ARD-Radiotransponder bald Geschichte?


#1
Ich lese zur Zeit vermehrt das Gerücht, dass der ARD-Radiotransponder über ASTRA Satellit 19,2° Ost im bald kommenden Jahrzehnt abgeschaltet wird.
Aber das kann ich einfach nicht glauben! Die einzige Möglichkeit, die Hauptprogramme der ARD-Radios in bester Qualität zu hören kann doch nicht einfach so abgeschafft werden. Außerdem wird der Transponder doch für die Kabel- und teilweise UKW-Zuführung benutzt.
Es wäre eine Schande, wenn man uns Gebührenzahlern diese Quelle wegnimmt!
 
#2
Nach aktuellem Stand soll/will man im zweiten Halbjahr 2020 die SD-Verbreitung der TV-Programme einstellen, zum einen um Geld zu sparen und zum anderen weil die KEF nach 2020 ohnehin für die SD-Verbreitung kein Geld mehr zuerkennen will. Man munkelt dass der Cut im November 2020 erfolgen soll.
Ob der Radiotransponder dann mit zum Opfer fällt, ist derzeit wohl noch offen, aber durchaus denkbar. Die Signalzuführung der Radiosignale per Web dürfte um einiges günstiger sein.
 
#3
Kürzlich habe ich bei meiner Mutter am Smart TV gesehen, dass der WDR über HbbTV seine Radioprogramme aus dem Netz holt, also vom DVB-S Stream auf den Web-Stream umswitcht, aber jetzt ist es nicht mehr so. Ein erster Test? Vor allem der rbb hat seine Radios über HbbTV sehr schön mit Zusatzangeboten geschmückt, das wäre mit einer Abschaltung Geschichte.
 
#4
Liegt der ARD Radiotransponder nicht im Bouquet der ZDF (SD) Programme? Zumindest glaube ich, das mal gelesen zu haben. Dann wäre es ja logisch, dass, wenn die SD Programme abgeschaltet werden, auch der Radiotransponder abgeschaltet wird. Aber bestimmt wird man dafür doch eine neue Heimat finden, notfalls in einem anderen Bouquet. Ich glaube nicht, dass die ARD ihre Radioprogramme von der Satellitanverbreitung ausschließt. Das ist schließlich ein Verbreitungsweg, der, zumindest theoretisch, die meisten Menschen erreicht.
 
#7
Wenn es so kommen sollte, ist das zwar ärgerlich, aber letztendlich verkraftbar.

Satelliten-Ausstrahlung ist für die Sender sehr teuer (ASTRA langt da kräftig hin). Eine Ausstrahlung über Internet ist viel günstiger. Zudem gibt es auf dem Markt schon längst internetfähige SAT-Receiver, mit denen man direkt z. B. auf Mediatheken zugreifen kann. Man hat also letztlich noch mehr Möglichkeiten. Das einzige Ärgernis ist, dass man schon wieder neue Geräte anschaffen muss.
 
#12
Ob der Radiotransponder dann mit zum Opfer fällt, ist derzeit wohl noch offen, aber durchaus denkbar. Die Signalzuführung der Radiosignale per Web dürfte um einiges günstiger sein.
Der Gag ist: in vielen Netzen - auch großen, so z.B. in sämtlichen PYUR-Netzen und vielen Stadtwerke-Netzen, kommt das nun einzige Radio - das DVB-C-Radio - hauptsächlich aus genau dieser Quelle. Die aktuell massenhaft verkauften Vistron VT-855 N und TechniSat Cablestar 100 vertrauen darauf. Natürlich kann man auch Consumer-Streams auf Layer II in DVB-C recodieren, dann wirds nochmal übler in der Qualität. Dann kann man es auch gleib bleibenlassen.

Ohne TP93 kann die ARD auch ihre Mehrkanalproduktionen vor allem von Klassik und Hörspielen gleich komplett einstellen. Es gibt keinen anderen praktikable Verbreitungsweg als den via 5.0 AC3.
 
#14
Der Gag ist: in vielen Netzen - auch großen, so z.B. in sämtlichen PYUR-Netzen und vielen Stadtwerke-Netzen, kommt das nun einzige Radio - das DVB-C-Radio - hauptsächlich aus genau dieser Quelle.
Ich sags mal so: Den großen Kabelnetzen dürfte es schnuppe sein, wahrscheinlich eher entgegen kommen, denn den Großteil der Programme holt man sich vom Eurobird. Die hiesigen Öffis auf Astra sind da nur Mehraufwand. Davon unabhängig gibts mittlerweile auch Anlagen, u.a. von PYUR, die ihre Signale per Glasfaser beziehen und gar nichts mehr vom Satelliten abgreifen.
Die Radios sind davon abgesehen auch kein größeres Problem. Mittlerweile gibt es auch Umsetzer für DAB+-Signale. Dann fallen zwar ein paar Sender weg. Aber das fällt dann ohnehin höchstens ein paar "Freaks" auf. Über den klanglichen Niedergang der dann kommt, brauchen wir nicht reden. Warten wirs erstmal ab.
 
#15
Der "Großteil der Programme" auf Eurobird? Das sind die Privaten in HD (HD+ darf man nicht in Großnetze übernehmen, nur in kleinere Anlagen, wenn der Betreiber Mitglied beim FRK ist) und einige wenige Private in FTA, die sonst nur mühevoll von anderen Transpondern zusammenzuwürfeln wären. Dazu der verschlüsselte Zusatzkram (Sprachpakete, ...). Ein Service von M7, den vor allem die PYUR und viele Stadtwerkenetze nutzen. Würde ich nicht als "Großteil" bezeichnen. Die Öffis und die großen Privaten in SD holt auch die PYUR von Astra, zumindest ists in Berlin so.

Die Glasfaserversorgung von der ARD aus dem "Kabelcompression Center" in Frankfurt stand meines Wissens nach auch vor dem Aus, weil die Kabelnetzbetreiber - allen voran Vodafone - ohnehin alles neu zusammenmuxen und recodieren. Wer außer Vodafone, Unitymedia, Kabel BW und netcologne hatte das eigentlich genutzt? Es hieß (vor etwa 2 Jahren?), dass die Netzbetreiber wieder von Astra holen sollen. Inzwischen siehts aber so aus, als ob das KCC noch existieren würde. Ich weiß dazu auch nichts aktuelles.

Wenn nur noch das regionale DAB-Angebot auf DVB-C recodiert eingespeist würde, wäre das verheerend. Klanglich unterhalb jahrzehntelang gewohnter UKW-Qualität und dazu eine Auswahl, dass es einen graust.
 
#16
Wenn nur noch das regionale DAB-Angebot auf DVB-C recodiert eingespeist würde, wäre das verheerend.
Sagen wir es mal so: Es war/ist ein angenehmer Nebeneffekt, dass alle ÖR-Radioprogramme faktisch europaweit empfangbar waren bzw. sind. Es gibt aber nunmal keine verpflichtende Vorschrift dafür, dass der Bayrische Rundfunk auch in Schleswig-Holstein empfangbar sein muss und umgekehrt.
Qualitativ hochwertig sind aktuell nur SWR2 mit 256 kbps ( http://mp3-live.swr.de/swr2_m.m3u ) und WDR3 mit 320 kbps ( http://wdr-wdr3-live-edge-2018.fra-lg.cdn.addradio.net/wdr/wdr3/live/mp3/256/stream.mp3 )
per Web empfangbar. Alles andere dümpelt bei 128 kbps oder drunter herum. Erstaunlicherweise gibt es aber eine ganze Reihe von Privatsendern, welche mit mindestens 192 kbps oder mehr unterwegs sind. 89.0RTL und Radio Brocken gibts zum Beispiel mit 256 kbps. Da sollte man bei den ÖRs mal drüber nachdenken!
 
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#17
Ohne TP93 kann die ARD auch ihre Mehrkanalproduktionen vor allem von Klassik und Hörspielen gleich komplett einstellen. Es gibt keinen anderen praktikable Verbreitungsweg als den via 5.0 AC3.
Ich habe mir mal eine Präzisierung im Zitat erlaubt. Das hatten wir im Unitymedia-DRadio-Rausschmeisse-Thread auch schon angesprochen. Es wäre mMn an strategischer Dummheit nicht zu überbieten, ein Bärendienst am technischen Fortschritt.

Warum muss eigentlich nur das Radio unter der Argumentation leiden, der Zuhörer möge Webstreams und DAB+ nutzen? Das könnte man beim Fernsehen genauso behaupten, und die Verbreitung per Satellit einstampfen. Niemand in Flensburg muss oberbayrische Nachrichten schauen können.

Die paar lausigen Pfund Bits wird man doch wohl noch auf den HDTV-Transpondern unterheben können.
Leude Leude...
 
#18
Das könnte man beim Fernsehen genauso behaupten, und die Verbreitung per Satellit einstampfen.
Das könnte man theoretisch sogar. Es gibt von so ziemlich allen relevanten Programmen inzwischen hochwertige Streams im Netz. Selbst von den Privaten und von allen Sky-Programmen gibt es HD-Streams, siehe Magenta von der Telekom etc. Die Links dahin hier zu posten wäre allerdings mindestens die berühmt-berüchtigte Grauzone bzw. bei den HD-Streams der Privaten schlicht illegal, denn die gibts ja an sich nicht für lau. Der einzige Haken an der ganzen Geschichte ist der gleiche wie beim Radio per Web. Wenn hunderttausende gleichzeitig auf die Streams zugreifen, geht irgendwann der Server in die Knie. Bis das Problem gelöst ist, ist es aber nur noch eine Frage der Zeit. Sat wird auf kurz oder lang überflüssig werden, weil als Übertragungsweg schlicht zu teuer.
 
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#19
WR2 mit 256 kbps ( http://mp3-live.swr.de/swr2_m.m3u ) und WDR3 mit 320 kbps ( http://wdr-wdr3-live-edge-2018.fra-lg.cdn.addradio.net/wdr/wdr3/live/mp3/256/stream.mp3 )
per Web empfangbar. Alles andere dümpelt bei 128 kbps oder drunter herum. Erstaunlicherweise gibt es aber eine ganze Reihe von Privatsendern, welche mit mindestens 192 kbps oder mehr unterwegs sind. 89.0RTL und Radio Brocken gibts zum Beispiel mit 256 kbps. Da sollte man bei den ÖRs mal drüber nachdenken!
Diese Plattgequetschte Optimod / Omnia-Grütze möchte ich weder mit 128kbps, noch mit 320kbps noch Lossless hören.
 
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#20
Jetzt habe ich intensiv im Netz umgeschaut, ob ich dazu was finde, dass der ARD-Radiotransponder bald Geschichte sein soll. Ich finde dazu rein gar nichts, also wird da auch nix dran sein. Sonst hätte es z. B. Infosat längst vrermeldet. Die sind da nämlich ganz groß drin, wenn sowas oder ähnliches ansteht.
 
#21
Bislang ist für mich "bis 2021 gesichert" noch die offiziellste Aussage gewesen - sie kam aus dem zuständigen Referat einer ARD-Anstalt. Neue Spekulationen kamen dann mit der Aussage aus dem NDR, dass die SD-Abschaltung voraussichtlich im Herbst 2020 erfolge. Da wäre genaugenommen der TP93 dabei, was aber so auch nicht direkt kommuniziert wurde. Diese Datumsangaben sind aber letztlich alle "bereits morgen". Das ist kaum Vorlauf.
 
#22
würde ich das dann doch mal bezweifeln.

Der Radiotransponder ist, wie der Name eigentlich schon sagt, für die Radiosender in Betrieb genommen worden. Die beiden TV-Programme (oder waren es nicht zwischenzeitlich sogar schon mal drei?) sind dort nur untergekommen, weil noch Kapazität übrig war. Wer sagt denn, dass nicht auch ein HD-Sender dorthin umgelagert bzw. mit Alpha dort aufgeschaltet wird. Nur ein TV-Sender auf einem Transponder ist wegen der fehlenden Möglichkeit zur flexiblen Bilddatenrate zwar ungünstig, aber doch nicht unmöglich.
 
#23
Ok, bis 2021, von mir aus.

Aber man sollte da nicht so viel Wind drum machen, gerade in der Satelliten-Branche gibt es Gerüchte ohne Ende. Ich erinnere nur mal an die Verschlüsselungspläne der Hauptprogramme von RTL und SAT1 vor ein paar Jahren. Was ist draus geworden, richtig, nix!

Nur ein Beispiel, es gibt zig davon.

Gerade in der Satelliten-Branche wird viel geredet und vor allem werden viele Gerüchte gestreut. Das war schon immer so. Ich glaube erst an die Abschaltung, wenns denn soweit ist. Und bis 2021 wird das mit Sicherheit nix. Die von ASTRA und Co. sind bei sowas sehr träge.
 
#24
Die aktuellen Verträge von ARD und ZDF für ihre SD-Sender über ASTRA laufen bis Ende 2020 aus. Es wird nur langsam Zeit das die ÖR mal sagen das sie auch wirklich dann SD abschalten wollen. Was mit den Radiotransponder wird, muß man abwarten
 
#25
Falls der ARD Radiotransponder wirklich abgeschaltet wird, wird sich die RAS in Südtirol aber freuen, die nun dann keine Möglichkeiten mehr haben die derzeit dort ausgestrahlten ARD Sender in guter Qualität in ihre DAB+ Muxe einzuspeisen. Ich vermute sehr das die dort vom Astra 19.2° Ost auf DAB+ umgesetzt werden. Ne einfachere Möglichkeit kann ich mir da nicht vorstellen. Wie die ARD das dann allerdings bei den diversen UKW Funzeln von DASDING, MDR Aktuell, Sputnik und beim kompletten NDR der ja fast alle seine Senderketten darüber speist machen will, will ich mir garnicht erst ausmalen. Es dürfte mit Sicherheit irre teuer werden die UKW Zuführung der betreffenden Senderketten mit guter Qualität nach der Abschaltung noch hinzubekommen. Sind ja einige 100 Senderstandorte bundesweit davon betroffen.
 
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