BBC wird Provider


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#1
Während hierzulande die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten versuchen sich gegenseitig darin zu überbieten die Privaten zu kopieren zeigt die BBC in England, daß es auch anders geht.

Eine Meldung aus intern.de
BBC wird Provider
19.07.2004

Die privaten Medieunternehmen Großbritanniens meutern zwar ununterbrochen, doch die BBC stellt unter Beweis, dass sie auch im Internet-Zeitalter noch eine Daseinsberechtigung hat.

Gerade erst wurde die öffentliche Sendeanstalt BBC von der britischen Kultusministerin dazu verdonnert, ihr Internet-Engagements etwas einzuschränken. Doch das scheint die Verantwortlichen nicht allzusehr zu bekümmern.

Wie der Direktor für neue Medien der BBC, Ashley Highfield, im Guardian erklärt, wird die Sendeanstalt schon bald ein eigenes Angebot für Breitband-Zugänge bekannt geben. Zusätzlich kündigt er an, dass die BBC eine eigene, unabhängige Suchmaschine starten wird. Zwei Neuigkeiten, die der Konkurrenz aus der Privatwirtschaft sicher gar nicht gefallen werden.

Man kann vermuten, dass auch das Kultusministerium die Ankündigungen kritisieren wird. Schließlich lautete die letzte ministeriale Anweisung, die Sendeanstalt möge sich auf ihren Informationsauftrag beschränken. Die Informierung der Öffentlichkeit soll auch im Internet das Hauptziel sein.

Man darf aber auch vermuten, dass sich der BBC-Direktor dieser Forderung sehr bewusst war, als er im Interview seine Absichten verkündete. Beide neuen Angebote können sehr wohl als Umsetzung des des Informationsauftrags verstanden werden. Sowohl der Internet-Zugang als auch die Suchmaschine können dazu genutzt werden, um sich zu informieren, weiterzubilden, oder um zusätzliche Informationen einzuholen. Und nicht nur, um Unterhaltung zu finden.

Die BBC zeigt damit erneut, wie ernst sie den Kampf um ihr Internet-Dasein nimmt. Ihr geht es nicht darum, mögliche Werbeeinnahmen zu verteidigen oder diese durch "Partnerschaften" wie im Fall ZDF/T-Online zu tarnen.

Die britische Sendeanstalt scheint vielmehr erkannt zu haben, dass die eigene Zukunft von der Integration des neuen Mediums abhängt. So erklärt sich auch, wieso die BBC so ehrgeizige Projekte wie das für den Herbst angekündigte "Creative Archive" in Angriff nimmt. Im Rahmen dieses Projektes sollen die von der BBC erstellten "factual Programmes" (Nachrichten, Dokumentarisches etc.) unter einer Creative Commons-Lizenz zum Download angeboten werden.

Bisher hat sich kein anderes aus öffentlichen Geldern finanziertes Medienunternehmen Europas zu einem derartigen Vorhaben bereit erklärt. Doch möglicherweise wird sich diese Zurückhaltung eines Tages rächen.

Die BBC jedenfalls stellt unter Beweis, dass sie ihren Informationspflichten auch im Internet nachkommt, und dass sie also auch dort eine Daseinsberechtigung hat. Das kann nicht jede gebührenfinanzierte Anstalt in Europa von sich behaupten.
 
#2
AW: BBC wird Provider

Na, DAS nenne ich doch mal eine unvoreingenommene und sachliche Meldung. Schade, daß man den Standpunkt des Autors so gar nicht erkennen kann... :rolleyes:
 
#3
AW: BBC wird Provider

Die Trennung von Kommentar und Bericht ist eben nicht jedem geläufig. Egal. Hauptsache, er verdient hauptberuflich seine Kohle als "Schornalist" und hat einen Schornalistenausweis. Da sind wir ja gar nicht so. Immerhin kein Rechtschreibfehler.
 
#5
AW: BBC wird Provider

Ach die Infosat war einfach nur geil. Ich lese sie nicht mehr eben weil sie nicht mehr so saftig in die Kerbe haut wie früher. Schlechter Journalismus kann immer noch gute Unterhaltung sein -- muss aber nicht...
 
#7
AW: BBC wird Provider

Es geht auf keine Kuhhaut mehr. Es ist ein Riesenskandal!

Aber um nochmal zum Ausgangsthema zu kommen: Was hat es mit dem Aufgabengebiet einer Rundfunkanstalt zu tun, sich als Betreiber von Internetzugängen zu betätigen? Hierzulande sind solche technischen Dienstleistungen ja schon dann problematisch, wenn es um die Programmverbreitung geht.

Ich habe allerdings fast den Verdacht, die BBC will überhaupt keine DSL-Leitungen in die guten Stuben der Leute ziehen, sondern "nur" solche Sachen wie ansehbares Video on demand anbieten.
 
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