Coronavirus


Doch, kann man, weil man muss.

Es geht ums nackte Überleben. Da muss alles andere hinten anstehen und wird sich schon regeln, wenn wieder die Zeit dafür ist.
Na ganz so einfach ist es nicht. Die Automobilindustrie stoppt die Produktion. Offenbar können die komplexen Logistikketten unter den derzeitigen Bedingungen nicht aufrecht erhalten werden. Macht nix, gibt es ein paar Monate keine neuen Autos. Das heisst aber auch, dass sensible Bereiche ihren Fuhrpark auf Verschleiss fahren müssen. Nehmen wir an, auch das geht.

Was aber, wenn Logistikketten zusammenbrechen, an deren Ende Dinge wie Atemmasken oder Beatmungsgeräte stehen? Oder die Lebensmittelindustrie zusehends Produktionsprobleme bekommt? Nicht zu reden von Energie.

Wenn diese Ketten zusammenbrechen, kann unter Umständen Kranken auch nicht mehr geholfen werden und sogar die öffentliche Ordnung zusammenbrechen. Dabei sind Todesopfer nicht auszuschließen.

Auch wenn das schlimm klingt, es ist letztlich auch eine Abwägung und Priorisierung, wie weit man die WIrtschaft auf Halt setzen kann.
 
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Genau diese Vollpfosten brauchen übergroße Hinweise.
Wer jetzt Hinweise missachtet, das sind genau die selben Leute die sich über Warnschilder hinwegsetzen und leichtsinnig in Lebensgefahr begeben und sich dann hinterher beschweren wenn sie den Berg hinunterstürzen und sich ein Bein brechen.
Oder die sich betrunken ans Steuer setzen und zu sich sagen "Mit 4 Bier kann ich noch fahren". Und du glaubst ernsthaft diese Leute lassen sich von einer TV-Einblendung davon abhalten? Das ist schon sehr naiv.
Im Gegenteil: Solche Ignoranten die alle Ratschläge und sogar Gesetze missachten, machen doch was sie wollen und hören auf nichts niemanden. Warum sollte ausgerechnet so eine dämliche Einblendung sie davon abbringen?
Das ist aber auch kein Wunder wenn sich herausstellt, dass eine Kanzlerin die am Mittwoch sagt "Leute, bleibt zuhause" zwei Tage später noch beim Arzt war.

Ich hänge einen Nachrichtenmitschnitt von heute ran, der ganz gut zeigt, wohin solche permanenten unterschwelligen Botschaften und die Dauerbeschallung mit Panik-Berichterstattung führen können. Die Leute bekommen das in den falschen Hals und rasten völlig aus wenn jemand sich ihrer Meinung nach "unangemessen" verhält.

Nein dieser dümmlichen Einblendungen (siehe derzeit MDR, SWR, BR) und das penetrante "WIR" und "ZUSAMMEN" sind das typisch deutsche Duckmäusertum und die typische Unterwürfigkeit, das schleimige Anbiedern der Öffentlich-rechtlichen an die Obrigkeit gepaart mit der Gängelung der Zuschauer, die ja alle blöd sind und nicht von selber wissen was gut und richtig ist. Damit soll in dieser gespaltenen Gesellschaft ein Zusammengehörigkeitsgefühl vorgegaukelt werden, was es vorher schon nicht gab und jetzt, wo jeder nur an sich denkt, erst recht nicht.
Und genau für so einen blinden Gehorsam und der Zuschauer-Bevormundung steht die ARD regelmäßig in der Kritik. Solche "Hinweise" sind da nur kontraproduktiv. Gut gewollt ist selten gut gemacht... Und der Mensch bleibt nun mal ein EGoist.
 

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Die Anzahl an neuen Informationen abseits der steigenden Infektionszahlen ist wirklich überschaubar solange kein Gegenmittel auf dem Markt ist oder sich etwas in Sachen Ausgangssperre tut. Trotzdem stimmt das Abendprogramm von RBB und ZDF derzeit zb. keinen Tag. Ständig profiliert man sich mit unnötigen Sondersendungen. :thumbsdown: Dass sich dadurch der komplette Ablauf verschiebt und die Menschen, die man ja animiert, zuhause zu bleiben, verärgert und durcheinander bringt nehmen die Sender gerne in Kauf. Gestern Abend hatte ich durch alle öffentlichen Programme geschaltet, es lief nirgendwo etwas interessantes was einen wirklich hätte ablenken können. Heute laut derzeitigem Stand auch wieder nicht. Am Sonntagnachmittag war der Tatort noch pünktlich angesetzt, beim Einschalten um 20:17 lief immer noch die Tagesschau und laut aktuellem Stand dann sogar bis 20:30. Das hat man wirklich selten dass der Tatort nicht um 20:15 startet. Also wenn man schon zuhause bleiben soll was liegt näher als die unendlich großen Fernseharchive von ARD und ZDF zu öffnen und mal so richtig auf die Pauke zu hauen um 20:15 ? Ich wünsche mir mehr positive Unterhaltung und weniger Corona-Worthülsen. zb ein "Herz und eine Seele"-Marathon im WDR :)
 
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Lasst uns mal über die Tests reden. Derzeit wird viel zu wenig getestet und wenn dann dauert es bis zu 10 Tagen mit dem Ergebnis. Ich habe viele Fälle aus meinem Bekanntenkreis die alle Symptome von Corona aufweisen. Trotzdem bekommen die keinen Test, außer den telefonischen Rat zuhause zu bleiben. Für diese Woche sollte es in unserem Ort eine mobile Abstrichstation geben. Das wurde wieder abgeblasen, weil nicht genügend Tests vorhanden sind. Ganz ernsthaft, wie will man die Seuche so unter Kontrolle bringen, wenn man noch nicht mal in der Lage ist ausreichend zu testen? Hier muss dringend und zwar GANZ dringend Abhilfe geschaffen werden, sonst kann man die Lage gar nicht realistisch einschätzen.
 
Getestet werden können zzt nur Menschen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder nachweislich Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten. Vorgehensweise. Das Testergebnis gibts normalerweise nach spätestens 48 Stunden.
 
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Da
Getestet werden können zzt nur Menschen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben
Bei knapp 30 tsd. bestätigten Fällen ist Deutschland mittlerweile auch ein Risikogebiet und von daher machte die Regelung am Anfang noch Sinn, aber doch jetzt nicht mehr. Ich kann mich doch auch im Supermarkt, im ÖPNV oder beim Arzt angesteckt haben. Ich kenne Leute die bereits seit fast einer Woche auf ein Ergebnis warten.
 
Mit solcherart Argumentation erzeugst Du nur Panik. Kann-Formeln helfen nun wirklich nicht weiter, da die "normale" Grippewelle ja parallel akut ist. Was Risikogebiet ist, entscheidest nicht Du, sondern das RKI! Und, glaube mir, über POSITIVE Testergebnisse erfahren die Betroffenen innerhalb von 2 Tagen!
 
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Zitat von Malta Independent Online - frei übersetzt:
Die WHO hat definiert, was ein verdächtiger, wahrscheinlicher und bestätigter Fall ist. Länder könnten jedoch die Falldefinitionen möglicherweise gemäß ihrer lokalen epidemiologischen Situation anpassen.

Ein verdächtiger Fall ist ein Patient mit einer akuten Atemwegserkrankung (Fieber und mindestens ein Symptom einer Atemwegserkrankung wie Husten oder Atemnot) und einer Reise- oder Aufenthaltsgeschichte an einem Ort, an dem die Übertragung der COVID-19-Krankheit in der Gemeinschaft gemeldet wurde. Ein Patient mit einer akuten Atemwegserkrankung, der in den letzten 14 Tagen vor Auftreten der Symptome mit einem bestätigten oder wahrscheinlich COVID-19-Infizierten in Kontakt gekommen ist, wird ebenfalls als verdächtiger Fall eingestuft. Ein Patient mit schwerer Atemwegserkrankung, der einen Krankenhausaufenthalt erfordert und bei dem keine alternative Diagnose vorliegt, die das klinische Erscheinungsbild vollständig erklärt, gilt der WHO ebenfalls als verdächtiger Fall.

Ein wahrscheinlicher Fall ist ein Fall, dessen Testen auf COVID-19 nicht schlüssig ist oder für den ein Test aus irgendeinem Grund nicht durchgeführt werden konnte.

Ein bestätigter Fall ist eine Person mit einer COVID-19-Laborbestätigung, unabhängig von klinischen Anzeichen und Symptomen. Der Test auf das Coronavirus sollte mehrmals durchgeführt werden, um das Ergebnis zu bestätigen.

Die WHO definiert ebenfalls, was sie mit Kontakt meint: Dies ist eine Person, die länger als 15 Minuten mit einem wahrscheinlichen oder bestätigten Fall innerhalb eines Meters konfrontiert war. (Wenn eine Person einfach an einer anderen Person vorbeikommt, die möglicherweise infiziert ist, bedeutet dies nicht, dass das Virus übertragen wird.) Dies kann auch den direkten physischen Kontakt mit einem wahrscheinlichen oder bestätigten Fall sowie die direkte Versorgung eines Patienten mit wahrscheinlicher oder bestätigter COVID-19-Erkrankung ohne Verwendung einer geeigneten persönlichen Schutzausrüstung bedeuten.
Alle oben genannten Szenarien werden als Kontakt einer Person während der zwei Tage vor und 14 Tage nach dem Einsetzen der Symptome eines wahrscheinlichen oder bestätigten Falls definiert.

https://www.independent.com.mt/arti...ocal-transmission-contract-tracing-6736221207
 
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Ich denke, die Strategie der extensiven Tests hat sich mit der hohen Verbreitung erledigt. Zur Eindämmung der Infektionen sind Tests in der Fläche eine zunehmend stumpfe Waffe, man rennt letztlich dem Trend hinterher. In Großstädten wie NYC oder LA soll nur noch getestet werden, wenn das Ergebnis Einfluss auf die Therapie hat. Man mildert so natürlich auch den Engpass bei Tests ab und hat dadurch genügend Kapazitäten, um das Gesundheitspersonal zu screenen.

Das Kriterium 'verdächtiger Fall' aus #214 dürfte aus ähnlichen Gründen inzwischen veraltet sein.
 
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk erklärt seinen Hörern die Welt. Natürlich mit distanziert-belehrendem Unterton. Hauptsache für so einen Schrott sind noch Ressourcen da. Man hat den Eindruck die glauben für eine Anstalt zu senden. :wall:
 

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BFBS sendet auch stündlich Hinweise zu hygienischem Verhalten und zwar weder belehrend noch kommandierend, dafür ruhig, sachlich und verständlich.

Heute übrigens mal in unserem etwas über 7.000 Seelen-Dorf den erlaubten und bei diesem Wetter sehr angenehmen Solo-Spaziergang gemacht und die Probe aufs Exempel, Sport-und Spielplätze vorbildlich geleert, sogar ohne Absperrung, die Leute soweit erkennbar wenn in mehr als 1 oder 2-Personenstärke als Familien unterwegs. Mit dem beim aneinander vorbeikommen auf Abstand gehen hapert es allerdings noch und man fühlt sich fast als Sonderling wenn man von sich aus die Distanz vergrößert. Macht mir aber nix aus, lasse denken sofern sie es denn können...
 
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Die Corona-Krise hat zuweilen seltsame Auswüchse, wie die 6 Millionen (!) Atemschutzmasken, die in Afrika wie vom Erdboden verschluckt sind. Jetzt wissen wir auch, warum die Dinger derzeit überfall vergriffen sind...
Interessant, dass wir Sanitätsbedarf aus Afrika importieren, ich dachte eher umgekehrt.

In den Supermärkten entspannt sich die Lage aber.

Noch vor 4 Wochen hätte man über solche Meldungen noch gelacht, inzwischen kann man nur noch traurig den Kopf schütteln. Das ist unsere Wohlstandsgesellschaft. Sättigungsbedarf bei Klopapier, wohl bekomm`s!
 

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Mich würde ja mal interessieren, was jetzt eigentlich der "Plan" ist. Bis Ostern ist ja erstmal das öffentliche Leben lahmgelegt. Dadurch wird die Verbreitung vielleicht verlangsamt, aber natürlich nie ganz gestoppt. Es heisst ja immer man wolle sich Zeit kaufen? Zeit wofür eigentlich?
Ja, die Ausstiegsszenarien scheinen im Moment wirklich noch nicht so recht klar. Ich habe mich auch schon länger gefragt, wie der Plan in China weitergeht, wenn es dort keine weiteren Infektionen geben sollte, aber immer noch rund 1 Milliarde Menschen potentiell angesteckt werden könnten.

Eine in meinen Augen sehr gute, nüchterne und wissenschaftliche Analyse findet man in der aktuellen Ausgabe von The Economist, im Internet hier, leider aber nur mit Anmeldung (oder Tricks) voll lesbar.
Zitat von The Economist:
There is also the question of when to introduce such closures. In the Imperial modelling the closure of schools and universities has a prompt, if not overwhelming, effect. But they also have a delayed cost. This is because of the effect they have on the second wave of the disease.

Interventions which suppress the reproduction number save a lot of lives. But they do not make the population immune to the disease. So if you relax the interventions, thus letting the disease’s reproduction number rise back up, it will promptly set about infecting the large pool of people it missed the first time round.

The model from Imperial showed this well-known effect in action. After its five months of restrictions were brought to a close, a second wave started to build in late autumn. When the model was run with schools and universities closed down at the beginning of the first outbreak, this second wave was considerably worse, because immunity built up through infection-in-the-course-of-education was absent (see chart 2).

Concerns about a second wave are one of the reasons that governments cannot reassure citizens over just how long the disruption to normal life will continue, instead bandying about “the time beings” and “coming weeks and months”. Few are as open as the Robert Koch Institute, a German government health agency, in saying that, in extremis, tough restrictions may need to remain in place until a vaccine can be made, tested and put into use—a period it sees as lasting up to two years.

Even if governments were forthright about how long they expected their impositions to last, it is not clear that the decision will be theirs to make. In free societies the duration will, in practice, depend on how compliant people are, and for how long. The team at Imperial reckons that, if their measures are to show the desired results, compliance with each of those measures must be at least 50-75%. In the early days that may be possible: the chastened and fined French will not be out in the same numbers over the coming weekend as they were over the previous one. And as hospitals start to fill and then overflow, fear may increasingly add its weight to government say-so and social stigma. Still, good behaviour does tend to wear off.
 
Um Vergleichsdaten zu erhalten, wären Tests bei "scheinbar" nicht COVID-19-Infizierten sogar wünschenswert.
Das RKI hat die Kriterien - davon unabhängig - NEU gefasst.
Getestet wird jetzt nicht mehr nach dem Kriterium "Risikogebiet", sondern,
wenn der Patient oder die Patientin
  • die typischen Symptome aufweist
  • direkten Kontakt zu einem/einer COVID-19-Erkrankten hatte
  • zur Risikogruppe gehört
  • zu medizinischem Personal in Kontakt mit einer Risikogruppe zählt
  • eine schwere Vorerkrankung hatte.
 
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