheben, wie viele Hörer tatsächlich Absolut Radio, Sunshine Live und BOB! einschalten, und zwar dort, wo man die letzteren beiden nicht auf UKW empfangen kann?
     

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