Bundestagswahl 2017


#53
Berlin rückt, entgegen dem Bundestrend, eher nach links. Das die AFD in Berlin nicht so stark sein würde, war zu erwarten. Die Berliner haben sicher andere Sorgen als Asylbewerber. In dem ganze Multikulti fallen ein paar tausend mehr oder weniger Ausländer gar nicht auf.
 
#54
Berlin rückt, entgegen dem Bundestrend, eher nach links. Das die AFD in Berlin nicht so stark sein würde, war zu erwarten. Die Berliner haben sicher andere Sorgen als Asylbewerber.
Haben sie. Wobei ich jetzt allerdings schon sehr gespannt bin, wie's weitergeht. Bislang hat Herr Müller vergleichsweise bequem in seinem Lorbeernest gesessen, denn so ziemlich alle Entscheidungen, die nicht gemäß der Wahlversprechen ausgefallen sind oder die sich ewig hinzogen, konnte er fröhlich der CDU in die Schuhe schieben. Wäre die SPD nicht so behäbig gewesen, wäre das Ergebnis wahrscheinlich viel weniger zersplittert ausgefallen. Nun ja - Fahrradkette.

Bemerkenswerte Zitate der letzten beiden Stunden stammen von Beatrix von Storch:
"Mit dem heutigen Tag ist der Wettstreit zwischen AfD und der CDU um die Führung im bürgerlichen Lager voll entbrannt",
was allein deshalb schon interessant ist, weil zwar die Stoßrichtung deutlich wurde, allerdings nicht die Waffen, mit denen dieser Kampf bestritten werden soll. Augenscheinlich halten AfD-Politiker ihr eigenes neues Wahlprogramm, das einzig und allein für ihr Abschneiden verantwortlich ist [ironie aus], für nicht zitierwürdig.

Und offenkundig hat Julia Klöckner einen guten Souffleur gefunden, denn ich lese gerade die vernünftigste Äußerung, die ich 2016 von ihr zur Kenntnis nehmen durfte:
"Von der AfD erwarte ich nicht viel, weil jetzt ist die Zeit, wo Butter bei die Fisch kommen muss.", sagte sie am Montag vor Sitzungen der CDU-Führungsgremien in Berlin. "Die AfD ist brillant in Überschriften und Ängsteschüren." In Fragen der Detailarbeit sei von der Partei bislang aber wenig gekommen.
(zitiert nach Focus)

Wenn Frau Klöckner sich in den nächsten Monaten ausgerechnet in dieser Detailarbeit hervortun sollte, überdenke ich tatsächlich nochmal meine oben getätigte Äußerung, daß sie beim Wahlkampf 2017 in der vorderen Reihe nix zu suchen hat.

Gruß
Skywise
 
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#55
Endlich hat sich Frau Merkel (selbstkritisch) zu ihrer Asylpolitik geäußert und auch Fehler diesbezüglich eingeräumt. Für mich kommt das über ein Jahr zu spät! In dieser Zeit wurde die AfD fleißig genährt.

Hätte sie das Thema Zuwanderung öffentlich konkretisiert und auch evtl. Nachteile (Kosten für die Steuerzahler z.B.) erläutert, hätte das vermutlich einen kleinen Aufschrei ausgelöst, aber die AfD hätte viel weniger Wind in den Segeln gehabt. Die AfD-Politiker haben mit rüden Thesen, Lügen und Angstmacherei Nichtwähler zu den Wahlurnen gelockt und auch viele CDU-Wähler für sich gewonnen. Hätte Merkel viel früher Klartext geredet, wären die AfD und Querelen der CSU heute möglicherweise nicht erwähnenswert.

Aber Frau Merkel wartet lieber mehrere Wahlen ab und muss zusehen, wie CDU und SPD ins Bodenlose rutschen und die AfD Erfolg über Erfolg feiert.

Ich kenne selbst einige hartnäckige CDU-Wähler, die ihr das sehr übel nehmen.
 
#56
Die AfD-Politiker haben mit rüden Thesen, Lügen und Angstmacherei Nichtwähler zu den Wahlurnen gelockt
Diesem Populismus ist mit Argumenten nicht bei zu kommen. Die Angst vor
dem Fremden, der anderen Religion und Rasse, scheint bei manchen Bürgern
das Hirn auszuschalten. Die demokratischen Parteien sollten zusammen
nach humanen Lösungen suchen. Das abseilen Gabriels und das plumpe
Dagegen Seehofers mit seinem Schoßhund Scheuer bringen Deutschland
in der Flüchtlingsproblematik keinen Zentimeter voran.
 
#57
Nö. Wenn Du Im Lotto einen Geldbetrag von - sagen wir - einer Million Euro gewinnst und zuvor lediglich über ein kleines Einkommen verfügst, dann ist eben der Lottogewinn ja auch kein ZUgewinn sondern ein echter Gewinn.
Quark.
Berlin rückt, entgegen dem Bundestrend, eher nach links.
Das stimmt nicht. Das eher linke Lager hat 12,4 Prozentpunkte verloren (Verluste bei SPD, Grünen und Piraten, Gewinne bei der Linken), das eher rechte Lager hat 13,4 Prozentpunkte gewonnen (Gewinne bei AfD und FDP, Verluste bei CDU). Von einem Linksruck kann also überhaupt keine Rede sein.
Das die AFD in Berlin nicht so stark sein würde, war zu erwarten.
14,2 Prozent für eine neue Partei sind "nicht so stark"...?
Augenscheinlich halten AfD-Politiker ihr eigenes neues Wahlprogramm, das einzig und allein für ihr Abschneiden verantwortlich ist [ironie aus], für nicht zitierwürdig.
Den Satz verstehe ich nicht.
"Von der AfD erwarte ich nicht viel, weil jetzt ist die Zeit, wo Butter bei die Fisch kommen muss."
Da dürfte Frau Klöckner irren, denn da alle anderen Parteien sich der Zusammenarbeit mit der AfD verweigern, muß kein einziges Butterflöckchen bei die Fische. Im Gegenteil kann die AfD sich weiterhin als Fundamentalopposition gerieren, ohne das geringste liefern zu müssen.
 
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#58
Also, SPD und Grüne (bei den Piraten bin ich mir nicht sicher) in der heutigen Zeit bei deren Tun und Lassen als "Linke" zu bezeichnen Halte ich für sehr gewagt. Sie waren einmal "Linke"; die SPD höchstens bis zum Godesberger Programm, wobei für mich die Wandlung bereits 1914 begann, als sie mit überältigender Mehrheit den Kriegskrediten zustimmten, was letztlich auch (aber nicht nur) zur Abspaltung des linken Teils der SPD führte; etwas ähnliches gab es ja 90 Jahre später noch einmal.
Die Grünen haben sich ihrer "linken" Wurzeln und Überzeugungen doch auch schon längst entledigt.

Auf alle Fälle müssen die Medien, wenn sie heute von "Volksparteien" reden oder schreiben, das Umstandswort (so habe ich es einst gelernt, bevor das in meinen späteren Schuljahren "Adverb" zu verwenden war) "vormals" vor "Volksparteien" setzen. - Daß die Wahlbeteiligung steigt ist positiv zu sehen; da noch Luft nach oben ist, sollten die etwablierten Parteien einmal überlegen, wie sie derzeitige Nichtwähler aktivieren könnten, statt zu jammern. Wenn Gabriel gestern von einem Erfolg seiner Partei sprach, so übertrieb er unverschämt - es war nur ein "Erföigchen". Dann könnte nämlich die CDU auch von einem Erfolg schwadronieren, ist sie doch immer noch zweite Kraft in Berlin und hat weder Grüne noch Linke oder AfD an sich vorbei ziehen lassen.
 
#60
Die MA würde ich jetzt mit den "Prognosen" der Medien vergleichen wollen, mit dem Unterschied, dass die MA das Endergebnis ist und vor allem richtig sein soll, während sich die Ergebnisse der Wahlprognosen hinterher an der Realität messen müssen. - Wie weit "Wunschdenken" und Realität auseinander klaffen oder auch nicht, kann dann jeder nach der Wahl selbst überprüfen.
 
#61
Zitat von Heinzgen:
Augenscheinlich halten AfD-Politiker ihr eigenes neues Wahlprogramm, das einzig und allein für ihr Abschneiden verantwortlich ist [ironie aus], für nicht zitierwürdig.
Den Satz verstehe ich nicht.
Entweder ist es mir durch die Lappen gegangen oder es wurde tatsächlich nirgendwo von einem AfD-Politiker mal eine Position aus dem Wahlprogramm winkend in die Kamera gehalten ("Wir haben den Wähler mit unserem Konzept [zu sonstwas] erreicht"). Stattdessen weiterhin viele Parolen und erklärte Feindbilder.

Da dürfte Frau Klöckner irren, denn da alle anderen Parteien sich der Zusammenarbeit mit der AfD verweigern, muß kein einziges Butterflöckchen bei die Fische. Im Gegenteil kann die AfD sich weiterhin als Fundamentalopposition gerieren, ohne das geringste liefern zu müssen.
Die Oppositions- ist 'ne bequeme Bank, klar. Kommt jetzt erst mal drauf an, wie übermütig da noch einige Leute werden. Wenn sie sich mit ihrem Platz am Futtertrog gut einrichten können, dann müssen sie im Augenblick nicht liefern. Machen ja auch einige Landesfraktionen der AfD ähnlich. Wenn ich allerdings Frau von Storch Wetterhahn spielen sehe, dann gehe ich davon aus, daß da einige Leute durchaus noch höher hinaus wollen. Und da isses mit Däumchendrehen nicht unbedingt getan.

Gruß
Skywise
 
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#64
...sondern als eine Zweckgemeinschaft zum Machtgewinn und zur Machtmehrung im Demokratiekleidchen und als Soft-Populisten, die (von Leuten wie Homan abgesehen) immer rechtzeitig vor der roten Linie halt gemacht hat.
 
#68
"Sondern als Wasweißich" ist aber kein Satz, also kein Komma. Einfach mal glauben.
Besonderheiten von sondern

Eins gleich vorweg: Obwohl es fast von jeder Interpunktionsregel eine Ausnahme gibt, existieren doch ein paar Fälle, die Sie sich für „immer“ merken können. Dazu gehört die Regel, dass vor die Konjunktion sondern immer ein Komma zu setzen ist. Davon gibt es praktischerweise keine Ausnahme.

Sondern drückt bekanntlich einen Gegensatz aus. Dieser setzt voraus, dass zuvor etwas verneint wurde, beispielsweise durch nicht oder kein: „Uns fehlen nicht nur Teller, sondern auch Gläser. Das ist kein Hamster, sondern ein Meerschweinchen.“ Wenn die Verneinung nicht explizit vorliegt, darf sondern allerdings nicht verwendet werden: „Das war weniger schlau als vielmehr hinterlistig.“
Nun kommt sie aber doch noch, die Ausnahme. Steht nämlich kaum im ersten Teil, darf der Anschluss dennoch mit sondern erfolgen: „Er hat kaum gearbeitet, sondern nur vor sich hin geträumt.“ Wir hoffen, dies war nun weniger verwirrend als vielmehr erhellend.



Quelle: http://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/besonderheiten-von--em-sondern--em-
 
#73
Vom Umweltministerium werden Stimmen laut, dass ab 2030 keine Kfz mehr angemeldet werden dürfen, die CO2 ausstoßen. Also quasi nur noch E-Autos. Das ist aber eher Wunschdenken einiger Beamten und noch Utopie.

@Tweety vielleicht ist diese Forderung ein letztes grünes Aufbäumen der Partei, die kaum mehr etwas zum Thema Umweltschutz beiträgt und nur noch den regierenden Parteien hinterher rennt, um selbst noch mitregieren zu dürfen...
 
#75
Vom Umweltministerium werden Stimmen laut, dass ab 2030 keine Kfz mehr angemeldet werden dürfen, die CO2 ausstoßen. Also quasi nur noch E-Autos. Das ist aber eher Wunschdenken einiger Beamten und noch Utopie.
Wer solche Ideen für 2030 heute formuliert, muss damit rechnen, bei der nächstbesten Wahl abgestraft zu werden. Selbst wenn die Vision richtig scheint, poltische Ziele in Unkenntnis des technischen Fortschritts für eine Zeit in dreizehn Jahren zu setzen, ist dumm.
 
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