DAB+: Kommt noch ein 3. Bundesmux?


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Hithopper

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Im Nachbarforum wird schon kräftig diskutiert, wie ein 3. DAB+- Bundesmux mit Programmen bestückt werden könnte, sofern er tatsächlich mal startet. Dort gibt es auch Überlegungen hinsichtlich eines ARD-Bundesmuxes ähnlich wie DSR Anfang der 90er Jahre. Wie steht ihr dazu?
 

s.matze

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ARD-Bundesmuxx? Rundfunk ist Sache der Länder, der einzige "nationale
öffentlich-rechtlicher Rundfunk" ist das DLRadio mit den Programmen DLF
und DLF Kultur. Alles andere dürfte nicht zulässig und daher unrealistisch
sein. (Jetzt kommt als nächstes bestimmt gleich wieder "Aber in Berlin...")

Und welche Programme willst du da reinpacken? Alle ARD-Kulturradios,
alle ARD-Oldiewellen, alle Ìnfo/Nachrichtensender oder alle Popwellen?
 

Radiokult

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Dort gibt es auch Überlegungen hinsichtlich eines ARD-Bundesmuxes ähnlich wie DSR Anfang der 90er Jahre. Wie steht ihr dazu?
Die Ausstrahlung diverser Rundfunksender via Astra bzw. ganz am Anfang via DFS Kopernikus, erst als Tonunterträger und dann per DSR, war vorrangig immer nur als Zuführung für diverse Kabelnetzbetreiber gedacht. Dass auch der Normalo zuhören konnte, war eher nur ein angenehmer Nebeneffekt.
Und was den 3. Bundesmux angeht, kann ich mir kaum vorstellen, dass sich zum einen die ARD-Anstalten intern damit anfreunden könnten, das man sich gegenseitig das hohe Gut Hörer wegnimmt. Und zum anderen ist es noch weniger vorstellbar, dass dann nicht der Privatfunk völlig zu Recht auf die Barrikaden gehen würde. Es gibt nur einen großen Hörerkuchen. Und je mehr Sender man bundesweit empfangbar macht, um so kleiner wird die tatsächliche Hörerzahl. Das weiss man bei den Privaten und das weiss man auch beim ÖR. Insofern ist ein dritter Bundesmux völlige Illusion. Und davon abgesehen ist er, wie schon angemerkt, auch aus rechtlichen Gründen fragwürdig, denn Rundfunk ist Länder- und nicht Bundessache.
 
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RadioHead

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Mal ehrlich: Wer stellt sich heute hin und fiebert eifrig "allen Kulturradios, Oldiewellen, Nachrichtenwellen, Popwellen" entgegen, die er dann endlich empfangen kann, wenn man das heute über Satellit sowie mobiles und unmobiles Internet längst kann?

Früher habe ich auch DSR, ADR und DVB entgegen gefiebert, habe jeden beneidet, der ffn, Xanadu oder Sputnik über DSR empfangen kann, da gab es aber noch keine (oder nur eine noch schlecht ausgebaute) Alternative. Schon 2001, als alle Melodieradios zwar über das ARD-Radio-Net zu hören waren (radio.ard.de, glaube ich), nicht aber über Satellit, begann der Abstieg. Der ARD-Radiotransponder 2005 hat mich schon nicht mehr interessiert, zu diesem Zeitpunkt war schon alles im (jetzt gut ausgebauten) Netz. Und heute? Noch viel mehr.

DAB+-Hype? Versteh ich nicht! Wenn ich WDR3 hören will, höre ich WDR3. Auch draußen! Ohne DAB+! Eure Herbeifieberungen hatte ich auch mal. Vor 30 Jahren! Aber viel Spaß mit einer Technik, die aus meiner Sicht niemand braucht.
 

Badnerking

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Den zweiten Bundesmuxx schon nicht vollkriegen und dann einen dritten planen :)

Mal ehrlich: Wer stellt sich heute hin und fiebert eifrig "allen Kulturradios, Oldiewellen, Nachrichtenwellen, Popwellen" entgegen, die er dann endlich empfangen kann, wenn man das heute über Satellit sowie mobiles und unmobiles Internet längst kann?

Sehe ich genauso, Radio kann man irgendwie empfangen, egal ob über Internet oder klassisch analog.
 

Kreisel

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DAB+ ist für mich eine feine Sache fürs Auto oder den Balkon. Ansonsten höre ich via Satellit und Internet. Der ARD-Radiotransponder interessierte mich 2005 und er tut es auch heute noch. Ich ziehe 320 kb/s in MP2 den maximal 128 kb/s MP3 via Internet ganz klar vor.

UKW höre ich da, wo es für mich Sinn macht. Es gibt in meiner Gegend aber keine für mich interessanten Programme, die ich via UKW, nicht aber via DAB+ empfangen kann. Umgekehrt ist es aber das genaue Gegenteil.
 
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Mannis Fan

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DAB+-Hype? Versteh ich nicht!
Die Suche nach Threads mit "DAB" im Titel wirft bei radioforen 13 Seiten mit zusammengezählt 250 Threads aus. Und das soll kein Hype sein? Das ist ja wohl der weltweite Mega-Trend, die Audio-Revolution schlechthin, ein Erfolgsmodell ohnegleichen, die Zukunft der Menschheit - und so wie es aussieht, sind wir beide die einzigen, die das Monster verschlafen haben.
 

pfennigfuchser

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Warum sollte man dies nicht diskutiere? Wir sind hier in einem Radioforum, wo man auch solche Dinge besprechen kann. Ob nun DAB+ so revolutionär ist, mag sich jeder selbst eine Meinung bilden. Ob nun Rundfunk mobil im Auto/Bus/Zug so eine Alternative ist, lasse ich auch mal im Raum stehen, da es abhängig vom jeweiligen Netzausbau ist. Ich finde, es gibt durchaus eine Berechtigung, darüber nachzudenken. Auch ist das Ungleichgewicht zwischen privaten und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorhanden. Warum also in Ballungszentren nicht auch mehr ARD-Programme wie in Berlin.
 
Ohne jetzt die erneute Diskussion loszubrechen, nur kurz meine 50 Cent: DAB+ war bestimmt mal eine gute Idee, sie kommt nur leider zwanzig Jahre zu spät. In Zeiten, wo sowieso alles bereits per Internet empfangen werden kann und das mittlerweile vielerorts auch mobil möglich ist, hat die Technik bereits ausgedient. Und Internet-Empfang hat schon jetzt, weltweit betrachtet, einen höheren Bekanntsgrad als DAB+ (es gibt ganze Regionen, in denen es nicht mal ansatzweise eine entsprechende Ausstrahlung gibt - DAB+ ist bis auf wenige Ausnahmen ein rein europäisches Phänomen). Und die Klangqualität zieht als mobiles Argument deswegen nicht, weil man sich bislang auch mit Rauschen und entsprechendem zufrieden gab - und per Digital Audio Broadcasting der Sound im Vergleich zum Stream oft auch nicht besser ist. Für den stationären Empfang ist Satellit weiter oberste Qualität, da gebe ich Euch Recht, aber Satellitenempfang wird ja vom Mainstream auch bereits seit den 90ern genutzt.

Es läuft also darauf hinaus, dass Satellit im Bereich stationärer Empfang und Internet im Bereich Mobilität etabliert wird bzw. bleibt. Wie lange sich UKW hält, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ich prognostiziere, dass aufgrund des weltweiten Standards die ultrakurze Welle nicht so schnell verschwinden wird, wie manche es vielleicht gern hätten.

Zurück zum Thema: Gerade im Bereich Corona und der dadurch schon entstandenen Werbeeinnahmenausfälle - wer wird sich das jetzt antun, zumal die Konkurrenz ja dann noch größer werden dürfte? Der zweite Muxx wird ja nicht mal voll. Sorry, ich bin bestimmt gern Optimist, aber das wird nix.
 

Kreisel

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Es sind im zweiten Mux gerade mal 2 von 16 Plätzen nicht belegt. Das kann sich bis zum Start im Oktober ja noch ändern.
 

RuhrLive

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National German Radio führt bereits Gespräche mit potenziellen Sendern, die Verträge sind noch nicht unter Dach und Fach, daher noch keine Bekanntgabe. Geht aber davon aus, das spätestens zum 01.Oktober 2020 alle Plätze belegt sind.
 

CosmicKaizer

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So 8 bis 13 Bundesmuxxe wären sinnvoll, damit jedes Hitradio Antenne irgendwas auch mit allen Regionalisierungen bundesweit empfangen werden kann. Alles andere macht keinen Sinn... oder?
 

RadioHead

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Und 48 Musik-Zusatzstreams, wo dann die Vielfalt ist, die sie sich im Programm längst nicht mehr trauen. Antenne Blues, Antenne Jazz, Antenne 30s, 40s, 50s, 60s, Antenne Death Metal, Antenne Grindcore, Antenne Schlager, Antenne Volkmusik, Antenne Musik für Kinder etc. :)
 

antonia-123

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Seltsam. Der NDR (TV) wird in NRW terestrisch verbreitet. Rundfunk ist aber angeblich Ländersache. Für das Fernsehen scheint es andere Verträge zu geben als für Radio. Kann das irgendwer mal genauer erklären ? Der MDR sendet auch flächendeckend in NRW , der SWR ebenso.
 

Radiokult

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Nun, dass die Dritten aus den Nachbarländern mit verbreitet werden, ist so ungewöhnlich nicht. Die strahlten ja auch früher schon teils sehr weit in die jeweiligen Nachbarländer mit rein. Ansonsten ist das ähnlich wie beim DAB+ in Berlin. Solange Platz da ist, besteht die Möglichkeit. Und beim DVB-T ist der Platz halt da. Das ist aber immer noch etwas anderes als einen komplett neuen Mux aufzuziehen. Auf der einen Seite sollen die ÖR sparen und auf der anderen einen wie auch immer gearteten "Best-of-Mux" inszenieren? Das ist irgendwie schon ziemlich schräg, zumal sich die Programme inhaltlich mittlerweile tatsächlich nur noch marginal unterscheiden. Braucht also niemand wirklich.
 

Fan Gab Radio

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DAB+ ist bis auf wenige Ausnahmen ein rein europäisches Phänomen
Und? Nicht alles muss es weltweit geben. Jedes Land hat seine Standards, das war schon immer so. Ich versteh nicht, was schlimm daran sein soll, dass DAB kein Weltstandard ist. Das HD Radio, bei den Amis DER Renner schlechthin, kennt in Europa auch kaum einer ausser paar Freaks. Ist es deswegen gleich weniger wert? Muss immer alles weltweit sein und höchst weiterentwickelt, damit es sich durchsetzt? Ob du es glaubst oder nicht, wir leben leider "in verschiedenen Welten" auf einem Planeten. Um da was einheitlich durchsetzen zu können, sind die Strukturen, Märkte und die Menschen einfach zu verschieden.
 

Wanderdüne

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Zurück zur Frage kommend:

Ein ARD-Bundesmux? Nein, 1. medienrechtlich nicht und 2. aus Kostengründen derzeit wohl kaum durchsetzbar.

Für Privatsender? Schon jetzt ist das Interesse am 1. und 2. Bundesmux verhalten (kein Wunder, wenn man sich auf 10 Jahre binden muss und schon offen ist, wie die Audiowelt in 5 Jahren aussieht). Dass man am Ende den 2. Mux vollbekommt, ist keine Frage. Es ist eine Frage des Preises und man kann sich die Blöße nicht geben, dass man den 2. Bundesmux nach dem Theater nicht vollbekommt. Also taucht im Oktober Lieschen Müller mit Blümchenradio dort auf oder man "zwingt" ein bigFM oder anderen Anbieter mit verlockenden Konditionen auf die beiden Plätze.

Zudem stellt sich die Frage, welche Kapazitäten für den 3. Mux dafür genutzt werden sollen. Ich kann nichts sehen, was für einen 3. Mux herhalten soll. Geplant war er zudem nie.

Sollte man dennoch (theoretisch) etwas zusammegebastelt bekommen, wird viel Zeit vergehen. In dieser werden sich die Medienanstalten mit den beiden sich abzeichnenden Investitionsruinen 1. und 2. Mux noch viel rumschlagen dürfen. Der 1. Mux hätte ja ohne Probleme weiterlaufen können, aber natürlich wird der 2. Mux Auswirkungen auf den Bestand des 1. Mux haben. Wie an anderer Stelle schon prognostiziert: Es werden etliche Anbieter kommen und wieder die Lust verlieren oder zumindest dann, wenn sie ihr Geld verloren haben. Am Ende wird man froh sein können, wenn es einen vollen Bundesmux geben wird.

Und nur so nebenbei: Wir reden über ein lineares Vermarktungsprodukt (auch wenn DAB+ digital in der Übertragung ist, folgt die Vermarktungslogik klassischen analogen Gesetzmäßigkeiten). Und diese sind rückläufig. Will sagen, der Werbemarkt ist ebenso wie der Hörermarkt begrenzt und die Budgets wachsen nicht auf Bäumen.
 
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Und? Nicht alles muss es weltweit geben. Jedes Land hat seine Standards, das war schon immer so. Ich versteh nicht, was schlimm daran sein soll, dass DAB kein Weltstandard ist. Das HD Radio, bei den Amis DER Renner schlechthin, kennt in Europa auch kaum einer ausser paar Freaks. Ist es deswegen gleich weniger wert? Muss immer alles weltweit sein und höchst weiterentwickelt, damit es sich durchsetzt? Ob du es glaubst oder nicht, wir leben leider "in verschiedenen Welten" auf einem Planeten. Um da was einheitlich durchsetzen zu können, sind die Strukturen, Märkte und die Menschen einfach zu verschieden.

In Bezug auf die Globalisierung ist es schon nicht unwichtig, ob ein Hersteller auf besondere regionale Gegebenheiten achten muss. Warum wohl haben viele Smartphones ein UKW-Empfangsteil, aber kein HD-Radio für die vereinigten Staaten oder DAB+ für Europa? Weil es sich schlicht nicht lohnt, regionale Besonderheiten in einem Gerät zu verewigen. Und daher gehen die Technologien sowohl an den Betreibern als auch an den Menschen weitgehend vorbei.

Ansonsten gebe ich Wanderdüne Recht.
 

Hithopper

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Oh Mann, muss wirklich jeder - JEDER - Faden der DAB (+) zum Thema hat zur Pro- / Contra Diskussion mit den immer gleichen Argumenten werden? Ich wäre für das Schließen dieses sinnlosen Fadens.

Über 20 Beiträge in diesem Forum "3. Bundesmux" können nicht irren. Vielleicht wird es ja doch nochmal ein ernstzunehmendes Thema in absehbarer Zeit.
 
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