ARD durch nationale Rundfunkanstalt ersetzen?


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
#1
Im Thread zur DKultur-Programmreform kommt gerade eine Diskussion auf, ob man in Deutschland mehr nationale Programme senden sollte und/oder die einzelnen Landesrundfunkanstalten durch eine nationale Anstalt ersetzen sollte.

Da ich diese fiktionäre Diskussion gerne von der Diskussion um das real existierende DKultur-Programm getrennt halten möchte, damit die Debatte nicht zu sehr zerfranst, habe ich diesen Thread gegründet. Und ab...

Frühere Debatten in den Radioforen:
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
Vor 15 Jahren wäre ich gegen eine nationale Rundfunkanstalt gewesen. Wenn man das Glück hatte in Grenzgebieten zu wohnen kam man auch in den Genuss mehrere Anstalten. hr, SWF, SDR und SR an einem Ort, das war schon interessant.
Jetzt ist es egal was man einschaltet, es ist alles unerträglich.
 
#3
Ich hatte es in den Radioforen bereits irgendwo geschreiben, mein Vorschlag geht ungefähr so:

Die ARD stellt nur mehr 20 bis 25 (anstatt 60 bis 70) RadioWellen her. Jede davon bekommt den doppelten Etat - Qualität kostet schließlich. Durch die deutliche Reduktion in der Herstellung und Verwaltung wird insgesamt trotzdem deutlich Geld eingespart. Ich sag mal 30% im Vergleich zu bisher (25/70*2). Die Einsparung finanziert:
1: Ein Verzicht auf RadioWerbung.
2. Den Ausbau eines deutschlandweiten DAB+ Netzes mit 25 Programmen.
3. Und für den Erfog ganz wichtig: Mit den Einsparung schenkt die ARD jedem Rundfunkteilnehmer ein Radio für mobilen Digitalempfang, damit er die 25 bundesweiten Programme auch hören kann. (Das leidige DAB Problem wird so auch gleich gelöst.)
Regionale und lokale Einsprengsel, Nachrichten und Sendungen sind natürlich ausreichend - sagen wir mal - in 10 Programmen enthalten. Auf UKW wird für eine Übergangszeit auf den vorhandenen meist 5 UKW Ketten ein best of Programm aus den 25 digitalProgrammen gesendet.

Am Beispiel Klassik: Es gibt 2 bundesweite Klassik Wellen - Konkurrenz belebt das Geschäft. Regionale Elemente beispielsweise in BR Klassik oder NDR Kultur sind eh kaum vorhanden, bzw. würden sie kaum vermisst, bzw. sind - falls bei Klassik tatsächlich erwünscht - als regionale Einsprengsel vorhanden. Es gibt 2 Nachrichtenkanäle, sagen wir mal a la DLF und ein Nachrichtenschleife a la RBB Info etc …
(Und ein Radiomuseum gibt es so auch, bundesweit in jedem Radio.)


Die Vorteile für den Hörer sind bestechend:

- Er bekommt 3 bis 5 mal mehr (ARD) Radio-Programme als bisher üblich!
- Jede dieser Wellen ist besser als die verhandenen, denn sie hat in ihrem Genre Konkurrenz und kann aus dem Vollem Schöpfen - dank mehr Geld.
- Die GEZ RadioGebühr sinkt, sobald die Anfangsinvestitionen bezahlbar sind.
- Ein kostenloses DigitalRadio gibts noch dazu. :)


P.S.
Sogar die Privatsender können nichts gegen diese Reform haben, denn Radiowerbung läuft nicht mehr auf den öffentlich-rechtlichen Wellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
#4
Ich ergänze nochmal was: Positiver Nebeneffekt. Auch auf die Privatsender hätte dies auswirkungen. Diese müssten nämlich ordentlich drauflegen um ihre Hörer zu behalten. Das könnte ein wirklich Interessantes Modell sein. Wo kann man die Petition unterschreiben ? ;)

Aber es wird sowieso alles so bleiben wie es ist. Und wenn es jemand umsetzten will klagen die Privatsender oder die Anstalten selbst :wall:
 
#7
Was hat die Sommerhitze mit diesem Thread gemeinsam? Richtig...
Förderalismus und Ländergezanke verbieten eine nationale Anstalt, die DLR (-> ARD) ergänzen oder gar ersetzen würde - ganz einfach!
 
Zuletzt bearbeitet:
#10
Im Wesentlichen bin ich inhaltlich bei @radneuerfinder. Er will aber viel am Leben lassen, was ich auch noch für verzichtbar hielte. Aber sei es drum - es wäre mal ein Anfang.
Dagegen gibt es ein paar Totschlagargumente, eines hat @chapri ja schon vorgebracht:
Föderalismus
Arbeitsplätze
Vielfalt
Regionalität

Das ist aber alles nur vorgeschoben. In Wirklichkeit stehen Eitelkeiten, Posten, Pfründen, Bürokratien und Proporzköppe im Weg.
 
#11
Ansich soweit gut, aber ausbaufähig.
1: Ein Verzicht auf RadioWerbung.
2. Den Ausbau eines deutschlandweiten DAB+ Netzes mit 25 Programmen.
3. Und für den Erfog ganz wichtig: Mit den Einsparung schenkt die ARD jedem Rundfunkteilnehmer ein Radio für mobilen Digitalempfang, damit er die 25 bundesweiten Programme auch hören kann. (Das leidige DAB Problem wird so auch gleich gelöst.)
4. 24 Stunden-Live Program.

Damit wäre der Einwand von Mannis Fan bezüglich der
auch schon, wenigstens zum großteil, wieder ausgeräumt.
 
#13
Oh entschuldige, ich hatte den Beitrag auf den Du Dich bezogen hast wohl nur halbherzig gelesen. Es war damit natürlich nicht DEIN Einwand sondern das, wie Du es so treffend bezeichnest, Totaschlagargument von @chapri.
 
Zuletzt bearbeitet:
#16
Es ist mir erst gar nicht präsent gewesen, aber weil's so schön passt: Ab heute gibt es wieder ein deutschlandweites Radioprogramm, zumindest in der Kultur: Das ARD-Radiofestival. Dem Kulturhörer bietet sich wieder zwei Monate lang zwischen 20 und 6 Uhr ein Einheitsprogramm auf SWR2, SR2 Kulturradio, WDR 3, hr2 kultur, NDR Kultur, Nordwestradio, MDR Figaro und Kulturradio vom RBB.

Nur in Bayern, da wird's vielfältiger: Denn dort senden Bayern 2 und BR-Klassik ihr eigenes Programm durch - und das ARD-Radiofestival gibt's per DAB+ zusätzlich oben drauf.

Ein Modell des nationalen Radios - auch für die anderen zehn Monate des Jahres?
 
Zuletzt bearbeitet:
#18
Ab heute gibt es wieder ein deutschlandweites Radioprogramm, zumindest in der Kultur: Das ARD-Radiofestival. Dem Kulturhörer bietet sich wieder zwei Monate lang zwischen 20 und 6 Uhr ein Einheitsprogramm auf SWR2, SR2 Kulturradio, WDR 3, hr2 kultur, NDR Kultur, Nordwestradio, MDR Figaro und Kulturradio vom RBB. (...)
Ein Modell des nationalen Radios - auch für die anderen zehn Monate des Jahres?
Bloß nicht. Jetzt folgen wieder 2 Monate Langeweile... bestimmt kein Modell für die anderen 10 Monate des Jahres. Ich bin jedesmal erleichtert, wenn dieses unsägliche Radiofestival wieder vorbei ist und wieder Vielfalt - wenn auch verteilt über mehrere Programme - einkehrt.

P.S.
Sogar die Privatsender können nichts gegen diese Reform haben, denn Radiowerbung läuft nicht mehr auf den öffentlich-rechtlichen Wellen.
Doch, die werden etwas dagegen haben (siehe: der Protest gegen das werbefreie BR Plus). Für die ist es egal, ob Radiowerbung läuft, da nach Hörerzahl abgerechnet wird. Und wenn die Hörer dann die werbefreien Programme bevorzugen, geht das auf deren Kosten. Die Werbewirtschaft wird ebenfalls etwas dagegen haben, weil sie einen Teil des Publikums gar nicht mehr erreicht (bzw. nerven kann). Und diese Werbeflächen werden seit vielen Jahrzehnten erfolgreich verteidigt, die ARD-Sender waren noch nie wirklich auf das Senden von Werbung angewiesen, die Lücke hätte schon immer durch eine geringfügige Gebührenerhöhung aufgefangen werden können. Diesmal hätte die Werbung auch durch die Mehreinnahmen durch die HH-Abgabe abgeschafft werden können. Aber auch diesmal war die Lobbyarbeit erfolgreich - es gibt weiterhin Werbung in ARD & ZDF.
 
#19
Bundesweites Radio funktioniert wahrscheinlich nur als Populärradio und nicht als Nischenradio. Als Nischenradio(Kultur) könnte es allerdings die Millionengräber der Landessender überflüssig machen. Denn etwas, was nur von einer elitären und sehr überschaubaren Minderheit gehört wird, muss nicht 16 mal von 16 Landesanstalten mit 16 Programmchefs und mit 16 Redaktionen und 16 Studios fabriziert werden.
 
#20
Förderalismus und Ländergezanke....abschaffen! Letzteres zumindest. Das Förderalismus-Prinzip ist ja in der Theorie ganz nett, in der Praxis oftmals nur lästig und unzeitgemäss.
 
#22
Föderalismus ist ja etwas anderes als Regionalautonomie. Da wir innerhalb der deutschen Bundesländer (von Bayern vielleicht abgesehen) mit den Landesgrenzen nicht gleichzeitig auch an Sprachgrenzen stoßen, spricht nichts dagegen, bei Radioprogrammen diese Grenzen als nicht existent zu betrachten. Welchen Sinn sollen sie machen, da die Sender doch allesamt kein Abbild einer politischen Konstellation sein sollen, sondern unabhängige journalistische Einrichtungen?
 
#23
Es ist mir erst gar nicht präsent gewesen, aber weil's so schön passt: Ab heute gibt es wieder ein deutschlandweites Radioprogramm, zumindest in der Kultur: Das ARD-Radiofestival. Dem Kulturhörer bietet sich wieder zwei Monate lang zwischen 20 und 6 Uhr ein Einheitsprogramm auf SWR2, SR2 Kulturradio, WDR 3, hr2 kultur, NDR Kultur, Nordwestradio, MDR Figaro und Kulturradio vom RBB
Ich hoffe nicht. Mir als Hörer der WDR 3 - Jazzsendungen fehlt in dieser Zeit etwas Gewohntes, Vertrautes - vor allem "Professor Bop". Der Montagabend auf WDR 4 ist da nur ein unvollkommener Ersatz.

Ich wünsche mir eher wie Iro, dass diese paar Wochen schnell rumgehen!
 
#24
Warum nicht so ähnlich wie in Österreich? Von jedem "Genre" Radio ein bundesweites - und eins dann in 16 Regionalvarianten - und nachts zusammengeschaltet.

Also praktisch sowas:

- Deutschlandfunk (ausführliche Info)
- ARD-Info (Infos im Viertelstundentakt)
- Deutschlandradio Kultur (Kulturwelle)
- DRadio Wissen (Jugendwelle)
- ARD-Popradio (Popwelle)
- ARD-Hitradio (Oldiewelle)
- ARD-Regional (Schlagerwelle in 16 Varianten, nachts bundesweit dasselbe Programm)

Macht insgesamt 7 Programme die fast alles abdecken. Kann man gerne noch ergänzen um einen Klassik- und einen Kindersender, also:

- ARD-Klassik
- DRadio "Kakadu"

Die alle dann in einen ÖR-Bundesmux im Digitalradio, gerne auch alle 16 Regionalvarianten (SWR4 RP hat hier ja auch alle fünf (?) Regionalvarianten im Digitalradio), die privaten Sender dann in einen Privat-Bundesmux, regionale Private können dann die regionalen Landesmuxe weiternutzen und haben ihn dann praktisch für sich allein.

So einfach kann Radio sein! :)
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben