Bundestagswahl 2017


Was ist denn daran ein Duell? Nach vorgegebenen Spielregeln dürfen vier handverlesene Stichwortgeber Themen aufrufen, die dann mit den altbekannten Worthülsen erschlagen werden.
Dass sich unsere Fernsehanstalten so am Nasenring durch die Arena ziehen lassen, ist schon beschämend genug. Das ganze dann auch noch in den Kontext einer "demokratischen Entscheidung" zu rücken, ist allerdings ein Witz.
Was kann ich denn demokratisch entscheiden? Habe ich als Wähler dann die Möglichkeit, Merkel oder Schulz zu voten? Nein! Ich bin dazu verdammt, ihre jeweiligen Parteien zu wählen, auch wenn sie mir noch so fade erscheinen. Unter Duell stelle ich mir wahrhaftig etwas anderes vor.
 
Noch kein Kommentar zum Duell gestern? Ich fands langweilig und eigentlich könnte man sich beide auch in einer WG vorstellen.
Schulz war aber nicht schlechter als Merkel. Ich fand ihn durchaus sympathisch, ob das allerdings reicht um es in 3 Wochen spannend zu machen, muss man abwarten.
 
die sind wie ein altes Ehepaar aufgetreten. Schulz wirkte auf mich nervös, so schnell, wie er die Sätze runter rattete. Ansonsten wurde zuviel über Trump und Erdogan geredet. Innenpolitische Themen aus Bildung, Gesundheit, Umwelt etc. kamen kaum oder gar nicht vor.
 
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Neben Sozialem, Umwelt und Bildung hab' ich außenpolitisch schmerzlich die EU vermißt. Mir fehlte eine gute Idee für die Zukunft der EU. Mal davon ausgegangen, daß Deutschland im Augenblick der treibende Motor ist, hätte ich mir da schon einige Worte gewünscht über Strukturierung und Programme. Ich sehe einen Großteil der Lösungen für die Probleme, die Deutschland derzeit ausbaden darf, auf dieser Ebene, also kann man da ruhig mal was dazu sagen.
In diesem Zusammenhang hätte ich auch gerne was über die Wirtschaft gehört. Das ewige Wachstum der Wirtschaft wird uns noch ordentlich Probleme bereiten, wenn wir nicht langsam mal darüber nachdenken, die Schulden auf ein erträgliches Maß zu reduzieren ("erträglich" gemessen an der Quote, nicht an der Summe bitt'schön), und an den Überschüssen feilen, die international für ordentlich Sprengstoff sorgen. Wir pusten mit aller Gewalt eine Blase auf, die nicht nur, aber vor allem uns irgendwann um die Ohren fliegen wird.
Und ich gestehe, daß ich stellenweise von der Moderation etwas enttäuscht war. Ich hab' mir bestimmt keine Krawallmacher gewünscht, aber ein paar Nachfragen, die eher die Unterschiede als die Gemeinsamkeiten zum Thema hatten, wären kein Fehler gewesen.

Und ich hab' mich am Ende nicht zum ersten Mal gefragt, warum ich mir diesen Scheiß angetan habe. Gleichzeitig hab' ich mich aber auch bei dem Gedanken erwischt, daß mir so eine Sendung wahrscheinlich ganz gut gefallen hätte, wenn sie außerhalb des Wahlkampfs gelaufen wäre. Relativ wenig Allgemeinplätze, die Floskeln hielten sich auch in Grenzen ... es war aber der falsche Anlaß und die falsche Besetzung.

Gruß
Skywise
 
eigentlich könnte man sich beide auch in einer WG vorstellen.
Für eine schwarz-gelbe Koalition fehlen (AfD)Stimmen. Schwarz-Grün-Gelb
kann ich mir in Berlin nicht vorstellen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen,
dass es wieder auf eine Große Koalition hinaus läuft. Von daher ist es
verständlich, dass sich Angela Merkel und Martin Schulz nicht die Köpfe
einschlagen.
 
Ich tippe mal folgende Konstellation nach der Wahl:

- Es bleibt bei der GroKo
- Merkel bleibt Kanzlerin
- Schulz wird Vizekanzler und Außenminister (dort kann er seine EU-Erfahrungen/Kontakte nutzen)
- Gabriel wird Verteidigungsminister
- Von der Leyen ggf. Finanzministerin oder Wirtschaftsminister, oder irgendwas Hohes auf dem Weg zur ihrer Kanzlerkandidatur in 4 Jahren
- Fraglich ist, wer nach der Wahl SPD-Chef wird. Schulz, Barley, Gabriel?
- Pusht die CDU Julia Klöckner auf einen wichtigen Bundesposten, oder stolpert sie über ihre Wahlniederlage in RLP?

Auch wenn die Wahl wenig Spannendes zu bieten haben wird, die Ministerposten sind da immer noch das Salz in der Suppe
 
Und ich hab' mich am Ende nicht zum ersten Mal gefragt, warum ich mir diesen Scheiß angetan habe....
:D War denn Anderes zu erwarten als ein Kuschelpop-Duett? Zweifellos bleibt Merkel Kanzlerin und Schulz träumt vom Mitregieren.

Das Beste an dem Abend war "Volksmoderator" Thomas Gottschalk bei Anne Will: „Dass es kein Unterhaltungsfeuerwerk werden würde, habe ich gewusst. Aber es war ja nicht mal ein Feuerwerk.“
Focus am Montag: "Thomas Gottschalk vergleicht TV-Duell mit Physikstunde"

Die Fünfkampf-Runde der Kleinen mit Sonia Seymour Mikich gestern war da etwas lebendiger:

DLF: Nitsche, Mikich, Wagenknecht, Özdemir, Herrmann, Lindner, Weidel
Dazu geschickte eine Optik: gross und mittendrin der "Sicherheitskandidat" Herrmann, CSU,
an der Mitte beteiligt die Grünen und die FDP,
Wagenknecht, die Linke - links aussen / Weidel, AfD - rechtsaussen.

Warum darf eigentlich GroKo-Mitglied Joachim Herrmann hier mitspielen? :rolleyes:
 
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- Schulz wird Vizekanzler und Außenminister (dort kann er seine EU-Erfahrungen/Kontakte nutzen)
Dort kann er die Klinken polieren, an denen er früher nur angeeckt ist. Ich kann mich gar nicht genug über diese Aussicht freuen.

- Fraglich ist, wer nach der Wahl SPD-Chef wird. Schulz, Barley, Gabriel?
- Pusht die CDU Julia Klöckner auf einen wichtigen Bundesposten, oder stolpert sie über ihre Wahlniederlage in RLP?
Meine Vermutung (inkl. Hoffnung) ist, daß die SPD sich nach der blassen Vorstellung von Schulz nach was Neuem an dieser Stelle umschaut. Allerdings hat sie ein echtes Problem, jemanden mit Profil zu finden, der sich dringend an dieser Stelle verheizen lassen möchte. Ausgerechnet Herr Müntefering hat mir mit seinem Kommentar aus der Seele gesprochen, dem nach all den Jahren der Zuständigkeit plötzlich aufgefallen ist, daß sich das Stammklientel der SPD im neuen Wahlprogramm seiner Partei gar nicht mehr so richtig wiederfindet. Um die Schäfchen wieder ins Trockene zu holen, bräuchte es einen Anti-Schröder, der der "Partei der Neuen Mitte" eine klare Absage erteilt und die Genossen wieder in Richtung Soziales einnordet. Was auch schon beim aktuellen Wahlkampf hätte geschehen können, denn in dieser Richtung liegt Potential. Toi toi toi.
Julia Klöckner hat sich für ihre Verhältnisse erstaunlich ruhig verhalten. Was ihr meiner Meinung nach ganz gut zu Gesicht steht. Ich vermute, daß sie, weitere Artigkeit vorausgesetzt, sich als Nachrücker für irgendeinen frei werdenden Ministersessel ins Gespräch bringen könnte. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, daß sie die nächsten Jahre im Hintergrund werkeln wird, um sich für den nächsten Wahlkampf besser zu positionieren. Die Wunde in RLP war noch zu tief und zu frisch, um das für den aktuellen in Angriff zu nehmen, zumal sie auch während der heißen Phase emsig Foulspiel mit Angela Merkel betrieben hat. Würde mich nicht wundern, wenn wir irgendwann ein Kabinett haben, in dem eine Julia Klöckner und ein Karl-Theodor zu Guttenberg in trauter Zweisamkeit nebeneinander hocken. Für die weitere Unterhaltung wäre dann auf jeden Fall gesorgt - die bissige Stute und der Salamischeibenservierer ...

Die Fünfkampf-Runde der Kleinen mit Sonia Seymour Mikich gestern war da etwas lebendiger:
Zugegeben, lebendiger war die Chose, aber auch extrem oberflächlich, für den Austausch von Argumenten war ja praktisch gar keine Zeit. Wagenknecht und Lindner haben mich allerdings beeindruckt mit der Routine, mit der sie Sachverhalte auf den Punkt bringen konnten. Ursprünglich hatte ich ja geglaubt, daß gerade die Diskussionsrunde und die Oberflächlichkeit der Themen der AfD in die Karten spielen müßten, da ja niemandem wirklich die Zeit blieb, Schlagworte vernünftig zu untermauern, aber Frau Weidel hat's meines Erachtens nicht geschafft, diese Spielwiese vernünftig zu nutzen, stattdessen war sie diejenige, die sich am deutlichsten verzettelt hat.
Ich bezweifle trotzdem, daß der Wähler, der sich die Sendung ohne Vorkenntnisse der Wahlprogramme angeschaut hat, wirklich Nutzen aus dieser Sendung ziehen konnte.
Und irgendwie würde ich meine Aussage von gestern, die mit dem Scheiß und dem Antun, auf diese Sendung ausweiten wollen :D

Gruß
Skywise
 
Die Gescheiteste von all den Figuren ist nach meinem Eindruck Frau Wagenknecht. Daher wundert es mich auch nicht, dass sie von allen politischen Gegnern so dämonisiert wird.
Bin mir nur nicht so sicher, ob ein scharfer Verstand, der auch noch Zu- und Missstände präzise benennt, vom Wähler wirklich gewollt wird.
 
Die 5er Runde gestern war moderationstechnisch ein Super-GAU und eine Farce! Da stehen 5 Kandidaten, aber nur 3 werden zu einem Thema befragt. Kommt es mal zu einer Diskussion unter den Parteivertretern wobei das müde Trauerspiel in Fahrt gerät, bremst meist die übereifrige Moderatorin sofort aus und unterbricht. Was waren das für 2 Laien-Moderatoren??

Dagegen sind diese Youtube-Stars mit ihren Fragen an die Kanzlerkandidaten ja richtig clever und professionell.

Ich dachte schon, diese vielen Wahlplakate nerven mich, aber diese TV-Debatten gehen mir jetzt richtig auf den Senkel. Ich bin froh, wenn die Wahl vorbei ist und die Omnipräsenz dieser Politiker (zum Teil) aufhört...
 
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Duell: Ich dachte auch, die beiden nehmen sich gleich in den Arm und geben sich Küsschen. Wenn man die große Koalition fortsetzen will, dann pisst man sich eben nicht ans Bein. Dann tut man nur so, als gebe es einige wenige Punkte, bei denen man unterschiedlicher Meinung ist. Was für ein Schmierentheater. Und zum Moderatorenteam: Vier Fragenvorleser bei zwei "Kontrahenten" - was soll das? Nur 1 Moderator/in hätte viel besser nachhaken und mehr Tempo in die Sendung bringen können. So blieb nur der Proporz: Jeder darf mal eine Frage stellen.

5er-Runde: Viel zu wenig Sendezeit bei fünf Kandidaten. Die Sendung hätte zwei Stunden lang sein müssen. Dazu noch noch dieser Blödsinn mit den Updates zur bisherigen Redezeit der einzelnen. War klar, daß da die Moderatoren unter Druck geraten und teilweise auch pampig wurden. Ansonsten spannender als das "Duell".

Bin mir nur nicht so sicher, ob ein scharfer Verstand, der auch noch Zu- und Missstände präzise benennt, vom Wähler wirklich gewollt wird.
Ich denke, Nein. Ich halte die Deutschen für ausgesprochen harmoniesüchtig mit wenig Streitkultur. Deswegen hat der Angreifer oft auch die schlechteren Karten in Sachen Sympathie beim Wähler.
 
Die Gescheiteste von all den Figuren ist nach meinem Eindruck Frau Wagenknecht.
Das mag schon sein. Aber deshalb bin ich noch lange nicht mit Allem was
sie sagt einverstanden. Und Intelligenz ist noch lange keine Garantie für
eine gute Politik. Gepaart mit Redegewandtheit lassen sich die Leute damit
sogar für dumm verkaufen. Alles schon passiert, leider.
 
Ich fand es erschreckend, dass eine AFD-Politikerin beim ZDF auftreten durfte. Noch erschreckender, dass sie aus dem Studio verschwand, da sie offensichtlich keine Argumente mehr hatte.

Sowas muss man bei der ARD und beim ZDF zukünftig verhindern, es ist eine Schande (!!!!) für den ÖR-Rundfunk, den Rechtspopulisten eine Bühne zu geben!
 
Sowas muss man bei der ARD und beim ZDF zukünftig verhindern, es ist eine Schande (!!!!) für den ÖR-Rundfunk, den Rechtspopulisten eine Bühne zu geben!
Wie kann man Populisten besser das Wasser abgraben als durch gezielte Fragen und der Bloßlegung von Argumenten in der Öffentlichkeit? Augenscheinlich bringt's doch nix, die Guerilla-Taktik der AfD mitzumachen und gegen deren Schlagworte so zu sticheln wie die AfD selbst gegen die große Politik und die Medien. Ich glaube, die größte Achillesferse dieses Stammtischs ist genau die öffentliche Bühne, auf die sie drängen. Und damit meine ich nicht die Politik, denn in den politischen Gremien, in denen die AfD vertreten ist, macht sie vor allem durch viel Aktionismus mittels Anfragen und Anträgen auf sich aufmerksam, was aber in den meisten Fällen politisch eher als Hemmschuh denn als Bereicherung empfunden wird und in der Öffentlichkeit gar nicht wirklich ankommt (und wenn, dann erntet man von manchen Bürgern so was wie "Endlich kommt mal Bewegung in die Sache", auch wenn man denen öfters versucht zu erklären, daß der Landtag zu Thüringen mangels Zuständigkeit nicht über die Europäische Währung entscheiden kann - kein Witz übrigens). Ich spreche eher von den Medien, der so viel gescholtenen Lügenpresse. Was konnte denn Schöneres passieren als der Nierentritt von Tim Sebastian in die Richtung von Frauke Petry mit seinem Hinweis auf die Pressefreiheit? Und vielleicht gibt's ja einigen potentiellen Wählern (geschlechtsneutral) zu denken, daß eine Galionsfigur in einer öffentlichen Debatte lieber die Flucht anstatt Partei für ihren Parteifreund ergreift - wenn es allein hier schon an Argumenten und/oder dem Willen zu einem sachlichen Konter fehlt, wie soll es dann erst werden, wenn die Luft im Bundestag etwas heißer abgelassen wird als üblich?

Es ist schon ganz gut so, daß der AfD eine Bühne geboten wird. Ich glaube, der größte Fehler der ÖR wäre, die AfD zu ignorieren, denn damit gießen sie nur Öl ins Feuer. Schlimm genug, daß Herr Meuthen sich motiviert fühlte, mit einer Klage für mehr Sendezeit zugunsten der AfD zu drohen, nur weil seine Partei in der vorangegangenen Woche 'ne Viertelstunde weniger Thema war als die CDU ...

Gruß
Skywise
 
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@grün

Würde ich nicht so sehen. Immerhin steht ja auch diese Partei auch zur Wahl. Zensur bringt uns doch nicht weiter und wir wollen uns doch nicht auf eine Stufe mit den ganzen Trumps, Erdogans, Putins etc. dieser Welt stellen, wo andere Meinungen als die offiziellen nicht erwünscht sind.
Das ist nicht mein Demokratieverständnis.
 
Kann mir jemand erklären warum eine, wie Alice Weidel, die sich gegen die öffentlichen Rundfunkbeiträge ausspricht, von den Öffis eingeladen bzw. ihr zu diesem Punkt nicht auf den Zahn gefühlt wird? Immerhin profitiert sie doch von dem System, indem sie zum Beispiel medienwirksam eine Labershow verläßt.
 
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Kann mir jemand erklären warum eine, wie Alice Weidel, die sich gegen die öffentlichen Rundfunkbeiträge ausspricht, von den Öffis eingeladen bzw. ihr zu diesem Punkt nicht auf den Zahn gefühlt wird?
Das könnte dir jeder Journalist erklären. Leider gaibt es davon nicht allzu viele in den Radioforen. Vielleicht hilft fürs Erste die Kurzversion: Alles was relevant ist, findet auch im Programm/im Blatt statt. - Selbstverständnis eines jeden Journalisten, der diese Berufsbezeichnung verdient.
 
Tweety, hast schon irgendwie Recht! Vielleicht sollten wir der AFD vielleicht im nächsten Bundestag ne Chance geben und es genüsslich auskosten, wenn sie auf die Schnauze fallen! Schadenfreude ist doch (meistens) die schönste Freude!

Aber noch ein zweites Positives hat es auch: Dann werden Bundestagssitzungen wieder interessanter!

So habe ich das bisher übrigens gar nicht gesehen, aber daran merke ich, dass Diskussionen manchmal neue Denkanstäße geben, insofern danke ich Dir für diesen Post!
 
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Kann den Grölern und Tomatenwerfern jemand sagen, sie sollen einfach
ihre Kreuzchen bei ihrer Lieblingspartei, rechts oder links, machen.
Diese, auch weiblichen, Hohlköpfe brauchen ihren fehlenden Anstand
nicht auch noch öffentlich zur Schau stellen. Ich kann diese Leute wirklich
nicht für voll nehmen. Und ausgerechnet solche Barbaren meinen,
Deutschland und seine Kultur retten zu müssen. Kultur ist das
Gegenteil von diesen Dunkeldeutschen.
 
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