ARD-Arbeitsgruppe "Lautheit" will alle ARD-Radios gleich laut machen


Das sehe ich jetzt erst, danke! Da steht sogar ein "-" davor, das kann doch nicht sein.
(...) Wenn ich je 10 Sekunden Stille davor und dahinter setze (...), erhalte ich eine Range von 8,5 LU.
Pardon, ich hatte mich auf die Schnelle oben (#174) vertan mit meiner Interpretation, die spielt ja bei LUFS-Angabe keine Rolle. - Gerade sind mir die Minuszeichen vor den Range-Werten aufgefallen.

Ich habe mit dem BS1770gain nachgemessen und komme bei derart kurzen Items auch auf diese fehlerhaften Range-Werte. Bei meinen Versuchen mit mehrfachen Item-Loops (direkt nacheinander geschnitten) erhielt ich erst ab ca. 16s Dauer sinnvolle Ergebnisse, die mit der Messdauer genauer werden. Das gleicht dann auch der Messung mit dem DIGICheck. --- Wenn Du das Item mit Stille verlängerst wird merkwürdigerweise die Range verfälscht. Ich komme mit Loop auf ca. 1,8 LU Range.

Deine Werte dBTP und LUFS vom " 03 - Opener Radio-Jazznacht.mp2: -15.8 LUFS / peak: -5.8 dBTP / range: ..."
kann ich bestätigen. Der Opener kommt auf satte 7,2 LU !
.... kann der Jingle schnell zu laut empfunden werden.
Für meine Ohren wären nach News und Wetter max. 2 LU ausreichend.
 
Zuletzt bearbeitet:
Empirisch herausgefunden hat man ja, dass Lautheitssprünge ab 1,5LU schon als störend empfunden werden können.
Ist wie immer inhaltsabhängig, langsam anschwellender Applaus stört da weniger als ein Jingle, das nach ner Moderation herzhaft mit 2-3 LU zuviel reinballert.
 
... ein Jingle, das nach ner Moderation herzhaft mit 2-3 LU zuviel reinballert.
Genau das ist es @Funkminister. Die harten Anschläge, z.B. bei Glocken, hauen nach den Nachrichten auf die Trommelfelle.

@lg74, mit Zahlenkolonnen tue ich mir schwer, ich mache mir gern ein Bild um mir einen Überblick zu verschaffen. Diese markige Jingle Loudness konnte ich auch in anderen Aufzeichnungen von Bayern 2 messen. -- Ich hoffe mal das Bild ist selbsterklärend:

2019-02-17_Bayern 2 Jazznacht_ITU.jpg
Hier sieht man auch wie die Musiktitel teilweise 5, 10, 12, 14, hervorstechen. --- Das Deutschlandradio scheint eine andere Philosophie zu fahren, wie die letzte Sonntagmorgen-Sendung (ab 9 Uhr) zeigte. Dort ging die relative Musik-Lautheit eher in die andere Richtung.
Die presse ich gelegentlich noch in eine Excel-Grafik.
mfg TB
 
Ich habe mit dem BS1770gain nachgemessen und komme bei derart kurzen Items auch auf diese fehlerhaften Range-Werte. Bei meinen Versuchen mit mehrfachen Item-Loops (direkt nacheinander geschnitten) erhielt ich erst ab ca. 16s Dauer sinnvolle Ergebnisse, die mit der Messdauer genauer werden. Das gleicht dann auch der Messung mit dem DIGICheck. --- Wenn Du das Item mit Stille verlängerst wird merkwürdigerweise die Range verfälscht. Ich komme mit Loop auf ca. 1,8 LU Range.
Zur Erklärung möglicher Messfehler bei kurzen Events dieses Zitat:

It is noted that measurement of very short programmes, where leading or trailing silence is
included, or of programmes consisting, for example, of isolated utterances, could result in
misleadingly high values of LRA.


aus dem offiziellen EBU Papier ( https://tech.ebu.ch/docs/tech/tech3342.pdf ) zur LRA.

Insofern ist das Loopen des Jingles genau der richtige Ansatz, denn das simuliert ja einfach ein längeres Segment dieser Herstellungsart. Deine so ermittelten 1,8 LU liegen ja dicht bei dem, was ich live auf dem TM9 messe, siehe #175.

Für meine Ohren wären nach News und Wetter max. 2 LU ausreichend.
Eben weil dies Jeder anders empfindet ist ja die Grundidee, dass alles gleich laut sein sollte, also die gleiche Programmloudness haben sollte, womit ich nochmal an diese Aussage anknüpfen will:

Und von mir noch mal: nicht jedes Element muss , auf 0 LU gefahren, eine in sich stimmige Sendung ergeben. "Jingle-Allergiker" oder "Stinger-Allergiker" hätten diese Elemente sicher gerne paar LU niedriger. Für andere Hörer ists trotzdem ok oder generll wurscht.
denn im konkreten Fall sehen wir ja, dass der Opener eben 3-4 LU lauter ist, als die ihn umgebende Sprache in Nachrichten und Moderation, von gleich laut kann also keine Rede sein. Wie es sich anders anhören/anfühlen würde kann ja Jeder mal für sich simulieren ;)

Beste Grüße, Björn
 
denn im konkreten Fall sehen wir ja, dass der Opener eben 3-4 LU lauter ist, als die ihn umgebende Sprache in Nachrichten und Moderation, von gleich laut kann also keine Rede sein. Wie es sich anders anhören/anfühlen würde kann ja Jeder mal für sich simulieren ;)
Und genau das ist fast der schlimmste Fehler den man beim Sendungsfahren machen kann.
Da greift nämlich der genervte Zuhörer zum Lautstärkeregler, um 'runterzudrehen, und gleich danach nochmal um wieder lauterzudrehen weil die eigentliche Sendung zu leise ist.
Was im Verlauf der Sendung passiert ist nicht so wild, die Übergänge von Sendung zu Sendung "bruchfrei" zu fahren ist wichtig.
Da begegnet einem gelegentlich noch die Überzeugung, der Sendungsbeginn müsse doch lauter sein, damit der Zuhörer/-schauer auch merkt, dass es nun losgeht.
 
...ich weiß nicht genau, was Du meinst. Schließlich sind M und S ja nur kürzere Bestandteile von I, wobei in I noch das relative Gate wirkt. Insofern sind deren Maximalwerte also ein Verweis auf kurze Loudnesspitzen in einem längeren Element, also zum Beispiel lautes Donnergrollen oder quietschende Schienen in einer Kurve. .
 
@Tonband meinst Du eine zeitliche Verlaufskurve?
Das gibt es, RTW und TC haben das "Radar" genannte Anzeigetool, das den M-Wert auf einer Kreisskala mit einstellbarer Laufzeit aufträgt.
Tektronix hat in seinen (Video-)Messgeräten eine lineare Darstellung des M-Wertes über Zeitachse.
 
@marillenfreund , @Funkminister ,
ja, ich meine eine zeitliche Verlaufskurve für M innerhalb eines Elements. Letztere würde m.E. Aufschluss über technische Dynamik liefern, wäre also für eine Analyse interessant. Oder aber die TP-Dichte/Häufigkeit. Der I-Wert allein steht ja offensichtlich nur als Klotz da und der TP-Maxwert kann ein unbedeutender Ausreisser sein.

Ausserdem habe ich mir die Bewertungskurve des Loudnessmessers angesehen. Abgesehen vom Verlauf bei den Tiefen gibt es oberhalb 3 kHz nur eine konstante 3 dB-Anhebung. Warum wurde das Gehör nicht mehr berücksichtigt? (z.B. nach CCIR?) Das könnte schrille Ereignisse (Jingles) ausbremsen helfen.

@Funkminister, danke für die Profi-Geräte-Hinweise. Ich dachte es gibt derartiges schon als einfaches Software Tool, ähnlich BS1770gain. Das müsste wohl etwas Selbstprogrammiertes werden. Geht leider nicht so schnell.
Gruß, TB
 
Moin @Tonband ,
das Radar-Display von TC ist deren Eigenentwicklung und zwar in Lizenz, aber nur gegen Einwurf von Münzen erhältlich, deshalb gibt es keine Share-/Freeware mit so einer Darstellung.
Zumindest als Plugins habe ich etwas rumliegen das Lautheit messen kann, ich muss mal en Detail nachsehen wie das heisst und was es kann - vielleicht steckt da auch eine grafische Darstellung drin die das kann, was Du suchst. Ich schicke aber gleich die Einschränkung mit, ich bin Apfelcomputernutzer, bin im Win-Softwarebereich also nicht auf dem Laufenden.
Ein Tool das eine numerische Statistik über die Zeit auswirft, kenne ich leider garnicht.

Anderer Vorschlag: besorg Dir gebraucht ein TC Electronic LM2. Das hat einen USB-Port und es gibt eine kostenlose Software dazu, die die Messwerte aus dem Gerät grafisch darstellt.
 
ich meine eine zeitliche Verlaufskurve für M innerhalb eines Elements.
Hallo mit einer verspäteten Antwort. Ich hatte schon mal auf die Plugins von Toneboosters hingewiesen.

https://www.toneboosters.com/tb_bustools_v3.html

Das Metering Plugin bietet verschiedene Möglichkeiten, Audio zu Messen und die Messung darzustellen. Es gibt auch einen grafischen Verlauf, ich denke jedoch, dass dieser eher die S Messung zeigt. Meiner Einschätzung nach tut dies das Radar von TC auch.
Hier noch ein Bild der Oberfläche. Übrigens ist die Testversion kostenlos, in dieser kann man lediglich keine Einstellungen speichern.

Beste Grüße, Björn
 

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