Bittere Bilanz zur Berichterstattung über die Flüchtlingskrise


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#1
Das Versagen der deutsche Presse beweist eine aktuelle Studie der gewerkschaftsnahen Otto Brenner Stiftung. Radio + TV wurden zwar nicht berücksichtigt, deren einseitige Berichterstattung, wurde in anderen Threads in diesem Forum bereits auch schon ausgiebig thematisiert. Wir erinnern uns, die Manipulationen wurden damals als 'Haltung zeigen' verkauft.

Die Studie analysierte - laut heutiger NZZ - 35 000 Artikel, die in deutschen Presseerzeugnissen erschienen, und bekräftigt auf wissenschaftlicher Basis: die Journalisten verloren die kritische Distanz, wurden zu Stimmungsmachern und vernachlässigten damit eine ihrer fundamentalen Aufgaben, nämlich Ereignisse möglichst genau und unvoreingenommen darzulegen. Wer Skepsis anmeldete, sei der Fremdenfeindlichkeit verdächtigt worden. Durch die Ausgrenzung der Andersdenkenden hätten die Journalisten zur sozialen Polarisierung beigetragen.

https://www.otto-brenner-stiftung.d.../stiftung/Aktuelles/AH93/AH_93_Haller_Web.pdf
 
#3
Das Versagen der deutsche Presse beweist eine aktuelle Studie der gewerkschaftsnahen Otto Brenner Stiftung. ...
… Interessant, dass seriöse Medien mit dieser Meldung über unsere Studienergebnisse das tun, was wir als Problem ermittelt haben: dass Vorgänge einseitig und überzogen dargestellt werden. Tatsächlich hat unsere Studie "Dysfunktionen des tagesaktuellen Informationsjournalismus" im Umgang mit dem Flüchtlingsthema untersucht (Befund: Er hat die ihm zugeschriebene Informationsfunktion nicht erfüllt). Daraus machen jetzt Journalisten dies: "Die Medien haben völlig versagt". Das bedeutet etwas ganz anderes. Vermutlich werden wir diese Zeile auf Websiten der Journalistenhasser zu lesen bekommen – und die Schraube der postfaktischen Vorurteilsbestätigungen dreht sich weiter.
Michael Haller
http://www.turi2.de/aktuell/studie-...echtlingskrise-voellig-versagt/#comment-80247

Auch interessant: "Alles Versager? Die mediale Sturzgeburt einer Studie" auf uebermedien.de
 
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#4
Oh fein, wie das wieder hochkocht. Aber das zeigt doch nur, wie gereizt die Stimmung im Land ist. Und das ist nichts neues, aber schön, wenns mal wieder bewiesen wird. Auf die Studie kann man vielleicht tatsächlich sogar weniger gut "aufspringen und mitsurfen" wie auf die überstürzten Meldungen über den vermeintlichen Inhalt der Studie. Die verknappten und überspitzten Schlagzeilen treffen halt wirklich auf eine ganz besondere "Willkommenskultur" in diesem Land: alles, was zum Sähen von Hass taugt, ist inzwischen unübersehbar vielen Menschen überaus willkommen. Damit sind wir schon gar nicht mehr bei der eigentlichen Studie, sondern beim Realzustand der deutschen Gesellschaft.

Und da bleibe ich auch noch ein wenig. Es ist nur mein Empfinden, hat also keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit: auch ohne ausgiebige Beteiligung an xenophober, rassistischer und faschistischer Hetze seitens der Mehrheit der deutschen Medien ist genug Hass und Gewaltpotential in der deutschen Bevölkerung vorhanden, um nicht nur Menschen anderer als urdeutscher Herkunft ernsthaft zu gefährden, sondern auch innerhalb der deutschen Gesellschaft zu einer Zersetzung zu führen und sich eine Zukunftsfähigkeit selbst zu versagen. Es gibt Regionen in (Ost)deutschland, die sind so vergiftet, daß man als Mensch mit noch vorhandenem Zugang zum Herzen nur fliehen kann.

Wozu da noch Beteiligung an der Hetze durch die Medien? Ich sehe keinen Anlaß zur weiteren Unterstützung derjenigen, die ihre Lebensverachtung und Geringschätzung des Lebens anderer hinter vermeintlicher "Besorgnis" verstecken und sich aufführen, als hinge von der Verweigerung humanitärer Hilfe das Überleben ihres Volkes ab. Besonders pervers wird es, wenn man sich vor Augen führt, daß es dort am schlimmsten ist, wo ein Volk sich 1990 mit Mehrheitswillen selbst zu Wirtschaftsflüchtlingen gemacht hat - schäbiger geht es gar nicht. Und die, die damals am lautesten grölten, sind die gleichen, die heute wieder am ekelhaftesten auftreten - bzw. sind die Eltern derer, die dieses Werk in ihrem Geiste fortsetzen.

In meinem Verständnis haben sich die Medien und Journalisten sehr wohl parteiisch zu verhalten: sie haben im klaren Bekenntnis zu Liebe, Achtung der Menschenwürde, Achtung der Naturgesetze zu handeln. Das ist letztlich Art. 1-5 GG und darüber hinaus die "Anwaltschaft" für diesen Planeten. Und wem bereits dies für "staatlich verordnet" gilt, nehme sich meinetwegen die UN-Menschenrechtserklärung her oder diverse historische Erklärungen indigener Völker. Das ist dann garantiert "Merkel-frei". Und das erfordert eine Berichterstattung, die vollständig der Wahrheit dient und nicht dem Wunsch einzelner Gruppen - egal von welcher "Seite". Wenn die Studie (die ich noch nicht gelesen habe), genau hier signifikante Defizite fand, dann ist es berechtigt, dies im Rahmen der Studienergebnisse anzumerken.

Meine ganz private "bittere Bilanz" der vergangenen 2 Jahre ist die: ich muß anerkennen, daß ich in meiner Heimat ausdrücklich unerwünscht und perpektivisch auch nicht mehr sicher bin. Und ich sehe, wie diejenigen, mit denen man noch am ehesten eine gesunde, liebevolle und lebenswerte Zukunft gestalten könnte, ebenfalls aus dieser Region fliehen und sich in den wenigen Zentren konzentrieren, in denen eine lebensbejaendere Energie spürbar ist. Das Land polarisiert sich, weitere Spannungen bis hin zu gewalttätigen Konflikten mag ich auch in Deutschland nicht mehr ausschließen.

Dieses Wort "Andersdenkende" taugt immer so fein als Anklage-Wort. Es bliebt ja leider nicht beim "anders denken", es führt zwangsläufig zum "anders handeln" - und dann z.B. in den Konflikt mit international anerkannten Regeln und Grundbedingungen friedlicher Koexistenz. Deshalb wünsche ich in den Fällen, in denen dieses Wort verwendet wird, eine präzisere Formulierung, um erkennen zu können, mit welchen Absichten man da unterwegs ist. "Andersdenkend" sind heute für manche diejenigen, die ihr Leben im Einklang mit den Naturgesetzen auszurichten versuchen, die kein Auto besitzen und auch keins wollen, die im täglichen Leben ein nicht abschaltbares Bewusstsein für ihren Impact auf diesen Planeten haben (Tiefenökologen beispielsweise). "Andersdenkend" kann aber auch heißen, z.B. als Rassist im Widerspruch zum Grundgesetz zu stehen. Beides ist nicht das gleiche, denn es unterscheidet sich hinsichtlich des Ergebnisses bei Prüfung der Absichten auf den Gehalt an "Liebe". Entsprechend unterschiedlich muß auch darauf eingegangen werden.

Mal schauen, wann ich zum Lesen der Studie komme. Dann könnte ich auch sogar was zu deren eigentlichem Inhalt sagen...
 
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