DAB+ in Berlin und Brandenburg


_Stefano

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Zu allererst sollte der rbb mal sein sorbisches Radioprogramm nicht so sehr verstecken, man muss wirklich gezielt googeln, um das zu finden! Dort kann man dann fast alles nachhören...
 

Radiokult

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Aber auf DAB ist er bei dem aktuellen Ausbaustand keineswegs besser, im Gegenteil.
Das ist belegbar falsch. Über den 10B ist in einigen Ecken das Inforadio erstmals rauschfrei und teils sogar erstmals überhaupt zu empfangen.
Und das Sorbische Programm zählt auch als Minderheitenprogramm, wie der Name Minderheit schon vermuten lassen könnte, nicht zur Grundversorgung.
Für die sorbische Bevölkerung ist sie Grundversorgung.
Dein skuriller Vergleich mit Multikulti hinkt übrigens von vorn bis hinten. Multikulti war im weitesten ein Programm für ausländische Mitbürger. Bei den Sorben handelt es sich um deutsche Staatsbürger!

Also ich habe es bei Suche nach "RBB sorbisch" sofort gefunden.
Wo? Per Google? Das hat auf der Startseite des rbb als Angebot mit Erwähnung zu finden, nicht mehr und nicht weniger.
 
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Sieber

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Und das Sorbische Programm zählt auch als Minderheitenprogramm, wie der Name Minderheit schon vermuten lassen könnte, nicht zur Grundversorgung.
Glaube ich nicht. In Deutschland gibt es 2 "anerkannte" Minderheiten. Sorben in Sachsen/Brandenburg und Dänen in Schleswig-Holstein.
Weiß jetzt aber zugegebenermaßen nicht, wie der NDR mit der dänischen Minderheit in seinem Programm umgeht.
 

Radiokult

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In weiten Teilen von SH ist der dänische ÖR per UKW empfangbar. Daher gibt es kein gesondertes dänisches Programm innerhalb des NDR. Über den Sender Flensburg gibts den dänischen ÖR wohl auch per DAB+.
 
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astereix

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In weiten Teilen von SH ist der dänische ÖR per UKW empfangbar. Daher gibt es kein gesondertes dänisches Programm innerhalb des NDR. Über den Sender Flensburg gibts den dänischen ÖR wohl auch per DAB+.
Das dürfte, obwohl die technische Seite natürlich stimmt, weniger der Grund gewesen sein, als 1948 im damaligen Land Sachsen das "Gesetz zur Erhaltung der Rechte des sorbischen Volkes" verabschiedet wurde und in der Folge sorbisch-sprachige Rundfunkausstrahlungen über den Sender Dresden begannen. Es war ein, wie immer man das bewerten mag, nach den Erfahrungen der Nazi- und Kriegszeit etwas anderes Verständnis in der SBZ / DDR zu einer ethnischen Minderheit, die wiederum durchaus selbstbewusst (und mit intellektuellen Köpfen versehen) ihre Interessen zu vertreten wusste.

Wenn man noch einmal in der Gerüchteküche der Jahre 1991/1992 stochern möchte, so sollen die damaligen ORB-Westimporte, Intendant Rosenbauer und speziell Hörfunkdirektor Hirschfeld, einigermaßen erstaunt gewesen sein, Gebührengelder ausgerechnet für ein für sie in dieser Form nahezu "unbekanntes" Ethnien-Format zur Verfügung stellen zu müssen. "Kann das nicht der MDR machen - der ist schließlich näher dran" war wohl der erste Ansatz, der dann ganz schnell wieder vergessen wurde...
 
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stereo

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In weiten Teilen von SH ist der dänische ÖR per UKW empfangbar. Daher gibt es kein gesondertes dänisches Programm innerhalb des NDR.
Das ist ungefähr so, als würde man die deutschsprachigen Südtiroler und Belgier an ORF bzw. WDR verweisen. Außerdem bietet der NDR für keine sprachliche Minderheit wesentliches Programm. Egal, ob irgendwas von irgendwo empfangbar ist oder nicht. 🙂 Parallele zum rbb ist, dass da eine Sprachenpolitik von vor 50 oder noch mehr Jahren nie grundsätzlich geändert wurde.
 

s.matze

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Nicoco

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Wer wird sich denn wohl aus dem 12D zurückziehen?
Aktuell sind 14 Programme im 12D vertreten, die MABB schreibt aber 3 Plätze aus.
Da man die Datenrate wohl nicht unter 72 kbps drücken will, ist 16 Programme das Maximum.
 

s.matze

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Wer wird sich denn wohl aus dem 12D zurückziehen?
Vermutung: Domradio oder Paloma?

Ich frage mich auch, wie sinnvoll es für Radio Cottbus ist, die nicht benötigten Sendegebiete in Berlin und Frankfurt mitzubezahlen. Da wäre eher eine lokale Lösung mit kleiner Leistung für Cottbus-Stadt anstelle von Calau-Alex-Booßen sinnvoll.
 

Nicoco

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Vielleicht auch ERF Pop. Das Hauptprogramm ERF Plus im Bundesmux hat man ja auch schon auf 64 kbps gedrückt.
Die Verbreitung via Astra wird ja auch in Kürze eingestellt.
ERF Plus zum 30.04.2021, ERF Pop zum 30.06.2021.

Offenbar wird dort ganz dicke der Rotstift angesetzt.
 

s.matze

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ERF Pop sendet aber auch noch an anderer Stelle, nämlich südhessen und Hamburg.
Da würde ich eher Hamburg als erstes aufgeben, weil man da weniger Leute erreicht.
In HH leben nur 630.000 Christen, allein in Berlin sind es knapp 970.000 + CB + FFO.

Wie realistisch ist es denn, dass Paradiso (aktuell im 7B) sich in Berlin ganz von DAB verabschiedet, nachdem man sich ja schon von 3 Standorten (12D) auf derzeit einen Standort verkleinert hat?
Auch in Hamburg hat sich Paradiso (im Übrigen ohne jede Information oder Meldung im Vorfeld) heimlich still und leise aus dem DAB-Angebot verabschiedet.

Dann könnte möglicherweise ein Wechsel (Paloma? ERF Pop?) vom teureren 12D in den günstigeren 7B erfolgen, wodurch dann im 12D tatsächlich 3 Plätze frei würden.

Hit104 halte ich auch für einen möglichen Wackelkandidaten, der das Senden auf DAB ähnlich wie Top100Station nur als zeitweise Werbung für sein Webradio genutzt haben könnte?
 
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Nicoco

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Wie realistisch ist es denn, dass Paradiso (aktuell im 7B) sich in Berlin ganz von DAB verabschiedet.
Vielleicht gar nicht so unrealistisch.
Paradiso hat sich bekanntlich auf den NRW-Mux beworben. Das ist kostentechnisch natürlich eine andere Hausnummer als ein Stadtmux für Hamburg oder Berlin, weshalb man versuchen könnte an anderen Ecken zu sparen.
 

Radiokult

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Paradiso ist doch genauso ein Kirchenfunk wie ERF Pop, auch wenn man es dort eher selten hört. Und wenn da kein Geld da ist... Der Wechsel vom 12D auf den 7B hatte vermutlich andere Gründe, da sich das Programm inhaltlich größtenteils auf Berlin beschränkt.
Ich würde mal eher aufs Domradio tippen. Zum einen haben die sich auch anderswo bereits von DAB+ verabschiedet. Und zum anderen sind die mit ihrem Programm dann doch eher auf Köln fokussiert. Warum die in Berlin/Brandenburg drauf wollten, hat sich mir ehrlich gesagt noch nie so richtig erschlossen.

In HH leben nur 630.000 Christen, allein in Berlin sind es knapp 970.000 + CB + FFO.
Zum einen ist das kein wirkliches Argument, da das Programm ja irgendwo auch als Werbeplattform für den christlichen Glauben dient. Und zum anderen ist deine Angabe nicht so ganz korrekt, denn der ERF richtet sich vorrangig an evangelische Christen. Und das sind in Berlin nur rund 576.000. Mit Stichtag 31.12.2019 waren insgesamt in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz 914.260 Mitglieder registriert. Und das ist bei genauer Betrachtung dann doch eher wenig. Das die Leute vor allem im Osten eher konfessionslos sind, gehört jetzt aber auch nicht zu den größten Geheimnissen.
 

Tatanael

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Ich würde mal eher aufs Domradio tippen. Zum einen haben die sich auch anderswo bereits von DAB+ verabschiedet.
Freiwillig hat sich Domradio noch nirgendwo von DAB+ verabschiedet. Sie mussten in NRW ihren Platz verlassen. Man möchte auch wieder über DAB+ in NRW senden, wenn die Pivatradiomuxe in Betrieb gehen. - Alles unter dem Vorbehalt, man hat in Zukunft noch genügend Geld dafür.

In Berlin kooperiert für die DAB+Ausstrahlung von Domradio, das Erzbistum Köln mit dem Erzbistum Berlin:

So lange Berlin weiter bereit dazu ist die Ausstahlungskosten zu übernehmen, werden sie dort weiter senden. Das Bistum Fulda wollte die Kosten von der Domradio-UKW-Frequenz in Fulda nicht übernehmen. Da wurde sie eben abgeschaltet.
 
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