Dänemarks ÖR-Kahlschlag


#3
Gerne könnt ihr noch weitere Links einstellen, die zu Artikeln führen, in denen der Sachverhalt beschrieben wird. Gerne könnt ihr aber auch - falls ihr über diese Artikel hinaus Kenntnisse habt - mit mir darüber diskutieren, ob darin ein Menetekel für die Entwicklung bei uns zu sehen ist.
 
#4
Bei Dänemarks Konservativen gilt Danmarks Radio schon seit langem als "zu links". Unter der letzten konservativen Regierung wurde daher zum Beispiel dem DR die vierte Frequenzkette weggenommen und dort ein staatlich subventioniertes "Qualitäts-"Privatradio installiert. Die Konservativen haben also nichts gegen das Prinzip staatlicher Mediensubventionierung, sie haben konkret etwas gegen das DR. Jetzt wird eben bei DR der Etat zusammengestrichen.

In der Sache kann man durchaus darüber streiten, ob hier nicht bloß die Ausbreitung der letzten Jahre wieder zurückgeführt wird. Bis vor wenigen Jahren hatte das DR schließlich auch nur zwei Fernsehprogramme, deren Programm darüberhinaus noch zu nicht unwesentlichen Teilen aus Testbild bestand. Jetzt hat man zum Beispiel gleich zwei Kinderprogramme plus ein überwiegend aus Importware bestehendes Erwachsenenunterhaltungsprogramm, sowie im Radio Spezialprogramme, wie es sie die ARD noch nie gehabt hatte.

In der Summe erinnert mich das ganze erinnert mich ein bisschen an die 80er, als die CDU den SFB in Berlin aushungern wollte, im Gegenzug aber den Rias aber üppig aus Bundesmitteln subventionierte.
 
#5
Fuck, die stampfen ja die besten Programme ein. Wenn ich mal nicht wusste was ich hören soll, habe ich die Nachtschiene von P6 aufgenommen und mir nach und nach angehört, weil da nur Musik ausserhalb des Mainstreams gespielt wurde und auch viel Dänisches, was man hier nicht kennt. Das ist wirklich mehr als schade, die anderen Programme waren und sind für mich - bis auf Jazz - eher uninteressant :(
 
#7
Wann werden die Programme denn eingestellt? Ich habe P8 Jazz gerne gehört... Leider gibt es in Deutschland, bis auf das lokale Jazz Radio Berlin, kein entsprechendes Format.
Ich hab mir das 20 seiten lange dänische Dokument "DR’s PUBLIC SERVICE-KONTRAKT FOR 2019-2023" durchgelesen und da ist festgelegt, dass diese Sender, genau wie die abzuschaltenden TV Kanäle, bis spätestens 2020 geschlossen werden sollen. "Bis" 2020 wird der Kanal noch angeboten:

Indtil 2020 tilbyder DR følgende radio-kanaler:
P1: En kanal med nyheder, aktuel viden og perspektiv
P2: En kanal med musikformidling og klassisk musik
P3: En kanal med fokus på rytmisk musik, underholdning, sport og nyheder
P4: En kanal med bredt programudbud, regional forankring og nyheder
P5: En kanal med journalistisk formidling og fokus på varierede traditionelle musikgenrer
P6 Beat: En kanal med journalistisk formidling og alternativ rytmisk musik
P7 Mix: En kanal med journalistisk formidling, hverdagsmusik og populærkultur
P8 Jazz: En kanal med journalistisk formidling og jazzmusik.
Genaueres weiss man noch nicht. Spannend ist auch, dass das Dokument die Kosten für den Staatsfunk genau aufgliedert. Da werden dann ca. 850.000€ für den Bereich Digitalradio angesetzt, ca 2% vom Gesamtetat. Da die Sender P1-P4 getrennt ausgewiesen werden, kann man so die Kosten für den Jazzkanal schätzen. Da sich DR aber von keinem seiner Orchester / Chöre trennt und auch das Big-Band-Orchester behält und bereit ist, dafür 25 Millionen Euro im Jahr auszugeben, wird es bestimmt auch an anderer Stelle Jazz im Programm geben.

Übrigens, NRK Norwegen hat auch einen Jazzkanal auf DAB/Internet (http://nrkjazz.radio.net/) und der schwedische Runkfunk hat auch viel Jazz on Demand. Vielleicht ist das ja eine Alternative.
 
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