Bücher/Biografien (Marktchancen)


LIVE

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Hallo,

hat jemand eine Ahnung, wie groß der Markt für "Promi"-Autobiografien (oder auch Sachbücher) ist?

Mir schweben so zwei, drei Sachen vor ... Es geht um Sport-Kommentatoren, Ex-Sportler (bzw. Trainer). Sind jetzt nicht Leute der A-Kategorie, also nicht welche, die einen super, super Bekanntheitsgrad haben und das auch noch in der Gegenwart.

Ich sage mal so Kategorie B bis C. Es sind schon Leute, die was vorzuweisen haben (und keine Dschungelcamp-Anwärter).

Nehmen wir mal Fernsehjournalisten: Wie gut hat sich wohl Marcel Reifs Buch verkauft (oder eins von Wolff Fuss oder von Birgit Schrowange) - oder DA SIND WIR EHER an meinem Beispiel wie gut gingen wohl Bücher von Claudia Neumann oder Frank Buschmann weg ...?

Schon klar, dass das alles schwer zu taxieren ist, vom Verlag und der Vermarktung abhängt - und es geht letztlich natürlich auch, was dann an Geld reinkommt ...

Ich werfe jetzt mal mutig Zahlen in den Raum: Mir erscheinen 15 000 verkaufte Exemplare für jemand, der eine gewisse Bekanntheit und einen ordentlichen bis guten Ruf hat nicht für unrealistisch und würde mir mal vorstellen, dass so ein Buch so 15 bis 25 Euro kostet und bei dem/den Macher(n) da dann ein, zwei Euro pro Exemplar hängenbleiben.

Wenn ich mal von mir ausgehe, kommen, wenn ich in einem Laden stehe grundsätzlich Reif, Fuss, Busch- und Neumann alle infrage, aber ich würde sicher höchstens mit einem Exemplar aus dem Laden gehen, wenn ich nicht schon vorher eine feste Kaufabsicht habe.

Viele Grüße LIVE
 

Mannis Fan

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hat jemand eine Ahnung, wie groß der Markt für "Promi"-Autobiografien (oder auch Sachbücher) ist?
Schau dir einfach mal die Regale in den Buchhandlungen deines Vertrauens an, und du bekommst eine Vorstellung davon, dass dieser Markt erheblich ist. Sonst würde nämlich kein Verlag das Zeug drucken.
Von den von dir aufgezählten Namen - interessiert mich persönlich keiner, ich kenne nicht einmal alle. Die Herren Fuß und Buschmann musste ich erst einmal googeln. Das sind also vielleicht die falschen Beispiele für deine Frage, denn das sind in meinen Augen keine Promis, sondern (Sach-) Buchautoren, Journalisten, die nicht nur Funk sondern auch Print können.

Die letzte Promi-Autobiografie, die ich gelesen habe, war jene von Keith Richards. Das ist in etwa das Kaliber, das ich als "Promi" bezeichnen würde.
 

LIVE

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Hallo, ich meinte mehr den "individuellen Markt".

Danke für die "Promi"-Belehrung ...

Klar ist natürlich, dass nicht jedes Buch gleichermaßen gehen wird, aber wenn ich nun drei Keith-Richards-Bücher vor mir im Regal sehe oder als evtl. anders Interessierter eins von Fuss, eins von Buschmann und eines von Claudia Neumann, dann wäre halt interessant, wie viele ETWA eines der jeweiligen Bücher kaufen ... Wenn man einen Gesamtüberschlagswert hätte, könnte man in Relation zu den verschiedenen Büchern so etwa eine potenzielle Reichweite ermitteln.

Viele Grüße LIVE
 

chapri

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Zu Zeiten des Internetbooms begnügen sich selbst alteingesessene Publikumsverlage mit einer Erstauflage von MAXIMAL einem Drittel der von Dir erträumten Menge für Bücher. Die Konkurrenz ist groß: Fast 18000 Verlage bieten bei einem Grundangebot von rund 1 Mio. deutschsprachiger Bücher jährlich fast 80000 Neuerscheinungen an!
Sollte man feststellen, dass trotz Lektoratsaufwand, ISBN-Beschaffung nebst VLB-Listing (im "Verzeichnis lieferbarer Bücher), Herstellungskosten, Werbekosten (Messen, Anzeigen und Lesungen) und Vertriebsaufwand (bis hin zu Vertretern)
ein, zwei Euro pro Exemplar hängenbleiben
kann man immer noch eine zweite Auflage hinterherschieben.
In Eigenregie siehts ähnlich aus! Dann lieber als eBook via A...zon...
[Media Control bezeichnet z. B. gar Roberto Blancos Bio - immerhin Sportbegeistert; Erstauflage 2017 als Hardcover zu 10 EUR Neupreis - als FLOP.]
 

LIVE

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Also zumindest von Manni Breuckmann gibt es schon Was: Manni Breuckmann, 50 legendäre Szenen des deutschen Fußballs | eBay Glaube, er hat seine Geschichte auch schon geschrieben.

Verstehe ich das richtig, chapri, du meinst, dass weniger als ein, zwei Euro pro Exemplare (umgerechnet) auf die Autorenseite wandern?

Was wäre denn ein guter Verkauf, was ein sehr guter?

Wenn es nicht gerade um Reclam-Hefte von "Kabale und Liebe" geht, dürfte ja der Hauptverkauf innerhalb von einem halben Jahr, Jahr (oder noch kürzer) liegen, auch wenn immer nochmal irgendwas verkauft werden mag.
Also, man würde erstmal mit einer kleinen Auflage (z. B. also 5000) starten?

Wie mag das bei Marcel Reif (oder meinetwegen Keith Richards) sein, kriegen Stars eine Fixsumme (plus Erfolgsbeteiligung) oder läuft es gerade nicht so, weil sie selber auch wissen, dass ihre Sachen recht gut gehen?

Viele Grüße LIVE
 

chapri

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Es hängt doch alles von Bekanntheit, Nachfrage und Angebot ab.
IMHO würdest Du eher bei einer dreistelligen Auflage starten.
Ich würde vierstellig als gut ansehen und fünfstellig als sehr gut.

"Richtige" Stars werden ohne GARANTIERTE Fixsumme gar nicht erst den Mund aufmachen, denke ich mal.
Michelle Obamas Bio hat sich 10 Mio. mal verkauft - stelle das mal ihrer Bekanntheit gegenüber :)

Das Börsenblatt informiert über die Erstellungskriterien der Bestsellerlisten,
der Merkur über nachlassende Nachfrage gerade bei Sportler-Biografien,
der BooksOnDemand-Autorenpool schwadroniert über Bestseller-Auflagen und
das Deutsche Schriftstellerforum behandelt die A..zon-Verkaufszahlen.

Verstehe ich das richtig, chapri, du meinst, dass weniger als ein, zwei Euro pro Exemplare (umgerechnet) auf die Autorenseite wandern?
Yepp!
 

LIVE

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Wie wenig denn dann?

Nun gut, anderer Punkt: Buchhändler (wenn sie denn mal aufhaben DÜRFEN) werden wohl auch weniger zwangsbeglückt. Sie müssen Buch X ja erstmal im Angebot haben.

Nun sind aber doch "Promis" immer wieder in Talkshows, regelrecht auf Tour: Wie viel das bringt lässt sich sicher schwer sagen, aber so viel Aufwand /inklusive Schreiben vorher) macht man den mit der Aussicht auf weniger als 1000 Verkäufe (und deiner Rechnung nach dann deutlich weniger als 1000 Euro Gewinn)?

Gibt es eigentlich auch TV- oder Radio-Werbung für Bücher (für Sachbücher auch)? Kann mich nicht erinnern, dürfte auch selten sein, müsste aber eigentlich (trotz hohen Aufwands und trotz Kosten) vorkommen ...
 

chapri

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zu 1.: Cents, abhängig von Auflage und Aufwand.
Zu 2: Spotpromis erhalten von der ARD offiziell kein Honorar für Interviews, aber ihre Kosten fürs Antreten werden von der Rundfunkanstalt voll ersetzt. Übrig bleibt Steigerung des Brekanntheitgrades und Werbung fürs Buch.
Zu 3: Derzeit nicht - und es ist auch nicht absehbar. Da sind die Autoren i. d. R. auf die Werbung in Buchhandlungs-Schaufenstern, Zeitschriften und durch Rezensionen angewiesen. Und das kostet den Verlag natürlich auch wieder Geld...
 
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CosmicKaizer

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Radiowerbung für Bücher: spontan fällt mir Herr Rossmann ein, der vor zwei, drei Jahren auf den Baum kletterte und in diesem Herbst pünktlich zu Weihnachten penetrant häufig den neunten Arm des Oktopuss bekämpfte. Inforadio hat wenig Werbung - Herr Rossmann war in diesem Herbst häufig mit dabei.
 

count down

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Es soll sogar eine deutsche Promi-Autobiografie gegeben haben, deren Erstauflage einen Tag nach Erscheinen die 100.000-Marke überschritten hat.
 
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chapri

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Einen Tag nach Erscheinen wurde noch die Erstauflage erhöht?!?
Dann hat er wohl noch sein Manuskript hinterhergeworfen :)
 
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chapri

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@LIVE Wenn eine Bio in Absprache mit einem seriösen Publikumsverlag entsteht UND dieser Verlag gute Verkaufschancen sieht, kann ein Honorar im einstelligen Prozentwert des EK-Preises (z. B. bei fünfstelliger Auflage i. H. v. von 5%) winken.
Die Bestsellerautoren Klüpfel und Kobr hatten schon mal einen beeindruckenden Rechtsstreit...
 
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