CD-Player mit XLR-Ausgängen?


#1
Schönen guten Tag!

Ich musste gerade feststellen, dass ich im gesamten Haus keine einzige Möglichkeit mehr habe, eine Audio-CD abzuspielen. Es sind nicht mal mehr irgendwelche Rechner vorhanden, die ein CD-Laufwerk haben. Diesem bedauerlichen Zustand möchte ich gerne ein Ende setzen. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich mit CD-Playern immer ziemlich viel Pech, die haben nie lange gehalten. Und wenn ich mich noch mal richtig erinnere, dann wurde hier mal besprochen, dass es sich nicht mal lohnt, Ausschau nach einem EMT 981 oder 986 zu halten, weil selbst diese Geräte nicht besonders zuverlässig laufen.

Daher meine Frage: Welches Gerät (ob nun neu oder gebraucht) soll ich nehmen? Gerne mit XLR-Ausgängen, dient aber überwiegend dem privaten Musikhören. Also Funktionen wie Reglerstart sind nicht nötig.

Dankeschön!

Matthias
 
#2
Die Pioneers der 1990er-Jahre sind mMn zu empfehlen. Die sind sehr zuverlässig. Selbst Sony, Technics und Yamaha aus dieser Zeit kann ich empfehlen. Eigentlich kannst du da jeden erdenklichen aus der Zeit nehmen. Das wäre mein Vorschlag.
 
#3
Kommando zurück... Ich hatte vollkommen vergessen, dass ich ja noch einen Festplatten-Videorecorder habe, der auch CDs schreibt und sie auch lesen kann. Von daher: Doch noch eine Abspielmöglichkeit für silberne Scheiben... :)
 
#4
Bissl was zu Service und Aufbau:

Bei Pioneer sieht es wohl mit Ersatz-Laserpickups sehr schlecht aus. Sony hingegen hat teils sehr lange mit Standard-Pickups gearbeitet, die auch massenhaft in anderen Fabrikaten (nebst kompletten Sony-Laufwerken) verbaut waren. Da finden sich heute zumindest noch dubiose Nachbau-Pickups, falls es mal zu einem Servicefall kommen sollte.

Sehr empfohlen wurden immer Dreharm-Laufwerke von Philips, verbaut u.a. in höherwertigen Technics-Geräten und bei Marantz. Dort läuft der Laser nicht linear auf einem Schlitten (der in den meisten Geräten leider einseitig mit einer Zahnstange angetrieben wurde und nur in wenigen hochwertigen Geräten verschleißarm mit Linearmotor), sondern sitzt auf einem Dreharm, der sich bogenförmig über die Disc bewegt und nur das eine Dreh-Lager aufweist. Diese Geräte erkennt man am sichelförmigen Ausschnitt in der Schublade.

Ich würde allerdings weniger darauf achten (schon gar nicht, wenn ich nicht täglich zig CDs da durchjage und immer nur einen Track abspiele), sondern mich auf Haptik, Optik und Allgemeinzustand konzentrieren. Über vermeintliche Klangunterschiede zwischen CD-Playern mochte ich noch nie diskutieren. Es gibt sie definitiv, weil die Wandlerkonzepte und die Analogstufen nunmal unterschiedlich sind, aber ob man sowas wirklich hört - und zwar nicht nur im A/B-Vergleich, wenn man hat ja nur einen Player und gewöhnt sich an diesen - oder nicht, überlasse ich gerne jedem einzelnen.

Kannst ja mal hinsichtlich Optik/Haptik/Ausstattung bissl blättern: http://www.hifi-archiv.info/

XLR-Ausgänge waren bei Consumer-Geräten wirklich selten und nur in den höchsten Preisklassen vorhanden. Das macht die Auswahl einfacher aufgrund massiver Einschränkung.

Sony 1991: CDP-X77ES https://www.hifi-wiki.de/index.php/Sony_CDP-X77ES

Sony 1993: CDP-X779ES https://www.hifi-wiki.de/index.php/Sony_CDP-X779ES

Sony 1994: CDP-XA7ES https://www.hifi-wiki.de/index.php/Sony_CDP-XA7ES - da ist der Laser fest im Chassis montiert und das Laufwerk wird verschoben. Immerhin dreht sich der Player nicht komplett um die feststehende Disc, aber man muss händisch ein Messinggewicht auf die Disc legen, wie hier ab 2:30 zu erahnen. Das wäre mir zu viel des Aufwands.

Denon 1990: DCD-3560 https://www.hifi-wiki.de/index.php/Denon_DCD-3560 hat auch symm. Ausgänge
http://www.hifi-archiv.info/Denon Kataloge und Anleitungen/1992-93 HiFi-Programm/04.jpg


Einer der letzten CD-Player mit klassenuntypisch hochwertiger Verarbeitung war der Onkyo DX-7911 / DX-7711. Hat aber nur unsymm. Ausgänge.
https://www.hifi-wiki.de/index.php/Onkyo_DX-7911
https://www.hifi-wiki.de/index.php/Onkyo_DX-7711
http://www.hifi-archiv.info/Onkyo/onkyo96/onkyo008.jpg
http://www.hifi-archiv.info/Onkyo/onkyo96/onkyo009.jpg

Und nach Deinem zweiten Post höre ich mit weiterer Suche auf. ;)
 
#6
Der aktuelle Tascam ist bei Tide 96,0 in Hamburg verbaut:


https://www.haste-toene.hamburg/themen/97-Ferienpass /

Ich war von einem befreundeten Techniker nach Umstellung auf diese Geräte gefragt worden, wie man elementarste Dinge, die Studio-Player können, hier wieder realisieren könnte. Nach Lesen der Bedienungsanleitung war das Gefragte möglich, nur halt anders. Habe vergessen, worum es ging.

Ich frage nochmal nach einer Einschätzung. Die wird sich aber ausschließlich auf Studio-Handling beschränken. Klanglich kann da keine Auskunft kommen - ist halt Rundfunk. Eventuell hängt er eh digital am DHD 2200.

Da der Tascam auch MP3-CDs spielt, hat er kein "richtiges" CD-Laufwerk, sondern ein "Computer-Laufwerk". Das ist gerne mit längeren Einlesezeiten, Zickereien bei kopiergeschützten CDs etc. verbunden, muss aber nicht. Dafür sollte er bedingungslos mit CD-R klarkommen. Hier wäre es am besten, vor Ort mit ein paar CDs testen zu gehen. Just Music am Moritzplatz hat ihn leider nicht lagernd.

Studioplayer können (müssen aber nicht) für daheim nerven, wenn man sie zum Musikhören statt zur Studioarbeit verwenden will.

Oder sie sind für Ungeübte schlicht kryptisch. Wir haben seit 2011 einen https://www.denonpro.com/index.php/products/view/dn-c620 im Seminarhaus, bedient werden soll er von für die Dauer der Seminare angereisten Seminarleitern. Der Denon steht dort, weil er über die Crestron-Saalsteuerung fernbedienbar ist. Ich kenne genau einen Seminarleiter (ein Dr. Ing. Umwelt- und Energietechnik, 73 Jahre alt), der das Gerät nutzt und schätzt. Alle anderen machen einen Bogen um dieses Gerät, weil sie mit der Bedienung nicht klar kommen. Da muss nur im Menü auf "spiele den gewählten Track, gehe danach in Pause an den Anfang des nächsten Tracks" umgestellt sein und das Seminar crasht. Deshalb steht noch ein lausiger, spottbilliger Vollplast-Grundig mit im Regal. Damit kommen die Leute klar.

Zum Thema Denon noch ein genereller Hinweis: Denon Pro ist nicht mehr Denon. Die Bude, die die Marke inzwischen besitzt, nennt sich "inMusic Brands, Inc." und wer die Geräte entwickelt, entzieht sich meiner Kenntnis. Wir haben einen USB/SDCard/Bluetooth-Player von denen, gegen meine Warnungen vom ex-Finanzchef gekauft. Außer Bluetooth ist die Kiste ein Komplettausfall. Speichermedien sind lausigst navigierbar und man kann nicht einmal am Beginn eines Tracks auf Pause gehen. Wählt man einen Track an, beginnt sofort das Abspielen. Das gleiche schreibt ein Rezensent vom aktuellen 1HE-Slot-In-CD-Player aus dieser Serie. Der Mikrofoneingang unseres Players wird automatisch über ein Gate zugeschaltet. Dazu muss man ins Mikrofon brüllen, dann stanzt es das Mikrofonsignal in die Ausgangssumme. Spricht man leise, bleibt das Gate zu. Dreck. Ich erwarte da nichts anders von den anderen Geräten dieser Serie. Teuer verkaufte Chinabomber. Ich musste unserem Denon einen Rackmischer dazupacken, damit man das Mikrofon anständig regeln kann.

Wenn gut erhalten zu bekommen, ist vielleicht der http://mineroff.com/marantz/PMD340.htm noch einen Tip wert, ich habe aber keine Ahnung, ob da was altert, was Probleme bereiten könnte. Aber nicht erschrecken, auch da ist nicht viel drin (verglichen mit japanischen HiFi-Bombern von 1990): https://www.hifiwigwam.com/forum/topic/136375-marantz-pmd340-professional-cd-player-sold/

Der RBB hatte sich um 2000 herum einen Stapel davon pimpen lassen. Es gab einen integrierten Abtastratenwandler mit Wordclock-Eingang (weil die Mandozzipulte in Babelsberg Schluckauf bei nicht synchronem Takt bekamen), der Netzschalter wurde überbrückt und ein satt laufendes Cue-Rad eingebaut. Hat eine Firma aus Berlin gemacht (Sound & Sync hießen die, soweit ich mich erinnere). Huch, was haben wir denn hier? https://www.springair.de/de/centaura-cd-aes-broadcast-cd-player/h63591 - das waren die Babelsberger CD-Player. Flogen später zugunsten einfacher Denon DN-C635 raus (die mit den grauen Gummitasten).
 
Zuletzt bearbeitet:
#7
Was zu den symmetrischen Ausgängen noch nachzutragen wäre: nicht immer sind die grundsätzlicher Bestandteil der Schaltung. Bei den teuren (Consumer-)Sony von oben wird tatsächlich ein symmetrisches Signal aus dem Wandler abgegriffen, es geht symmetrisch auf die Deemphasis (analog realisiert!) und dann einmal symmetrisch auf ein doppeltes Tiefpassfilter und den XLR-Ausgang sowie einmal auf einen Differenzbilder und dann ab dort unsymmetrisch auf ein zweites Tiefpassfilter (!) und auf die unsymmetrischen Ausgänge. Beim (Semi)profi Denon DN-C635 ist der XLR-Out aus dem unsymmetrischen Signal elektronisch gewonnen. Das ist also nur hinten rangeflanscht, damits eine Pro-Connectivität gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Die runtergenudelten Geräte von Studer und EMT kann ich aus Erfahrung niemanden mehr empfehlen.

Eine Grundüberholung lohnt nicht, da man nicht den allerletzten versteckten Tantal findet, der später zum Ausfall negiert.

In der Oberklasse werden baugleiche Schaltkreise verbaut unabhängig vom Markennamen. Man kann mehrere HiFi & High-Endgeräte incl. PC oder Laptop über einen Anpassungsverstärker V...57 auf +6dB anheben und gut isses.

So gehe ich verstärkt in mein Neumann-Pult rein und brauche keine Stichsäge zum Erweitern des Faders nach oben!

R.

Neumann V457 Blockschaltbild.jpg
 
#9
Antwort vom Nutzer:

Mit den Tascam habe ich mich bisher nur soweit beschaeftigt, dass sie das genau so tun, wie ich's brauche. Zu Experimenten mit den ganzen Features bin ich nie gekommen.

* Die Erkennungszeit nach Einlegen einer Scheibe ist zufriedenstellend und insgesamt gefuehlt etwas schneller, als bei den alten DN-C635. Aber das kann auch am Geraetealter liegen.

* Probleme mit zu schnell gebrannten CDs sind mir bisher nicht untergekommen. Beim DN gab es die oefters.

* Wenn man diese Auto-Ready-Funktionen abschaltet und der Playmode stimmt, laeuft auch eine CD durch.

* mp3-CDs gehen irgendwie, das habe ich aber noch nicht intensiv probiert (die alten Denons waren dabei sehr hakelig, was das Spulen betraf und konnten bei mp3s keine Rueckwaertszeit)

* Nachteil: sie sind recht laut von den Laufgeraeuschen

* Nachteil: sie haben KEINE CD-Text-Anzeige

* Nachteil: die Tracknummer- und Zeitanzeigen (7-Segment) sind bei uns sehr unuebersichtlich, vielleicht laesst sich da etwas konfigurieren (die Webfotos sehen gefuehlt anders aus).
 
#11
Ich erinnere mich noch schwach an die Zeit, in der man an einer "automatischen Sendeablaufsteuerung" arbeitete.

Man hatte in einem PC-Tower mehrere CD / DVD-Laufwerke drin, welche einzeln abrufbar waren mit Zugriff auf einzelne Tracks.
Ein mir bekannter Dipl.-Ing. des WDR aus Bielefeld schaffte es bis zu 8 Laufwerke gemeinsam zu verwalten!

Das war zu der Zeit, als es noch Cartridge-Player gab (Sonifex) und CD's in speziellen Schutzhüllen.

Solch eine Maschine (Denon DN 951FA) steht noch immer bei mir.

Am Ausgang der Soundkarte des Tower's (Soundblaster) wurde symetriert, was durch einen V...57 oder 0-Ohm Knotenpunktverstäker V...75 umgesetzt wurde, um auf die +6dB an 600 Ohm der Tonregie zu kommen mit dem Vorteil der galvanischen Entkopplung.

Bequemer geht es mit separaten CD-Laufwerken. Da gab es sogar von Monacor reglerfernstartfähige CD-Geräte im 19"-Kaliber, die ich für automatische Ansagen bei der Bahn in Kassel verbaut habe und dabeit zur Documenta die Reisenden in mehreren Sprachen begrüßte und weiterleitete.

Heute ist alles hochmodern digitalisiert, Datenströme müssen verwaltet und gelenkt werden, Updates werden zur Betriebssicherheit benötigt, was bei vorgenannter bewährter Technik überflüssig war, es lief alles durch!

Ich gebe zu, kürzlich auch ein Speicherkarten-Recorder von Tascam angeschafft zu haben mit sym. Ein & Ausgängen und das Teil klingt sogar brauchbar gut.

Man sollte halt teurere (schnelle) Speicherkarten benutzen mit rascher Zugriffszeit von mind. 100 oder 120MB/s, damit der Datenstrom nicht wegbricht, Aussetzer und Abbruch der Files zur Folge hat!

Die Wandler von Burr-Brown klingen klasse:


Tascam SS-R1.jpg

Tascam DA 3000 Pic.jpg

Tascam DA 3000 Platinen.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
#12
Beim hr kommt die (immer gleiche) Musik aus Raid-Serverschränken mit stets 4 identisch gespiegelten Festplatten:

hr cms.server.jpg

(Bild: hr)

HR4 in Kassel saugt sich die Files von hier, wie auch die einzelnen Programmstudios, so meine Info.
 
#13
Nicht doch, oder? Da steckte doch sicher eine Digigram in voller ISA-Baulänge drin (ja, dafür sind diese Kunststoffschienen vorne im Tower hinter dem Piepser gewesen...)?

Heute ist alles hochmodern digitalisiert, Datenströme müssen verwaltet und gelenkt werden, Updates werden zur Betriebssicherheit benötigt, was bei vorgenannter bewährter Technik überflüssig war, es lief alles durch!
Von wegen... siehe DLF:

Der Gipfel war, als irgendwann in der Nacht - der Mann von Studer war tagsüber mal wieder da gewesen - per Fernstart nicht etwa der abgesetzte Titel anlief, sondern die Schublade mit der CD herausfuhr. Regler auf... Schublade raus... Regler zu... Schublade wieder rein...
Kann natürlich auch sein, dass er an der Steuerungsbuchse was umbelegt hatte und keinen neuen EPROM reingesteckt hatte.
 
#14
Nein, war eine Soundblaster drin, daher die nachgeschaltete V457.

Digigram gab es später, bei mir ließ sich keine installieren, vertrug sich nicht mit meiner "Weichware".

Habe bis zum Jahresanfang noch voll analog mit mehreren M15A und abe WG30 gearbeitet.

Nur die Nagra hat bei mir Artenschutz!

Inzwischen steht bei mir ein Kartenrecorder und am Rechner ein 2496-Kästchen.

R.
 
Oben