BR gegen Helmut Markwort


#1
Endlich zeigt eine ARD-Anstalt mal klare Kante. Bei der Neubesetzung des Rundfunkrates im Zuge der Landtagswahlen in Bayern, hat man sich klar gegen Markwort als Mitglied ausgesprochen. Als Begründung wurden seine Beteiligungen an diversen Privatradios angeführt, was zu Interessenkonflikten führen könnte. Die FDP im bayr. Landtag schießt entsprechend scharf zurück. Alle anderen 11 Abgeordneten wurden akzeptiert.
Neben der Frage ob in einem 50-köpfigen Rundfunkrat tatsächlich 12 Landtagspolitiker nötig sind, was aus meiner Sicht mindestens 10 zuviel sind, wäre auch noch die Frage offen, was Gestalten wie Markwort überhaupt für eine Medienkompetenz haben. Bei Markwort fällt mir immer nur das legendäre Interview von Roger Willemsen mit ihm ein, welches einst aus Anlaß des 2-jährigen Jubiläum des Focus entstand. Viel verändert haben soll sich seit dem in der Weltsicht von Markwort angeblich nicht...


https://www.bayerische-staatszeitun...artikel/br-rundfunkrat-lehnt-markwort-ab.html
 
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#2
Glaub mir Kulti, Du machst dich gerade richtig lächerlich. Ich kann das nicht "durchgehen" lassen oder "übersehen". Medienkompetenz? Nein. Das ist ganz schlechter Stil, mein Guter:
..wäre auch noch die Frage offen, was Gestalten wie Markwort überhaupt für eine Medienkompetenz haben.
Gestalten? Unkluge Formulierung. Medienkometenz anzweifeln? Ganz schlecht. Scheiße.

Hast Du ne Rechnung mit ihm offen?

Ich meine, es ist schon bemerkenswert, wenn du ein Interview von 1995 hervorzauberst. Und dann kommt noch ...

...Viel verändert haben soll sich seitdem in der Weltsicht von Markwort angeblich nicht.
Du weißt es also nicht, hast das nur mal so gehört... Oder so ähnlich.

Das ist Waschweib-Niveau! Müll!
 
#3
Man kann sich aber schonmal darüber wundern dass 24% der Mitglieder des BR-Rundfunkrates Bayerische Landtagsabgeordnete sind - und hinterfragen ob das gut ist. Aber es geht noch besser:
Mit Dr. Florian Herrmann (CSU) sitzt da sogar ein Staatsminister.
So sieht es das Bayerische Rundfunkgesetz vor.

Vergleichsweise der Rundfunkrat des NDR:
59 Mitglieder, davon 11 Mitglieder politischer Parteien, zwei davon Abgeordnete aus Landesparlamenten.

Und man kann sich über die FDP wundern, die gerade so von oben an der 5% Hürde in Bayern kratzt, und nun so ein Bohei um ihren abgelehnten Ehrenamtler macht.
Immerhin hat der Rundfunkrat selbst Markwort als Mitglied abgelehnt - nicht der BR, der da sowieso kein Mitspracherecht hat. Wenn Markwort im Link von @Radiokult korrekt zitiert wurde, ist sein Vorwurf gegen den BR einfach nur Mumpitz sachlich falsch. Und Eigenlob auch noch.
 
#4
Finde die Haltung des BR völlig richtig. Markwort ist ein knallharter Privatfunk Lobbyist und so einer hat bei einer öffentlich-rechtlichen Anstalt nichts zu suchen. Jedenfalls droht da jetzt eine neue juristische Schlammschlacht. Ende offen.
 
#5
Ah, was ich eben vergessen habe noch zu erwähnen - der BR selbst war Herrn Markwort anscheinend bislang sehr gewogen, und hat ihn 10 Jahre lang eine Sendung moderiere lassen. Ich nehme an, selbstverständlich nicht ehrenamtlich.
 
#6
Ach Zwerg, was soll ich darauf antworten? Markwort ist aus meiner Sicht eine fast schon tragische Figur. Sein Focus war sowas wie die Bild der Nachrichtenmagazine, was sich nach seinem Abgang als Chefredakteuer durchaus verändert hat. Er schrieb unter Pseudonym in jenem Blättchen Lobeshymnen auf den FC Bayern, ein journalistisches NoGo, weil er zugleich Aufsichtsratsmitglied der Bayern war. Erst als das aufflog, hörte es auf. Ausgerechnet jener Focus mit den besten Kontakten in die Bayern-Chefetage berichtete als erster über Hoeneß' Steuergeschichten, brachte den Vereins-Präsi also zu Fall, um ihn anschließend wieder hochzujubeln. Ein Schelm wer bei sowas böses denkt oder es zumindest sehr merkwürdig findet. Von diversen anderen Merkwürdigkeiten in den Berichten des Focus, siehe unter anderem das Interview von Willemsen, fange ich gar nicht erst an.
Markworts Moderationen beim bayerischen Verschnitt des Internationalen Frühschoppens kann man an verschiedenen Stellen im Netz begutachten. Soll sich da jeder selbst ein Bild von machen. Ich persönlich fand ihn dort aus verschiedenen Gründen eine ziemliche Fehlbesetzung.

Das ist Waschweib-Niveau! Müll!
Das kannst du gerne so sehen. Ich betrachte eher Fakten, Fakten, Fakten. Das ich bestimmte Formulierungen hier so niederschreibe wie ich sie niederschreibe und nicht deutlicher, ist letztlich nur eine Art Selbstschutz. Aber da kommst du vielleicht auch noch dahinter. Die Fakten in der Causa Markwort sprechen jedenfalls deutlich dagegen, dass der Mann auch nur ansatzweise irgendwas im Rundfunkrat irgendeiner ÖR-Anstalt zu suchen hat.
 
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#8
Das ist doch relativ einfach zu beantworten. Erstens kann er als Moderator nur reden und sonst nichts. Zweitens kann er sich dabei nur mit einem bestimmten Thema x beschäftigen und mehr nicht. Als Mitglied des Rundfunkrates kann er allerdings über jede Menge Rahmenbedingungen den BR betreffend mitentscheiden, von Programmperspektiven und -strukturen bis hin zu Fragen der Verbreitung. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied.
 
#9
Nur weil die Leser dieses Threads eventuell etwas irritiert sein könnten:

Meine Kritik an @Radiokult und sein Posting oben bezog sich auf den "Stil", die verwendeten Formulierungen.

Man kann solch einen Text auch anders schreiben, ohne auf sein Unwohlsein ob der Person/Thema beim Schreiben zu verzichten. Wir sind hier ein Forum, keine Zeitung. Insofern kann man hier durchaus auch mal richtig Farbe bekennen und deutlich zum Ausdruck bringen! Das passt schon! Aber der Ausdruck muß "stimmen"! Darum gehts mir!

PS: Wenn ich Leute mit "Gestalten" betitele, habe ich einen ganz schlechten Start.
 
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#10
M. ist Vollblut-Medienmensch, ueberzeugter Liberal-Konservativer und streitbar. Dass solche Persoenlichkeiten in ARD-Rundfunkraeten eher Mangelware sein duerften, braucht nicht viel Fantasie.

Wer dann noch glaubt, M. wuerde diesen Posten dazu nutzen wollen, dem BR von innen heraus erfolgreich zu schaden, setzt sich abends wohl auch den Aluhut auf.

Den Vorwurf, einen solchen Posten als Karriere-Vehikel oder Funktionaersendlagerstaette zu nutzen, koennte man ihm sicher auch nicht machen.

Aber im Grunde ist mir das sehr egal, wer da rumsitzt und auch was der BR letzlich versendet. Fuer Unterhaltung gibt's Netflix und fuer Nachrichten die PI-News (Letzteres war ein Scherz, schreib ich besser dazu).
 
#13
M. ist Vollblut-Medienmensch, ueberzeugter Liberal-Konservativer und streitbar. Dass solche Persoenlichkeiten in ARD-Rundfunkraeten eher Mangelware sein duerften, braucht nicht viel Fantasie.

Den Vorwurf, einen solchen Posten als Karriere-Vehikel oder Funktionaersendlagerstaette zu nutzen, koennte man ihm sicher auch nicht machen.
Wohl wahr. Das ist ein undotiertes Ehrenamt, als Karrierebeschleuniger nun echt nicht das Mittel der Wahl.

Medienmenschen sind aber auch erklärterweise nicht die Berufsgruppe, aus denen sich die Rundfunkräte zusammensetzen sollen.
 
#14
Focus ist einst als "Häppchen-Stern" gestartet und mittlerweile zusammengeschrumpft zum Farbprospekt für Allerlei (aus dem dann Gutachten, Studien, Rankings und Gütesigel konstruiert und verkauft werden). Mit echtem Journalismus hat das nie etwas zu tun gehabt.
 
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