3 aktive Monitore in wechselnder Konfiguration an einer Stereo-Quelle?


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#1
Werte Runde.
Bekannterweise zähle ich nicht zu den Lötkolben-Schwingern und auch eine technische Ausbildung durfte ich nicht genießen. Ich bin schlicht Anwender und stolzer Besitzer von einigen hübschen Geräten, die ich als Studio benutze.
Es geht um Folgendes : Ich stelle gerade etwas um und möchte jetzt 3 aktive Nahfeldmonitore an meinem Arbeitsplatz positionieren,
Diese Lautsprecher sollen mit dem CR-Ausgang meines Pults verbunden werden- dazwischen hätte ich gerne eine "Schaltbox" o.ä.
Folgender Aufbau ist gedacht : Monitor1 - Mischpultplatz - Monitor2 - Schneideplatz- Monitor 3. (das ganze in einer Reihe auf ca. 3-4 Länge.
Die Schaltbox sollte mir diese Möglichkeiten bieten:
Ich möchte , wenn ich am Mischpult sitze , dass Mon 1 links und Mon 2 rechts ist (und Mon 3 aus ist),
wenn ich am Schnittplatz sitze Mon 1 aus ist , Mon2 rechts ist und Mon 3 links.
und dann noch gerne /für den Fall , dass ich 3 Schritte nach hinten gehe /dass Mon 1 links ist , Mon 2 aus und Mon 3 rechts.
Es geht mir wirklich nur um diese Schaltbox - Alles andere ist vorhanden
Das ganze sollte sym auf XLR ausgelegt sein und einen realistischen Preis haben .
Vielleicht ist es aber ja auch mit simplen "Bordmitteln" zu realisieren.
Ich habe das ganze schon mal im "Testbetrieb" über das Studio-Steckfeld lösen können - hemmt aber ehrlich gesagt etwas die Spontanität.....

Ich freue mich auf Konstruktives und grüße herzlich in die Runde
Dieter
 
#2
Hallo Dieter,

erst einmal eine Korrekturanfrage:

Ich möchte , wenn ich am Mischpult sitze , dass Mon 1 links und Mon 2 rechts ist (und Mon 3 aus ist),
wenn ich am Schnittplatz sitze Mon 1 aus ist , Mon2 rechts links ist und Mon 3 links rechts.
und dann noch gerne /für den Fall , dass ich 3 Schritte nach hinten gehe /dass Mon 1 links ist , Mon 2 aus und Mon 3 rechts.

Wars so gemeint?

Ich habe so etwas noch nie gemacht und da ich mich mit der Studiotechnik weitgehend "theoretisch" beschäftige, also keine Praxiserfahrung habe, kann ich nicht sagen, ob folgende Aussage in der Praxis Bestand hat:

"Das müßte man ganz primitiv mechanisch mit Schaltern lösen können, die immer paarweise die beiden XLR-Tonadern trennen und anders neu verbinden."

Was passiert, wenn die Kontakte von hot und cold nicht exakt synchron öffnen und schließen, kann ich natürlich theoretisch sagen. Bei trafosymmetrischen Eingängen an den Monitoren gibt es kurz "in der Luft hängende" Anschlüsse, die weitgehend "Stummsein" zur Folge haben müßten. Bei elektronisch symmetrisierten Eingängen gibt es kurzzeitig halben Pegel (6 dB Dämpfung). Ob das in der Praxis wirklich so ist oder ob es dann (zumindest wenn man unter laufendem Tonsignal schaltet) zu lautem Krachen kommt, müßte man ausprobieren. Ggf. müßte man noch eine Stummschaltung mit einbauen, dann wirds bissl komplizierter. Problem ist ja, daß die Aktivmonitore mit kalibrierten Pegeln laufen, also immer satt "aufgedreht" sind. Und man schaltet davor, verstärkt also alle Schaltstörungen mit.


Primitiv-Lösung 1:

Bitte nicht kaufen: http://www.ebay.de/itm/Reihenschalter-Druckschalter-3-Fach-Tastensatz-Schalter-/331461924347
Ist nur ein Beispiel. Es gibt - in alten Radios war so etwas häufig drin - Reihen mit rastenden, sich gegenseitig auslösenden Druckschaltern. Im unscharfen Foto sind sehr kurze Exemplare, so etwas gab es auch viel länger - nicht mehr Tasten, sondern größere Einbautiefe mit mehr Kontakten, die mehr Schaltmöglichkeiten erlauben. Damit könnte man, so genug Kontakte an den Schaltern sind, so etwas primitiv zusammenlöten. Je gedrücktem Schalter ein Setup. Man braucht halt nur das passende Schalt-Aggregat. Dann zeichnet man sich auf, wie was verbunden sein will und lötet sich das entsprechend zusammen. Elektronik-Kenntnisse braucht man dafür nicht, das wird dann letztlich verbunden als würde man Klempnern. Immer das richtige zusammenbringen.


(Nicht-mehr-ganz-so-)primitiv-Lösung 2:

Relais. Üblich bei den Miniaturrelais sind 2 Wechsler. Also 2 Kontaktwurzeln E1 und E2, die im stromlosen Zustand des Relais auf die Ausgänge A1 und A2 durchverbinden: E1 <-> A1, E2 <-> A2. Läßt man Strom durch die Relaisspule fließen, klappen die Kontakte um und verbinden E1 und E2 mit einem zweiten Anschlußpaar B1 und B2: E1 <-> B1, E2 <-> B2. Nur dieses Kontaktpaar B1 und B2 ist interessant. Gleichwertig sind Relais mit 2 "Schließern" statt mit 2 "Wechslern". Bei denen fehlen die A-Anschlüsse, es gibt nur die B-Anschlüsse, im stromlosen Zustand ist nix verbunden, fließt Strom durchs Relais, dann schließen die Kontakte.

Ein Doppelkontakt-Paar reicht für eine symmetrische Tonleitung. Stereo braucht 2 parallel laufende Relais (Schaltung einfach doppelt aufbauen).

Man nimmt 4 (stereo: 8) solche Relais und kann damit alle gewünschten Verbindungen erstellen. Dann braucht man noch einen Umschalter, der 3 Stellungen hat und in jeder die gewünschten Relais aktiviert. Der linke Monitor braucht nur ein Relaispaar (der bekommt entweder links oder nichts), der rechte Monitor bekommt auch nur ein Relaispaar (er bekommt entweder rechts oder nichts), der mittlere Monitor bekommt zwei Relaispaare (links oder rechts oder eben nichts).

Solche Relais kosten ab 1 EUR (!!!) aufwärts. Dazu noch ein kleines Steckernetzteil für 5 EUR, das die Versorgung mit z.B. 5 Volt DC für die Relais sicherstellt, dazu ein geeignenter Schalter für die Relais-Ansteuerung. Alles auf eine Lochrasterplatte löten und in ein kleines Blechgehäue einbauen. Am teuersten sind die XLR-Buchsen, falls man es "amtlich" machen will. Man kann natürlich auch direkt kurze XLR-Kabel mit Buchsen männlich und weiblich vorsehen, also eine Blechdose mit Kabelpeitsche bauen. Spart die großen Montagelöcher für die XLR-Buchsen.

Das erstmal ohne Schaltung, um den Aufwand zu überblicken. Die eigentliche Umschaltung ist mit wahrscheinlich weniger als 20 EUR gemacht.

Mal sehen, ob ichs schaffe, das mal zu Papier zu bringen.
 
#3
Werte Runde.
Bekannterweise zähle ich nicht zu den Lötkolben-Schwingern ue mich auf Konstruktives und grüße herzlich in die Runde
Dieter
Hallo Dieter,

da musst man nicht viel löten.
Das ist leicht, hier mit zwei dieser Stufen Drehschalter 3 x 4 kein Problem:
https://www.reichelt.de/Drehschalte...TICLE=7217&GROUPID=7594&artnr=DS+3&SEARCH=%2A



Einer für L einer für R.
Das Umschalten sollte auf jeden fall Strom los passieren!

Gruß Codo
 
#4
wenn ich am Schnittplatz sitze Mon 1 aus ist , Mon2 rechts links ist und Mon 3 links rechts.
Hallo Radiowaves - Ja, so war es gemeint.... ich komme selbst schon durch einander....
Die Variante 2 klingt für mich etwas angenehmer - Auch würde ich das mit einem Gehäuse und XLR-Buchsen lösen wollen... dann müsste ich mir jetzt noch einen findigen Lötmeister suchen..... Danke für die ausführlichen Informationen (Ich freue mich, dass es in solch einem Forum Menschen gibt, die sich solch eine Mühe um ein Anliegen eines Fremden machen)
@codo Danke für die Info - Doch damit weiss ich als "Unlötender" aber leider auch nicht wirklich, was ich da tun soll....

Ich werde mir jetzt mal schauen, wer den Kolben für mich schwingt....

Aber auf jeden Fall nochmals ein herzliche Dankeschön für dir Hilfe.

Nur am Rande (und vielleicht könnt Ihr mir das auch beantworten/ hat nur indirekt etwas mit diesem konkreten Anliegen zu tun): Ich habe mich schon öfter gefragt ,ob es einen Einfluss auf den Pegel hat , wenn ich mit Hilfe eine "Kabelpeitsche" (2 mal XLR female auf einmal XLR male) An einem Aktiv-Lautsprecher nur auf einer female Seite ein Signal anliegen habe und das andere angeschlossen aber ohne Signal ist, im Verhältnis zu einem Direkt an die Quelle angeschlossenem Lautsprecher ? / war das einigermaßen verständlich ausgedrückt.... ich versuche es ansonsten gerne noch mal anders...)

Herzliche Grüße
Dieter
 
Zuletzt bearbeitet:
#5
Ich habe mich schon öfter gefragt ,ob es einen Einfluss auf den Pegel hat , wenn ich mit Hilfe eine "Kabelpeitsche" (2 mal XLR female auf einmal XLR male) An einem Aktiv-Lautsprecher nur auf einer female Seite ein Signal anliegen habe und das andere angeschlossen aber ohne Signal ist, im Verhältnis zu einem Direkt an die Quelle angeschlossenem Lautsprecher ?
Ich versuche Dir zu folgen: Y-Kabel, eingangsseitig 2 mal XLR female, beide jeweils 1:1 miteinander verbunden (einfach parallelgeschaltet). Ausgangsseitig XLR male und da dran ein Monitor.

Mit einem benutzten und einem unbelegten XLR female ist das Konstrukt erstmal identisch zu "gerades Stück Kabel", abgesehen vom leicht höheren Risiko, sich irgendwelche Einstreuungen zu holen durch den unbenutzten Stecker, aber da das symmetrisch ist, hat das vermutlich gar keine Relevanz.

Mit zwei an unterschiedlichen Quellen angeschlossenen XLR female wird es komplizierter. Eine Beeinflussung wird es dabei geben, sie kann bei elektronisch symmetrisierter unbenutzter Quelle bis zum kompletten Kurzschluß gehen, wenn diese Quelle angeschaltet ist. Deren Ausgangstransistoren (die Schaltung, die das Signal sonst in die Leitung schickt) werden versuchen, bei stummer Quelle den Ausgang auch wirklich "stumm" zu halten, selbst wenn die parallel angeschlossene Quelle etwas abspielt. Damit belasten sie diese Quelle (ziehen Strom von ihr ab). Das kann leiser werden, das kann auch verzerren. Auf jeden Fall ist es völlig undefiniert.

Ist die "stumme" Quelle richtig ausgeschaltet (stromlos), fehlt diese zusätzliche Belastung normalerweise und es spielt weitgehend unbeeinflusst.

Ich würde solche undefinierten Zustände unbedingt vermeiden, da nichtmal ausgeschlossen werden kann, daß eine der Quellen dabei Schaden nimmt.

Es gibt Möglichkeiten, Quellen zusammenzuschalten durch Widerstände. Damit werden die fiesen Belastungen unterbunden und die Quellen voneiander etwas entkoppelt, man verliert aber dauerhaft umso mehr Pegel, je stärker man entkoppelt. Es gibt eine weitere Möglichkeit der völlig rückwirkungslosen Zusammenschaltung über einen "virtuellen Nullpunkt" einer invertierenden Verstärkerschaltung. Dabei erfolgt Signalverpolung (kein Drama, schließt man halt den Ausgangs-XLR andersrum an), aber man braucht eine Stromversorgung (aktive Bauteile vorhanden) und man bekommt bissl mehr Rauschen.
 
#6
Für diesen Zweck bietet der Markt doch ein weites Portfolio an Geräten. Stichwort Monitor Controller. Die gibts in billig, dann auch meißt mit Klanggverlust, oder in gut bis richtig gut ab 1000 Eur aufwärts. Da fallen mir Hersteller wie Funk Tonstudiotechnik, SPL, Dramer oder Dangerous Music ein. Verschiedene Quellen, oft auch digital, und mehrere Monitorpaare sind dann anwählbar. Nutzliche Abhörfunktionen wie Mono, Mute und Dim sind dabei und bei Surroundgeräten ist jeder Lautsprecher einzeln schaltbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
#7
Hallo ADR.
Ich brauche keinen Monitor Controller, da mein Pult das schon recht gut macht.
Aber danke für den Tipp.
Ich möchte einfach nur einen Schalter, der eben zwischen den 3 Einstellungen schalten kann :
A) 1= links , 2= rechts , 3 = aus
B) 1 = aus , 2 = links , 3 =rechts
C) 1= links , 2 = aus , 3 = Rechts


Viele Grüße
 
#8
Diese Kombinationen erscheinen mir recht unüblich. Für welchen Zweck soll das denn sein, wenn ich fragen darf. Eigentlich schaltet man ja immer parweise. Ansonsten wäre ein Monitor Controller mit Surroundfunktion einsetzbar, da man dort jeden Lautsprecher einzeln schalten könnte, somit alle erdenklichen Kombinationen ermöglicht werden.
Sollen die Zahlen 1-3 für 3 Stereo Monitorpaare (insgesamt 6 Lautsprecher) stehen oder für einzelne 3 Lautsprecher, evt. ein 2.1 Setup (Stereo mit Sub)?
 
#9
Hallo ADR.
Es so wie in meinem Eingangspost beschrieben.
Es geht um Folgendes : Ich stelle gerade etwas um und möchte jetzt 3 aktive Nahfeldmonitore an meinem Arbeitsplatz positionieren,
Diese Lautsprecher sollen mit dem CR-Ausgang meines Pults verbunden werden- dazwischen hätte ich gerne eine "Schaltbox" o.ä.
Folgender Aufbau ist gedacht : Monitor1 - Mischpultplatz - Monitor2 - Schneideplatz- Monitor 3. (das ganze in einer Reihe auf ca. 3-4 Länge.
Die Schaltbox sollte mir diese Möglichkeiten bieten:
Einen Sub gibt es auch, der ist aber vor dieser Schaltbox gedacht und daher uninteressant.
Es sind also - wie in der Überschrift geschrieben- 3 aktive Monitore, die in 3 unterschiedlichen Stereo-Konfigurationen genutzt werden sollen.
Beste Grüße
Dieter
 
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