bigFM klaut O-Töne – ist das bereits normal?


derrandale

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Auf der FB-Seite von Radiowoche ist dieses Video gepostet worden, von einer Podcasterin, deren O-Töne auf einem in einem Beitrag von big fm aufgetaucht sind. Es gab feine Freigabe, Quellenangabe etc.
Da stellt sich einem die Frage, ob das vielleicht schon ein bisschen gängige Praxis ist und big fm nur Pech hatte erwischt zu werden, oder ob es vielleicht schon ”normal“ ist.

Schaut es Euch bitte bis zum Ende an. Toll gemacht
big fm
 
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chapri

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Eine entsprechende Reechtsschutzversicherung werden die Mädelz wohl kaum haben - also einfach eine Honorar-Rechnung gem § 19 UStG an bigFM PPG S.W. GmbH nachreichen.
 
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Journalistisch armselig. Juristisch allerdings spannend, denn formal gehört der Inhalt meines Wissens Youtube. Wenn einer klagen kann, dann die Plattform.
 

Mannis Fan

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Das macht nicht nur BigFM so, es sind häufig auch die "Qualitätsmedien". Sie nutzen Bilder, Filme, O-Töne - gerne auch geklaut oder mit einem Alibi-Quellenverweis ("sagte im ZDF..."), sie zahlen erbarmungswürde Honorare, sie klauen Ideen und Texte (bisschen umschreiben macht der Praktikant) und sie haben selten ein schlechtes Gewissen dabei.
 

chapri

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Quellenangabe wäre das Mindeste gewesen - und die Quelle ist, wenn ich das richtig sehe, nicht YT sondern eine Podcastplattform.
 

CosmicKaizer

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Wenn es nicht von YT kommt, dann haben eigentlich Podcaster:innen die Urheber-Rechte inne. Gerade eben habe ich eine Mail abgeschickt, in der ich frage, ob ich O-Töne aus einer Zoom-Konferenz verwenden darf. Die Mail ging an den Veranstalter, der dem auch schon mündlich zugestimmt hat. Alle Teilnehmer wussten, dass die Konferenz aufgezeichnet wird und ggfs. weiterverwendet. Trotzdem fragt der Veranstalter jetzt für mich noch einmal bei einem Teilnehmer extra nach, ob die O-Töne von mir verwendet werden dürfen.

Was BigFM da gemacht hat, ist unter aller Sau. Viele Interviewpartner für Podcasts geben genau deshalb Podcastern Interviews, weil es eben NICHT die 1"30-Hektik vom Dudelfunk ist. Weil er gezielt gehört wird. Weil sie eine ganz andere Klientel ansprechen wollen. Wenn das dumm läuft, kann es die beiden Podcasterinnen ihre Glaubwürdigkeit kosten.

Radio und Podcasts - das ist sowieso schwierig. Viele Podcast-Hörende hören Podcasts, weil sie vom normalen Radio geistig unterfordert werden. Leider merkt man das in den Funkhäusern und nennt jetzt alles "Podcast", was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Normale Rubriken, wie "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" (Bremen Vier) - das ist jetzt ein "Podcast". Bayern2 Radiowissen - auf einmal der "Wissenspodcast" von Bayern 2. SR2 Medienwelt - heißt jetzt "Cross & Quer" und ist jetzt auch ein "Podcast". Wenn "Wurstsalat" der nächste Trend wird, ...

Die zunehmende Podcasteritis der ÖR nimmt auch echt absurde Züge an. Es gibt hunderte Fußball-Podcasts. Warum muss der rbb gebührenfinanziert nun auch noch einen machen?
 

Mannis Fan

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Das ist Jahrzehnte alter, guter journalistischer Standard. Soll deiner Meinung nach jede Redaktion einen eigenen O-Ton-Fänger losschicken, um sich von Karl Lauterbach bestätigen zu lassen, was er Vorabend dem Heute-Journal erzählt hat?
Ja!
Ich kann das nur aus meiner Zeit im Lokalfunk in Freiburg beurteilen. Dort wäre kein Sender jemals auf die Idee gekommen, den O-Ton des Oberbürgermeisters beim Konkurrenzsender aufzunehmen und dann selbst zu senden. Selbstverständlich hat da jeder sich seinen O-Ton selbst abgeholt, und man hat sogar individuelle Fragen gestellt, eigenständig journalistisch recherchiert. Und ja, das war Arbeit und kostete Zeit. Aber das nannte man damals Journalismus. Keine Ahnung, wie das heute heißt, wenn man im ZDF Karl Lauterbach mitschneidet und dann als 20-Sekünder in die eigenen Nachrichten einbaut. Nur "guter journalistischer Standard", das Wort solltest Du bei dieser Praxis eher nicht mehr in den Mund nehmen. Es ist "schlechter journalistischer Standard".
 

Ukulele

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Ach so, wir reden hier über den Provinzbürgermeister, der sich über jedwedes Interesse an seiner Person einen Ast freut und mit Vergnügen in jedes ihm hin gehaltene Mikrophon spuckt, in jede sich ihm nähernde Kamera lacht. In dem Fall hast du natürlich recht.
 

muted

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Es ist "schlechter journalistischer Standard".

Jupp, und es ist "Regiocast-Standard". Wie oft in deren Nachrichten "sagte im ZDF", "sagte in der ARD" gepaart mit O-Tönen vorkommt... wundert mich aber auch nicht.

Auf der einen Seite schießen die Privatsender gegen die ach so bösen und angeblich so übermächtigen öffentlich-rechtlichen Sender, auf der anderen Seite bedient man sich gerne bei ihrem Content...
 

JoWo

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Ach so, wir reden hier über den Provinzbürgermeister, der sich über jedwedes Interesse an seiner Person einen Ast freut und mit Vergnügen in jedes ihm hin gehaltene Mikrophon spuckt, in jede sich ihm nähernde Kamera lacht. In dem Fall hast du natürlich recht.
Naja in diesem konkreten Fall bei BigFM ja irgendwie schon...
 

Olf Reden

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Wieder Mal Big FM. Ich habe den Beitrag auch im Autoradio gehört, und dachte noch, interessante Rubrik "Good News". Und nun, alles geklaut. Doch wieder nur Bad News. Danke, Big FM!

Ich frage mich, was denken die eigentlich? Dass es nicht rauskommt? Dass sie sich Aufwand für eigene Beiträge sparen? Es wäre doch nicht schlimm gewesen, bei den Macherinnen um Erlaubnis zu fragen und diese im Beitrag zu erwähnen. Aber so, wie es gelaufen ist stinkt es wieder ganz schön.
 

DelToro

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Selbstverständlich hat da jeder sich seinen O-Ton selbst abgeholt, und man hat sogar individuelle Fragen gestellt, eigenständig journalistisch recherchiert.
Komisch. Gehörst du nicht eigentlich zu den ewigen Kritikern der Öffis, die zu jeder Neueröffnung einer Bushaltestelle oder auch wahlweise zu großen Sportveranstaltungen pro Sender mit eigenem Ü-Wagen plus voller Besatzung anreisen, um ihre Hörer zielgruppengerecht zu informieren? Hörte ich da nicht von Geld- und Gebührenverschwendung? Wann ist denn daraus "guter journalistischer Standard" geworden?

Ein O-Ton mit korrekter Quellenangabe ist bei aktuellem Zeitgeschehen nicht nur üblich, sondern völlig korrekt. Oft versenden die entsprechenden Anbieter O-Ton-Pakete sogar direkt an ihre Verteiler, mit der Notiz: "Bei Angabe der Quelle TV XYZ frei nutzbar".
 

Ukulele

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Reden wir aneinander vorbei, weil hier ein Nebenkriegsschauplatz eröffnet wurde? Es ist doch völlig klar, dass überhaupt nicht klar geht, was Big FM da verbrochen hat.
 

Olf Reden

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@thorr jetzt können sie natürlich kommen und sagen, dass mit diesem "uns" gar nicht Big FM gemeint ist. Sondern, dass es hingegen "uns" im Sinne von uns allen/der Allgemeinheit bedeuten soll. Denn es wurde nie gesagt, "erzählen sie Big FM". Könnte mir gut vorstellen, dass sie sich so rausreden könnten. Wobei natürlich der Eindruck bei den Hörerinnen und Hörern ein anderer ist. Und die Quellenangabe fehlt trotzdem.
 
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Mannis Fan

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Und wir wundern uns, warum es diesen multipräsenten Corona-Experten Karl Lauterbach gibt? Ja logisch, wenn alle den gleichen O-Ton kopieren. Ich finde es schon schlimm genug, dass das als "guter journalistischer Standard" hier verteidigt wird. Noch schlimmer finde ich aber, dass ein guter journalistischer Standard im Lokaljournalismus hier verächtlich gemacht wird, indem man vom O-Ton des "Provinzbürgermeisters" spricht, der ja bereitwillig in jedes Mikrofon plappere. Das tut Karl Lauterbach natürlich nicht, er gibt nur dem edlen ZDF einen O-Ton, den sich dann gefälligst alle rauskopieren sollen. Journalismus, ihr lieben Leute, bedeutet, dass sich der Journalist selbst kundig macht, mit Leuten redet, eigene Recherchen betreibt, eigene O-Töne einholt. Das ist Mindeststandard.Journalismus ist nicht, dass man bei der Konkurrenz mitschneidet. Wer das hier als "guten journalistischen Standard verteidigt", der kann sich gleich verabschieden, das hat soviel mit Journalismus zu tun wie die Kuh mit der Mondlandung.
 

DelToro

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Und wir wundern uns, warum es diesen multipräsenten Corona-Experten Karl Lauterbach gibt? Ja logisch, wenn alle den gleichen O-Ton kopieren.
Sprich nur für dich, bitte. Niemand mit Kenntnis wundert sich. Lauterbach ist Experte, der (im Gegensatz zu manchem Forenschreiber hier) genau weiß, wovon er spricht. Das hat er nämlich studiert. Und in wessen Mikrofon er spricht, ist grundsätzlich völlig egal.
 
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