Coronavirus


rockon

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Der Spahn könnte sogar recht behalten. Immer mehr Hersteller produzieren immer mehr Impfstoff. Und den möchten sie mit einer sicher nicht zu knappen Rendite, wahrscheinlich zu apothekenüblichen Preisen, loswerden.
 

lg74

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Ich finde das Thema zu ernst für Flachwitze.

Mal was anderes: was sagt denn die Medienbranche zu diesen Totalausfällen?


Ich hoffe innigst, dass die Beteiligten in keiner Rundfunkbeitrags-finanzierten Produktion mehr auftauchen werden, ebensowenig in mit Kulturförderung (teil)finanzierten Filmproduktionen und auch nicht auf Bühnen, die öffentliche Gelder erhalten.

Es ist einfach nur noch widerwärtig, wie salonfähig antisoziales, menschenverachtendes Verhalten heute bereits ist. Derzeit werden in rasender Geschwindigkeit gesellschaftliche Grundwerte vernichtet und einstige Tabus gebrochen. Wenn das nicht gestoppt wird (Wie?), wird es in Gewalt enden müssen.
 

Skywise

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Mal was anderes: was sagt denn die Medienbranche zu diesen Totalausfällen?
Na ja, wahrscheinlich "Hey, wir haben ein neues Thema. Super! Das schlachten wir jetzt aus!"

Ich hoffe innigst, dass die Beteiligten in keiner Rundfunkbeitrags-finanzierten Produktion mehr auftauchen werden, ebensowenig in mit Kulturförderung (teil)finanzierten Filmproduktionen und auch nicht auf Bühnen, die öffentliche Gelder erhalten.
Ich glaube, bei vielen Künstlern ist das ja ohnehin aktuell Alltag ... nichts, mit dem man wirklich drohen könnte.

Es ist einfach nur noch widerwärtig, wie salonfähig antisoziales, menschenverachtendes Verhalten heute bereits ist. Derzeit werden in rasender Geschwindigkeit gesellschaftliche Grundwerte vernichtet und einstige Tabus gebrochen. Wenn das nicht gestoppt wird (Wie?), wird es in Gewalt enden müssen.
Nun gut, da sind wir grundsätzlich einer Meinung.
Aber bei dieser Aktion denke ich, daß da etwas ganz gehörig nach hinten losgegangen ist. Vielleicht weil aktuell ein Großteil der Bevölkerung sehr viel dünnhäutiger ist als sonst üblich, vielleicht weil der Applaus von der falschen Seite auf einmal so laut war - keine Ahnung. Es hätte bei dem Wink mit dem Zaunpfahl den dazugehörigen Vorgarten nebst Gartenhäuschen gar nicht gebraucht, und daß viele ohnehin für Ironie aktuell nicht so wirklich zugängig sind, hätte man schon mit Oma Umweltsau erahnen können. War halt doof. Und enttäuschend, wenn man sich mal die Beteiligten anschaut, denn eigentlich ist das weder deren Stil noch deren Niveau.

Gruß
Skywise
 
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Reaktionen: EMC

EMC

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Ich hoffe innigst, dass die Beteiligten in keiner Rundfunkbeitrags-finanzierten Produktion mehr auftauchen werden, ebensowenig in mit Kulturförderung (teil)finanzierten Filmproduktionen und auch nicht auf Bühnen, die öffentliche Gelder erhalten.
Daniel Kaiser, Redakteur und Moderator des Kulturjournals beim rundfunkbeitragsfinanzierten NDR90,3 (NDR-Landeswelle für Hamburg) hat um kurz nach 18 Uhr seine Meinung dazu sehr deutlich so dargestellt - hier zu hören:

Anhang anzeigen 20210423-18-ndr903.mp3

bei dieser Aktion denke ich, daß da etwas ganz gehörig nach hinten losgegangen ist. Und enttäuschend, wenn man sich mal die Beteiligten anschaut, denn eigentlich ist das weder deren Stil noch deren Niveau.
Ich stimme Dir zu, Skywise.
 

Grasdackel

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Ich hoffe innigst, dass die Beteiligten in keiner Rundfunkbeitrags-finanzierten Produktion mehr auftauchen werden,
Momentan ist der für den 2. Mai angekündigte Münster-Tatort noch im Programm. Wenn Liefers heute bei "3 nach 9" einen halbwegs gut geheuchelten Kratzfuß hinlegt (und wie sollte ihm das als mäßig begabtem Schauspieler nicht gelingen; die lügen berufsmäßig alle, wenn sie den Mund aufmachen), bleibt dieses neue furchtbare Machwerk auch im Programm. Leider.
Ich hatte auch sehr gehofft, dass im Zuge des Skandals wenigstens diese reine Gebührenverschwendung für die unsagbar dummen Filmchen des WDR endlich beseitigt wird.
 

Skywise

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Statement Jens Wawrczeck

Aufgrund der vielen und teils sehr heftigen Reaktionen auf das Video und die Aktion möchte ich betonen, daß ich Extremismus jeder Art ablehne und verurteile. Wer mich und meine Arbeit kennt, weiß das. Nie war es meine Absicht, die Gefühle von Coronabetroffenen -und Opfern zu verletzten. Daß dies aber geschehen ist, tut mir sehr leid.
Anbei das offizielle Statement der Aktion:
Die Aktion #allesdichtmachen hat Wellen geschlagen. Es wurde bewußt entschieden, die Videos nicht mit einem "Statement" zu flankieren, denn dann hätten alle nur über das Statement geredet. Aber das heißt nicht, dass wir nichts zu sagen hätten. Wir leugnen auch nicht Corona oder stellen in Abrede, daß von der Krankheit Gefahr ausgeht und Menschen daran sterben.
Vielmehr geht es uns um die Corona-Politik, ihre Kommunikation und den öffentlichen Diskurs, der gerade geführt wird. Wir üben Kritik mit den Mitteln von Satire und Ironie. Wenn man uns dafür auf massivste Art und Weise beschimpft und bedroht, ist das ein Zeichen, dass hier etwas ins Ungleichgewicht geraten ist.
Wir lassen uns auch nicht in eine Ecke stellen mit Rechten, Verschwörungstheoretikern und Reichsbürgern. Auch die AfD steht für alles, was wir ablehnen. Wenn man sich nicht traut, Selbstverständlichkeiten anzumahnen, weil man Applaus von der falschen Seite fürchtet, dann zeigt das allenfalls, daß der Diskurs in eine Schieflage geraten ist.
Nicht alle in dieser Gruppe sind Gegner eines wie auch immer gearteten Lockdowns. Einige schon. Aber darum geht es nicht. Wir behaupten auch nicht, es besser zu wissen und auch nicht, dass alle Maßnahmen falsch sind. Es geht nicht um Viren, Zahlen oder Kurven. Es geht um die Art, wie Staat und Bürger interagieren, und um die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Es geht darum, daß Kritik am Lockdown ein legitimer Standpunkt ist, der sich mit Argumenten und Fakten untermauern läßt. Es geht um den Blick auf die Schäden, die die Corona-Maßnahmen auf vielerlei Art anrichten. Es geht darum, daß Kinder und Jugendliche um einen wichtigen Teil ihres Lebens betrogen werden. Es geht darum, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Es geht um eine Rhetorik von „Wir" und „Gemeinsamkeit", die schon deswegen falsch ist, weil offensichtlich nicht "wir alle" da "gemeinsam" drinstecken, sondern in sehr unterschiedlichem Maße: Die Schere von Arm und Reich geht immer weiter auf. Es geht am Ende auch um den bekannten Slogan: Leave no one behind.
Wir sind bei all jenen, die zwischen die Fronten geraten sind. Den Verängstigten, den Verunsicherten und Eingeschüchterten und jenen, die verstummt sind. Uns geht es darum, endlich offen, respektvoll und auf Augenhöhe miteinander zu reden.
––––––
Dies ist kein offizielles Statement von sämtlichen Teilnehmer:innen der Aktion. Die Gruppe hat keinen „Kopf“ und keine gemeinsame Stimme. Das Projekt ist kollektiv entstanden, die Gruppe ist divers, die Meinungen gehen auch hier auseinander. Wir halten das aus und pflegen zivilisierten Umgang. Jeder kann in der Öffentlichkeit sprechen, jedoch immer nur für sich. Einige aus der Gruppe sind erschrocken über den Shitstorm und haben sich auf dieses Statement geeinigt. Andere ziehen es vor zu schweigen. Beides ist legitim und in Ordnung.

Gruß
Skywise
 

astereix

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Mal was anderes: was sagt denn die Medienbranche zu diesen Totalausfällen?
...
Es ist einfach nur noch widerwärtig, wie salonfähig antisoziales, menschenverachtendes Verhalten heute bereits ist. Derzeit werden in rasender Geschwindigkeit gesellschaftliche Grundwerte vernichtet und einstige Tabus gebrochen. Wenn das nicht gestoppt wird (Wie?), wird es in Gewalt enden müssen.

Es geht auch anders, siehe z.B. hier oder hier in der Ton-/Bildversion. Die mediale und öffentliche Aufmerksamkeit war allerdings eher gering, vermutlich zu wenig Hype, zu wenig Lifestyle... :rolleyes:

Es fehlt eigentlich an allen Stellen ein angemessener intellektueller Diskurs in der Gesellschaft. Und das, was da gerade via @Skywise von Jens Wawrczek hereinschneit, ist genau das nicht.

"Es geht um die Art, wie Staat und Bürger interagieren, und um die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen."

Ja, bitte, und welcher Ansatz wird geboten? Ein locker-flockiger, völlig unüberlegter Lifestyle-Clip ohne Sinnn und Verstand, ohne Respekt vor allen Mitmenschen und insbesondere vor denen, die momentan am Limit fahren.

"Es geht darum, daß Kritik am Lockdown ein legitimer Standpunkt ist, der sich mit Argumenten und Fakten untermauern läßt."

Welche "Argumente und Fakten"? Da wird ein wenig im eigenen Klamauk und Ego rumgelümmelt...

"Es geht darum, daß Kinder und Jugendliche um einen wichtigen Teil ihres Lebens betrogen werden."

Welcher Mensch ist denn nicht gleichermaßen wie seine Mitmenschen betroffen (von "Betrug" zu sprechen, ist wohl eher anmaßend!)?
Die 80-Jährigen, die sich vielleicht auf eine Reise gefreut hat (es könnte die letzte sein)? Der / die 50-Jährige, der sich auf eine "halbrunde" Feier gefreut hat? Die Mitt-30iger, die eine Hochzeit planen? Und natürlich auch die jungen Menschen, keine Frage ... aber hier hat doch jedes Alter seine eigene, berechtigte Betroffenheit.

Schon dieses Statement ist dermaßen beschränkt, dass es diese ganze Aktion für mich eigentlich nur noch schlimmer macht!

astereix - gerade *richtig sauer und wütend* angesichts derartiger Unverfrorenheit
 
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Ukulele

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Wir lassen uns auch nicht in eine Ecke stellen mit Rechten, Verschwörungstheoretikern und Reichsbürgern
Das ist gar nicht nötig, das schaffen sie selbst.

Wir behaupten auch nicht, es besser zu wissen und auch nicht, dass alle Maßnahmen falsch sind.
steht in krassem Gegensatz zu dem, was ich mir zu Studienzwecken in der letzten Stunden angetan habe. Überheblichkeit, Besserwisserei und Durch-den-Schmutz-Ziehen jeglicher Maßnahmen stehen so was von im Mittelpunkt dieses Machwerks. Auf konstruktive Vorschläge wartet man vergebens.

Es geht um die Art, wie Staat und Bürger interagieren, und um die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Es geht darum, daß Kritik am Lockdown ein legitimer Standpunkt ist, der sich mit Argumenten und Fakten untermauern läßt
Davon ist im Video null Komma nichts zu sehen. Die Aussagen strotzen vor Zynismus. Es geht ums Lächerlichmachen. Keiner der Schauspieler beruft sich auf Argumente oder Fakten.

Es geht um den Blick auf die Schäden, die die Corona-Maßnahmen auf vielerlei Art anrichten. Es geht darum, daß Kinder und Jugendliche um einen wichtigen Teil ihres Lebens betrogen werden.
Die alte Leier. Der Druck auf die Tränendrüse. Wer so argumentiert, unterstellt Willkür der Agierenden und leugnet die Existenz der Pandemie oder zumindest die Bedrohung für Leib und Leben, die von ihr ausgeht.

Es geht um eine Rhetorik von „Wir" und „Gemeinsamkeit", die schon deswegen falsch ist, weil offensichtlich nicht "wir alle" da "gemeinsam" drinstecken, sondern in sehr unterschiedlichem Maße: Die Schere von Arm und Reich geht immer weiter auf.
Komisch. Im Video sehe ich nur wenige Gut- und mehr Sehr-gut-Verdiener, die sich - ironisch natürlich - etwa darüber beklagen, dass sich ihre Kinder in ihrem Elfenbeinturm im Homeschooling befinden. Was für eine ungeheuerliche Belastung! Würde an ihrer Stelle eine Reinigungskraft oder Kassierin zu mir sprechen, könnte ich den Zynismus vielleicht nachvollziehen.

Uns geht es darum, endlich offen, respektvoll und auf Augenhöhe miteinander zu reden.
Chance vertan.

Anbei das offizielle Statement der Aktion
Dies ist kein offizielles Statement von sämtlichen Teilnehmer:innen der Aktion.
So, so.

Einige aus der Gruppe sind erschrocken über den Shitstorm
Die Gedanken zehntausender Intensivpflegekräfte, Angehöriger von Verstorbenen sowie von Menschen mit Langzeitschäden sind bei ihnen. Sie mögen es doch ironisch.
 
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Mannis Fan

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Ich habe mir ein gutes Dutzend dieser Clips angeschaut (einige waren schon wieder verschwunden) und einen ziemlich blasierten, selbstgefälligen und leider auch egoistischen roten Faden darin erlebt. Die beteiligten Künstler haben immerhin den Beweis angetreten, dass mit dem Prädikat "Künstler" nicht automatisch das Prädikat "gescheit" verbunden ist. Aber das habe ich schon vorher gewusst.
Trotz allem: Ich bin der Meinung, dass unsere Gesellschaft auch solche Wortmeldungen erlauben und aushalten muss. Jetzt für diese Mitwirkenden ein quasi Berufsverbot zu fordern, wie es aus den Wortmeldungen von @Ig74 und anderen herausleuchtet, finde ich aber offen gestanden auch ziemlich befremdlich. Das driftet schon wieder in ein Verständnis von Meinungs- und künstlerischer Freiheit ab, die mich an eher unselige Zeiten erinnert.
 

Radiokid71

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100% Zustimmung für den Beitrag ab "trotz allem": Leider wird jedem, der etwas gegen die Coronamaßnahmen sagt, gleich an den Kopf geknallt, er sei rechts, Verschwörungstheoretiker, nimmt Drogen etc.
Siehe auch Beitrag 331 in diesem Thema. Typisch...
 
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Die Gedanken zehntausender Intensivpflegekräfte, Angehöriger von Verstorbenen sowie von Menschen mit Langzeitschäden sind bei ihnen. Sie mögen es doch ironisch.
Welches Verhalten der Liefers in der Rolle des Rechtsmediziners Börne gegenüber solchen Menschen an den Tag legt, wissen doch eingefleischte Tatort-Zuschauer. Und viele finden das so unglaublich lustig.
 

Ukulele

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Welches Verhalten der Liefers in der Rolle des Rechtsmediziners Börne gegenüber solchen Menschen an den Tag legt, wissen doch eingefleischte Tatort-Zuschauer. Und viele finden das so unglaublich lustig.
Ich war stets großer Fan davon, wie überzeugend er den Kotzbrocken spielt. Langsam schwant mir, dass das die Rolle mehr autobiografische Züge trägt, als einem lieb sein kann. Schade.
 

thorr

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Ich hoffe innigst, dass die Beteiligten in keiner Rundfunkbeitrags-finanzierten Produktion mehr auftauchen werden, ebensowenig in mit Kulturförderung (teil)finanzierten Filmproduktionen und auch nicht auf Bühnen, die öffentliche Gelder erhalten.
Soll dein Beitrag auch Teil von #allesdichtmachen und ironisch gemeint sein? Anders kann ich mir diese differenzierte, von Diskurs und Argumenten geprägte Aussage nicht erklären!

Die Statements der Kunstschaffenden – und es ist nicht gerade eine kleine Gruppe – zeigen für mich eines ganz klar: Wie abstrakt (ja, auch wie gering tatsächlich) die Gefahren des Virus für den Einzelnen sind und dass wir eine gesellschaftliche Diskussion darüber brauchen, welche Risiken wir jeden Tag bereit sind, hinzunehmen. Oder andersrum: Welches Ziel wir in der Bekämpfung der Pandemie überhaupt verfolgen. Wollen wir so viele Ansteckungen wie möglich verhindern? Wollen wir so viele Tote wie möglich verhindern? Wollen wir eine Überlastung der Intensivstationen verhindern? Vor diesen essentiellen Fragen verschließen manche die Augen und wollen darüber lieber nicht diskutieren.

Komisch. Im Video sehe ich nur wenige Gut- und mehr Sehr-gut-Verdiener, die sich - ironisch natürlich - etwa darüber beklagen, dass sich ihre Kinder in ihrem Elfenbeinturm im Homeschooling befinden. Was für eine ungeheuerliche Belastung! Würde an ihrer Stelle eine Reinigungskraft oder Kassierin zu mir sprechen, könnte ich den Zynismus vielleicht nachvollziehen.
Ich habe den Eindruck, dass die Beiträge, auf die du vermutlich anspielst, gerade die privilegierte Situation ihrerselbst in einer überhöhten Weise als Vehikel nutzen, um den Fokus auf die Probleme zu lenken, die enstehen, wenn man diese Privilegien nicht besitzt. Aber Metaebene ist eben nicht so der Freund der Empörung. Ich jedenfalls finde die Beiträge zum Teil sehr clever gemacht und zum Nachdenken anregend, zum Teil aber auch plump und unsensibel. Das ist aber kein Grund für mich, die Aktion als Ganzes zu diskreditieren.

Es ist einfach nur noch widerwärtig, wie salonfähig antisoziales, menschenverachtendes Verhalten heute bereits ist.
Meinungsäußerung ansich schon als "asozial und menschenverachtend" (!) zu bezeichnen, ist absurd und das hat die Aktion schon einmal schön aufgezeigt: Eine inhaltliche Debatte wird dringend benötigt. Wie war nochmal deine Meinung zu "Cancel Culture" im Matuschke-Thread?

Die 80-Jährigen, die sich vielleicht auf eine Reise gefreut hat (es könnte die letzte sein)? Der / die 50-Jährige, der sich auf eine "halbrunde" Feier gefreut hat? Die Mitt-30iger, die eine Hochzeit planen? Und natürlich auch die jungen Menschen, keine Frage ... aber hier hat doch jedes Alter seine eigene, berechtigte Betroffenheit.
Alles richtig. Aber irgendwann (nach einem Jahr) muss man schonmal die Frage stellen, ob es der richtige Kurs ist, jungen Menschen in einer entscheidenden Findungsphase ihres Lebens so lange die Orientierungsmöglichkeiten zu nehmen, während – und das finde ich entscheidend! – erst jetzt eine Homeoffice- und Testpflicht in Unternehmen kommt. Ich wäre sofort bei einer umfassenden Ausgangssperre dabei, wenn die klare Direktive ist, die Inzidenzen zu senken, und dafür die ganze Gesellschaft, sprich auch die Wirtschaft in einem Boot sitzt und dicht macht, um Infektionen zu verhindern! Ausnahmen hier, Ausnahmen da haben für mich etwas Bigottes – von wegen, "so wichtig scheinen die Menschenleben dann ja doch wieder nicht zu sein". Ich habe mich jetzt nicht ein Jahr lang eingeschränkt und zu Hause allein herumgehockt, damit sich die meisten Menschen immer noch in Großraumbüros anstecken.
 
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Ukulele

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Wollen wir so viele Ansteckungen wie möglich verhindern? Wollen wir so viele Tote wie möglich verhindern? Wollen wir eine Überlastung der Intensivstationen verhindern?
Du bist allen Ernstes der Meinung, dass das Fragen sind, „über die man diskutieren sollte“? Welche unterschiedlichen Positionen, die mit den Grundwerten unserer Gesellschaft vereinbar sind, fallen dir denn ein? Ich halte jeweils ausschließlich die Antwort „Ja.“ für akzeptabel. Kraft für den weiteren Disput mit jemandem, der ernsthaft eine der Fragen mit „Nein.“ beantwortet habe ich nach 14 Monaten Pandemie nicht mehr.

Das soll nicht heißen, dass man nicht unterschiedlicher Meinung über das „Wie“ sein kann. Ich kann aber nicht erkennen, dass es hier darum geht.
 

thorr

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Du bist allen Ernstes der Meinung, dass das Fragen sind, „über die man diskutieren sollte“? Welche unterschiedlichen Positionen, die mit den Grundwerten unserer Gesellschaft vereinbar sind, fallen dir denn ein? Ich halte jeweils ausschließlich die Antwort „Ja.“ für akzeptabel.
Das mag ja die Antwort sein, aber dann stellt sich mir die Frage: Wie legitimiert man dann die Offenhaltung der Wirtschaft mit freiwilligen Tests über ein Jahr hinweg und Präsenzgottesdienste an Ostern, zu einer Zeit, zu der uns die Inzidenzen schon um die Ohren flogen? Ich weiß, freie Religionsausübung. Okay, wenn das so viel wichtiger ist...

Das zeigt für mich alles, dass diese Fragen in der Praxis keineswegs mit einem uneingeschränkten "Ja" beantwortet werden. Nur sich das einzugestehen, fällt schwer.
 

lg74

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Wie war nochmal deine Meinung zu "Cancel Culture" im Matuschke-Thread?
Wie hat sich Matuschke (bei bekanntem gesellschaftlichen Engagement) verhalten, um die bekannte Reaktion als Antwort zu bekommen und wie haben sich diese menschenverachtenden, Opfer verhöhnenden, Angehörige verhöhnenden, widerwärtigen Volks-Aufhetzer gestern verhalten?

Es gibt Landesteile (für ganz Deutschland kann ich nicht sprechen), die stehen gefühlt kurz vor dem Volksaufstand. Dort nutzen erhebliche Teile der Bevölkerung das SARS-Cov2-Virus seit langem als Biowaffe (im Unterschied zu einem für tödliche Körperverletzung geeigneten Messer ist diese Form der vorsätzlichen Körperverletzung mit potentieller Todesfolge ja offenbar durch "Meinungsfreiheit" geschützt) im Kampf gegen das verhasste "System". Dort dominieren rechtsextreme oder faschistische Kräfte die Alltags"kultur". Dort verbreiten sich Lügen in rasender Geschwindigkeit, während seriöse Naturwissenschaftler gehasst werden.

Genau vor den Karren dieser Kräfte haben sich diese Promis freiwillig gespannt. Sie heizen die Situation damit weiter an ("schau mal, diese ehrbaren Promimenten sehen das auch so.."). Das ist so schäbig, da fehlen mir anständige Worte. Es ist einer Zivilisation unwürdig und es bringt uns weitere hunderttausende oder millionen Infizierte und weitere zehntausende Tote, belastet Wirtschaft und Gesellschaft weiter, schürt Hass und ist potentiell Bürgerkriegs-treibend.

Es gibt nur einen Weg aus der Pandemie - und der führt über Disziplin, Anstand, Beachtung der naturgesetzlichen Mechanismen der Pandemie und soziales Verhalten. Je länger das in diesem Land untergraben wird, umso verheerender werden die Schäden auf allen Gebieten sein.

Inzwischen sind die Intensivstationen in meiner Heimatregion voll mit Menschen meiner Altersgruppe. Andere notwendige Behandlungen sind abgesagt. Meine Mutter wartet z.B. auf eine dringend nötige Herz-OP und weiß nicht, ob sie die überhaupt noch bekommen wird. Sie kann auch vor Schmerzen kaum noch laufen - notwendige Behandlungen sind seit Spätherbst ausgesetzt. Meine Kollateralschäden nach einem Jahr Pandemie (u.a. extreme Müdigkeit ganztags, kaum noch Schlaf nachts, wenn Schlaf, dann Alpträume, stundenlang Herzrasen, permanentes nervöses Schwitzen, massiver Haarausfall, ich schaue mich nicht mehr im Spiegel an, denn das, was ich da sehen würde, bin nicht mehr ich) sind dagegen noch Pillepalle. Ich habe aber auch keinerlei Lust mehr, für weitere Monate oder Jahre in Geiselhaft dieser vorsätzlichen Pandemietreiber zu sein.
 

thorr

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Ok, meine Frage war vielleicht nicht richtig gestellt. Selbstverständlich bejahe ich, dass man so viele Tote wie möglich verhindern muss. In jeder Situation, nicht nur auf Corona bezogen. Aber die Frage ist immer, wie man dieses "Mögliche" definiert. Scheinbar sind manche Maßnahmen nämlich nicht möglich, während an anderen seit einem Jahr unverändert festgehalten wird. Da fehlt mir eine Diskussion über die Priorität, die wir verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen beimessen wollen. Randnotiz: Wiederum Anderes ist seit Jahrzehnten nicht möglich, obwohl wir sehenden Auges auf eine ungemütliche Zukunft auf diesem Planeten zugehen.

Eine solche Diskussion würde im Übrigen – so mein Glaube – auch mehr Menschen aktiv mitnehmen und zu mehr Akzeptanz bzw. Motivation (Akzeptanz ist ja da) führen. Denn wir alle wissen doch auch, dass man nach einem Jahr Pandemie auch mal an der einen oder anderen Stelle nachlässig wird, obwohl man um die Hygieneregeln weiß.

Es gibt Landesteile (für ganz Deutschland kann ich nicht sprechen), die stehen gefühlt kurz vor dem Volksaufstand. Dort nutzen erhebliche Teile der Bevölkerung das SARS-Cov2-Virus seit langem als Biowaffe [...] im Kampf gegen das verhasste "System". Dort dominieren rechtsextreme oder faschistische Kräfte die Alltags"kultur". Dort verbreiten sich Lügen in rasender Geschwindigkeit, während seriöse Naturwissenschaftler gehasst werden.
Die Situation in diesen Landesteilen kenne ich natürlich nicht, ich kann nur für "meinen" Landesteil sprechen. Danach jedenfalls, was ich hier beobachte und was sich auch in den Umfragen derzeit wiederspiegelt, können die Extremen mit ihren Ansichten nicht wirklich von der Corona-Krise profitieren. Politik mit Blick auf diese sehr lauten, aber sich doch in der Minderheit befindlichen Unverbesserlichen zu machen, ist meines Erachtens nach Politik an der Mehrheit der Bevölkerung vorbei. Stattdessen führen Maßnahmen wie die Ausgangssperre dazu, dass der überwiegende Teil der Menschen, der sich seit einem Jahr erheblich einschränkt, weiter eingeschränkt wird und das ohne Mehrwert, nur um die paar Leute, die sich nicht gesundem Menschenverstand entsprechend verhalten wollen, auch noch zu erreichen. Wobei zusätzlich fraglich ist, ob man sie damit letztlich erreicht.

Ich persönlich kann nicht verstehen, dass man auf Partys nicht verzichten kann, damit wir gut durch diese Pandemie kommen – und ich denke, das ist auch gesellschaftlicher Konsens. Ich werfe aber gleichzeitig niemandem vor, menschenverachtend oder gar Schuld am Tod anderer Menschen zu sein, weil er seinen Spaß über die Gesundheit anderer stellt. Da fasse ich mir an die eigene Nase und überlege, wie oft ich diese Abwägung im nichtpandemischen Alltag jeden Tag unbewusst vornehme.

Und das ist auch etwas komplett anderes, als jemanden willentlich mit einem Messer anzugreifen. Eine solche Logik würde die rechtliche Schuldfrage komplett auf den Kopf stellen und ich weiß nicht, wie man diesen Vergleich ernsthaft aufmachen kann.

Vor dem Hintergrund dessen, was man weiß und was man nicht weiß über Pandemietreiber, wird mir im Hinblick auf ihren mutmaßlichen Anteil am Infektionsgeschehen ein zu starker Fokus auf diese Leute gelegt und andere Bereiche geraten in den Hintergrund. Mir ist egal, was diese Leute machen, auch aus dem Grund, dass man sie sowieso nicht mit Argumenten erreicht (s.o.).
Genau vor den Karren dieser Kräfte haben sich diese Promis freiwillig gespannt.
Nein. Sie haben für sich gesprochen. Die Querdenker jubeln, aber wir tun ihnen den größten Gefallen, wenn wir uns darüber echauffieren.

PS:
Meine Mutter wartet z.B. auf eine dringend nötige Herz-OP und weiß nicht, ob sie die überhaupt noch bekommen wird. Sie kann auch vor Schmerzen kaum noch laufen - notwendige Behandlungen sind seit Spätherbst ausgesetzt.
Ich hoffe für dich und deine Mutter inständig, dass sie baldmöglichst ihre OP erhält. Meine Mutter war in einer ähnlichen Situation Anfang des Jahres, als aufgrund der steigenden Inzidenzen ihre Gefäß-OP abgesagt wurde, aber glücklicherweise in der Zwischenzeit nachgeholt werden konnte. Auch diese Folgen (wie z.B. auch, dass sich Menschen z.T. gar nicht mehr zum Arzt trauen), sollten stärkere mediale Präsenz finden.
 
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Skywise

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Es fehlt eigentlich an allen Stellen ein angemessener intellektueller Diskurs in der Gesellschaft.
... und ein paar Tage nach der Aktion kann man festhalten, daß sie ihr Ziel um Längen verfehlt hat. Wenig verwunderlich, ich weiß. Das war schon währenddessen zu erwarten.

Amateurhaft formuliert:
- weil sich offenkundig die Gesellschaft von diesen Videos nicht angesprochen fühlte, sehr wahrscheinlich auch gar nicht als Zielgruppe gemeint war, sonst hätte man einiges idiotensicherer in Szene gesetzt bzw. nicht auf weiterführende Informationen verzichtet. Wobei ich natürlich gleich zugebe, daß weiterführende Informationen sehr wahrscheinlich auch nur Perlen gewesen wären, die man mit Schwung vor die Säue gekübelt hätte, weil - wer konsumiert heutzutage schon mehr als Überschriften ...? Ein Großteil der Videos sollte sich wohl gegen die Politik richten aufgrund der getroffenen Corona-Maßnahmen; komischerweise habe ich aber nur sehr wenige, um nicht zu sagen: gar kein Video wahrgenommen, das bei aller Kritik an den Maßnahmen die besonderen Umstände berücksichtigt hätte, bzw. anders gesagt: mir fehlte die Aussage, daß nicht die Politik die Ansteckungen verursacht und vorrangig verhindern könnte, sondern das Volk. Ich mag an den einschlägigen Videos vorbeigeklickt haben. Es wurden auch keine Lösungsansätze vermittelt, wobei - okay, das ist auch nicht die Aufgabe von Kunst, geschweige denn Satire.
- weil über die Aktion, über ihre Absichten und über eingezogene Schwänze bedeutend mehr diskutiert und "diskutiert" wurde als über die "Argumente und Fakten". Was nicht verwundert, denn die Argumente und Fakten wurden weder transparent vermittelt, noch wurden sie von allen Beteiligten mitgetragen.

Das mit dem fehlenden angemessenen Diskurs in der Gesellschaft wäre trotzdem wünschenswert.
Neben einer nach Möglichkeit öffentlichen Diskussion über den Weg aus der Pandemie und aus den Pandemie-Maßnahmen, denn die Wahrscheinlichkeit, daß wir hier über regionale Entscheidungen sprechen, halte ich für immer wahrscheinlicher. Blick auf die aktuelle Karte reicht als Begründung wahrscheinlich aus.

Gruß
Skywise
 
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