Alexei Anatoljewitsch Nawalny


Tweety

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Ein Regime Change würde das Land ins Chaos stürzen .
Sie hörten die Pressekonferenz von Donald J. Trump. Du sprichts selbst von Regime. Regime Change gibt es nur in Diktaturen. In einer Demokratie nennt man sowas unspektakulär Regierungswechsel und gehört zu den Grundpfeilern einer Demokratie. Wenn man sich allerdings an die Macht klammert so wie Putin und niemanden, auch keine Opposition, dudelt, dann kann das in der Tat böse enden.
 
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Tonband

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Regime Change gibt es nur in Diktaturen.
?? > Regime: von französisch régime ‚ Regierungsform‘ *** Auch die (reine) Demokratie ist eine Regierungsform.
Die negative Besetzung des Begriffes wurde von <solchen Leuten> geschaffen. Durch Medien und Politiker kolpotiert erreichte er die nun umgangssprachliche Bedeutung. In unseren Mainstream-Medien wird der Begriff auffälligerweise nur für Regierungen verwendet, welche die Dominanz der "einzigen Weltmacht" nicht akzeptieren. Die Logik:
  • Ein "Regime Change" ist somit eine für unsere Köpfe positiv dargestellte Handlung
    zur Beseitigung einer negativ dargestellten Regierungsform.
Die Regimetheorie [Robert Keohane]: eine dauerhafte Kooperation wird für möglich gehalten. Staaten können durch gemeinschaftliches Handeln koordiniert Probleme lösen ohne dadurch erhöhte Kosten befürchten zu müssen.

so wie Putin (..), auch keine Opposition, dudelt
:rolleyes: Sowas macht der auch?
 

Radiokult

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Ein "Regime Change" ist somit eine für unsere Köpfe positiv dargestellte Handlung
zur Beseitigung einer negativ dargestellten Regierungsform.
Wer hat dir denn das eingeredet? Den Begriff Regime für die eine oder andere Regierungsform, zumeist bezogen auf eine totalitär regierende Person, gibt es seit etlichen Jahrzehnten. Wenn man so will ist der Begriff ein Relikt aus dem kalten Krieg.
Und davon abgesehen finde ich deine Einlassung diesmal doch recht belustigend, denn du hast den Begriff Regime zuerst verwendet. Du kannst nicht dieses spezielle Wort benutzen und dich dann darüber echauffieren, wenn jemand darauf reagiert.
 

Tonband

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Und davon abgesehen finde ich deine Einlassung diesmal doch recht belustigend, denn du hast den Begriff Regime zuerst verwendet.
Mea culpa, da hab' ich doch glatt die "" (Entenbeinchen) vergessen. ;)
Den Begriff Regime für die eine oder andere Regierungsform, zumeist bezogen auf eine totalitär regierende Person, gibt es seit etlichen Jahrzehnten. ...
eben, so lange gibt es solche Leute ja auch schon.
 

Radiokult

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Es liegt mir fern jetzt irgendwelche Vergleiche anzustellen. Aber derart sadistischen Strafvollzug scheint es auch im vermeintlich demokratisch(er)en Teil der Welt zu geben...


Großartig was geändert hat sich dort seit 2007 nicht.
 

Ammerlaender

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@Radiokult:

Wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe!

Westlich geht es um einen Hort der Menschnerechte (Wer Mensch sein darf definieren wir höchst persönlich) und weiter östlich ist es eben der "Unrechtsstaat", die Diktatur.
 

Phrasenschwein

Gesperrter Benutzer
Umgekehrt wird allerdings auch ein Schuh draus: Verabscheuungswürdiges Verhalten des einen rechtfertigt nicht verabscheuungswürdiges Verhalten des Anderen. Was ist das bloß für eine Art der Argumentation, die sich immer an den negativsten Vorbildern orientiert, statt an den positivsten. Sollen in Zukunft einfach alle Staaten der Welt auf Menschenrechte Pfeifen, weil "In Nordkorea gibts sowas ja auch nicht"? Die Reflexhaftigkeit mit der manche auf alle Verfehlungen Russlands mit "aber die Amerikaner...!!!" antworten, finde ich mittlerweile schon bemerkenswert. Zumal sie damit ja genau die Propaganda des russischen Staatsjournalismus nachplappern. Man erinnere sich etwa an die Pressekonferenz Lawrow-Borrrell. Statt ihren eigenen Außenminister ordentlich in die Zange zu nehmen, wie sich das für richtige Journalisten gehört, fragen sie erst mal den EU-Vertreter nach "Verfehlungen" in EU-Ländern aus. Und natürlich haben sie auch allen Grund dazu. Schließlich konnten sie ja an Nawalny sehen, wohin zu viel Unbequemlichkeit gegenüber der eigenen Statsspitze führen kann. Wie man diese Haltung hingegen in Deutschland rechtfertigen will begreife ich nicht. Das man ganz generell gegen Menschenrechtsverstöße sein kann haben hie einige offenbar noch gar nicht mitgekriegt, sodass für sie immer entweder die Russen ODER "der Westen" schuld sein müssen.
 

Radiokult

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Verabscheuungswürdiges Verhalten des einen rechtfertigt nicht verabscheuungswürdiges Verhalten des Anderen.
Auffallend richtig. Es war ausgerechnet Gregor Gysi, der die himmelschreiende Doppelmoral in Bezug auf Nawalny und Russland kürzlich im Bundestag sehr treffend auf den Punkt brachte. Und nein, das ist leider kein Populismus, sondern gelebte Realität, nicht nur in dieser Republik hier.

 

Tonband

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Ich habe den Umgang mit diesem Nawalny nirgends für gut geheissen. Aber Putin persönlich herauszufordern und nach seinem provokativen PR-Video in massloser Selbstüberschätzung nach Russland zurückzureisen kann ich nur als "dümmlich" einstufen.
  • Den "Freiheitskämpfer für Volk und Vaterland" nehme ich ihm bei seiner Vorgeschichte nicht ab.
Er hat sich wohl mit dem westlichen Backup sehr sicher gefühlt.
 

Phrasenschwein

Gesperrter Benutzer
...was vor allem beweist, dass es durchaus auch "im Westen" möglich ist, Nawalny kritisch zu sehen (und trotzdem ein rechtsstaatliches Verfahren für ihn zu fordern). Aber du wirst uns ja sicher gleich erklären, warum diese Entwicklung auch nur der NATO, der "Transatlantiker-Journalistenszene" etc. in die Hände spielt, nicht wahr?
 

Mannis Fan

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Ich finde, wir sollten die Diskussion um Namen wie Asange, Kashoggi ,Snowden weiten, auch wenn @Phrasenschwein es blöd findet, dass wir nicht nur auf Putin herumhacken. Mir geht es bei diesen Fällen auch nicht darum, dass USA, Saudi Arabien, Großbritannien etc. auch schmutzige Hände im Umgang mit kritischen Geistern haben, sondern eher um das Schweigen und Nichthandeln der Bundesregierung bei diesen Personalien. Oder hat jemand was davon gehört, dass wir (der Westen) mal Saudi Arabien tüchtig in den Schwitzkasten nehmen, weil dort auf Befehl der Herrscherfamilie ein kritischer Journalist in einem fremden Land in eine Botschaft gelockt und planvoll zerstückelt wurde?
 

Tweety

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Oder hat jemand was davon gehört, dass wir (der Westen) mal Saudi Arabien tüchtig in den Schwitzkasten nehmen, weil dort auf Befehl der Herrscherfamilie ein kritischer Journalist in einem fremden Land in eine Botschaft gelockt und planvoll zerstückelt wurde?
Auch wenn es wirklich OT ist, aber es ändert sich was. Natürlich noch zu wenig, aber dass die USA kein Interesse daran haben jetzt komplett mit Saudi Arabien zu brechen, dürfte auch klar sein. Allerdings sehe ich da im Fall Kashoggi keinerlei Paralellen zum Fall Nawalny.

 
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chapri

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Es wird wirklich höchste Zeit, dass das Kanzleramt, das Auswärtige Amt und das Entwicklungshilfeministerium MannisFan aufklären, was hinter den Kulissen passiert 🤵
 

Mannis Fan

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Ja, darum bitte ich. Einige hier scheinen ja exklusiv schon in derartiges Geheimwissen eingeweiht zu sein. Vielleicht könnten sie es mit der Forengemeinde teilen.
 

chapri

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Um zum Thema zurückzukommen, eine kleine Zusammenfassung:
Zwar geht Amnesty auf Distanz zu Nawalny, gibt aber zu, dass er in den vergangenen Jahren keine Hasskommentare mehr gegen asiatische Migranten wiederholt hat. Als er noch bei "Jabloko" aktiv war, wurde er nach derartigen Äußerungen von dieser Oppositionspartei ausgeschlossen. Viele seiner jetzigen Großspender sind Exilrussen. Zu seiner Vergiftung und Behandlung in Deutschland will sich die Bundesregierung nicht so recht äußern. Einer seiner jetzigen Mitarbeiter hat sich positiv zu den Sanktionen wegen Nawalny geäußert. Die 37 Regionalstäbe der Nawalny-Unterstützer kämpfen für ihn weiter...
 

Tonband

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Ablenken also, in einem Thread, in dem es um Nawalny geht.
Der Mann ist zu einer Ikone mutiert, besonders hier im Westen. In Russland wäre das eher verständlich, weil die Menschen dort keine Alternative sehen.
Aber geht es hier wirklich um Nawalny selbst? Um Menschenrechte? :rolleyes:

...was vor allem beweist, dass es durchaus auch "im Westen" möglich ist, Nawalny kritisch zu sehen ...
@Phrasenschwein, bei uns ist eben auch nicht alles schlecht ... :)
 
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