Aus für "Sanft und sorgfältig"


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#1
Deutsches Radio erlebt seinen schwärzesten Tag. Olli und Jan verkünden das Ende von S&S. Über Gründe äußern sie sich nicht. Die vielleicht letzte gezielte "Einschaltsendung". Ein großer Verlust!
 
#3
S&B nehmen die erdogansche Aufmerksamkeit mit, um ihre Show bei höherem Salär woanders fortzusetzen, nämlich bei Spotify.

Sagt auch etwas aus über die deutsche Privatradioszene, dass sie im Wettbewerb um Inhalte schon lange keine Rolle mehr spielt.
 
#4
Ich habe Gottschalks letztes Pop nach 8 mitgemacht, die letzte Radioshow mit Gottschalk / Jauch, das Ende von SDR 3 und Holtmanns letzte Sendung.
Aber das ich nun auch noch das Ende von Sanft & Sorgfältig wegstecken muss - das ist eindeutig der tiefste Schlag.
Hier war Radio nochmals einzigartig, mutig und genial.

Die Stellungnahme vom Programmchef verriet aber auch, dass man bei radioeins durchaus (und wohl berechtigt) etwas brüskiert von der Art und Weise des Endes ist. Das die beiden keine "letzte Sendung" machen, ist auch nicht ganz die feine Art.

Aber wie auch immer: Vielen Dank an den Sender und die beiden für unvergessliche Radiostunden!
 

Digitaliban

Gesperrter Benutzer
#5
Deutsches Radio erlebt seinen schwärzesten Tag. Olli und Jan verkünden das Ende von S&S. Über Gründe äußern sie sich nicht. Die vielleicht letzte gezielte "Einschaltsendung". Ein großer Verlust!
Also bitte! Über Geschmack lässt sich ja bekanntlichermaßen (nicht) streiten, aber selbst unter dem Stilmittel der Überteibung ist so eine Aussage, na sagen wir mal: gewagt!
 
#6
Wie die HORIZONT meldet, geht "Sanft & Sorgfältig" ab Mitte Mai weiter... Aber dann exklusiv auf Spotify.

Gerade erst gesehen... @freiwild hat es ja oben schon erwähnt!
 
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#7
Deutsches Radio erlebt seinen schwärzesten Tag.
Ein Glück, daß Du es gleich im nächsten Satz auflöst. Ich hatte nach dem Lesen des ersten Satzes schon vermutet, daß Bayern 2, der DLF, SWR 2, WDR 3 und so verschwunden wären. Ist aber nicht so. Da kann ich ja beruhigt zur Tagesordnung übergehen: Abendbrot machen.

Aber wenn man das liest http://www.horizont.net/medien/nach...lz-und-Boehmermann-wechseln-zu-Spotify-139985 , ist es ja eine Entscheidung von vor der Neo-Magazin-Sache gewesen. Und falls die Aussagen in dem Artikel stimmen sollten, ists ja noch mehr ok, daß nun damit Schluß ist.
 
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#9
Isses doch schon, @Mannis Fan. Was läuft bei den Kiddies? Das Smartphone.

Dieser Umzug hat tatsächlich Feuer. Ganz ohne Erdogan: das muß der ARD höllisch wehtun. Schauen wir mal, was draus wird. Populärer? Bald weg vom fenster? Ist doch ein super Experiment.
 
#10
Damit dürfte dem Gespann aber ein ähnliches Schicksal wie Joko & Klaas beschieden sein. Irgendwann wird der Werbekunde den Inhalt diktieren und die Sendung nur noch vor sich hindümpeln. Circus Halligalli ist ja geradezu ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn man mit einem anarchisch-schrägen Konzept zum Privatfunk wechselt.
Aber letztlich müssen die das selbst wissen.
 
#11
Ich habe Sanft und Sorgfältig sehr gerne am Sonntag auf Bremen Vier gehört.

Dann halt jetzt bei Spotify - besser als gar nichts.

Wichtiger ist für mich persönlich, dass es eine Fortsetzung von Schulz und Böhmermann gibt.
 
#12
Der Vergleich mit Joko und Klaas hinkt. Spotify ist wie Youtube nur eine Plattform. Hier mischt sich im Gegensatz zu ARD und ZDF keiner ein, wenn ein Spruch zu streng war. Nach der Podcast Zensur des ZDF ein konsequenter Schritt von Jan. Vielleicht ein Warnschuß an CvDs, Wellenchefs oder Intendanten, sich nicht in Inhalte einzumischen - in einer Zeit, in der Künstler ihre Inhalte ohne Schere im Kopf auf öffentlichen Plattformen anbieten können. Aber sehr wahrscheinlich sind Sie sich der Tragweite nicht bewusst. Jan und Olli haben junge Menschen wieder für ein Medium begeistert, dass sie sonst nicht mehr nutzen.
 
#13
Werte Runde .
Ich finde es , ohne die wirklichen Hintergründe zu kennen , enttarnend :
-für die Moderatoren
und vor allem
- für die Sendeanstalt(en)
und mein persönlicher Blick auf die Dinge sagt mir : unerfreulich ! (und auch peinlich)


Beste Grüße
Dieter
 

Digitaliban

Gesperrter Benutzer
#14
Der Vergleich mit Joko und Klaas hinkt. Spotify ist wie Youtube nur eine Plattform. Hier mischt sich im Gegensatz zu ARD und ZDF keiner ein, wenn ein Spruch zu streng war. Nach der Podcast Zensur des ZDF ein konsequenter Schritt von Jan. Vielleicht ein Warnschuß an CvDs, Wellenchefs oder Intendanten, sich nicht in Inhalte einzumischen - in einer Zeit, in der Künstler ihre Inhalte ohne Schere im Kopf auf öffentlichen Plattformen anbieten können. Aber sehr wahrscheinlich sind Sie sich der Tragweite nicht bewusst. Jan und Olli haben junge Menschen wieder für ein Medium begeistert, dass sie sonst nicht mehr nutzen.
Hast Du für diese Aussage belegbare Zeilen? Mir war nämlich so dass diese Sendung bei einigen Sendern auf der Kippe stand weil es mal für zwei Stunden nicht die besten Hits und die neueste Musik gab.
Und ja, die Berliner Jugend hängt in Scharen bei radioeins vor dem Dudelkasten bei Deutschlands Marktführer der 14-29 Jährigen.
 
#16
Hast Du für diese Aussage belegbare Zeilen? Mir war nämlich so dass diese Sendung bei einigen Sendern auf der Kippe stand weil es mal für zwei Stunden nicht die besten Hits und die neueste Musik gab.
...
Damit dürfte dem Gespann aber ein ähnliches Schicksal wie Joko & Klaas beschieden sein. Irgendwann wird der Werbekunde den Inhalt diktieren und die Sendung nur noch vor sich hindümpeln. Circus Halligalli ist ja geradezu ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn man mit einem anarchisch-schrägen Konzept zum Privatfunk wechselt.
Aber letztlich müssen die das selbst wissen.
Das ist genau der Widerspruch, in dem wir uns bewegen. Für mich - M94.5 / FM4 / Bayern 2 / (temporär) Radio Eins / Nordwestradio - Hörer und geprägt durch progressiven Hörfunk (s-f-beat, Radio 100, DT64/Rockradio B, Radio Brandenburg), sind diese Einschätzungen nicht nachvollziehbar. Wir haben hier, um es einmal ganz klar zu sagen, eine unterschiedliche Interpretation von "Nicht-Mainstream" oder "anarchisch-schräg" und letztlich einen Konflikt um die Deutungshoheit dieser Begriffe. Mir persönlich würde es für's Erste schon reichen, wenn die "Böhmi-Anhänger" dies einfach einmal zur Kenntnis nehmen würden. Für mich ist "Sanft und sorgfältig" (oder auch "Neo Royal") lediglich die hippe Variante des Mainstreams, der sich lediglich durch eine gewisse "Selbstüberhöhung" versucht abzuheben, ohne um inhaltliche Relevanz bemüht zu sein. Ich selbst sehe für mich auch keinen Vorteil, an dieser Selbstüberhöhung zu partizipieren. Wozu auch...
 
#17
Der Vergleich mit Joko und Klaas hinkt. Spotify ist wie Youtube nur eine Plattform. Hier mischt sich im Gegensatz zu ARD und ZDF keiner ein, wenn ein Spruch zu streng war. Nach der Podcast Zensur des ZDF ein konsequenter Schritt von Jan.
So konsequent nun auch wieder nicht, seine Arbeit beim ZDF geht wohl ab 12. Mai weiter.
Dem möchte ich auch noch gerne Folgendes aus dem verlinkten Artikel (http://www.horizont.net/medien/nach...lz-und-Boehmermann-wechseln-zu-Spotify-139985) hinzufügen:
Sie [die ARD-Kooperation] hat Böhmermann und Schulz ein deutlich höheres Honorar eingebracht hat als das im öffentlich-rechtlichen Rundfunk üblich ist – aber natürlich keines in der Höhe, das Spotify den Moderatoren nun anbot.
Dass Geld hier anscheinend wichtiger war als gewisse Ideale, macht mich traurig. Für mich verköperte Böhmermann eine Art "Anti-Star", der dem WDR die Primetime bei 1Live ausschlug, um ohne in ein Formatkorsett gezwängt zu werden Größeres zu verfolgen. Konzerne wie Spotify waren für Böhmermann, gerade aber auch für Schulz als Musiker immer kritische Betrachtungen wert*. Nun verkaufen sie sich als Werbeobjekt an eben jenen Anbieter (es ist laut Artikel eine Plakatkampagne geplant). Ich habe da ganz wie @Radiokult meine Zweifel, ob das Star-Image den beiden letztendlich nicht zum Nachteil gereicht.

* Auch interessant noch folgendes Zitat aus dem Artikel:
Möglicherweise wird es nun auch eine Themenausgabe mit Schulz‘ und Bömermanns bissigsten Kommentaren über Spotify geben. Stoff dafür lieferten die beiden in der Vergangenheit genug.
 
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#18
Tja, alles nur Show. Es sind halt auch nur Entertainer.
Und die scheinbaren Ideale, die sie hochhielten, sind nun zerplatzt. Ein Verrat der Fanbase!
Bei Geld wird die eigene Meinung weich - wie Butter bei 30° in der Sonne. Nun verschwinden sie hinter der "Paywall" von Spotify. Ob da noch Relevanz erreicht wird?
Mal schauen, wann das Neo Magazin Royale zu Sky wechselt ;)


CU BB
 
#19
Die Relevanz der beiden bestand ja vor allem darin, eben nicht die "Stars" zu sein. Demnach wird es spannend zu verfolgen sein. ;)

Spannend ebenso wird aber bald auch die Frage sein, was auf dem Sendeplatz folgen wird. Bei Facebook wünscht man sich schon eine Rückkehr der "Show Royale" mit Stermann und Grissemann.
 
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#20
Nach der Podcast Zensur des ZDF ein konsequenter Schritt von Jan.
Da steht doch in diesem Artikel, daß die Entscheidung bereits vor der Erdogan-Sache fiel. Damit wäre das eine Kausalitätsverletzung.

Ich muß mir jetzt wohl wirklich mal so eine S&S-Sendung als Podcast anhören. Hab ich bislang nie gehört (um auch eine Frage von @Radiokult aus nem anderen Thread zu beantworten). Ich kannte nur Olli Schulz solo bei Radio Eins und fand es nicht angenehm. Wohl so ähnlich, wie @astereix es für sich feststellte. Was interessant ist: auf der Bühne bei seinen Zwischenansagen im Konzert fand ich Olli Schulz köstlich³, das ist aber auch Jahre her. Bin da des öfteren gewesen, immer ein großes Fest für mich. Die Musik mochte ich damals freilich auch und finde Titel wie "Unsichtbarer Vogel", "Armer Vater", "Rückspiegel", "Der Film beginnt" (könnte der Soundtrack zu meinem Leben sein) heute noch ganz groß.

Und daß Anne von Radio Top40 damals 2006 total auf Olli Schulz abfuhr, daß "Rückspiegel" in der Rotation war, daß sein Album "Warten auf den Bumerang" LP der Woche auf Top40 war und er dann auf dem Weimarer Zwiebelmarkt auf der Top40-Bühne auftreten konnte, daran war letztlich ich schuld, ich hatte Anne mit einem Mitschnitt des legendären Fritz-Radiokonzertes angefixt. Das File von "Rückspiegel" war von meiner CD-Single und durch meinen MP2-Codec gelaufen, dann per Mail zu Top40. 10 Jahre ist das nun her.
 
#22
Wir haben hier, um es einmal ganz klar zu sagen, eine unterschiedliche Interpretation von "Nicht-Mainstream" oder "anarchisch-schräg" und letztlich einen Konflikt um die Deutungshoheit dieser Begriffe. Mir persönlich würde es für's Erste schon reichen, wenn die "Böhmi-Anhänger" dies einfach einmal zur Kenntnis nehmen würden. Für mich ist "Sanft und sorgfältig" (oder auch "Neo Royal") lediglich die hippe Variante des Mainstreams, der sich lediglich durch eine gewisse "Selbstüberhöhung" versucht abzuheben, ohne um inhaltliche Relevanz bemüht zu sein.
Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. "Sanft & Sorgfältig" war/ist auch nichts anderes als einst das Gesabbel von Tommy Wosh oder Jürgen Kuttner - eine meist ziemlich wüste Mischung aus sarkastischem Humor und wirren Geschwätz. Mehr isses doch unterm Strich nicht.
 
#23
Ist doch ein tolles Projekt: Eine wahnsinnig wichtige Sendung des Deutschen Radios wandert zu Spotify. Dort kann man jetzt ohne die wackeligen Daten der Ma, die Zugriffszahlen checken, sehen wann die Hörer ein- oder Abschalten und anhand dessen die Musikpreferenzen der Zuhörer erkennen.
Aber diese Daten sind den Spotify Chefs bestimmt egal und sie werden keinesfalls auf die Moderatoren einwirken, wenn die Zahlen mal kurz nicht stimmen. Bin gespannt und werde bestimmt mal reinhören.
 
#24
Es ist gut, daß nun erste Anbieter die wahre digitale Zukunft des Radios entdecken. Die liegt in Personalisierung, und ich bin mir sicher, daß in 10 Jahren mehr als die Hälfte der Deutschen nicht mehr linear, sondern personalisiert Radio hört. Ich bin mal gespannt, wie die träge Radioszene auf diese Entwicklung reagiert. Ich denke mal es wird schon bald auch unabhängige Audio Content Broker speziell für Spotify und Co. geben, abseits der etablierten Stationen. Ohne Personalisierung hat man die Jugend fürs Radio endgültig verloren. Ein 15-jähriger Knirps will doch heute nicht mehr die größten Hits vorgesetzt bekommen. Er stellt sich seine Vorlieben selber zusammen und skipt mal weiter, wenn ein Song nicht gefällt. Smartphones sind die neuen Radios.
 
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