Bundestagswahl 2017


'Sagen wirs mal so, die Idealbesetzung sind alle Kandidaten nicht. Jetzt muss man sich mal überraschen lassen. Vor allem aber Karrenbauer halte ich für problematisch. Die Dame ist einfach viel zu farblos und ihr fehlt jegliches Charisma. Sowas braucht man in der heutigen Medienwelt aber auch um bei den Wählern zu punkten. Daran ist ja kürzlich auch schon Schulz gescheitert.
 
Friedrich Merz ist ein trojanisches Pferd der Finanz- Immobilien- und Waffenindustrie.
Mal ein kleiner Auszug aus einem Artikel, den Jens Berger dieser Tage über Merz auf den Nachdenkseiten veröffentlicht hat:

"Bevor er 1989 überhaupt „Berufspolitiker“ wurde, war er bereits Lobbyist des Verbands der Chemischen Industrie. (...) Von 2005 bis 2014 – bis 2009 noch neben dem Bundestagsmandat – war Merz als Partner der internationalen Anwaltskanzlei Mayer, Brown, Rowe & Maw LLP tätig – ein Schwergewicht der Branche mit einem Jahresumsatz in Milliardenhöhe, das zu den zwanzig größten Anwaltskanzleien der Welt gehört und vor allem Wall-Street-Firmen vertritt. Als Repräsentant dieser Kanzlei wurde Merz 2010 als Anwalt vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) beauftragt, einen Käufer für die marode WestLB zu finden, nachdem die Kanzlei Mayer Brown bereits die Auslagerung der Ramschpapiere dieser Bank im Werte von 77 Milliarden Euro in eine mit Steuergeldern finanzierte Bad Bank gemanagt hatte. Für Merz und Mayer Brown hat sich dieser Deal zweifelsohne gelohnt: Friedrich Merz, der in seinen politischen Reden stets darauf hinweist, dass der Staat kein Selbstbedienungsladen sei, bekam für seine Dienste ein Honorar in Höhe von 5.000 Euro – nicht pro Monat, sondern pro Tag! Indirekt bezahlt wurde dieses „Traumhonorar“ übrigens von all den Krankenschwestern, Paketboten und Handwerkern, sprich dem Steuerzahler. Sein Engagement war übrigens durchaus ein Erfolg; nur halt nicht für den Steuerzahler, sondern für das Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt, das bei der Übernahme der WestLB-Aktiva zum Zuge kam. Als Dank dafür durfte Merz den sicher gut dotierten Vorsitz des Verwaltungsrats von HSBC übernehmen, den er heute noch bekleidet. Den Steuerzahler kostete die Zerschlagung der WestLB hingegen 18 Mrd. Euro."

Mal ehrlich: Wollt ihr so jemanden als nächsten Bundeskanzler haben?
 
Nein, wollen wir nicht. Konservatismus bedeutet nicht, gleich eine Politik der sozialen Kälte zu veranstalten. Abgesehen davon: wo ist da der Neuanfang? Ich sehe ihn mit Merz nicht. Wenn es mit den Grünen wieder abwärts gehen sollte, holen sie dann auch Joschka Fischer wieder zurück in den Bundestag? Und was macht eigentlich Franz Müntefering? Hat der gerade Zeit?
 
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Ein wichtiges Ziel für die CDU ist es jetzt die AFD-Wähler wieder zurück zu gewinnen. Die "Merkel muss weg"-Kampagne der AFD ist seit gestern verpufft und es dürfte schwierig werden, andere Themen zu finden, um die Wähler zu halten.

Ich mache mir etwas Sorgen um die zunehmende Stärke der Grünen; müssen sich Autofahrer und Industriebetriebe (inklusive deren Belegschaften) Zukunftssorgen machen, wenn Grün an die Macht kommt? Ich hoffe, dass die CDU auch dort wieder Wähler zurück holt.
 
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Ich mache mir etwas Sorgen um die zunehmende Stärke der Grünen; müssen sich Autofahrer und Industriebetriebe (inklusive deren Belegschaften) Zukunftssorgen machen, wenn Grün an die Macht kommt?
Kommt drauf an. Die Grünen wollen ja nicht von heute auf morgen der Industrie, dem Handel oder den Bürgern den Hahn abdrehen, sondern wollen unter anderem die Umweltpolitik vorantreiben. Was erst mal keine allzu dumme Idee ist. Ich hoffe aber, daß sie nicht auf das Prinzip Blutspur setzen, sondern vor allem auf Innovation. Schaffen sie aber nur dann, wenn genügend Leute mitziehen und Verantwortung übernehmen; da Umwelt nicht automatisch an der Grenzlinie endet, hat sich da auf internationaler Ebene auch noch was zu tun, und da sehe ich im Augenblick viel mehr als nur ein Problem.

Ich hoffe, dass die CDU auch dort wieder Wähler zurück holt.
Keine Ahnung, wie viele Wähler in Hessen von der CDU zu den Grünen gewandert sind; tendenziell schätze ich mal, daß die SPD und die CDU in etwa gleich viele Wähler an die Grünen verloren haben. In Hessen gehe ich davon aus, daß auch die Personalie Al-Wazir eine Menge Menschen in diese Richtung gezogen hat, denn in der Öffentlichkeit "wirkt" der Mann (und weiß natürlich darum). Die Grünen waren bemerkenswert viel vor Ort und haben die Wahltrommel geschlagen. Merkt auch ein Wähler.

Und ich weiß, daß der letzte Absatz in absolutem Gegensatz zu dem Wahlergebnis der AfD steht, die Stimmen eingefahren haben, ohne daß sie irgendwo wirklich präsent gewesen sind. Im Bayernlande sah das vor ein paar Tagen noch völlig anders aus, denn dort war die AfD außerhalb der Großstädte aktiv.

Gruß
Skywise
 
Ein wichtiges Ziel für die CDU ist es jetzt die AFD-Wähler wieder zurück zu gewinnen. Die "Merkel muss weg"-Kampagne der AFD ist seit gestern verpufft und es dürfte schwierig werden, andere Themen zu finden, um die Wähler zu halten.

Ich mache mir etwas Sorgen um die zunehmende Stärke der Grünen; müssen sich Autofahrer und Industriebetriebe (inklusive deren Belegschaften) Zukunftssorgen machen, wenn Grün an die Macht kommt? Ich hoffe, dass die CDU auch dort wieder Wähler zurück holt.
Sorry, aber das ist Unfug. Die CDU/CSU hat es bis heute nicht geschafft, die Autoindustrie für ihr Versagen zur Rechenschaft zu ziehen. Stattdessen wird weiter Dreck abgelassen und die Umwelt geht den Bach herunter. Das Argument "Arbeitsplätze" greift nicht mehr. Wer Scheiße baut, soll dafür gerade stehen. Ist er dazu nicht bereit, gehört er entlassen. Selbstverständlich ohne Abfindung. Im übrigen würde ich vorsichtig sein, die Grünen als radikal zu bezeichnen, wie in einem anderen Thread geschehen. Diese Zeiten sind lange vorbei. Radikal ist eher die CSU geworden. Untypisch für Bayern.
 
@Mannis Fan
Mir ist das alles bekannt, was Merz da veranstaltet hat. Aber der Mann ist geradlinig und es fehlt ihm beispielsweise der Selbstdarstellungspathos von Spahn. Er würde ja erstmal nur Parteichef werden. Und dort kann er nur agieren, wenn er seine Partei hinter sich hat. Und die besteht ja nunmal nicht nur aus erzkonservativen Neoliberalen. Insofern dürfte die ihn schon im Zaum halten. Und selbst wenn er Kanzler werden würde, was ich persönlich eher nicht glaube, müßte er sich mit seinen Koalitionspartnern engagieren, denn die Zeiten von GroKo oder gar absoluter Mehrheit sind lange vorbei. Auch hier muss er auf einen größtmöglichen Konsens achten, denn um irgendwas durchzupeitschen muss es erstmal durch den Bundestag und den Bundesrat. Und das wird alles andere als einfach, denn das Vielparteienparlament wird uns noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Oder glaubt ernsthaft jemand, nur weil sich Merkel nun endlich zurückzieht, verschwindet die AfD wieder oder der Höhenflug der Grünen wäre zuende?
 
Persönliche Favorisierung ohne Begründung:
Tatsächlich wäre Merz das Beste, was den Parteien links von der Mitte passieren könnte.
AKK wäre Keuschheitsgürtel (christliches Pendant zur Burka).
Beim Spahn könnte ich jedesmal manchen zusätzlichen Liter mehr rauskotzen.
 
Echte Charaktere und Persönlichkeiten sind immer gut an Parteispitzen. In diesem Fall wäre Friedrich Merz tatsächlich eine gute Wahl für die CDU.

Das vermisse ich in der SPD auch; Nahles ist unerträglich, wenn ihre Hysterie in ihren Reden oftmals banale Züge erreicht. Die Justizminiesterin Barley wird nach Brüssel weggelobt und Kevin Kühnert, der Juso-Vorsitzende, ist zwar gegen alles, hat aber auch keine Konzepte, die SPD wieder nach oben zu bringen.

Vielleicht sollte man Sigmar Gabriel wieder aktivieren, bevor die SPD komplett abrutscht.
 
müssen sich Autofahrer und Industriebetriebe (inklusive deren Belegschaften) Zukunftssorgen machen, wenn Grün an die Macht kommt?
Wie kommst Du denn auf solch einen Bockmist? Autofahrer müssen sich Sorgen machen, wenn die hiesigen Hersteller weiterhin die internationale Entwicklung verpennen und statt dessen lieber tricksen und täuschen. Mit den Grünen hat das nichts zu tun. Und was ist falsch daran, wenn Industrien wie die Chemieindustrie, die Energiekonzerne, die Banken oder die Pharmaindustrie mal ans Verursacherprinzip erinnert werden: Für den Schaden haften, den man anrichtet (zum Beispiel an der Luft und der Umwelt) anstatt diese Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen.

Aber der Mann (Merz) ist geradlinig und es fehlt ihm beispielsweise der Selbstdarstellungspathos von Spahn.
An Selbstdarstellungskünsten fehlt es Herrn Merz aber gewiss nicht ...
 
Vielleicht sollte man Sigmar Gabriel wieder aktivieren, bevor die SPD komplett abrutscht.
Dafür das er in der SPD nichts mehr zu sagen hat, sagt er aber neuerdings durchaus richtige Sachen. Das scheint allerdings ein ganz allgemeines Problem von Berufspolitikern zu sein, dass sie immer erst zur Vernunft zurückfinden, wenn sie aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind. In der CDU gäbe es da ja auch so ein paar Beispiele...

Kevin Kühnert, der Juso-Vorsitzende, ist zwar gegen alles, hat aber auch keine Konzepte, die SPD wieder nach oben zu bringen.
Ach so? Im Gegensatz zu Nahles hat der zumindest eine Vision. Wie oft will die Nahles eigentlich noch verkünden, dass sie die Partei erneuern will? Vielleicht sollte sie langsam mal damit anfangen... und zurücktreten!
 
Wie kommst Du denn auf solch einen Bockmist? Autofahrer müssen sich Sorgen machen, wenn die hiesigen Hersteller weiterhin die internationale Entwicklung verpennen und statt dessen lieber tricksen und täuschen. Für den Schaden haften, den man anrichtet (zum Beispiel an der Luft und der Umwelt) anstatt diese Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen.

Das ist Polemik. Seit Einführung des 3-Wege-Katalysators, bzw. seit der teuren Nachrüstung damals sind die Autos immer suaberer geworden. Wem am modernen Kfz schon mal das AGR-Ventil hops gegangen ist, weiß wie teuer dieser Mist ist und welcher hochtechnische Aufwand betrieben wird, die Motoren immer sauberer zu machen.

Und wer jetzt auf E-Kfz pocht sollte sich über 2 Dinge im Klaren sein:

- der Strom für die E-Autos ist auch nicht 100% klimaneutral und ich behaupte, dass das deutsche Stromnetz aktuell nicht die Stromkapazitäten hat, würden plötzlich die meisten Autofahrer auf E umstellen. Da können RWE, Vattenfall und Co. beten, dass sich der Umstieg auf E-Mobilität noch 10 bis 20 Jahre hinzieht. Bezahlbar sind (gute) E-Kfz heute eh nicht.

- wer denkt, dass es mit den E-Kfz ruhiger auf den Straßen wird, täuscht: aus Sicherheitsgründen müssen die Hersteller von E-Kfz via Lautsprecher Motorgeräusche imitieren, damit die Fahrzeuge von (blinden) Fußgängern wahrgenommen werden. Also ist die Geräuschemission vergleichbar mit einem modernen Kraftstoff-Kfz.

Für meinen Begriff übertreibt man es in Deutschland ein wenig, was den Umweltschutz angeht. Was nutzt uns das beste Mülltrennungsmanagement in Europa, wenn von mir aus gesehen 20km weiter in Luxemburg alles in eine Tonne geworfen wird? In Frankreich und vielen weiteren EU-Ländern auch.
In Deutschland gibt es in 50(!) Städten Umweltzonen, ein Zehnfaches im Vergleich mit Frankreich, GB, Italien, Spanien, etc. Wenn europäisch gedacht und gehandelt werden soll, dann bitte auch hier immer gleich.

Oder sind die Deutschen tatsächlich so doof und sägen genau auf dem Indiestrieast, auf dem sie selbst sitzen, nämlich der Kfz-Branche? Wenn die EU uns da strengere Regeln aufsetzt und dies europaweit gleich macht, bitteschön. Aber davon ist nix zu hören. Die EU regelt die Krümmungsraten von Salatgurken und Längen von Spargel, aber an unserem Umweltmanagement gibt es nichts zu meckern. Das machen die Deutschen lieber intern selbst, wie auch Mannis Fan und ähnlich tickende Zeitgenossen beweisen.

Wo wäre Deutschland heute ohne seine starke (Automobil)Industrie? Vermutlich im Ranking hinter Spanien, Italien und Griechenland...

Daher weiterhin meine Meinung: die Grünen sind und werden keine Freunde der Industrie. Und das ist mindestens so gefährlich wie das rechte zündeln der AfD.
 
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Und wer jetzt auf E-Kfz pocht sollte sich über 2 Dinge im Klaren sein:

- der Strom für die E-Autos ist auch nicht 100% klimaneutral und ich behaupte, dass das deutsche Stromnetz aktuell nicht die Stromkapazitäten hat, würden plötzlich die meisten Autofahrer auf E umstellen. Da können RWE, Vattenfall und Co. beten, dass sich der Umstieg auf E-Mobilität noch 10 bis 20 Jahre hinzieht.
Ein Ammenmärchen für das sämtliche unabhängige (!) Belege fehlen. Ausserdem geht es überhaupt nicht darum, ob der Strom klimaneutral ist. Das alleine die Akkus der E-Autos aktuell durchaus noch ein Problem darstellen, Stichwort Entsorgung, ist kein Geheimnis. Der Punkt ist, dass mehr E-Autos die Lebensqualität vor allem in den Großstädten erheblich verbessern würden, denn zum einen würde der permanente Geräuschpegel sinken und die Luft in den Innenstädten würde ein Stück weit sauberer werden. Und davon würden letztlich alle etwas haben.

aus Sicherheitsgründen müssen die Hersteller von E-Kfz via Lautsprecher Motorgeräusche imitieren, damit die Fahrzeuge von (blinden) Fußgängern wahrgenommen werden.
Wo hast du denn diesen Unsinn her? Wir tun ja so als ob E-Autos völlig geräuschlos wären, was natürlich nicht der Fall ist.

Oder sind die Deutschen tatsächlich so doof und sägen genau auf dem Indiestrieast, auf dem sie selbst sitzen, nämlich der Kfz-Branche?
Das tun wir doch längst, allerdings im umgekehrten Sinne wie du das meinst. 1888 wurde das erste deutsche Elektroauto gebaut, welches weltweit auch als erster Elektro-PKW gilt. Um 1900 sollen 38% aller in den USA zugelassenen Fahrzeuge E-Autos gewesen sein. Was ist seit dem eigentlich passiert? Wir sind doch die, die Innovationen verpennt und uns brav auf die Ölindustrie verlassen haben.
 
Und wer jetzt auf E-Kfz pocht sollte sich über 2 Dinge im Klaren sein:

- der Strom für die E-Autos ist auch nicht 100% klimaneutral und ich behaupte, dass das deutsche Stromnetz aktuell nicht die Stromkapazitäten hat, würden plötzlich die meisten Autofahrer auf E umstellen. Da können RWE, Vattenfall und Co. beten, dass sich der Umstieg auf E-Mobilität noch 10 bis 20 Jahre hinzieht. Bezahlbar sind (gute) E-Kfz heute eh nicht.

- wer denkt, dass es mit den E-Kfz ruhiger auf den Straßen wird, täuscht: aus Sicherheitsgründen müssen die Hersteller von E-Kfz via Lautsprecher Motorgeräusche imitieren, damit die Fahrzeuge von (blinden) Fußgängern wahrgenommen werden. Also ist die Geräuschemission vergleichbar mit einem modernen Kraftstoff-Kfz.
Also, nein, der Strom für E-Autos ist auch nicht klimaneutral, aber es wäre ein guter Ansatzpunkt für weitere Entwicklungen. Und was die Ruhe angeht - ich glaube, daß parallel auch die Frage der elektrogestützten Fahrweise immer weiter vorangetrieben wird, insofern bin ich davon überzeugt, daß auch das Fahren auf absehbare Weise sicherer wird. Würde mich zumindest sehr wundern (und enttäuschen), wenn man die bisherigen Erfolge nicht optimieren könnte.
Herstellung und Akkus der E-Autos sehe ich mindestens als größere Probleme an, hinzu natürlich auch die Praxis, denn in Zeiten, in denen eine ganze Reihe von Autobesitzern über keine Garage oder sonstige Unterstellmöglichkeit verfügen, wird die Frage des Aufladens eins sehr interessante Herausforderung werden ...

Für meinen Begriff übertreibt man es in Deutschland ein wenig, was den Umweltschutz angeht.
Hm, nö? Also - daß europäisch gedacht werden soll, unterschreib' ich. Aber es geht auch darum, daß wir im Grunde genommen sogar schon hinter anderen Ländern herhinken, die deutlich mehr für die Umwelt tun; China beispielsweise (ich will jetzt bitte nicht darüber diskutieren, daß es in China grauslich ausschaut, was den Zustand der Umwelt angeht, aber genau das ist ja auch der Grund, weshalb man dort im Augenblick innovative Konzepte vorantreibt - China hat nicht viele Alternativen mehr zum Umweltschutz). Daß wir hinterher hinken - kann passieren. Nur lebt Deutschland vor allem von seinem Know-How und braucht daher ein Gespür für Technologien der Zukunft, und das beinhaltet auch die Fragen zur Umwelt. Auch wenn ich im Augenblick bezweifle, daß wir in Sachen Klimawandel noch die Kurve kriegen, infolgedessen also vermutlich auf einige sehr unangehme Zeiten zusteuern, in denen wir die Kettenreaktion genießen dürfen, die wir selbst sehenden Auges mit ausgelöst haben, so gehe ich doch davon aus, daß das ein sehr heißes Thema der Zukunft werden wird; galliger Wortwitz beabsichtigt.

Die EU regelt die Krümmungsraten von Salatgurken und Längen von Spargel, aber an unserem Umweltmanagement gibt es nichts zu meckern.
Na ja, also das mit den Salatgurken ist ja mittlerweile auch schon einige Jahre her. In den letzten Jahren hat die EU einige Dinge auf den Weg gebracht, die man teilweise schon mal lobend erwähnen kann. Unter anderem hat sie Vergaberichtlinien losgetreten, die den Kommunen im Grunde genommen die Berücksichtigung von sozialen und Umweltaspekten bei Ausschreibungen von Waren und Dienstleistungen nicht nur deutlich erleichtern, sondern sogar quasi vorschreiben. Da man mittlerweile auch auf europäischer Ebene spitzgekriegt hat, daß die öffentliche Hand eine gewisse Marktmacht hat und gemeinsam mit Nicht-Regierungsorganisationen einiges zum Laufen bringen kann, will man nun, daß die öffentliche Hand auch mal ihre eigene Vergabepraxis auf den Prüfstand stellt und auch wirklich mal klar zu erkennen gibt, daß sie selbst keine ausbeuterische Kinderarbeit fördern möchte, geschweige denn die Zerstörung der Umwelt.
Hierbei hofft die EU vor allem darauf, daß die einzelnen Stationen, ob Bund, Land oder Kommune, aus eigenem Antrieb Optimierungsmöglichkeiten entdeckt, denn auf europäischer Ebene gibt es diesbezüglich leider ein sehr unterschiedliches Engagement - einige Kommunen haben bereits Konzepte zur Verbesserung der umweltfreundlichen Beschaffung entwickelt, andere dagegen haben sich noch nicht mal Gedanken dazu gemacht; einige Kommunen können auf das Engagement örtlicher Unternehmen und Lieferanten zurückgreifen, andere dagegen haben relativ wenig Alternativen ...
Es tut sich also auf jeden Fall was in diesem Bereich.

Daher weiterhin meine Meinung: die Grünen sind und werden keine Freunde der Industrie. Und das ist mindestens so gefährlich wie das rechte zündeln der AfD.
Hm. Da bin ich mir nicht sicher. Bei der AfD beobachte ich vor allem, daß Sündenböcke gesucht werden. Kennen wir ja. Würden die Scheiß-Migranten hierzulande nicht so viel furzen, wäre unsere Umweltbilanz deutlich besser ... diese Richtung. Konstruktive Vorschläge, Dialogbereitschaft? Wenn wir drüber reden würden, wären wir schnell fertig.
Bei den Grünen dagegen merke ich gerade in den vergangenen Jahren immer mehr, daß man sich auf verschiedenen Ebenen deutlich dem Dialog geöffnet hat. So jemand wie die Herren Zetsche (Daimler) oder Blume (Porsche) auf Einladung von den Grünen (!) in einem Dialog mit Herrn Kretschmann zu sehen, ist schon extrem bemerkenswert. An anderer Stelle habe ich schon von Dialogen gehört, in denen gemeinsam mit der Industrie Konzepte für die Förderung des Umweltschutz entwickelt werden sollten. Der Kerngedanke dabei beruht in den mir bekannten Fällen darauf, daß es durchaus Unternehmen gibt, die konstruktive Vorschläge haben, die auch gewisse Ideen verfolgen, aber meistens jemanden brauchen, mit dem sie gemeinsam an einem Strang ziehen können, meint oft genug: die brauchen Versuchskaninchen, ob ein Konzept in der Praxis bei einem größeren Kunden funktioniert, sie brauchen Referenzkunden, sie brauchen jemanden, der ihre Ideen auf der politischen Ebene weiterträgt. Und zumindest in Sachen Umwelt scheint sich ein ordentliches, bundesweites Netzwerk entwickelt zu haben, auf das die Grünen zurückgreifen können. Sage ich mal so, da ich als Rheinland-Pfälzer ohne Parteibuch mich auch schon bei den bayerischen Grünen bei Veranstaltungen mal über Umweltkonzepte bei der Beschaffung auslassen durfte. Man muß ja nicht ständig das Rad selbst neu erfinden, sondern kann auch von anderen Kommunen lernen. Insofern: "Freunde der Industrie" werden die Grünen wahrscheinlich nicht. Aber zumindest arrangieren sich bestimmte Teile recht gut mit der Realität und lassen das Pauschal-Bashing auch schon mal ruhen, wenn sie merken, daß man auch gemeinsam an einem Strang ziehen kann.

Gruß
Skywise
 
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Danke für die sachliche Antwort auf solch einen Blödsinn. Ich könnte das nicht. Die Grünen mit der AfD in einem Topf zu werfen...Herr, lass Hirn regnen.

@ HeavyRotation25: schönen Urlaub auf Mallorca oder in Italien. Aber Vorsicht: wenn es blöd läuft, sehen wir dich nie wieder. Soviel dazu, einige Parteien übertreiben es mit der Umweltpolitik....
 
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@Berlinerradio du bist das beste Beispiel, warum der AfD die Massen zulaufen: Wenn man nicht deiner Meinung ist, wird ausgeteilt. Aber da bist du im selben von dir zitiertem, deutschem Topf. Immer schön dem Mainstream hinterher laufen und den Medien bei ihrer Hirnwäsche folgen, klappt bei vielen ja prima. Am Freitag z.B. setzte man stolz den Grünen-Vorsitzenden Habeck neben Welke in die Heute-Show. Diese ist mittlerweile bekannt als mediales Sprachrohr für Linksaußen in einer Art und Weise, dass es zum Fremdschämen ist. Schade eigentlich, denn das Konzept dieser Show ist grundsätzlich gut.

Oder schaut man auf die Facebook-Präsenz von SPON: seit Wochen täglich ein Bericht über die Band Feine Sahne Fischfilet. Eine Gruppe, die zur Gewalt gegen Polizei und Staat aufruft, aber deren Musik ansonsten eher lau ist, wird von irgendeinem Spiegel-Autor jeden Tag erwähnt. Mich würde mal interessieren, wie viele Abonennten SPON seitdem verloren hat, der Protest in den Foren ist groß. Diese Zuwendung an eine unbedeutende Links-Band ist peinlich, Tagesschau-Online schwimmt da auch mit. Sollte Medien nicht unabhängig sein? Aber beim Klickbaiting gehen viele mittlerweile über Leichen, die oben genannten füllen ihre sozialen Netzwerke erfolgreich mit dem täglichen rechts-links Wortkrieg der User. Ergebnis bisher: unentschieden, jeder pocht (wiedermal) auf seine Meinung. So spaltet man das Land erfolgreich.

Der aktuell hohe Zulauf zu den Grünen erklärt sich auch nicht durch ein neues, plötzliches Umweltbewusstsein der Wähler, sondern dadurch, dass die Grünen zur Zeit eine wählbare Alternative gegen die GroKo aber auch gegen die AfD ist. Das wissen die Grünen auch selbst und dieses Phänomen dürfte sich bei den kommenden Wahlen wieder relativieren.

Gerade die CDU wird wissen, wie man künftig die Wähler zurückgewinnt: am rechten Rand fischen und auch im Themenbereich der Grünen. So wird sich die Parteilandschaft auch verändern; CDU wird wohl am stärksten sein, AfD und Grüne (oh verdammt, wieder in einem Topf...) ungefähr gleichauf und die SPD könnte sich dahinter platzieren, sollte sich an der Spitze und den Themen jetzt nicht schlagartig etwas verbessern. Ich als zahlendes SPD-Mitglied bin erschrocken über eine Nahles an der Spitze und über das rumgeeiere seit dem erneuten GroKo-Zusammenschluss. Und echte Marken-Typen sind nicht in Sicht, die das Ruder herumreißen können.

Es würde der Medien- und Diskussionslandschaft in Deutschland sehr gut tun, wenn man die allzu oft gepredigte Toleranz mal anwenden würde. Andere Meinungen akzeptieren. Mittlerweile will jeder sein Denken durchsetzen, das ist hier im Forum auch nicht anders. So hat man der AfD tausende von Wählern in die Arme getrieben und diese Partei ist erschreckend steigend erfolgreich. Und das, obwohl die Medien die AfD wie ein Stiefkind behandeln durch Missachtung, weniger Rede- und Sendezeit. Auch deren Wähler pauschal als Nazis zu bezeichnen ist fatal und dumm. Man sollte sich den Begriff Nationalsozialist mal genau ansehen und hier gibt es auch keine Zustände wie vor dem 2. Weltkrieg, auch wenn das viele so sehen. Viele sind mit der Regierung unzufrieden, das ist der Knackpunkt.

Wenn die anderen Parteien so blöd sind, ihre Wähler zur AfD zu treiben, sollte man da vielleicht mal ansetzen. Bis heute sehe ich da keinen Lichtblick außer das Abtreten Merkels nach ihrer Amtszeit. Aber bis dahin wird es noch einige Wahlen geben.

Ich für meinen Teil bin hier raus, über das Medium Radio und der Tatsache, dass früher alles besser war, dürfte alles gesagt sein. Es wird nicht mehr besser, auch wenn ich und 100 andere aktive User hier das gerne herbeischreiben wollen. Es bleibt ein Wunschdenken und Nostalgie, das habe ich eingesehen und ich nehme das jetzt hin.

Einigen bietet diese Plattform offenbar noch Möglichkeiten, seine Wut über das allgemeine Leben zu äußern, andere möchten hier gerne die (ihre) Welt verbessern. Dabei wünsche ich weiterhin viel Spaß.

Ich melde mich hier ab und komme, wenn ich das für nötig halte, mit neuem Namen wieder.

Bis dahin..
 
@Berlinerradio du bist das beste Beispiel, warum der AfD die Massen zulaufen:
diese Behauptung reicht schon aus, um diese Diskussion mit dir nicht weiter durchzuführen. Und tschüss.....die Abmeldung sollte locker funktionieren.

Ich habe selten einen so großen UNFUG gelesen. Glückwunsch!

PS: Neuanmeldung unter zweitem Namen ist hier, verboten!
 
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Am Freitag z.B. setzte man stolz den Grünen-Vorsitzenden Habeck neben Welke in die Heute-Show. Diese ist mittlerweile bekannt als mediales Sprachrohr für Linksaußen in einer Art und Weise, dass es zum Fremdschämen ist. Schade eigentlich, denn das Konzept dieser Show ist grundsätzlich gut.
Mimimi... da saßen auch schon andere Politiker und haben sich ihr Fett abgeholt. Und mediales Sprachrohr für Linksaussen? Dann scheinst du andere Sendungen zu sehen als alle anderen. Da bekommen die Linken und die SPD genauso ihren Tritt in die Fresse, meistens zu Recht. Das die Verweise auf Vernunft, Menschlichkeit, ein friedliches Miteinander und gegen den ganz normalen täglichen Irrsinn in diesem Land für dich Linksaussen-Positionen sind, spricht allerdings für sich. Schöne Filterblase in der du da zu leben scheinst.

seit Wochen täglich ein Bericht über die Band Feine Sahne Fischfilet. Eine Gruppe, die zur Gewalt gegen Polizei und Staat aufruft,
Ein einziger Song, der ewig alt ist und von dem sie sich längst mehrfach distanziert haben. Im übrigen gehts in den Berichten nicht um die Band, sondern sie ist lediglich der Aufhänger. Im Kern geht es um das sehr suspekt wirkende Agieren des Bauhaus in Dessau, wo das Konzert hätte stattfinden sollen.
Übrigens, wenn ich diese bescheuerte Argumentation wegen dieses eines Titels höre, fallen mir immer fast zwangsläufig die Toten Hosen ein. Ist "Hier kommt Alex" auch ein linksgrünversiffter Radikalensong? Oder "Bonnie und Clyde"? Ist das gewaltverherrlichend gegen Staatsbedienstete weil die Zeile "Wir schießen zwei, drei, vier, fünf Bullen um" drin vorkommt? Im Zweifel ist es immer künstlerische Freiheit, weil man das Ganze gefälligst im Kontext des gesamten Werkes zu betrachten hat, völlig gleich ob das dann ein Song von Feine Sahne Fischfilet, den Toten Hosen oder Störkraft ist.

Ich ... bin erschrocken über eine Nahles an der Spitze und über das rumgeeiere seit dem erneuten GroKo-Zusammenschluss.
Das hätte man bei genauer Betrachtung aber auch vorher wissen können. Die Nahles ist ja nicht erst seit gestern in den oberen Etagen der SPD aktiv. Und ihre schrille, nervige und vor allem meistens unlustige Art, geht manchem nicht erst seit gestern auf den Zünder.

So hat man der AfD tausende von Wählern in die Arme getrieben und diese Partei ist erschreckend steigend erfolgreich. Und das, obwohl die Medien die AfD wie ein Stiefkind behandeln durch Missachtung, weniger Rede- und Sendezeit.
Wers glaubt... Keine Partei ist so oft in irgendwelchen Talkshows vorgekommen wie die AfD. Über keine andere Partei ist den letzten Monaten so oft diskutiert und berichtet worden. Insofern ist das schonmal Unsinn. Genauso wie Gaulands Gesülze, dass die AfD erst nach 40 min bei der Hessenwahl im TV vorgekommen wäre, ist schlichte Irreführung. Um 18:11 Uhr war Meuthen im hr-Fernsehen und um 18:24 Uhr das erste Mal in der ARD. Das sind die belegbaren Fakten.

Auch deren Wähler pauschal als Nazis zu bezeichnen ist fatal und dumm.
Konkreter Beleg wo ARD oder ZDF die Wähler der AfD als Nazis betitelt hätten? Wenn das irgendwelche Gäste in irgendwelchen Talkrunden tun, ist das deren Meinung, die sie bekanntlich frei äußern dürfen. Aber deshalb muss das nicht zwangsläufig die Meinung der jeweiligen Redaktion sein.

über das Medium Radio und der Tatsache, dass früher alles besser war, dürfte alles gesagt sein.
Nein, denn früher war nicht alles besser, sondern nur manches anders. Wenn man sich auf diesen Konsens einigen könnte, hilft es vielleicht einiges auch aus anderen Blickwinkeln betrachten zu können.
 
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Geschichtsstunde bei der CSU: Staatsakt ohne den ersten Ministerpräsidenten Kurt Eisner (Münchner Merkur, 7.11.18)

"Seine königliche Hoheit" Markus Söder zu "100 Jahre Freistaat Bayern":
Söder vollbringt sogar das Kunststück, in seiner Rede den Namen von Bayerns erstem Ministerpräsidenten ganz auszusparen. Stattdessen raunt er über die Ideen des bekennenden Sozialisten: Man müsse sich das nur mal vorstellen – „Bayern als Sowjetrepublik“.
Also: Der Freistaat wurde vom Gegenteil von uns gegründet. Trotzdem sind wir der Freistaat.

Ach hätte er einfach nur seinen Mund gehalten!
 
Wenn die italienische Regierung ihre Finanzpolitik nicht ändert, ist der Ruf
nach europäischer Finanzhilfe, zuerst selbstverständlich der deutschen, absehbar. Und was macht die sonst so sehr um das deutsche Geld besorgte AfD? Sie
sieht die für steigende Schulden vor allem verantwortliche Partei "Lega Nord" als ihre Verbündete. Auf Erklärungen wird man wohl vergeblich warten.
Hauptsache Rechts.
 
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